Brunnenbräu® Hausbrauerei – Das Original – seit 1997

Bierleben

 

 

Bierleben

 

Das Hobby „Bier“ – mehr als nur Bier brauen und Bier trinken. Wie ich schon auf der Startseite erwähnt habe, bietet das Hobby „Bier“ auch die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen – Menschen, mit denen ich dieses Hobby und meine Begeisterung dafür teilen kann. Bier-Erlebnisse, die ich nicht missen möchte.

 

Unter der Rubrik „Bier erleben“ (oder kurz: „Bierleben“) möchte ich dem werten Besucher in Text und Bild einige meiner Bier-Erlebnisse vorstellen. Bierreisen, Bierfeste, Brauertreffen – ein bunter Strauß interessanter Erlebnisse.

 

Aber bevor ich zu den Erlebnissen komme, die mit kleineren oder größeren Ereignissen verbunden sind, möchte ich einen Aspekt des Bierlebens etwas näher beleuchten, der in unserer oft von Vorurteilen geprägten Welt häufig ein wenig zu kurz kommt, und das ist die schier unglaubliche Komplexität der Geschmackswelt des Bieres. Ähnlich wie ich in der Rubrik „Bierpirsch“ in der dortigen Frage 7 schon angedeutet habe, besitzt Bier nämlich eine Geschmacksvielfalt, die der von Wein nicht nur nahe kommt, sondern sie sogar bei weitem übertrifft.

 

Die Anzahl der aromatischen Substanzen, die Geruch und Geschmack des Bieres beeinflussen oder gar prägen, ist weitaus größer als beim Wein – allerdings haben wir Bierliebhaber es über die Jahre versäumt, uns diese Erlebniswelt auch mit einem entsprechenden Vokabular zugänglich zu machen. Wie oft ist es mir schon so ergangen, dass ich in einem Bier eine besondere Geruchs- oder Geschmacksnote identifiziert habe, aber dann nicht in der Lage war, diesen Sinneseindruck meinen Mitmenschen mitzuteilen – ganz einfach, weil es kein Wort für diese Sinnesempfindung gibt, oder mir dieses Wort einfach nicht geläufig war, nicht zur Verfügung stand.

 

In jüngster Zeit hat es aber speziell im englischsprachigen Raum zahlreiche Versuche gegeben, ein Vokabular zusammenzustellen (teilweise auch erst zu schaffen), das uns hilft, Geschmack, Geruch und sonstige Sinnesempfindungen ein wenig objektivierbarer zu machen. Daher finden Sie am Ende dieses Kapitels in einer langen, aber mit Sicherheit noch nicht erschöpfenden, alphabetischen Liste diese Terme nebst Erläuterungen zusammengestellt – ich habe mich hier auf die Arbeit eines unbekannten amerikanischen Bierliebhabers gestützt, der die Verbreitung dieser Information ausdrücklich unterstützt. Viel Vergnügen mit dieser Liste und vor allem bei ihrer Anwendung in der Praxis. Und wie immer sind Verbesserungs- und Ergänzungsvorschläge und sachliche, konstruktive Diskussion und Rückkopplung hochwillkommen.

 

 

 

 

Nach diesem Ausflug in die ungeheuer weite und komplexe Welt des Biergeschmacks nun aber zunächst zurück zu den mehr handfesten Aspekten des Bierlebens.

 

 

 

Navigator

 

Regelmäßige Ereignisse und Erlebnisse

 

Die Tour de Bier

Bier vor Ort

Schaubrauen

Die Hausbrauer Nassauer Land

Die polnische Hausbrauerszene und der jährliche Konkurs Piw Domowych

Haus- und Hobbybrauertage des VHD

 

Einzelveranstaltungen

 

Die Bavarian Party der Mälzerei Weyermann – Bamberg – November 2004

Fruchtwelt Bodensee – Februar 2006

Belgian Beer Weekend Brüssel – September 2006

Die Bavarian Party der Mälzerei Weyermann – Bamberg – November 2007

Die Hausbrauer Nassauer Land zu Gast im Kommunbrauhaus Junkersdorf – August 2008

Zoigl-Ausschank der Ersten Amönauer Hausbrauerei auf dem Furrersch-Hof – Juli 2009

Arch'en Bières – Festival des Bières de Dégustation – August 2009

Bierbraukurs an der Volkshochschule Limburg – Oktober 2009

3de Brugs Bierfestival – BrüggeNovember 2009

Biercafé „Café Delirium“ – Brüssel – Februar 2010

Zythos Bierfestival 2010 – Sint-Niklaas – März 2010

Tweede Brunssumse Bierproeverij in der „Slijterij de Kruik“ – Brunssum – März 2010

„Bier aus dem Norden“ – Tag der norddeutschen Braukultur – Kiekeberg – April 2010

Das Festival der Bierkulturen – Köln-Ehrenfeld – Mai 2010

14. Internationales Bierfestival – Berlin – August 2010

Besuch im Bayerischen Brauereimuseum Kulmbach – Oktober 2010

Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo – November 2010

Bokbierproeverij der Slijterij de Kruik in BrunssumNovember 2010

Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo – Dezember 2010

Pivaria – 11 Międzynarodowa Giełda Birofilów Szczecin – März 2011

Helsinki Beerfestival 2011 – April 2011

I. Richterkurs der Polnischen Hausbrauervereinigung – April 2010

III Gorzowski Festiwal PiwnySeptember 2011

Brau Beviale, Café Abseits und Weyermann Bavarian Party – Nürnberg und Bamberg – November 2011

Besuch in Maisel’s Brauerei- und Büttnerei-Museum Bayreuth – November 2011

Internationale Grüne Woche Berlin 2012 – Januar 2012

 

 

 

Die Tour de Bier

 

Unter der Überschrift „Die Tour de Bier“ findet sich eine Bierreise der ganz besonderen Art. Bierfreunde, -kenner und -liebhaber treffen sich einmal jährlich, um gemeinsam dem Hobby zu frönen. Brauereibesichtigungen, Besuche von Biermuseen oder sonstigen Einrichtungen, die mit dem Hobby im Zusammenhang stehen, bilden den Dreh- und Angelpunkt der Reisen, aber auch Bildung und Kultur kommen nicht zu kurz.

 

Die Tour de Bier

 

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Bier vor Ort

 

Wo schmeckt Bier besser als „vor Ort“, also am Ort seiner Entstehung? Eben, nirgends. Und darum bin ich auch immer schnell zu begeistern, wenn es darum geht, Brauereien zu besuchen oder gar zu besichtigen. Oder – wenn es denn anders nicht geht – wenigstens den Brauereiausschank aufzusuchen!

 

Bier vor Ort

 

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Schaubrauen

 

Ich glaube, es ist nicht verwunderlich, dass jemand, der sein Hobby gerne mit anderen teilt, auch ebenso gerne bereit ist, das Hobby praktisch vorzuführen – zum Beispiel bei Volksfesten oder Genussmärkten, oder bei anderen sich bietenden Gelegenheiten. Oftmals habe ich dieses „Schaubrauen“ auch fotografisch dokumentiert:

 

Schaubrauen

 

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Die Hausbrauer Nassauer Land

 

Im Nassauer Land, also im Hessischen rund um Limburg und entlang der Lahn, haben sich einige Hausbrauer zu einer kleinen, aber sehr aktiven regionalen Gruppe zusammengeschlossen und nutzen häufig die Gelegenheit, zusammen zu brauen oder sonstige Biererlebnisse gemeinsam zu genießen. Auch Hausbrauer und Freunde des Bieres aus den angrenzenden Regionen sind gerne willkommen, sich den Treffen einmal anzuschließen.

 

Die Hausbrauer Nassauer Land

 

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Die polnische Hausbrauerszene und der jährliche Konkurs Piw Domowych

 

Ich habe Ende der Neunziger für drei Jahre in Warschau gelebt und gearbeitet und von daher eine besondere Beziehung zu Polen entwickelt. Die dortige Hausbrauerszene entstand etwa in der gleichen Zeit, und so hatte ich die Gelegenheit, den Aufbruch ein wenig mit zu gestalten. Bis heute halten die guten Beziehungen zu unseren östlichen Nachbarn, und so kann ich denn ab und zu an Veranstaltungen der polnischen Hausbrauer teilnehmen. Insbesondere der von der großen Brauerei Żywiec im gleichnamigen Ort (Żywiec, früher Saybusch) unterstützte jährliche Hausbrauwettbewerb (Konkurs Piw Domowych) hat es mir angetan.

 

Die Polnische Hausbrauszene – Konkurs Piw Domowych

 

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Haus- und Hobbybrauertage der VHD

 

Die Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland e.V., der VHD, veranstaltet einmal im Jahr die Haus- und Hobbybrauertage. An jährlich wechselnden Orten treffen sich die Vereinsmitglieder für ein Wochenende, um zum Einen die jährliche Hauptversammlung der Vereinigung formal abzuhalten, zum Anderen aber auch um ein paar schöne Stunden miteinander zu verbringen, um bierbezogene Ausflüge zu veranstalten, einen feuchtfröhlichen Hausbrauerabend mit leckerem Büffet zu genießen und nicht zuletzt auch um vorher eingereichtes Hausbräu verkosten zu lassen. Von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag dauern diese Veranstaltungen und sind immer wieder ein wunderschönes Erlebnis.

 

Haus- und Hobbybrauertage der VHD

 

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Sonstige Biererlebnisse

 

„Sonstige Biererlebnisse“ – eine banale Bezeichnung, findet man doch unter „Sonstiges“ üblicherweise nur das, was nicht mehr wichtig genug ist, zentral präsentiert zu werden, gleichzeitig aber doch noch zu schade, unerwähnt zu bleiben.

 

Hier ist es ein wenig anders, hier geht es ausschließlich darum, die Übersichtlichkeit meiner Netzrepräsentanz zu wahren und nicht zu viele verschiedene Unterkategorien zu schaffen. Wenn also ein herrliches Biererlebnis nur einmal (oder wenigstens nicht ganz regelmäßig) stattgefunden hat, oder ich nur einmal oder wenige Male daran teilnehmen konnte, dann soll es – und sei es auch noch so wunderschön gewesen – unter dieser Überschrift seine digitale Bleibe finden. Und damit dann auch seine relative Einzigartigkeit dokumentieren!

 

Also:

 

Sonstige (einzigartige) Biererlebnisse

 

 

 

Die Bavarian Party der Mälzerei Weyermann

 

Weyermann Malz – ein Name, der in der Welt der professionellen Brauer, aber auch unter uns Hobbybrauern, einen guten Klang hat. Eine Mälzerei, die für ihre Spezialmalze bekannt ist.

 

Die Firma Weyermann veranstaltet alljährlich am Sonnabend nach der Messe „Brau Beviale“ in Nürnberg eine „Bavarian Party“, eine Art Tag der offenen Tür für die Geschäftspartner der Firma. Alle Türen der Mälzerei stehen den Besuchern offen, es gibt ein großes Unterhaltungsprogramm mit Künstlern unterschiedlicher Art, Kaffee und Kuchen, Musik und abends ein großes und hervorragendes Buffet. Die Vertriebspartner von Weyermann in Polen, nämlich das junge Team des Hausbrauversandes Browamator um Ziemowit Fałat, waren auch eingeladen, und so hatte ich als deren Freund (und gerne gesehener Hobby-Dolmetscher) in ihrem Gefolge schon zweimal, am 13. November 2004 und am 17. November 2007, die schöne Gelegenheit, bei der Bavarian Party dabei sein zu dürfen.

 

Beide Male ein rundum schönes Erlebnis.

 

Seit 2003 hat die Mälzerei Weyermann auch eine eigene kleine Versuchsbrauerei mit zweieinhalb Hektolitern Ausschlagmenge, gebaut von der Firma Kaspar Schulz. Sie dient – wie ihr Name schon sagt – dazu, die Eignung der hier in Bamberg produzierten Malzsorten für bestimmte Bierstile zu testen, neue Bierrezepte zu kreieren, aber auch nicht zuletzt dazu, für Gäste der Weyermann Mälzerei ein eigenes, vor Ort gebrautes Bier anbieten zu können. Und die Bavarian Party gab mir somit schon zweimal die Möglichkeit, diese Biere zu verkosten – wunderbar.

 

Ein wenig über den Tellerrand hinaus blickt die Firma Weyermann mit ihrer kleinen Schnapsbrennerei, die sie sich mittlerweile eingerichtet hat. Selbstverständlich stand auch diese Destille 2007 zur Besichtigung offen, und ich konnte mich davon überzeugen, dass die hier gebrannten Obstschnäpse ausgezeichnet schmecken.

 

Mit Worten ist die Bavarian Party nur schwer zu beschreiben – aber ich denke, die Fotoalben geben die Stimmung und die Vielfalt gut wieder:

 

Bavarian Party 2004

 

Bavarian Party 2007

 

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Fruchtwelt Bodensee

 

Alle zwei Jahre findet in Friedrichshafen am Bodensee die „Fruchtwelt Bodensee“ statt, die „Internationale Fachmesse für Kernobst, Steinobst, Beeren, Hopfen und Destillation“. Eine der Messehallen ist normalerweise für Kleinbrauereien, Haus- und Hobbybrauer und weitere bier- und hopfenbezogene Ausstellungen reserviert. Im Februar 2006 nutzte ich die Gelegenheit, diese Messe zu besuchen.

 

Die Messehallen in Friedrichshafen bieten großzügig Raum für die Präsentation unseres Hobbys, und dicht nebeneinander fand ich Kleinbrauanlagen von Wengert, Speidel und BruMas. Daneben zahlreiche Informationsstände von Kleinbrauereien aus der Region, vom Hopfenpflanzerverband Tettnang, von Versandhändlern für Brauzubehör und nicht zuletzt auch von der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland e.V. – letztere auch mit einem Schaubrauen. Überall war Raum und Zeit genug, um fachsimpeln zu können, und an der einen oder anderen Stelle gab es auch Bierproben zu testen oder Hopfenproben zu kaufen.

 

Eine relativ große Gemäldegalerie zeigte Kunstwerke mit Bier- oder Brauereibezug, und natürlich war auch ein Vortragssaal eingerichtet, der die Möglichkeit gab, sich zu den unterschiedlichsten Bierthemen weiterzubilden:

 

„Tettnanger Hopfen“ – Dr. Bernhard Lochner, Hopfenpflanzerverband Tettnang.

„Frauen und Bier“ – Schwester Doris, Klosterbrauerei Mallersdorf.

„Hopfenaroma und Biervielfalt“ – ‚Bierpapst‘ Conrad Seidl.

„Historisches Bier“ – Hermann Kretschmer, FBtec.

„Tettnanger Hopfen – Das grüne Gold der Brauer aus technologischer und ernährungsphysiologischer Sicht“ – Olaf Fabert, Meckatzer Löwenbräu Benedikt Weiß KG.

 

Insgesamt ein interessanter, bildender und gleichwohl entspannter Messebesuch – zwar mit langer Anreise aus dem Westerwald und ohne Hotelübernachtung nicht zu machen, gleichwohl aber den Aufwand wert.

 

Fruchtwelt Bodensee 2006

 

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Belgian Beer Weekend Brüssel

 

Jedes Jahr am ersten Wochenende in September findet in Brüssel auf dem Grand Place inmitten der Stadt das Belgian Beer Weekend statt. Fast alle belgischen Brauereien sind hier mit einem Stand vertreten und bieten ihre Produkte in passendem Ambiente an. Am 2. September 2006 hatte ich erstmalig die Gelegenheit, dieses herrliche Fest zu besuchen.

 

Bereits am Vormittag fuhren am Rande der Altstadt am Fischmarkt die zahlreichen Kutschen und historischen Bier-Lastwagen der Brauereien auf. Die Brauer, ihr Personal und ihre Freunde und Gäste zeigten sich stolz in festlicher und oftmals auch historischer Kleidung, die wunderbar herausgeputzten Karossen und Fahrzeuge waren von interessierten Menschen umlagert, und auch das eine oder andere Bier wurde zu dieser frühen Stunde schon getrunken.

 

Langsam formierte sich nun der Umzug der Brauer und Brauereien, und die schon ungeduldig mit den Hufen schlagenden Pferde konnten sich endlich in Bewegung setzen. Quer durch die Gassen der Stadt zogen die Fahrzeuge, und unterwegs standen die Menschen, schauten, staunten und freuten sich über die teilweise großzügig ausgeschenkten Freibiere.

 

Auf dem großen Markt, dem Grand Place, angekommen, sahen wir die Bierstände: Eng aneinander gedrängt, von einem Zaun umgeben, waren wohl 40 Brauereien vertreten. An mehreren zentralen Verkaufsstellen am Rande des Marktes konnten die Bierliebhaber spezielle Kronkorken kaufen, die an den Bierbuden als Währung dienten. Schnell füllten wir uns die Taschen, und dann ging es los.

 

An jedem Stand wurden die meisten Produkte der jeweiligen Brauerei vom Fass angeboten, immer aus dem passenden Glas mit dem passenden Logo, perfekt gezapft und bei Bedarf auch mit geduldigen Erläuterungen, um was für ein Bier es sich handele, welche Besonderheiten es aufwiese und wie man es am besten genießen solle.

 

Diese Vielfalt der Gläser war es auch, die den Zaun und die Ausgangskontrolle rund um den Zentralbereich nötig machte – zu groß ist die Gefahr, dass Souvenirjäger hier überreichlich Beute machen…

 

Überall herrschte eine ausgelassene, fröhliche und bis zuletzt auch friedliche Stimmung. Wir probierten buchstäblich dutzende Spezialitäten und bekamen einen schönen Eindruck der schier unendlichen Vielfalt des belgischen Bieres. Vom einfachen spritzigen Pils über fruchtige, schwere, dunkle, helle, bunte, süße, herbe, saure, würzige, malzige und vollmundige Spezialitäten bis hin zum Westvleteren Trappistenbier, das üblicherweise ausschließlich an der Klosterpforte selbst erworben werden kann und nur ausnahmsweise auf diesem Fest ausgeschenkt wurde, war alles vertreten, was die Szene aufbieten konnte.

 

Nach Einbruch der Dunkelheit füllte sich das Areal noch weiter – so dies überhaupt noch möglich zu sein schien… Trotz dichtem Gedränge, schwitzender, fröhlicher Menschenmassen und schneidend dicker Luft (unter freiem Himmel!) schafften es kleine Musikergruppen trotzdem noch, sich durch kleinste Lücken zu schieben, aufzuspielen und die Stimmung noch weiter anzuheizen. Einfach nur bombig!

 

Der nächste Morgen erwies sich als zäh – wer hätte das gedacht… Aber es war ein Fest, das jeden Aufwand wert gewesen war!

 

Belgian Beer Weekend – Brüssel 2006

 

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Die Hausbrauer Nassauer Land zu Gast im Kommunbrauhaus Junkersdorf

 

Seit Monaten lief die Planung schon, immer wieder musste der Termin umgeworfen und neu angesetzt werden, aber am 30. August 2008 war es dann endlich so weit – die Hausbrauer Nassauer Land als regionale Braugruppe der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer Deutschland e.V. (VHD) waren zu Gast im Kommunbrauhaus Junkersdorf und konnten beim eigens angesetzten „VHD-Sud“ mit anfassen, mit diskutieren, mit essen und – natürlich – mit trinken.

 

Acht Hausbrauer aus dem Raum Limburg, Lahn, Taunus und Westerwald (Euckerbräu, Mühlenbräu, Brunnenbräu®, Paul Jakob Bräu und Froschbräu) waren wir und trafen uns am frühen Morgen des 30. August 2008 in freudiger Erwartung eines interessanten Tages vor dem Kommunbrauhaus in Junkersdorf. Teilweise waren wir schon am Abend vorher angereist, hatten in der Nähe übernachtet und schon das eine oder andere lokale Bier verkostet.

 

Vor circa 200 Jahren war das Kommunbrauhaus Junkersdorf erbaut worden und diente bis 1988 seinem ursprünglichen Zweck, bis der Braubetrieb leider zum Erliegen kam. Zwar wurde das Gebäude schon 1992 unter Denkmalschutz gestellt, aber es verfiel zusehends weiter, bis sich Kurt Maria Adler, Ludwig Müller und Axel Fella 1995 zusammen taten, das Gebäude kauften und mit viel finanziellem und noch mehr handwerklichem Aufwand das Brauhaus wieder belebten. Ende 1998 war es dann soweit und der erste Sud im frisch renovierten Kommunbrauhaus wurde angesetzt. Schnell wurde das Brauhaus Junkersdorf zur örtlich, bald regional und schließlich auch bundesweit bekannten Institution, und die offizielle Einweihung als Kommunbrauhaus erfolgte im Juli 2001. Bis heute wurden fast 50 Sude angesetzt – unser „VHD-Sud“ trägt die Nummer XXXXVIII.

 

Neugierig strolchten wir erst einmal durch das alte Gemäuer, bestaunten das Sammelsurium von Gerätschaften, Bierkrügen und sonstigen interessanten Dingen und machten uns mit der antiquierten Technik vertraut. Kurt hatte am Vorabend schon einige Hektoliter Wasser vorgeheizt, und so konnten wir dann ohne Verzug beginnen. Einmaischen, rühren, heizen, fachsimpeln, wieder rühren. Dann wurde eine Dickmaische gezogen, mit der uralten Pumpe in den Sudkessel gepumpt und nach kurzer Wartezeit und erfolgreicher Jodprobe gekocht.

 

Zurück fließen lassen in den Maischebottich, und im Nu füllte sich das ganze Brauhaus mit dichtem Dampf. Und wieder rühren, rühren, rühren.

 

Nun aber erstmal die erste Pause und leckere Brotzeit – irgendjemand hatte einige Laibe frisches Brot und ein paar Kilogramm Käse geholt, und wir genossen in der strahlenden Sonne die Stärkung.

 

Einige von uns nutzten diese kleine Pause, um sich zu weiteren Erkundungen „davonzustehlen“ – Walter Simon, der in verschiedenen Kommunalbrauhäusern der Region Braukurse anbietet und sich daher hier auskennt, wie in seiner Westentasche, führte die Gruppe an. Erste Station war das Brauhaus Ueschersdorf in der Nachbargemeinde. Ähnlich wie in Junkersdorf wurde im Jahre 2003 auch hier auf Initiative eines Bürgers das alte Brauhaus wieder auf Vordermann gebracht und nun von einer Braugruppe mit fünf aktiven Mitgliedern betrieben.

 

Weiter ging es nach Thüringen zum Brauhaus in Schweickershausen. Nach kurzen einführenden Worten von Walter schloss uns der Bürgermeister persönlich das Brauhaus auf. Interessant zu sehen, dass trotz der fast fünf Jahrzehnte dauernden Abschottung zwischen Franken und Thüringen durch den „Eisernen Vorhang“ die Braukultur in ähnlicher Weise fortgeführt wurde und auch hier ein Kommunbrauhaus erhalten geblieben ist. Eine schöne Besonderheit am Rande: Die zwei hoch oben an der Wand befestigten, selbstgebauten und isolierten Tanks für das Anschwänzwasser.

 

Die Zeit begann, uns zwischen den Fingern zu zerrinnen – schließlich wollten wir ja zurück zu unserem „VHD-Sud“. Schnell weiter also zu unserer dritten und letzten Station in Lindenau. Hier empfing uns ein außen schon liebevoll renoviertes Brauhaus, welches mit seinen vier Gärkammern und einer Ausschlagwürzemenge von sage und schreibe 34 hl auch das größte kommunale Brauhaus unserer Tour sein sollte. Egon Meister, der mit Leib und Seele die traditionelle Braukunst weiterführt, begrüßte uns und zeigte uns enthusiastisch all die Besonderheiten dieses Brauhauses, insbesondere, dass hier die Biere in gepichten Fässer offen im Sandsteinkeller gelagert und ungespundet verkostet werden. Ein Bier, das es in dieser Form wohl nur einmal in der Region gibt, und das unsere Vorstellung, wie ein Bier zu sein hat, fast sprengt. Aber lecker!

 

Um nicht völlig die Zeit zu vergessen und den Junkersdorfer Sud zu verpassen, verabredeten wir uns mit Egon für abends in Junkersdorf, um dort die Fachsimpelei beim Feierabendbier fortzusetzen – ein Angebot, das er gerne annahm und anhand mitgebrachter Fotoalben auch gleichermaßen geduldig wie begeistert in die Tat umsetzte.

 

In Junkersdorf war es mittlerweile schon fleißig weitergegangen – während die Reisevögel unterwegs waren, begann hier das Abläutern (was ja fast von selbst geht) und das Schwänzen – letzteres war harte Arbeit. Fast 700 Liter heißes Wasser hatten wir in großen Tonnen vorbereitet, und mit großen Kellen musste es nun auf den Treber geschöpft werden. Eine schweißtreibende Arbeit. Aber erfolgreich, denn nachdem wir die Würze wieder in den Sudkessel hoch gepumpt hatten, freuten wir uns über den Ertrag: 12° Stammwürze – die Mühe hatte sich gelohnt.

 

Zwischendurch schauten immer mal wieder Besucher aus dem Dorf herein, tranken ein Bier, plauderten, und auch andere VHD-Mitglieder ließen sich blicken – Walter Simon, der schon den Mittagsausflug angeführt hatte, Michael Mihm, Hans Rolf Linke, Andi Sperr und Petra Paulsen waren – zum Teil auch zig Kilometer weit – angereist, um mit dabei sein zu können.

 

Jetzt wurde aber der Kessel wieder angeschürt, neues Holz musste gehackt werden, und die Würze kochte fleißig vor sich hin. Erst als nach dem Hopfenkochen sich die heiße Würze in das Kühlschiff ergoss und das ganze Brauhaus erneut in dichten Nebelschwaden versank, wussten wir, dass für heute die meiste Arbeit erledigt war.

 

Der Sudkessel wurde noch gereinigt, der Treber bleibt bis zum nächsten Tag stehen, bis die Bauern der Region sich ihn abholen, aber eines war noch vorzubereiten: Die Gärbottiche mussten mit heißem Wasser geweicht werden, damit das Holz quoll und die Bottiche dicht wurden. Also erneut schüren, Wasser kochen und pumpen.

 

Und eins kam noch hinzu: Dieser VHD-Sud sollte für die Haus- und Hobbybrauertage im Oktober auch auf extra für diesen Anlass bedruckte Flaschen gezogen werden – wir mussten also noch über 300 Flaschen mit Keramikverschlüssen versehen und im Gärkeller verstauen.

 

Und so dauerte es doch tatsächlich bis zum Einbruch der Dunkelheit, bis alle für heute anstehenden Arbeiten getan waren und wir uns nun unter klarem Sternenhimmel an einem wunderschönen Sommerabend vor’s Brauhaus setzen konnten. Bei deftigem Gulasch und Nudeln, mit leckerem Junkersdorfer und Nassauer Bier. Müde, aber zufrieden und erfüllt mit schönen Eindrücken ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

 

Ein tolles Erlebnis – besonders für uns Hausbrauer aus dem Nassauer Land, einer Region, in der wir eine solche Tradition der Kommunbrauhäuser nicht kennen. Herzlichen Dank also an Kurt Maria Adler und seine Freunde, dass sie uns so offen aufgenommen und integriert haben, dass wir so lecker verköstigt wurden und jede auch noch so dumme Frage geduldig beantwortet wurde – und hoffen wir, dass das Bier genauso gut schmecken möge, wie der vorherige Sud, an dem wir uns heute den ganzen Tag gelabt haben!

 

Die Hausbrauer Nassauer Land zu Gast im Kommunbrauhaus Junkersdorf

 

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Zoigl-Ausschank der Ersten Amönauer Hausbrauerei auf dem Furrersch-Hof

 

Am 11. und 12. Juli 2009 fand in Amönau ein bedeutendes Ereignis statt, nämlich der erste Amönauer Zoigl-Ausschank. Geduldig erklärte Armin Latzko von der Ersten Amönauer Hausbrauerei (Latzko Bier) bereits in der Einladung, um was es sich bei einem Zoigl-Ausschank handelt – immerhin ist dieser Brauch in Deutschland nahezu ausgestorben und findet sich nur noch in wenigen Bereichen Frankens, der Oberpfalz und Thüringens. In Hessen jedenfalls ist er völlig unbekannt. Und so lautete es in der eMail, mit der Armin informierte, wie folgt:

 

„Liebe Bierfreunde,

 

am 11.07.2009 ab 15.00 Uhr und am 12.07.2009 ab 11.00 Uhr beehrt sich die Hausbrauerei Latzko einen Zoigl-Ausschank auf Furrersch-Hof (Amönau, Fugergasse 2) bei Benedikt und Tina Terrahe durchzuführen.

 

Geboten werden an diesen beiden Tagen verschiedene Biere der Hausbrauerei Latzko zu den von anderen Veranstaltungen bekannten Bierpreisen. Neben dem flüssigen Brot wird auch feste Nahrung vom Grill durch den Geflügelzuchtverein Wetter in Zusammenarbeit mit der Metzgerei Junk aus Wetter angeboten.

 

Für alle, die sich unter dem Begriff Zoigl-Ausschank nichts vorstellen können, sei angemerkt, dass es sich beim Zoigl um eine Darreichung der im eigenen Betrieb erzeugten Produkte in einer zeitlich begrenzten Schankstätte handelt. In alten Zeiten wurde der sogenannte Zoigl (Brauerstern oder Bierzeiger), wie er nebenan zu sehen ist, als Zeichen eines momentan stattfindenden Ausschankes ausgehängt.

 

Freundlicherweise haben Benedikt und Tina Terrahe ihren Hof als Örtlichkeit für den Zoigl zur Verfügung gestellt. In Anlehnung an die in fränkischen Wirtshäusern übliche Gepflogenheit, dass das Mitbringen von kleinen kalten Speisen durch die Gäste durchaus nicht verboten ist, haben auch wir nichts dagegen einzuwenden.

 

Wir hoffen, Euch an den oben genannten Tagen in großer Anzahl begrüßen zu dürfen.

Eure Hausbrauerei Latzko, der Geflügelzuchtverein Wetter und Benedikt und Tina Terrahe

 

P.S.: An beiden Tagen wird auf jeden Fall keine elektrisch verstärkte Musik dargeboten, so daß verbale Kommunikation – im Gegensatz zu üblichen Festveranstaltungen – möglich sein wird.

 

Als Biere werden vermutlich Pils, Lager und auf jeden Fall Weizenbier zum Ausschank kommen. Für Leute, die kein Bier mögen, wird es auch alkoholfreie Getränke geben. Wein wird es nicht geben, da es sich bei der Veranstaltung um einen Zoigl und nicht um einen Heurigen handelt.“

 

Wir ließen uns die Gelegenheit nicht entgehen und besuchten den Zoigl-Ausschank am 11. Juli 2009. Leider war Petrus der Veranstaltung nicht wohlgesonnen – es regnete in Strömen, und nur ab und zu lockerten die Wolken auf, und die Sonne ließ sich für wenige Augenblicke sehen.

 

Die ob des schlechten Wetters und der frühen Nachmittagsstunde noch wenigen Gäste verloren sich im wunderschönen Innenhof des herrlich renovierten Furrersch-Hofes. Armin, wie immer die Ruhe selbst, strahlte gleichwohl Zuversicht und gute Laune aus und bot Pils, Lager, Dunkles und Weizen aus eigener Produktion an. Die Biere waren aromatisch und voller Kraft, und die angebotenen Bratwürstchen passten hervorragend dazu.

 

Unter den Zeltdächern konnten wir uns vor den Regenschauern schützen und genossen das idyllische Ambiente. Urgemütlich wurde es, als auf Akkordeon und Geige Volkslieder intoniert wurden und im Nu alle Anwesenden mit fröhlichem Gesang einfielen.

 

Leider konnten wir nicht allzu lange bleiben, aber wie mir später zugetragen wurde, kamen später noch reichlich wasserfeste Gäste, denen der Regen nichts anzuhaben vermochte, so dass der erste Amönauer Zoigl-Ausschank der Ersten Amönauer Hausbrauerei doch noch zu einem richtigen Erfolg wurde.

 

Wünschen wir Armin, dass bei einer eventuellen Wiederholung die Sonne kräftig scheinen möge und der Zoigl-Ausschank vielleicht sogar zu einer festen Institution in Amönau wird!

 

Latzko’s Zoigl-Ausschank auf dem Furrersch-Hof in Amönau

 

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Arch'en Bières – Festival des Bières de Dégustation

 

Am 30. August 2009 besuchten wir das Festival des Bières de Dégustation in Grez-Doiceau / Archennes in Belgien, das unter dem Namen Arch’en Bières eine gewisse regionale Berühmtheit erlangt hat.

 

Seit 2005 wird jeweils am letzten Wochenende im August dieses Bierfestival veranstaltet, und auch wenn es noch klein und überschaubar ist und zuweilen etwas amateurhaft wirkt, so bietet es doch in dieser etwas abgelegenen Gegend die Möglichkeit, viele interessante Biere von zumeist kleinen und unbekannten Brauereien zu verkosten.

 

Die riesige Wiese des Maison de Coullement dient den Kindern zum Spielen und Umhertollen, zum Ponyreiten und zum Kutsche Fahren, und die Bierstände und Verkaufsstände mit regionalen Wurst- und Käsespezialitäten drängen sich dicht an dicht direkt an das Gebäude. Dazwischen ein paar Dutzend Bierbänke, und im Innern des Gebäudes noch ein paar einfach zusammengezimmerte Stände zum Ausschank der Biere –das war es auch schon.

 

Für fünf Euro Eintritt bekamen wir ein Probierglas und einen Kronenkorken, der als Währung für jeweils ein Bier diente – jeder weitere Kronkorken kostete 1,20 Euro. Bewaffnet mit diesem Probierglas von etwa 0,15 l Inhalt konnten wir uns nun von Stand zu Stand durcharbeiten. Egal, wo wir probierten, wurde unser Glas randvoll geschenkt, lieber etwas zu viel als zu wenig, und mit viel Liebe und Geduld wurden uns die Besonderheiten des jeweiligen Bieres erklärt. Zwar ausschließlich auf Französisch, aber wir kämpften uns tapfer durch alle Sprachschwierigkeiten – schließlich wünschten wir uns auf einen deutschen Bierfest doch einmal einen Schankkellner, der so geduldig und vor allem fachkundig die speziellen Geschmacksnoten des jeweiligen Bieres erläutern könnte und wollte. Außer bei der Präsentation der norddeutschen Klein- und Gasthausbrauereien im Freilichtmuseum Kiekeberg (siehe in der Rubrik „Schaubrauen“) haben wir das in Deutschland so leider noch nicht erlebt.

 

Unter dem Gesichtspunkt „Präsentation seltener Biere“ war der Besuch dieses kleinen Bierfests ein voller Erfolg, wenn auch die Erwartungshaltung zunächst eine andere war und im ersten Moment ob der über 140 km weiten Anreise eine gewisse Enttäuschung vorherrschte. Aber alle Brauereien und Bierhändler präsentierten ihre Produkte mit viel Liebe und Enthusiasmus, und auch die angebotenen Käse- und Wurstspezialitäten waren phantastisch.

 

Dass die Organisation noch ein wenig zu wünschen übrig ließ und es uns bestimmt zwanzig Minuten kostete, irgendwo einen Kaffee aufzutreiben, um für die Rückfahrt gewappnet zu sein, erwähnen wir jetzt mal, wollen es aber nicht überbewerten.

 

Insgesamt ein nettes Festival, von dem Tim Webb im „Good Belgian Beer Guide“ der britischen „Campaign for Real Ale“ in der Ausgabe 2009 nicht zu Unrecht schreibt: „Not in a settled date and venue yet, but anything that brings beer to this deathly province deserves our support“.

 

Arch’en Bières – Festival des Bières de Dégustation

 

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Bierbraukurs an der Volkshochschule Limburg

 

Schon seit langem hatten Dirk Wagner, Andreas Schwickert und ich von den Hausbrauern Nassauer Land uns mit dem Gedanken getragen, einmal einen Bierbraukurs an der Volkshochschule anzubieten, um die Menschen in der Region für unser Hobby zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass man mit verhältnismäßig wenig Aufwand und unter Nutzung von normalen Küchenutensilien daheim Bier brauen kann.

 

Nach buchstäblicher jahrelanger Reifung dieser Idee hatten wir im Wintersemester 2009 der Volkshochschule Limburg endlich einen Termin angeboten. Die letzten Tage und Wochen vor diesem Termin waren dann noch einmal vollgepackt mit detaillierten Vorbereitungen, Einkauf aller notwendigen Utensilien und Verbrauchsmaterialien und der Koordination des theoretischen und des praktischen Anteils dieses VHS-Kurses.

 

Am 30. Oktober 2009, Freitagabend, war es dann endlich soweit. In der Schulküche der Lindenschule im Limburger Ortsteil Lindenholzhausen bauten wir unsere Braukessel, das heißt, die Einkochtöpfe, auf, und in einem Klassenzimmer direkt nebenan bereiteten wir den theoretischen Anteil vor.

 

Gegen neunzehn Uhr trudelten dann insgesamt dreizehn Teilnehmer jeden Alters ein – alle männlichen Geschlechts. So hat offensichtlich seit dem Mittelalter, als das Brauen noch Frauensache, also Aufgabe der Hausfrau war, ein erheblicher Wertewandel stattgefunden…

 

Nach einem ersten Beschnuppern und einer kurzen Vorstellungsrunde begann Andreas mit seinem PowerPoint unterstützten Vortrag und brachte den Kursteilnehmern zunächst einmal die Grundkenntnisse über die Rohstoffe und die Abläufe in einer Brauerei nahe. Damit dies nicht zu trocken ablief, ergänzten Dirk und Volker diesen Vortrag mit mehreren Dreiecksverkostungen. Bei diesen Verkostungen sollten zunächst zwei kommerzielle Pilsener verglichen werden, später wurde dann eines dieser Pilsener geschmacksneutral mit Farbmalz eingefärbt und der psychologische Effekt dieser volleren Farbe entdeckt und diskutiert. Auch ein hausgebrautes Pilsener fand schließlich den Weg auf das Verkostungstablett und stach deutlich durch seine ungewohnten Aromen und seine Geschmacksintensität aus dem Panel heraus.

 

Bierprobe und die ungewohnte Theorie sorgten für rote Wangen bei den Kursteilnehmern, und als nach mehr als zwei Stunden das Informationsbedürfnis zunächst einmal gestillt schien, rundeten wir den Abend noch mit einer entspannten Diskussion in Kleingruppen ab, bevor wir uns für den nächsten Morgen verabredeten.

 

Am Sonnabend früh, schon um neun Uhr, waren alle pünktlich wieder anwesend, und nun ging es an die Praxis. An zwei einfachen Einkochtöpfen und an einem semiprofessionellen Brautopf namens „Braumeister“ der Firma Speidel begannen wir mit dem Einmaischen. Schnell hatten sich Gruppen von eher technisch interessierten Teilnehmern einerseits und von Anhängern der Philosophie „back to the basics“ andererseits voneinander geschieden, und während die einen an der Steuerung des Braumeisters herum programmierten, rührten die anderen mit Holzlöffeln in der Maische.

 

In lockerer und trotzdem interessierter Atmosphäre wandten die Kursteilnehmer das gestern noch staubtrocken wirkende theoretische Wissen in der Praxis an, und so manches Aha-Erlebnis sorgte für Begeisterung. Was gestern noch nicht nachvollziehbar und völlig unverständlich schien, fügte sich heute nahtlos in einen logischen Ablauf ein.

 

Fragen konnten direkt beantwortet werden, Prozeduren mit den anderen Gruppen verglichen werden, und auch wenn das eine oder andere Mal ein kleines Malheur passierte und sich Würze, Treber oder beides auf dem Fußboden wiederfanden, war es doch ein fröhliches Treiben.

 

Am Ende eines langen Tages standen drei große Kunststofffässer mit gekühlter Würze vor den Teilnehmern, die Hefe wurde hinzugegeben, und nun hieß es abwarten.

 

In drei Wochen soll nun jeder Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich drei Liter von seinem Sud auf Flaschen gefüllt abzuholen, um dann nach weiteren drei Wochen Flaschengärung sein eigenes Bier verkosten zu können.

 

Uns drei Dozenten hat dieser Braukurs viel Spaß gemacht, wenn wir auch am Ende des zweiten Tages ganz schön erschöpft waren. Und geht es nach der guten Stimmung, die den ganzen Tag über herrschte, waren wohl auch die Kursteilnehmer nicht völlig unzufrieden.

 

Bleibt die Hoffnung, dass alle drei Sude gelingen und der Gärprozess sauber abläuft. Wir werden sehen!

 

Dank auf alle Fälle an dieser Stelle an die Volkshochschule Limburg für die organisatorische Unterstützung in Planung und Vorbereitung des Kurses und an die Lindenschule in Lindenholzhausen für das Zur-Verfügung-Stellen der Schulküche und des Klassenzimmers.

 

Braukurs an der VHS Limburg – 30. / 31. Oktober 2009

 

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3de Brugs Bierfestival – Brügge

 

67 Brauereien, 278 Biere, mehrere tausend Besucher, und das Ganze in den herrlichen, historischen Tuchhallen am Marktplatz der wunderschönen Stadt Brügge – das dritte Brugs Bierfestival am 14. und 15. November 2009 hat uns fasziniert!

 

Bereits von weitem sahen wir die lange Schlange an der Kasse, und als wir sie geduldig hinter uns gebracht hatten, kauften wir uns ein Probierglas mit Aufdruck der Veranstalter (der BAB, der Brugse Autonome Bierproevers vzw) für drei Euro und eine Handvoll Jetons für je 1,25 Euro. Derart ausgestattet konnten wir uns nun ins Getümmel wagen und für den Preis eines Jetons jeweils 0,15 l aller hier angebotenen Biere verkosten.

 

Schon zu früher Stunde war das Obergeschoss, in dem die Brauereien ihre Stände aufgebaut hatten, rappelvoll und die Luft zum Schneiden dick. Die Stimmung war aber prächtig. Nach einem kurzen Rundgang, um erst einmal einen Überblick über das Angebot zu bekommen, gönnten wir uns die ersten Kostproben und setzten uns an einen der zahlreichen Verkostungstische.

 

Die BAB haben dieses Fest perfekt vorbereitet. Mit dem Probierglas bekamen wir auch ein Heftchen, in dem alle Bierstände aufgelistet waren, dazu die jeweils angebotenen Biere, und zu jedem Bier eine Kurzbeschreibung über Brauart, Farbe, Stil, Geschmackscharakteristika und Alkoholgehalt. Ein Bierführer vom Feinsten.

 

So saßen wir denn inmitten von hunderten anderer Bierliebhaber, kritzelten unsere Geschmacksnotizen in das Heftchen und grübelten, was wir denn als nächstes verkosten wollten. Zuviel Auswahl macht die Entscheidung schwer… Von der mittelständischen, handwerklichen Brauerei über nicht selbst brauende Lambic-Blender bis hin zu winzigen mehr Hobby- als Kommerz-Brauereien war das Angebot unendlich vielfältig. Vom Leichtbier bis zum Starkbier mit zweistelligem Alkoholgehalt, von hellgelb bis tiefschwarz, von zuckersüß bis knackig bitter war alles geboten, was des Biergenießers Herz lachen lässt.

 

Neben dem reinen Bierangebot gab es Bier- und Brauereibücher zu kaufen, und an einem dieser Stände stand Tim Webb, der Autor des „Great Beer Guide Belgium“, bei dem ich mir mein Exemplar des Buches signieren lassen konnte.

 

Auch für eine kräftige Grundlage vor dem Verkosten war gesorgt – für wenige Jetons konnte man sich verschiedene kräftige und leckere Gerichte kaufen, oder aber auch mit einer Handvoll Käsewürfel den Hunger zwischendurch stillen.

 

Zusätzlich traten in einem der Säle in den Tuchhallen regional bekannte Köche auf und zeigten, wie mit wenig Aufwand, aber viel Geschick hervorragende lokale Spezialitäten gekocht werden können. Die Vorführungen wurden über Video auch in die anderen Räume übertragen, so dass auch die, die keinen Platz in der Versuchsküche gefunden hatten, daran teilhaben konnten.

 

Trotz des miserablen Wetters eine herrliche Veranstaltung, hervorragend organisiert, mit einem riesigen Spektrum an angebotenen Bieren, auch vielen Raritäten, und einer friedlichen, fröhlichen, zum Teil übermütigen, aber nie aggressiven Stimmung. Das Ganze im stilvollen Rahmen der Tuchhallen inmitten der malerischen Altstadt von Brügge – definitiv eine Reise wert!

 

3de Brugs Bierfestival

 

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Biercafé „Café Delirium“ – Brüssel

 

Ist es ein simpler Kneipenbesuch wert, unter der Rubrik „Bierleben“ separat erwähnt zu werden?

 

Oh ja, wenn es sich denn um einen Besuch im Café Delirium in Brüssel handelt!

 

Seit vielen Jahren pflege ich mein Hobby „Bier und Brauen“ nun schon, aber noch nirgends ist mir eine Bierbar oder ein Café untergekommen, dessen Auswahl auch nur annähernd an dieses Café heran gekommen wäre. Und noch habe ich kein Bierfest besucht, das mit einer vergleichbaren Anzahl verschiedener Biere hätte aufwarten können. 2004 – das ist der Maßstab, den das Café Delirium für mich am 14. Februar 2010 aufgestellt hat. 2004 verschiedene Biere im Angebot – eine Zahl, die ich nicht bezweifeln möchte, habe ich doch zu morgendlicher Stunde die Ruhe im Café genutzt und mich ein wenig mit dem Barmann unterhalten. Und keines der Biere, das ich erwähnt habe, hatte er nicht im Angebot. Nehmen wir es also einfach als gegeben hin: 2004. Und mit dieser Zahl steht das Café Delirium auch im Guinnessbuch der Rekorde.

 

Von außen sieht das Café Delirium nach nichts aus: Dunkelblau gestrichene Wände mit dem rosa Elefanten der Brauerei Huyghe, der das Symbol für das dort produzierte Bier „Delirium Tremens“ ist. Öffnet man die Tür, sieht man nur eine blau gestrichene Stahltreppe, die das Flair einer Feuerwehr-Rettungstreppe in Brooklyn ausstrahlt. Wären da nicht bereits im Erdgeschoss zahlreiche Reklametafeln der unterschiedlichsten Brauereien…

 

Geht man dann die stählerne Wendeltreppe hinunter in den Keller, weiß man aber sofort, wie man dran ist: Um zahlreiche dicke Holzfässer gruppieren sich Barhocker, und die Wände sind über und über mit Brauerei-Reklametafeln behängt. Lampen mit Brauereiwappen leuchten, an der Decke hängen Brauereitabletts, in einer großen Vitrine an der Wand stehen zahlreiche uralte Biergläser, und wohin man schaut, entdeckt man Bier-Memorabilia.

 

Sonntagmorgen um elf ist hier noch nicht allzu viel los, nur ein paar Bierliebhaber stehen schon an der Theke, fachsimpeln und verkosten, aber gerade das gibt die Möglichkeit, sich in Ruhe beraten zu lassen, was man denn gerne trinken möchte. Soll es etwas Fruchtiges sein oder etwas Malziges? Etwas Herbes oder etwas Hopfiges? Eher hell oder eher dunkel? Mild oder stark? Sanft oder kräftig? Mainstream oder Exotik? Vom Fass oder aus der Flasche? Eine echte Rarität? Ein Jahrgangsbier vielleicht? Ein jahrelang gereiftes Gueuze? Ein ganz junges Faro? Aus Belgien? Deutschland? Tschechien? Hier findet jeder etwas. Eine faszinierende, eine unendliche, eine schier erschlagende Auswahl! Würde man jeden Tag zwei Biere verkosten, bräuchte man schon drei Jahre. Und derweil hätte sich das Angebot sicherlich schon wieder verändert und man könnte von vorne anfangen.

 

Kurzgesagt: Das Café Delirium ist nichts weniger als das Paradies des Bierliebhabers. Wer hier kein Bier nach seinem Geschmack findet, dem ist nicht mehr zu helfen.

 

Lust auf einen Besuch? Dann geben Sie mir Bescheid – ich komme mit!

 

Und für all diejenigen, die sich auf eine virtuelle Reise beschränken müssen, hier ist der Link im Internet: www.deliriumcafe.be.

 

Café Delirium

 

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Zythos Bierfestival 2010 in Sint-Niklaas

 

Eines der größten Bierfestivals in Belgien ist das von der belgischen Bierliebhabervereinigung „Zythos“ organisierte „Zythos Bierfestival“ in Sint-Niklaas. Seit einigen Jahren schon findet es immer am ersten Wochenende im März in der Stadthalle („Stadsfestzaal“) in Sint-Niklaas statt. Die Halle ist hässlich, aber was hat das schon für eine Bedeutung… Sie ist zweckmäßig, und darauf kommt es an.

 

In der Mitte der Halle stehen in zwei großen Blöcken die Stände von ungefähr fünfzig oder sechzig belgischen Brauern, und rundherum tummelt sich das Volk. In Nebengelassen gibt es Käse, Fritten oder andere Stärkungen zu kaufen, und auch die Jungs vom Hausbrauversand „Brouwland“ haben hier einen Stand, an dem sie ihre Produkte feilbieten.

 

Für drei Euro erwirbt man ein Probierglas mit dem Wappen der Veranstaltung und einem Fassungsvermögen von 0,15 Liter, und für 1,20 Euro gibt es Jetons, von denen jeder zur Verkostung eines Bieres berechtigt. Jetzt schnell noch einen gedruckten Festivalführer für 0,50 Euro gekauft, in dem die Brauereien, ihre Biere und die Standnummern verzeichnet sind, und schon kann man sich ins Getümmel stürzen.

 

Ein kurzer Rundgang zur Orientierung und um sich einen ersten Überblick zu verschaffen erweist sich als völlig kontraproduktiv – zu groß ist die Vielzahl an Brauereien und Bieren, zu wuselig das Treiben der Bierfans, von denen nicht wenige sich lustig und farbenfroh kostümiert haben, zu vielfältig das Angebot. Im Nu schwirrt dem Besucher der Kopf, und nun heißt es, sich erst einmal ein ruhiges Plätzchen zu suchen, den Festivalführer aufzuschlagen und nachzudenken, was man den eigentlich alles verkosten möchte. Sollen es Früchtebiere sein? Abteibiere? Helle, dunkle, rote, schwarze Biere? Hopfige, malzige, süßliche, säuerliche? Ober- oder untergärige? Oder mit Spontangärung? Eher leichte, oder doch schwer alkoholische? Schlanke, vollmundige, oder gar Experimentalbiere mit Kräutern? Wer hier nicht weiß, was er will, endet damit, dass er von allem etwas trinkt, und von Bier zu Bier weniger weiß, wie er dieses ungeheuren Angebotes Herr werden soll. Rasch beginnt es im Kopf zu sausen und zu brausen, die Augen leuchten, die Zunge verlangt nach mehr, nach noch interessanteren, nach noch exotischeren Eindrücken, bis irgendwann der Körper sagt, es geht nicht mehr, jetzt ist Schluss.

 

Am nächsten Morgen stellt man fest, dass es in der Summe gar nicht so viel Bier gewesen ist. Acht oder zehn Proben vielleicht, also insgesamt gerade mal anderthalb Liter? Vielleicht auch zwölf oder vierzehn? Jedenfalls weit entfernt von den titanischen Mengen, die auf einem deutschen Oktoberfest konsumiert werden. Die Vielfalt der Eindrücke und Geschmackserlebnisse ist es, die den Rausch der Sinne verstärkt, der Verstand weiß nicht, wie er all diese verarbeiten soll, und so findet die Verkostung ein vorzeitiges, natürliches Ende.

 

Am Schluss lässt sich eine gewisse Frustration nicht verleugnen: Wie soll man denn all diese verschiedenen Biere jemals verkosten, jemals auch nur annähernd an ein Ende kommen, bei dem man sagt, ja, ich habe einen umfassenden Überblick gewonnen?

 

Es ist unmöglich.

 

Und ähnlich wie die anderen großen belgischen Bierfestivals in Brügge oder Brüssel macht somit auch das Zythos-Bierfestival in Sint-Niklaas Lust auf mehr, Lust auf das nächste Festival, Lust auf die nächste Gelegenheit, ins Bierparadies abzutauchen. Und, ja, auch Lust, beim nächsten Sud als Hausbrauer einmal etwas völlig Neues auszuprobieren, zu experimentieren und ein ganz anderes Bier zu produzieren.

 

Und so soll es doch auch sein!

 

Zythos Bierfestival 2010

 

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Tweede Brunssumse Bierproeverij in der Slijterij de Kruik“

 

Der kleine, aber feine Getränkemarkt „Slijterij de Kruik“ in Brunssum veranstaltete am 28. März 2010 die „Tweede Brunssumse Bierproeverij“. Math und Vera Wijnen-Tucker, die Eigentümer der Slijterij, hatten in den vergangenen Wochen gezielt Bierspezialitäten eingekauft, in den örtlichen Anzeigeblättern und Internet-Seiten inseriert und im Hotel „Kerkeveld“ einen Saal reserviert.

 

Am Mittag des 28. März trafen wir uns im Getränkemarkt und begannen mit den Vorbereitungen. Fässer, Zapfanlagen und unendlich viele Bierkisten mussten bereitgestellt werden. Weit über 90 verschiedene Biermarken galt es, durchnummeriert aufzubauen, aber auch sortiert im Kühlschrank bereit zu halten, die Tombola musste organisiert und vorbereitet werden und der Saal als „Verkostungsarena“ hergerichtet werden. Nicht zuletzt galt es noch, eine ordentliche Ausschilderung in der Stadt sicherzustellen, und es war mit dem Glockenschlag 14:00 Uhr, als zwei Dinge gleichzeitig passierten: Wir schauten uns an und stellten fest „Uff! Fertig!“, und im selben Augenblick kamen bereits die ersten Besucher zur Tür herein.

 

Im Nu füllte sich der Saal mit Besuchern. Die große Auswahl von niederländischen, belgischen und internationalen Bieren beeindruckte sofort. Vom fruchtig-süßen belgischen Früchtebier über säuerliche Gueuze, süßes Faro, malziges Bockbier, herbes Pilsener, exotisches Kräuterbier, starkes Abteibier und bitteres India Pale Ale – für jeden Geschmack waren ein paar Sorten dabei.

 

Den Vogel schlossen sicherlich die beiden angebotenen edlen Fassbiere ab: Das Grimbergen Cuvée und das Val-Dieu Grand Cru. Zwei Spitzenprodukte belgischer Braukunst mit einer schier unglaublich komplexen Aroma- und Geschmacksfülle.

 

An allen drei Theken, an denen die Biere angeboten wurden, entsponnen sich interessante Gespräche, über Bier, Brauereien und die Welt, und so war es kaum überraschend, dass die Zeit wie im Fluge verging und die geplanten vier Verkostungsstunden vorüber waren.

 

Schweren Herzens verließen die letzten Gäste den Saal, trauerten den „verpassten Gelegenheiten“ nach, denn alle mehr als neunzig Biere hatte wohl niemand verkosten können, und versprachen, zur nächsten Brunssumse Bierproeverij ganz gewiss wieder zu kommen.

 

Uns blieb, das „Schlachtfeld“ zu räumen, schweren Herzens einige angefangene Bierflaschen in den Ausguss zu gießen und die Restbestände zu sichten und zu sortieren.

 

Fazit: Eine gut besuchte Veranstaltung in einem kleinen Ort, in dem Bierfeste und Bierverkostungen noch keine Tradition haben. Viele gute Gespräche, nette Kontakte und ein wunderschöner Sonntagnachmittag.

 

Tweede Brunssumse Bierproeverij

 

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„Bier aus dem Norden“

Tag der norddeutschen Braukultur im Freilichtmuseum Kiekeberg

 

Zum dritten Mal fand am 25. April 2010 die Veranstaltung „Bier aus dem Norden“ als Präsentation der norddeutschen Klein- und Gasthausbrauereien im Freilichtmuseum Kiekeberg südlich von Hamburg statt. Ursprünglich als in den Genussmarkt am Kiekeberg integrierte Veranstaltung war diese Präsentation 2008 erstmalig eigenständig durchgeführt worden.

 

Petrus hatte 2010 ein großes Herz und verwöhnte die Besucher des Freilichtmuseums mit einem strahlend blauen, wolkenlosen Himmel, aber nicht zu hohen Temperaturen – ein Biergartenwetter, wie es besser nicht sein konnte. Und so waren denn auch an allen Bierständen große Menschentrauben zu sehen, die für wenig Geld die unterschiedlichsten Spezialitäten verkosten konnten.

 

Lediglich fünfzig Cent verlangten die Kleinbrauer für ein Verkostungsglas, und so bot sich die Gelegenheit, eine ungeheure Anzahl von verschiedenen Bieren zu verkosten – für deutsche Verhältnisse immer noch eine Sensation. Vom hellen und glanzfeinen Pils über die verschiedensten Trübungsgrade und Farbabstufungen bis zum tiefdunklen, ja fast schwarzen Stout waren alle Schattierungen vertreten. Zum Teil von professionellen Kleinbrauern, zum Teil aber auch von Haus- und Hobbybrauern, wie zum Beispiel der Harburger Campusperle – einer studentischen Versuchsbrauerei an der Technischen Universität, die mit Pils und Weizen glänzte. Oder die Nordhorner Vereinsbrauerei, die, ebenfalls im Übergang zwischen Hobby und Kommerz angesiedelt, ihren Nordhorner Fuchs, ein hervorragendes, rötliches, rundes und malziges Bier, anbot.

 

Daneben gab es auch wieder eine Vorführung historischen Brauens und eine Demonstration von Hans Rolf Linke und Rolf Beberniß der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer Deutschlands, die zeigten, wie mit einfachen Mitteln im eigenen Haushalt hervorragendes Bier gebraut werden kann.

 

Natürlich fehlten auch Informationsstände nicht, an denen man Bierzeitschriften erwerben konnte, und ein Exot unter den Anbietern bot exklusive und wirklich schwer zu bekommende internationale Bierraritäten an – beispielsweise drei verschiedene Jahrgänge des weltberühmten Thomas Hardy Ales.

 

Alles in allem eine wunderbare Veranstaltung bei bestem Wetter und in repräsentativem Rahmen. Es sei der Kampagne für Gutes Bier Deutschland zu wünschen, dass sie auch in Zukunft die norddeutschen Klein- und Gasthausbrauereien bei der Stange halten kann, um sich in der küstennahen Bier-Wüstenei erfolgreich zu präsentieren. Letzteres ist dringend nötig, fällt der deutsche Norden zwar nicht bei der Bierqualität, aber doch bei der Auswahl an Brauereien und der Biervielfalt noch gewaltig hinter dem Süden zurück.

 

Weiter so auf diesem Wege, und hoffentlich auf ein Neues im Jahr 2011.

 

„Bier aus dem Norden“ – Kiekeberg 2010

 

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Das Festival der Bierkulturen

Biere auch jenseits von Reinheitsgebot und Kölsch-Konvention

 

Köln ist berühmt für sein Kölsch. Und sonst höchstens noch für seinen Dom. Das ist keine große Weisheit, sondern auch außerhalb der Kreise von Bierliebhabern bekannt. Eine Kölsch-Konvention, die 1986 von den Brauereien in Köln und im Kölner Umland unterzeichnet wurde, regelt verbindlich, welches Bier sich Kölsch nennen darf, und sichert den Kölsch-Brauereien eine Art Monopol am Rhein. Ganz Köln ist damit in der Hand der Kölsch-Brauer, und die Bierlandschaft in der Domstadt damit zwar nicht langweilig, aber doch ein wenig einseitig geprägt.

 

Ganz Köln?

 

Nein, denn im Stadtteil Ehrenfeld gibt es eine kleine, aber feine Brauerei, die Helios-Braustelle, in der Peter Esser die Kölsch-Konvention beiseiteschiebt, ja sogar das „ehrenwerte“ Deutsche Reinheitsgebot von 1516 ignoriert und mit bemerkenswertem Idealismus und Experimentierfreude die Bierliebhaber mit immer neuen exotischen Bierkreationen erfreut.

 

Hier ist auch seine Idee entstanden, in Zusammenarbeit mit Lars Seyfrid von der „Kampagne für Gutes Bier e.V.“ und Markus Harms vom Magazin „Bier und Brauhaus“ ein Bierfestival auf die Beine zu stellen, wie es in dieser Form in der Region und vielleicht sogar in ganz Deutschland noch einzigartig ist, das „Festival der Bierkulturen“ mit klassischen und innovativen Bierspezialitäten „auch jenseits von Reinheitsgebot und Kölsch-Konvention“.

 

Andreas Schwickert, Dirk Wagner und ich von den Hausbrauern Nassauer Land gönnten uns am 15. Mai 2010 einen Ausflug mit dem ICE nach Köln, um dieses erste Festival der Bierkulturen zu besuchen.

 

Ein wenig zu früh erreichten wir den Hauptbahnhof, und so entschlossen wir uns, zunächst in der erst vor wenigen Monaten unter neuer Leitung wieder eröffneten Hausbrauerei am Barbarossaplatz, im „Freischem’s“, einzukehren und mit einem deftigen Mittagessen eine gute Grundlage für das Bierfestival zu legen. Trotz herrlichem Sonnenschein und draußen aufgestellten Tischen und Bänken waren wir zunächst die einzigen Gäste und kamen so in den Genuss eines besonders aufmerksamen Services durch die nette Kellnerin und den motivierten Koch. Dazu gab es ein Glas des hier gebrauten, sehr ordentlichen Stouts, und derart gestärkt konnten wir nun die letzte Straßenbahn-Etappe hinaus nach Ehrenfeld in Angriff nehmen.

 

Bei herrlichem Sonnenschein liefen wir von der Haltestelle zum Bürgerzentrum Ehrenfeld, erhielten gegen eine bescheidene Eintrittsgebühr unsere Probiergläser und statteten uns reichlich mit Bierbons für die Verkostung aus. Unmittelbar hinter dem Eingang standen Markus und Gerlinde Harms von „braupaul.de“ mit einem großen Informationsstand ihres Magazins „Bier und Brauhaus“, und daneben Lars Seyfrid, der Vorsitzende der „Kampagne für Gutes Bier e.V.“ – gleich eine hervorragende Gelegenheit für interessante Gespräche, Fachsimpeleien und die ersten Tipps, was auf dem Bierfestival definitiv nicht verpasst werden sollte.

 

Die Masse der Aussteller verteilte sich in den Innenräumen des Bürgerzentrums, aber auch auf der Terrasse davor und in einem Festzelt im Innenhof gab es für den Bierenthusiasten genügend zu erkunden. Wir begannen im Festzelt und verkosteten zunächst das Alzeyer Volkerbräu von Dieter Birk – einmal als süßlich-fruchtiges Haferbier, dessen Nase fast schon ein wenig an ein fruchtiges Kölsch erinnerte, und einmal als aromatisch-würziges, zwar auch fruchtiges, aber runderes Roggenbier.

 

Am Stand nebenan, bei der Siegburger Abteibrauerei, gab es unter der Bezeichnung Monolith einen aromatischen Gerstenwein – 8,9% Alkohol, extrem stark gehopft, extrem lange in Holzfässern gelagert, mit Hopfenstopfen, also „das volle Programm“, wie mir versichert wurde. Mir hat es hervorragend geschmeckt.

 

Aber es kam noch besser, noch exotischer. Zwei Stände weiter standen die Jungs von Mikkeller aus Dänemark, die sich selber als „Gipsy Brewers“ bezeichnen, das heißt, als herumreisende Brauer, die ihre Biere mal hier und mal dort produzieren. Und was für Biere! Zum Einstieg gab es den „Drink in the Sun“, ein leichtes Weizenbier mit nur 2,9% Alkohol, aber mit einer ungeheuren Menge an feinstem Aromahopfen. Ein außerordentlicher Kontrast, die Frische eines leichten Weizens, gepaart mit dieser Bitterstoffmenge – mit Sicherheit ein Bier für heiße Sommertage, dann aber mit einem nachhaltigen Geschmackserlebnis. Wir blieben hier stehen und begannen mit Tore Gynther und Tobias Emil Jensen zu fachsimpeln, aber die weiteren Biere vom Mikkeller, mit über 10% Alkohol beziehungsweise als Höhepunkt mit 17,5% Alkohol, hoben wir uns für später auf – jetzt, zu Beginn des Festivals, hätten diese edlen Tropfen wohl zu vorzeitigem Abbruch unseres Besuches geführt…

 

Wir wanderten nun zunächst auf die Terrasse beim Eingangsbereich und trafen hier die „Hobbybrauer Nordrhein“: Pascal, Ronny und Marcus machten hier mit einem Edelstahlkessel und einem Gasbrenner eine Hausbrauvorführung. Ehrensache, dass wir sofort mitmischten und auch mal rühren durften. Wie bei vielen anderen Gelegenheiten zeigte sich auch hier, dass viele Gäste nicht nur am Bierverkosten interessiert waren, sondern viel über die Herstellung wissen wollten. Endlose Gespräche, Diskussionen und Erklärungen prägten die Atmosphäre hier am Stand der Hausbrauer, und wir hatten zum wiederholten Male das Gefühl, den einen oder anderen für unser Hobby gewonnen zu haben. Und auch der Kölner Stadtanzeiger zeigte sich wissbegierig: Bis ins letzte Detail fragte uns Reporter Heribert über unser Hobby Hausbrauen aus.

 

Nach all diesen Diskussionen und Gesprächen widmeten wir uns nun aber wieder den exotischen Bierkreationen. Waren die Biere des „Vereinshauses Unterbach“ bei Düsseldorf und die der „BierVision Monstein“ aus der Nähe von Davos in der Schweiz (übrigens angeblich die höchstgelegene Brauerei Europas) noch eher konservativ (allerdings trotzdem sehr lecker), so war das „Piratengold“ von „Freischem’s“ als Schwarzbier mit Lakritze schon etwas exotischer, und auch das „Raspberry Porter“ der Brauerei der Mälzerei Weyermann aus Bamberg sehr ungewöhnlich. Eine ausgefallene Art des Gaumenkitzels.

 

Und so kamen wir denn langsam auf den Geschmack.

 

Wir spazierten die wenigen hundert Meter vom Bürgerzentrum zur Helios Braustelle, wo Peter Esser heute in seinem Schankraum neben seinen üblichen Kreationen direkt ab Theke auch mehrere Stände von anderen Brauern und Bierhändlern untergebracht hatte. Eine wahre Freude war’s, denn gab es wirklich viel zu entdecken. Der Internet-Händler „bierkompass.de“ bot neben vielen anderen Seltenheiten auch Goedecke’s Ritterguts Gose vom Fass an, und wem dies noch nicht säuerlich genug war, der konnte nur zwei Schritte weiter echte belgische Lambik-Biere verkosten.

 

Noch eine Steigerung gefällig?

 

Bitte, jederzeit: Natürlich kann man die edelsauren belgischen Lambik-Biere auch einmal – nicht ganz stilecht, aber dafür umso experimentierfreudiger – mit einer ordentlichen Portion Hopfen einbrauen und Säure und Bitterkeit in einen interessanten Kontrast setzen. Nichts anderes hatte Revelation Cat, ein Brauer aus Rom gemacht. Ja, richtig, aus Rom, der Hauptstadt Italiens, und meines Wissens nicht für belgische Bierspezialitäten mit Spontangärung bekannt. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen: Wie wäre es denn, das gleiche Rezept viermal zu brauen, nur unterschieden durch die Sorte des verwendeten Hopfens.

 

Gesagt, getan, und wir konnten parallel verkosten: Saazer, Aurora, Amarillo und Simcoe Hopfen auf einer sauren Lambik-Basis. Die Sinne vernebelnd, und weit weg von allem, was Köln bisher so als Bier gekannt hat.

 

Geht’s noch doller?

 

Natürlich! Revelation Cat bot nämlich auch noch einen Barley Wine namens „Cat in the Barrel“ an, wie der Name schon sagt, direkt aus dem Fass. Ein öliger, kremiger, viskoser Tropfen ungeheuren Aromas und ungeheurer Kraft. Weich und mild, aber bärenstark floss er die Kehle hinab, und mit seinen sage und schreibe 18% Alkohol erinnerte dieser Barley Wine schon eher an einen Bierlikör denn an ein reguläres Bier. Ein herrliches Geschmackserlebnis.

 

Bei der Stärke konnte und wollte Peter Esser nicht mithalten, aber bei der Exotik schon: Wir testeten seinen Pink Panther, ein Helles mit Hibiskus, und gleich danach das Rosemary. Nomen est omen – ein Helles mit intensivem Rosmarin-Aroma, jedoch ohne jede Schärfe und Bitterkeit. Peter verriet uns das Geheimnis: Erst nach dem Kochen darf der frische Rosmarin hinzugegeben werden, dann verleiht er dem Bier Geschmack und Aroma ohne zu scharf zu werden.

 

Nach all diesen grenzwertigen Geschmackserlebnissen brauchten wir ein wenig frische Luft, verabschiedeten uns von den beiden liebenswerten Mädels hinter der Theke und wanderten zurück ins Bürgerzentrum.

 

Eine leckere Bratwurst frisch vom Holzkohlegrill gab uns wieder Kraft, und wir setzten unsere Reise durch die Bierexotik fort. Sachte begannen wir mit einem Pale Ale der spanischen Brauerei „Almogàver Cerveses“ – aromatisch, herb, aber nicht gleich schon wieder alle Sinne betäubend. Direkt daneben lachten uns die Brauer der Brauerei „Alvinne“ aus Belgien an und köderten uns mit einer Hopfen-Trilogy. Erneut konnten wir mehrere Sorten Hopfen auf dem gleichen Basisrezept parallel verkosten – Columbus, Simcoe und Centennial hießen die Sorten, jeweils als 7,1-prozentiges, starkes und helles, belgisches Ale mit mehr als 100 IBU Bittereinheiten.

 

Derart weichgeklopft waren unsere Geschmacksnerven nun bereit, erneut zur Brauerei Mikkeller zurückzukehren und die sämigen, viskosen und tiefschwarzen Spezialitäten hier zu probieren. Kann man tiefschwarz noch steigern? Wie zähflüssiger Asphalt rannen das „Beer Geek Breakfast“, der „Beer Geek Brunch“ und als Krönung das einfach nur „Black“ genannte Bier in unsere Gläser. Konnten wir die beiden „Beer Geeks“ mit ihren intensiven Kaffeenoten noch als Aperitif oder Digestif akzeptieren, versagte beim „Black“ jede Vorstellungskraft. 17,5 % Alkohol, gepaart mit einer Hopfenmenge, die allein schon gereicht hätte, das Gebräu zähflüssig zu machen, und das Ganze dann unter Verwendung von Röstmalz in einer Menge, dass selbst ein Laserstrahl diese Schwärze nicht mehr durchdrungen hätte. Eine Explosion auf der Zunge, und der Gedanke: Ein frisches, kremiges Vanilleeis mit Bourbon-Vanille, dazu handgeschlagene, frische Sahne und obendrauf als Kontrast ein Gläschen dieses Bieres – hmm! Das war es für heute, das war der geschmackliche Höhepunkt. Noch intensiver wäre es nicht mehr gegangen – wir streckten die Waffen und rüsteten uns zur Heimreise.

 

In wenigen Stunden haben wir eine Geschmacksvielfalt kennengelernt, die wir so in Deutschland auf einem Bierfestival noch nicht erlebt haben. Schiere Explosionen der Geschmacksknospen und Erlebnisse weit jenseits dessen, was wir sonst konservativ als Bier bezeichnen – ein wahres Fest für die Sinne!

 

Wie schade, dass wir nur Bruchteile des Angebotes überhaupt haben wahrnehmen können, aber gleichzeitig die Gewissheit: Sollte ein solches Festival der Bierkulturen erneut stattfinden – wir nehmen jede Anreise auf uns, um dies noch einmal erleben zu können.

 

Festival der Bierkulturen 2010

 

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14. Internationales Bierfestival Berlin

Die Berliner Biermeile 2010 von A bis Z

 

Allee – Die Karl Marx Allee war vom 6. bis 8. August 2010 zum wiederholten Male Schauplatz der Berliner Biermeile. Zwischen dem Strausberger Platz und dem Frankfurter Tor standen die Bierbuden, ‑stände und ‑festzelte dicht an dicht aufgereiht. Konnte man am späten Vormittag und frühen Nachmittag noch innerhalb von einer bis anderthalb Stunden die Meile entlang bummeln, war das am Abend nicht mehr möglich: Mehr als ein paar hundert Meter waren dann selbst in mehreren Stunden nicht mehr zu schaffen – zu viele Bierfans und –liebhaber drängten sich zwischen den Ständen. Schwerpunktsetzung war nun gefragt, und es empfahl sich, eine der 21. Regionen, in die die Biermeile aufgeteilt war, genauer zu erkunden, anstatt ziellos durch die Allee gespült zu werden und am Ende nichts wirklich gesehen zu haben.

 

BrewDog – Die Brauerei BrewDog aus Schottland hatte sich in den vergangenen Monaten einen medienwirksamen Wettbewerb mit der Brauerei Schorsch Bräu aus Gunzenhausen (siehe unten) um das stärkste Bier der Welt geliefert. Durch Einfach-, Zweifach-, Dreifach- und Vierfach-Vergärung, durch Ausfrieren, Spezialverfahren und sonstige Tricks wurde der Alkoholgehalt wechselseitig bis in Sphären getrieben, die sonst stärksten Destillaten vorbehalten sind. Ob man das Ergebnis auf beiden Seiten noch als echtes Bier bezeichnen kann, oder ob es eher eine Art Hopfenschnaps geworden ist, sei dahin gestellt, aber zumindest gab es die beiden berühmten Sorten „Tactical Nuclear Penguin“ mit 32% und „Sink The Bismarck!“ mit 41% zu verkosten. In winzigen Schnapsgläsern und zu Preisen, die dem Bierliebhaber die Tränen in die Augen trieben…

 

Chaos – blieb eigentlich aus. Selbst im dichtesten Gedränge ging es gesittet zu. Fröhliche Zecher gab es reichlich, Aggressivität und Gewalt gar nicht. Lob an die Organisatoren!

 

Dauerregen – gab es zum Glück nicht, sondern nur immer mal wieder mehr oder weniger heftige Regenschauer, die das Glück der Bierliebhaber nicht zu trüben vermochten und nach Angaben der Veranstalter trotzdem rund 800.000 Besucher ermöglichten.

 

Eindrücke – Die Zahl der Eindrücke ging in die Tausende. Der Versuch, alle Bierstände einzeln zu fotografieren, hätte vermutlich auch die größten Speicherkarten der Digitalkameras gesprengt. Auch mit der Erfahrung vieler anderer Bierfestivals im Hinterkopf war das, was hier geboten wurde, mehr als beeindruckend. Sei es das Bierzelt, in dem morgens um zehn Uhr schon lautstark zu Dicke-Backen-Musik gesungen wurde, seien es die ungezählten originellen Kostüme, die vorwiegend zu später Stunde gesichtet wurden, oder die feuchtfröhlichen Runden, die Junggesellen- und Junggesellinnen-Abschied feierten. Auch ohne ein einziges Bier zu trinken, hätte man hier einen oder mehrere tolle Tage verbringen können.

 

Feinschmecker – Bierfeinschmecker kamen an diesem Wochenende definitiv auf ihre Kosten. Bei 2000 verschiedenen Sorten war für jeden etwas dabei. Alle Farben, Aromen, Alkoholgehalte, Bierstile und Sorten waren vertreten. Wer hier nichts gefunden hat, war wohl überzeugter Weintrinker und bewusst auf Selbstkasteiung aus…

 

Gedränge – Durch Baumaßnahmen auf der Karl Marx Allee war die Nutzung des überbreiten Bürgersteigs nebst angrenzender Wiese ein wenig eingeschränkt, was zu übermäßigem Gedränge auf der Meile führte. Die Bierfans ertrugen es geduldig und definierten das „Gedränge“ flugs zu „Atmosphäre“ um.

 

Harms – Markus und Gerlinde Harms saßen mit ihrem kleinen Stand geduldig drei Tage lang gegenüber der Festival-Organisation und machten Werbung für die Zeitschrift „Bier und Brauhaus“. Hoffentlich erfolgreich.

 

International – war dieses Bierfestival sicherlich. Nicht nur die Herkunft der Biere deckte mindestens die Hälfte des Erdkreises, wenn nicht mehr, ab, sondern auch die Herkunft der Besucher. Wer aufmerksam hinhörte, konnte Mono- und Dialoge in den exotischsten Sprachen vernehmen. Eine bunte und interessante Welt. Wunderbar!

 

Jung und Alt – Jung litt unter der gesetzlichen Beschränkung, Bier erst ab einem Alter von 16 Jahren verkonsumieren zu dürfen. Aber es gab genug kindgerechte Alternativen. Alt hingegen litt unter dem Gedränge nach Einbruch der Dunkelheit. Spazierstöcke, Krücken oder gar Rollatoren erwiesen sich als extrem hinderlich. Gleichwohl kämpften sich zahlreiche Veteranen tapfer durch das – eigentlich doch gar nicht vorhandene (siehe oben) – Chaos.

 

Kräuterbier – Mein tiefster Eindruck war das Kräuterbier aus dem Brauereigasthof Zwönitz. Eine ellenlange Zutatenliste mag vielleicht zunächst abschreckend wirken, wurden doch neben Gerstenmalz, Hefe und Hopfen so exotische Dinge wie Honig, Rosmarin, Salbei, Erdbeerblätter, Hirschzungenkraut, Stiefmütterchen, Sauerampfer, Nelke und Thymian verbraut. Das Ergebnis jedoch überzeugte in jeder Hinsicht. Mein persönliches Highlight!

 

Länge – Das Festival nennt sich auch Biermeile. Eine Meile misst gemeinhin etwa 1,6 (angloamerikanische Meile) oder 1,8 Kilometer (Seemeile). Nach eigenen Angaben misst das Bierfestival aber 2,2 Kilometer. Am nächsten kommt dieser Länge demnach die antike Gallische Meile oder Leuca mit 2,22 Kilometern – aber ob das die Veranstalter wissen?

 

Menschenmassen – nach Angaben der Veranstalter haben sich fast 800.000 Besucher an den drei Festivaltagen auf der Biermeile verlustiert. Ich habe versucht, nachzuzählen, musste aber bei dreihundertvierzehn aufgeben, weil das Bier dann doch interessanter war.

 

Notdienst – Der Thüringer Biernotdienst machte nicht nur durch eine große Auswahl von guten Thüringer Bieren an mehreren Ständen auf sich aufmerksam, sondern vor allem mit kurzberockten und –behosten Bierhostessen. Der Abfüllungsgrad der vorwiegend männlichen, stieläugigen Festivalbesucher, die sich in großen Trauben an diesen Ständen versammelten, und ihre Chancen, bei den Bierhostessen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, standen in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zueinander – was allerdings von den wenigsten Anwesenden eingesehen wurde.

 

Obst – An einen Obststand konnte man sich am Eingang zu Orankes Biergarten versetzt fühlen. Nicht nur liegen Oranke und Orange lautlich dicht nebeneinander, sondern es gab hier auch noch Mango-, Bananen- und Passionsfruchtbier zu verkosten. Und an anderen Ständen Kirsch-, Erdbeer-, Holunder-, Grapefruit-, Kokosnuss-, Apfel-, Zitronen-, Heidelbeer-, Himbeer-, Blaubeer-, Affenbrotbaumfrucht-, Pfirsich-, Aprikosen- und Maracuja-Biere. Klingt vitaminreich und gesund.

 

Promille-Polizei – Junge Damen in Phantasieuniformen patrouillierten als Promille-Polizei. Wer wollte, konnte gegen einen entsprechenden Obolus blasen und seinen Atemalkoholgehalt testen lassen. Gerüchte behaupten, die Rekordjagd endete knapp oberhalb von zweieinhalb Promille, weil die darüber hinaus abgefüllten Strategen nicht mehr bröckchenfrei pusten konnten.

 

Quante – Der CBO vom Brunnenbräu®, Volker R. Quante, war auch da. Sonst wäre dieser Bericht nicht geschrieben worden.

 

Rotes Kreuz – Feuerwehr, Rettungswagen und Polizei standen überall einsatzbereit herum. So wie es für mich aussah, hatten sie mit Ausnahme der Promille-Polizei (siehe oben) nicht allzu viel zu tun. Ein Glück!

 

Schorsch – Den Schorsch Bräu aus Gunzenhausen habe ich auf der Meile nicht gesehen. Als Verlierer des Wettstreits mit BrewDog (siehe oben) hat er sich vielleicht nicht her getraut? Anwesend war aber der Lechner Schorsch, nach eigenen Angaben schönster Braumeister Nordrhein-Westfalens, der im Schweiße seines Angesichts mit einem handbetriebenen Uralt-Flaschenfüller Kitzmann-Bier auf Bügelflaschen füllte.

 

Terminschwierigkeiten – haben dazu geführt, dass es tatsächlich bis zur 14. Ausgabe des Internationalen Bierfestivals in Berlin gedauert hat, bis ich endlich einmal vor Ort war!

 

Umwerfend – war die Wirkung zu vieler verschiedener Biere in zu kurzer Zeit für den einen oder anderen Besucher. Es ging aber im Allgemeinen ohne Blessuren und ohne Randale ab. Noch einmal Lob an die Organisatoren.

 

Vietnam – war 2010 das Partnerland der Biermeile. Neben vietnamesischem Bier gab es auch vietnamesische Speisen, vietnamesische Handarbeiten und vietnamesische Souvenirs zu erwerben. Insbesondere die typischen vietnamesischen Strohhüte erfreuten sich großer Beliebtheit, schützten sie doch sowohl vor der August-Sonne, als auch – zeitlich begrenzt – vor den Regenschauern. Was die hübschen Vietnamesinnen kleidet, stand aber manchem Bierdimpfl nicht wirklich zu Gesicht.

 

Winkel, Frank und Kliemt, Matthias – die beiden vom bierclub.de saßen geduldig am Sonnabend im Alpirsbacher Biergarten und versorgten die Clubmitglieder mit Freibier. Einerseits schön, denn gratis trinken kostet nix. Andererseits aber auch einschränkend, denn es blieben neben dem hellen und dunklen Alpirsbacher noch 1998 weitere Biere zu verkosten…

 

X-beliebig – „X-beliebig – Hauptsache Bier!“ schien das Motto für den einen oder anderen Berliner zu sein. Anstatt die exotische Auswahl an Bieren zu schätzen und zu verkosten, tranken zahlreiche Einheimische Berliner Bierhelden tapfer ihr Berliner Kindl Bier, das meines Wissens auch außerhalb der Biermeilenzeit in Berlin problemlos käuflich zu erwerben ist. Warum sind die Helden dann heute hier?

 

Yggdrasil – Die Weltesche Yggdrasil aus der nordischen Mythologie birgt in ihrem obersten Stockwerk das Götterreich Walhall, in dem die Asen sich bei Bier (!) und Met, das ihnen die Walküren reichen, vergnügen. Ein schwacher Bierbezug, aber immerhin ausreichend, den Buchstaben Y abzudecken.

 

Zahlen – 0 (Euro kostete der Eintritt), 0,2 (Liter fasste der offizielle Probierkrug der Meile), 1,5 (Euro kostete die Füllung des Kruges), 3 (Tage dauerte das Bierfestival), 14 (Mal hat das Berliner Bierfestival nun stattgefunden), 16 (Seiten umfasste der Bierkompass, der half, alle Biere auf der Meile zu lokalisieren), 18 (Bühnen waren aufgebaut und boten Unterhaltung), 19 (neue Biersorten habe ich verkostet), 35 (Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam wurden gefeiert), 50 (Cent kostete der genannte Bierkompass), 72 (Lenze zählt der Darsteller des Bierkönigs Gambrinus, Eberhard Schollmeier), 86 (Länder waren vertreten), 155 (Kilometer maß meine Anreise), 300 (Brauereien waren anwesend), 362 (Tage dauert es bis zum nächsten Berliner Bierfestival), 2000 (Bierspezialitäten wurden angeboten), 2200 (Meter maß die Biermeile), 800000 (Besucher wurden gezählt).

 

14. Internationales Bierfestival Berlin

 

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Das Bayerische Brauereimuseum Kulmbach

 

Auch heute noch, im Jahre 2010, bezeichnet sich Kulmbach als die heimliche Hauptstadt des Bieres – ein Anspruch, der vielleicht aufgrund des Bierausstoßes und der kulturgeschichtlichen Bedeutung des Kulmbacher Bieres noch begründet sein mag, der aber keinesfalls mehr gestützt wird durch eine wie auch immer geartete Brauereivielfalt im Ort. Und so stimmt es den Besucher denn auch ein wenig verdrießlich, wenn er vor der Kulmbacher Brauerei AG die Flaggen der hier produzierten Biermarken Kulmbacher, Mönchshof, Kapuziner und EKU sieht und daran denkt, dass dies wohl alles mal eigenständige Brauereien waren, und nicht nur Marken, die alle aus derselben Bierfabrik stammen. Und, wo ist das Sandlerbräu geblieben, und wo das Reichelbräu?

 

Andererseits hat aber genau diese Konzentration des Brauwesens in Kulmbach wenigstens einen angenehmen Nebeneffekt gehabt: Das ehemalige Brauhaus der Mönchshofbrauerei bot von einem Tag auf den anderen mehrere tausend Quadratmeter Gebäudefläche, in denen – einer glücklichen Entscheidung zufolge – das Bayerische Brauereimuseum Kulmbach errichtet wurde

 

Am 16. Oktober 2010 bot sich mir die Möglichkeit, das Museum zu besuchen, und ich genoss es, am frühen Nachmittag ohne Zeitdruck durch die 3000 m² zu laufen.

 

Gleich mehrere unterschiedliche Sudhäuser werden präsentiert – am größten sicherlich das ehemalige Sudhaus der Mönchshof-Brauerei, am eindrucksvollsten das gläserne, ultramoderne Klein-Sudhaus der Museumsbrauerei, aber nicht minder interessant auch die verschiedenen kleinen, kupfernen Sudanlagen aus unterschiedlichen Epochen.

 

Trinkgefäße, Fässer in unterschiedlichen Größen, deren Pflege und Füllung, Flaschen, Dosen, Bierreklame im Wandel der Zeit sowie anschauliche Informationstafeln, die das Kulturgut Bier und seine Verbreitung in der Welt gestern und heute beschreiben, verschaffen dem Besucher einen tiefen Einblick in das, was Bier für Kulmbach, Bayern, Deutschland und die Welt bedeutet.

 

Die Größe der Gebäude bietet dem Museum die wohl einzigartige Möglichkeit, die Exponate großzügig darzustellen, ohne dass man zwischen, unter und über den Ausstellungsstücken herum klettern muss, um Details zu sehen. Selbst der Maschinenpark und das Kraftwerk sind mehr oder weniger original belassen und beeindrucken durch ihre schiere Größe.

 

Einzig die gläserne Museumsbrauerei wirkt nicht historisch, aber das soll sie auch nicht. Aus hitzebeständigem Glas bestehende Sud- und Maischepfannen und Läuterbottiche zeigen den Prozess der Bierbereitung an den Brautagen im Detail, und der Laie kann sich ein Bild davon machen, was im Inneren eines Sudhauses tatsächlich vor sich geht. Das hier produzierte Museumsbier kann von den Besuchern auch verkostet werden und stellt somit einen schönen Abschluss des Museumsbesuchs dar.

 

Und wer von diesem Probierglas erst so richtig auf den Geschmack gekommen ist, der kann im Mönchshof-Bräuhaus oder – bei gutem Wetter – im Biergarten weitere Produkte der Kulmbacher Brauerei verkosten und dazu deftig speisen.

 

Bayerisches Brauereimuseum Kulmbach

 

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Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo

Hausbrauvorführung im Pub Pivaria in Stettin

 

Am 13. November 2010 fand zum ersten Mal nach der Sommerpause wieder eine Hausbrauvorführung im Pub Pivaria (www.pivaria.pl) in Stettin statt. Eine kleine Gruppe von Stettiner Hausbrauern rund um Wojciech Bublej baute pünktlich um 17:00 Uhr die Brauutensilien auf: Von der Schrotmühle über den Gasbrenner, diverse große Emaillekochtöpfe und Plastikeimer bis zum Läuterbottich, einem Refraktometer und natürlich einer großen Anzahl verschiedener hausgebrauter Biere war im Nu alles zusammengestellt. Ein belgisches Ale sollte es heute werden, und dementsprechend waren die Zutaten vorbereitet. Die kräftige Schüttung umfasste neben einfachem Pilsener Malz auch verschiedene Sorten Caramelmalz, und als Besonderheit kamen auch Rosinen und Kandiszucker zum Einsatz. Ein Hefestarter stand pechschwarz und sachte vor sich hin gärend bereit und zeugte davon, dass der letzte Sud, aus dem die dafür verwendete Würze stammte, wohl ein Stout gewesen sein muss.

 

Zunächst war der Pub noch relativ leer, und wir Hausbrauer waren im Wesentlichen unter uns, aber schon nach kurzer Zeit füllte sich die Bude, und mehr und mehr interessierte Gäste umlagerten die Braukessel und –töpfe. Rasch zog der intensive Maische- und Hopfenduft durch die Räume und verdrängte zeitweise sogar den Zigarettenqualm.

 

Zahlreiche Fachdiskussionen und Biergespräche ließen den Abend wie im Fluge vergehen – die hervorragende Auswahl an interessanten tschechischen Bieren und exotischen Bierspezialitäten, die der Wirt Krzysztof Żurawski bereithielt, tat ihr Übriges dazu.

 

Als die Würze endlich zum Abkühlen in die Küche des Pubs gebracht worden war, begann eine breit angelegte Degustation. Nahezu alle anwesenden Hausbrauer hatten Proben ihres häusliches Könnens mitgebracht, und innerhalb kurzer Zeit wurden weit über zwanzig verschiedene Hausbräus verkostet, begutachtet und diskutiert. Die Spanne reichte vom einfachen Hellen über belgische und britische Ales, IPA’s, Klosterbiere und Kölsch bis zu pechschwarzen Stouts und kräftigen Tripels. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

 

Und wie selbstverständlich lautete der Abschiedsgruß weit nach Mitternacht: „Bis nächsten Monat also!“, und unterstrich somit den Anspruch, über die Winterzeit diese Vorführungen wieder regelmäßig stattfinden zu lassen.

 

Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo – November 2010

 

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Bokbierproeverij der Slijterij de Kruik in Brunssum

 

Zum dritten Mal hatte der kleine Getränkemarkt „Slijterij de Kruik“ in Brunssum am 20. November 2010 zu einer Bierproeverij geladen. Math und Vera Wijnen-Tucker hatten diesmal den Saal im oberen Stockwerk des Gemeenschapshuis Concordia angemietet und die Verkostung unter das Thema Bockbier gestellt. Über dreißig verschiedene Sorten Bockbier aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Polen und den Vereinigten Staaten gab es zu verkosten – eine beeindruckende Auswahl, und eine Vielfalt, die auch den erfahrenen Bierkenner zumindest ein wenig zweifeln ließ, ob auch wirklich alle der angebotenen Biere stilistisch tatsächlich noch Bockbiere waren, oder ob nicht bei dem einen oder anderen Bier der Wunsch des Brauers, Bockbier auf das Etikett zu schreiben, die Charakteristik des tatsächlich abgefüllten Bierstils ein wenig übersteuerte.

 

Aber egal – was zählte war, dass wir hier einmal mehr die Gelegenheit hatten, auch seltene und ungewöhnliche Biere im Kreise netter Besucher zu verkosten, fachsimpeln konnten und uns mit anderen Interessierten austauschen konnten.

 

Bereits am Mittag gegen 14:30 Uhr hatten wir die mehreren hundert Bierflaschen ausgeladen, sorgfältig sortiert und genau nach Schema im Kühlschrank kalt gestellt. Dann blieb noch ein wenig Zeit, durch den Ort zu bummeln, eine Kleinigkeit zu essen, und um kurz vor neunzehn Uhr standen wir wieder im Saal des Gemeenschapshuis und warteten auf die ersten Besucher.

 

Lange brauchten wir nicht zu warten: Mit dem Glockenschlag der nahen Kirchturmuhr betraten die ersten Gäste den Saal. Im Nu entsponnen sich die ersten interessanten Gespräche, und die gemütliche Einrichtung des Saals mit Stehtischen, aber auch zahlreichen Sitzgelegenheiten sorgte rasch für eine anheimelnde Atmosphäre.

 

Bis kurz vor Mitternacht saßen Gäste jeden Alters aus den Niederlanden, Belgien, den Vereinigten Staaten und Deutschland beisammen, nippten hier, tranken dort, rochen, schmeckten und diskutierten. Helle und herbe Bockbiere, wie der Helle Bock aus Einbeck, dunkle und malzige, wie der Andechser Doppelbock, Weizenbockbiere, Eisbock, Fünfkorn-Bockbier – es war eine schier unendliche Vielfalt zu verkosten, und es war eine Wohltat, zu sehen, wie vielfältig auch ein einzelner Bierstil geschmacklich sein kann.

 

Wenn es auch sicherlich noch ein weiter Weg ist bis zu einem bedeutenden, überregional bekannten Bierfestival, so hatte die kleine, feine Veranstaltung doch großen Erlebniswert. Und vielleicht war es auch gerade die überschaubare Zahl von Gästen und die resultierende Intimität im Gedankenaustausch, die dieser Bierproeverij ihren ganz spezifischen Charakter verliehen hat.

 

Brunssumse Bokbierproeverij

 

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Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo

Hausbrauvorführung im Pub Pivaria in Stettin

 

Der 18. Dezember 2010 sah uns erneut im Pub Pivaria in Stettin zu einer Hausbrauvorführung, und zwar unter dem Motto „Wir brauen Kölsch!“.

 

Geplant war, einerseits meinen Brautopf „Braumeister“ vorzustellen, von dem viele der polnischen Hausbrauer zwar schon gehört hatten, den aber die wenigsten schon einmal gesehen hatten. Und zum anderen sollte ein Hausbräu nach Kölscher Brauart damit hergestellt werden. Um dies noch abzurunden, hatte ich im Vorfeld 50 Flaschen Kölsch besorgt – jeweils zehn von Gaffel, Sester, Küppers, Früh und Reissdorf. Stilecht in kleinen Kölsch-Stangen wurden sie ausgeschenkt, während parallel der Sud begann.

 

Die Technik des „Braumeisters“ stieß auf großes Interesse, und jeder wollte mal mit Hand anlegen und unterstützen. Mit zahlreichen Gesprächen und Fachdiskussionen verging der Abend wie im Flug, und auch die parallel stattfindende Degustation von verschiedenen Hausbräus trug erneut dazu bei, dass dieses Hausbrauertreffen ein Erfolg war.

 

Der einzige Wermutstropfen war die Tatsache, dass ich im Vorfeld Probleme mit dem Hefestarter hatte und nun statt einer Kölsch-Hefe eine Weißbier-Hefe verwenden musste. Flugs wurde die Rezeptur ein wenig angepasst, und es entstand statt eines Hausbräus nach Kölscher Brauart ein Bier unter der Überschrift „Kölsch meets Hefeweizen“.

 

Dem Spaß am Brauen hat dies jedoch keinen Abbruch getan, und das Ergebnis kann man im weitesten Sinne immer noch als Produkt im Sinne der Kölner Brautradition ansehen: Brunnenbräu’s Kölner Wiess.

 

Zobacz na Żywo ja Warzymy Piwo – Dezember 2010

 

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Pivaria

11 Międzynarodowa Giełda Birofilów Szczecin

 

Am 19. März 2011 fand die von Krzysztof Żurawski organisierte und von der lokalen Brauerei Bosman unterstützte 11. internationale Börse für Bier-Werbemittelsammler, die Międzynarodowa Giełda Birofilów, in Szczecin statt. Bereits im Morgengrauen versammelten sich die ersten Fanatiker vor dem Dom KulturySłowianin“, dem 1969 gegründeten Kulturzentrum, gerade oberhalb des Stettiner Hauptbahnhofs.

 

Zum offiziellen Beginn der Tauschbörse um 07:00 Uhr war der große Saal im ersten Stockwerk des Kulturzentrums bereits gut voll, und wie jedes Jahr kamen die Sammler der unterschiedlichsten Dinge voll auf ihre Kosten. Ob es eine wahllos auf den Angebotstisch hingegossene Menge von Kronkorken oder Flaschenöffnern war, aus der sich der Interessierte wie auf einem Grabbeltisch bei Woolworth sein Schnäppchen raussuchen konnte, oder ob es eine im Detail liebevoll präsentierte und sorgfältig sortierte Sammlung von Keramikverschlüssen oder alter Geschäftsberichte historischer Brauereien war – die Auswahl war riesig.

 

Mich als erstmaligem Besucher dieser Sammelbörse faszinierte die Sonderrolle, die die schon lange nicht mehr existierende Grätzer Brauerei, später Browar Grodziski, spielte. Von historischen Postkarten, den schon genannten Geschäftsberichten und deutschsprachigen Werbeplakaten beginnend ging die Auswahl bei dieser Brauerei über Etiketten, Bierdeckel und Prospekte bis hin zu fremdsprachigen (französischen!) Beschreibungen des Grätzer / Grodzisker Bieres und zeigte die große Bedeutung, die diese Brauerei in der Wahrnehmung der polnischen Sammler und Bierfreunde immer noch hat. Nun, der in dieser Brauerei seinerzeit hergestellte Trunk, ein naturtrübes Weizenbier mit nur wenig Alkohol und einer deutlich rauchigen Note, da unter Verwendung von Rauchweizenmalz hergestellt, ist bis heute einzigartig und dient nach wie vor als Quelle der Inspiration für Hausbrauer und Kleinbrauereien, die bei Hausbrauwettbewerben oder im Rahmen von Sondersuden versuchen, dem damaligen Geschmack so nahe wie möglich zu kommen. Auch wenn die Erinnerung manches verklären mag, und auch wenn vielleicht niemand mehr so richtig weiß, wie das Grätzer Bier damals geschmeckt hat, so handelt es sich doch um einen einzigartigen Bierstil, der auch mich bei zahlreichen Verkostungen auf Hausbrauwettwerben, bei denen dieser Stil ausgeschrieben war, fasziniert hat und noch immer fasziniert.

 

Natürlich waren die Dokumente und Gegenstände der Grätzer Brauerei nicht die einzigen wertvollen Angebote – manch andere Marke, die schon lange nicht mehr existiert, tauchte hier auf Flaschen, Bierdeckeln oder Etiketten noch einmal auf, und auch die kleinen und großen nationalen und internationalen Brauereien von heute waren zahlreich vertreten. Originell kostümierte Verkäufer und Kunden taten das Ihrige dazu bei, der Veranstaltung ein besonders Flair zu verleihen, und so konnte Krzysztof Żurawski schon lange vor dem offiziellen Ende der Börse, das auf 13:00 Uhr angesetzt war, zufrieden feststellen: Der Aufwand hat sich gelohnt.

 

Pivaria – 11 Międzynarodowa Giełda Birofilów Szczecin

 

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Helsinki Beerfestival 2011

 

Die alte Nokia-Kabelfabrik, ein riesiger Bau aus hellen Backsteinen, der zu seiner Bauzeit (1939 – 1954, also eigentlich noch gar nicht sooo alt) das größte Fabrikgebäude Finnlands war, wurde bereits in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts saniert und in eine Art Kulturzentrum umgewidmet. Museen, Ateliers, Hotels, Restaurants und eine große Veranstaltungshalle haben hier nun ihren Platz gefunden. Und damit auch das Helsinki Beer Festival.

 

Warum allerdings sollte man ausgerechnet nach Finnland auf ein Bierfestival fahren? In ein Land, das bekannt ist für seine exorbitant hohen Alkoholpreise, ein Land, in dessen Supermärkten endlose Reihen von Flaschen und Dosen hellen, geschmacksarmen Biers mit niedrigem Alkoholgehalt aber dafür umso höheren Preisen stehen?

 

Ganz einfach: Weil die Finnen verdammt gutes Bier brauen. Wenn sie denn wollen und dürfen.

 

Wollen tun dies vor allem die kleinen Gasthaus- und Mikrobrauereien, und dürfen tun es alle, wenn sie bereit sind, auf Straßenverkauf zu verzichten und ihr Bier nur innerhalb lizensierter Areale anzubieten, also innerhalb ihres Gasthauses und Biergartens und in den staatlich lizensierten Alko-Läden.

 

Einmal im Jahr wird die alte Kabelfabrik zu solch einem lizensierten Areal, und wir nutzten die Gelegenheit und tauchten ein in eine Welt herrlichster Köstlichkeiten. Wo haben wir in Deutschland schon einmal eine Mikrobrauerei gesehen, die eine ganze Serie von Single Hop Ales produziert: Sechsmal die gleiche Grundrezeptur, nur mit unterschiedlichen Hopfensorten: Cascade, Citra, Centennial, Simcoe, Amarillo und Mount Hood. Jedes Bier für sich geschmacklich der Hammer, und jedes für sich individuell. Ein großes Lob an die Panimo „Beer Hunter’s“ aus Pori an der Westküste des Landes.

 

Oder an die Malmgårdin Panimo aus Malmgård, die sage und schreibe vierzehn verschiedene Biere anbot...

 

Die Keuda Keravan Panimo, die ihre Picobrauanlage der Firma Salm samt Lager- und Ausschanktanks hier aufgebaut hatte und mit vier herrlich ausdruckstarken Bieren zu überzeugen wusste…

 

Die Vakka Suomen Panimo, die gleich vier Preise für ihre Biere abräumte und ebenfalls fast ein Dutzend Sorten ihrer Marke Prykmestar im Ausschank hatte…

 

Die Nokian Panimo, die – obwohl aufgrund ihrer Größe schon keine Mikrobrauerei mehr – mit ihrem dunklen Weizen trotzdem ein Bier extra für das Helsinki Beer Festival eingebraut hatte…

 

Und schließlich die kleinen Produzenten „vom Lande“ (als ob hier nicht fast alle Brauereien „vom Lande“ kämen…) mit ihrem Sahti, einem Bier, bereitet mit Bäckerhefe, aromatisiert durch Kochen und Läutern mit Wacholderzweigen und offen vergoren. Zähflüssig und ohne Kohlensäure rinnt es stark und süßlich die Kehle hinunter und vernebelt dem Genießer erst aufgrund des kräftigen und herben Wacholdergeschmacks die Sinne, und danach aufgrund des hohen Alkoholgehalts von bis zu neun Prozent.

 

Aber auch die eher klassischen Biertrinker kamen auf ihre Kosten: Ein großer Stand hatte sich auf Weiß-, Weizen- und Witbiere aller Art aus ganz Europa spezialisiert, ein anderer auf belgische Spezialitäten und ein dritter hatte ein gutes Dutzend englischer Real Ales im Angebot.

 

Gab es denn nichts zu meckern? Oh doch, leider eine ganze Menge. Die Eintrittspreise waren exorbitant hoch. 12 Euro nur für das Recht, die Halle betreten zu dürfen. Sonst war nichts im Preis inbegriffen. Die Garderobenpreise waren mit 2,50 Euro pro Jacke ebenfalls hoch. Die Bierpreise waren noch höher – zwischen drei und viereinhalb Euro für ein Probierglas mit 0,2 Litern. Und damit hatte die Abzocke noch kein Ende: Für die Gläser zahlte man vier Euro Pfand, bekam aber nach Rückgabe nur drei Euro zurück – Benutzungsgebühr…

 

Wenn angesichts dieser Preise wenigstens die Organisation perfekt gewesen wäre… Die Gläser mussten wir selber spülen, die Halle war zum Teil so schlecht beleuchtet, dass man ein Stout nicht von einem Pils unterscheiden konnte, die Liste der angebotenen Biere war in schlechter Kopierqualität und in zu geringer Auflage, so dass wir fast die letzten waren, die noch eine Liste bekommen hatten, und zu allem Überfluss war die Lifemusik sowohl spielerisch als auch von der Soundtechnik so grottenschlecht, dass uns das Bier fast im Glase sauer wurde…

 

Fazit: Wenn man zum gegebenen Termin sowieso in Helsinki ist, dann ist das Bierfestival ein Muss. Wenn nicht, dann lohnt sich eine Anreise nur für den Hardcore-Bierfan, der hier Biersorten findet, die er sonst unendlich lange suchen muss, wenn es sie denn überhaupt findet. Aber eine Anreise nur für ein bisschen Festival-Erlebnis? Dazu sind – obwohl die Stimmung insgesamt prima war – die Preise zu hoch, die Organisation zu durchschnittlich und die Musik zu schlecht.

 

Helsinki Beerfestival 2011

 

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I. Richterkurs der Polnischen Hausbrauervereinigung

 

Am 27. und 28. April 2011 fand an der Landwirtschaftsakademie in Warschau der erste Kurs für angehende Jurymitglieder bei Hausbrauwettbewerben der Polnischen Hausbrauervereinigung statt. Bericht und Bilder finden sich in der Rubrik „Die polnische Hausbrauerszene“.

 

I. Richterkurs der Polnischen Hausbrauervereinigung

 

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III Gorzowski Festiwal Piwny

 

Zum vierten Mal fanden vom 2. bis zum 4. September 2011 in Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe), unweit der deutschen Grenze, die Lubuskie Kulinaria Regionalne statt – eine kleine, aber feine regionale Lebuser Spezialitätenmesse, und zum dritten Mal wurde diese Spezialitätenmesse durch das Landberger Bierfestival ergänzt. Bei herrlichstem Spätsommerwetter mit Temperaturen bis 27° besuchten viele hundert Feinschmecker und Bierfreunde die Messehalle und das Außengelände nur wenige Schritte von der Altstadt und dem Warthe-Ufer entfernt.

 

Neben zahlreichen regionalen Spezialitäten wie handgemachtem Käse, Honig oder Wurst, Leckereien und Spezereien, handgepresstem Öl, Kuchen, Pieroggen und dergleichen Dingen mehr dominierte zunächst die regionale Brauerei Witnica sowohl die Messehalle als auch das Außengelände. Die Brauerei Witnica, die nach der wirtschaftlichen und politischen Wende 1991 ihre Unabhängigkeit zurückbekommen hatte, stand 2007 noch unter dem alten Namen BOSS Browar aufgrund eines unglücklich zusammengestellten Produktportfolios vor der Pleite, hat sich aber – auch mithilfe eines externen Investors – neu ausgerichtet und ist seit 2009 regional und überregional sehr erfolgreich. Neben ein paar Standardbieren liegt der Schwerpunkt vor allem auf aromatisierten Früchtebieren, die dem alten polnischen Brauch, das Bier als „Piwo z Soczkiem“ (also als „Bier mit Fruchtsaft“) zu trinken, entgegenkommen.

 

Mit großem Werbeaufwand hatte man im Vorfeld die Neugier geweckt, welche neue Biersorte aus Witnica während des III. Landsberger Bierfestivals Premiere feiern würde. Es war schließlich – wenig überraschend – ein weiteres Früchtebier, diesmal mit Himbeergeschmack. Den Festivalgästen gefiel es, und die Schlange vor dem Ausschank war während des Nachmittags die längste auf dem Festivalgelände.

 

Aber neben der Brauerei Witnica gab es eine ganze Reihe weiterer Bierspezialitäten zu verkosten. Krzysztof Żurawski hatte seinen bei Bierkennern bekannten und beliebten Pub „Pivaria“ kurzerhand von Stettin auf das Festivalgelände verlegt und verwöhnte die Besucher zusammen mit seiner Frau Halina mit zahlreichen verschiedenen tschechischen Bieren aus Fass und Flasche. Und auch Wojciech Grzybowski und Tomasz Kieliba, Eigner des ebenfalls in Stettin beheimateten, außerordentlich gut sortierten Bierfachgeschäfts „Elysium“ waren angereist und betrieben einen Ausschank mit kleinem Biergarten, in dem die Gäste mit allen Produkten der Brauerei Kormoran aus Olsztyn verwöhnt wurden.

 

Wie eigentlich auf allen Bierfesten und Jahrmärkten überall in Polen waren natürlich Edward Wilks Brauerei Edi aus Wschowa und Marek Kaczorowskis Brauerei Koreb aus Łask vertreten. Zwischen einigen Bierliebhabern führte dies zu heftigen Diskussionen, denn obwohl beide Brauereien auch gute Biere anbieten, sind die ausgeschenkten Biere gelegentlich schon mal von zweifelhafter Qualität.

 

Einige weitere auf Bier spezialisierte Händler boten eine große Auswahl an Flaschenbieren, so „O.P. Import“ aus Posen, „Świat Piwa Bronek“ aus Gorzów, „Wyspa Piwa“, ebenfalls aus Gorzów, und schießlich der Pub „U Augusta“ aus Breslau. Und als gute Ergänzung dazu bot das Warschauer Geschäft „codopiwa.pl“ leckere Kleinigkeiten zum Knabbern jenseits von Chips und Erdnüssen an. Getrockneter Fisch, leckeres Gebäck, getrocknetes Rauchfleisch oder Krabben und Tintenfisch – kleine Tütchen mit Leckerbissen zum Bier.

 

Wer sich darüber hinaus nicht nur auf den Konsum des Bieres konzentrieren wollte, der konnte sich mit der Geschichte des Brauereiwesens und dem Sammeln von Bierwerbemitteln und Kronkorken beschäftigen: Robert, Wojtek und Maciek Szyndel aus Witnica präsentierten eine eindrucksvolle Themensammlung von Kronkorken mit Tiermotiven. Wunderschön aufbereitet und professionell gemacht!

 

Gute Livemusik auf der kleinen Bühne den ganzen Tag über und ein großes Rockkonzert auf der großen Bühne am Samstagabend rundeten das Bierfestival ab und sorgten für eine fröhliche, aber trotzdem friedliche und entspannte Stimmung.

 

III Gorzowski Festiwal Piwny

 

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Brau Beviale, Café Abseits und Weyermann Bavarian Party 2011

 

Zum 50. Mal fand vom 9. bis 11. November 2011 in Nürnberg im Messegelände die weltgrößte Brau- und Getränkemesse statt – die Brau Beviale. Weit über 1000 Aussteller und mehrere zehntausend Besucher füllten die Messehallen und boten die ideale Gelegenheit, Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und zu pflegen und bekannte Gesichter aus der Welt des Bieres zu treffen.

 

Noch nicht ganz so lange, aber ebenfalls schon aus Tradition, fand am Sonnabend nach Ende der Messe in der Mälzerei Weyermann für Kunden und Partner der Firma und ihre Freunde die legendäre Bavarian Party statt. Hier finden sich stets die Koryphäen des Brauwesens ein, und abseits vom Nürnberger Messestand und gleichzeitig bestens verwöhnt von den großzügigen Gastgebern, bietet sich ihnen die Gelegenheit für vertiefende Gespräche, für neue Freundschaften, für den intensiven Erfahrungsaustausch oder einfach nur für eine ausgelassene und fröhliche Feier. Großzügige Büffets, ein Ochse am Spieß, Livemusik und künstlerische Unterhaltung, urige Stimmung und natürlich zahlreiche leckere Biere aus der Versuchsbrauerei der Mälzerei Weyermann – die Firma lässt sich nicht lumpen, wenn es darum geht, ihre guten Geschäftspartnern zu bewirten.

 

Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang das Café Abseits in Bamberg. Inoffizieller Treffpunkt aller Brau Beviale Besucher, die ihr Hotel in Bamberg und nicht in Nürnberg gebucht haben und nach dem Messebesuch noch einen gemütlichen Absacker trinken wollen. Was bietet sich da besser an als eine urgemütliche Studentenkneipe mit Bombenstimmung und hervorragenden, exotischen und weniger exotischen Bieren. Wie es uns gelungen ist, uns mit einer Gruppe von zwölf Personen noch in das rappelvolle Café hinein zu quetschen, weiß ich nicht, aber muss wohl irgendwie gegangen sein! Und dann ging es lang – um halb zwei in der Früh wurde der letzte Eisbock geöffnet, bevor es dann doch endlich ins Bett ging. Vielen herzlichen Dank an Gerhard Schoolmann für eine hervorragende Bewirtung, fachkundige Diskussionen und einen ganz einfach nur herrlichen Abend in Deinem Café (siehe auch Gerhards Kurzbericht hier).

 

Aus den vielen interessanten Begegnungen und Gesprächen, die ich in diesem Jahr hatte, seien nur zwei besonders erwähnt:

 

Shawn Scott, ein Bierliebhaber aus Oklahoma, Hausbrauer seit 24 Jahren und aktives Mitglied der Fellowship of Oklahoma Ale Makers FOAM. Shawn hat sich auf die Fahne geschrieben, das Rezept und die Zutaten des berühmten polnischen Grätzer Bieres (Piwo Grodziskie) so originalgetreu wie möglich zu rekonstruieren und diesen Bierstil daheim wieder zu erschaffen. Dabei ist ihm kein Aufwand zu hoch – er bereiste in den vergangenen Wochen mehrmals Europa und forschte in unterschiedlichen Archiven nach Originalbeschreibungen und –rezepten dieses Bieres. Es handelt sich dabei um ein leichtes Rauchweizen mit etwa 8 bis 9 Prozent Stammwürze, recht hoher Spundung und deutlichem Raucharoma. Spritzig, hell, niedrig im Alkohol (unter 3 Prozent) und doch würzig scheint es eine ideale Erfrischung für den Sommer zu sein, und während in Polen zahlreiche Hausbrauer damit beschäftigt sind, dieses Bier nach bestem Wissen nach zu brauen, scheint nun ein erster Schritt zur Kommerzialisierung dieses Bieres ausgerechnet in Oklahoma stattzufinden. Good Luck, Shawn! Und hoffen wir, dass wir dieses Bier auch einmal „made in Oklahoma“ verkosten können.

 

Andrzej Urbanek, seit 30 Jahren in Nürnberg lebend, aber seiner Heimat Polen noch stets treu verbunden. Aktiver Hausbrauer, aber mehr als das: Ein Forscher in Sachen Geschichte alter Brauereien, wie es nur wenige gibt. Zahlreiche wertvolle Beiträge in Diskussionsforen, Artikel und Bücher, kurze Abhandlungen und dergleichen Dinge mehr. Und auch in unserer kurzen Diskussion am späten Abend erfrischend und unterhaltend. Auch Dir, Andrzej, wszystkiego dobrego – viel Erfolg bei Deinen fleißigen Studien, uns noch viel fachlich fundierte Information von Dir, und auf ein baldiges Wiedersehen!

 

Daneben gab es zahlreiche kurze Gespräche und Begegnungen mit Brauern und Bierliebhabern aus der ganzen Welt – zu viele, um sie hier alle aufzuführen. Stellvertretend hier nur ein kurzer Gruß an den Bierpapst Conrad Seidl (wir haben leider keine Gelegenheit gefunden, uns länger als nur im flüchtigen Vorübergehen zu unterhalten – das holen wir nächstes Jahr im Juni in Żywiec nach) und an den Bierzauberer Günther Thömmes (ich habe Dich trotz Deiner Größe nicht gefunden, weiß aber, dass Du da warst – so bleibt mein Bierkrimi bis auf weiteres unsigniert).

 

Und hier einige Impressionen rund um Brau Beviale, Café Abseits und Weyermann Bavarian Party in Nürnberg und Bamberg:

 

Impressionen: Brau Beviale, Café Abseits und Weyermann Bavarian Party 2011

 

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Maisel’s Brauerei- und Büttnerei-Museum Bayreuth

 

Das Stammhaus der Brauerei Gebr. Maisel in Bayreuth wurde bereits im Jahr 1887 gegründet – und der wirtschaftliche Erfolg der Brauerei erzwang in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts einen kompletten Neubau der Brauerei, direkt auf dem Grundstück nebenan.

 

Während in solchen Fällen üblicherweise die alte Brauerei demontiert und verwertet wird und das Gebäude abgerissen, so war dies im Falle der Brauerei Gebr. Maisel anders, denn hier wurde das alte Gebäude samt der Ausstattung erhalten und in ein Museum überführt. Das gesamte alte Sudhaus, die Mälzerei und die Büttnerei – alles steht da, wie vor wenigen Minuten erst verlassen, und es ist der Ehrgeiz der Besitzer, den technischen Zustand so zu bewahren, dass die Brauerei theoretisch innerhalb weniger Tage wieder angefahren werden könnte.

 

Schließt man sich – so wie wir das am 10. November 2011 gemacht haben – einer der organisierten Führungen, die jeden Werktag gegen 14:00 Uhr beginnen, an, so taucht man ein in eine Welt längst vergangener Technik, und hat doch in jedem einzelnen Moment das Gefühl, man brauche nur einen Schalter umzulegen, um die gesamte Kulisse wieder zum Leben zu erwecken. Dampfkessel, Rührwerke, Maschinen – alles wirkt, als sei es gerade einmal über das Wochenende vorübergehend abgeschaltet worden.

 

Auf mehr als 2400 m² Fläche finden sich in dem riesigen Ziegelbau der alten Brauerei aber nicht nur die Bestandteile der alten Brauerei an ihren originalen Plätzen, sondern in zahlreichen zusätzlichen Räumen sind auch Sammlungen alter Biergläser, Bierdeckel, Zapfanlagen und sonstiger Maschinen untergebracht.

 

Die Führung dauert insgesamt deutlich länger als eine Stunde – und für keine Sekunde kommt Langeweile auf. Viel zu viele interessante Ausstellungsstücke und nette Überraschungen finden sich allerorten. Und wenn die geführte Besuchergruppe schließlich den Ausschank erreicht und sich nach all dieser intellektuellen Mühe ein Weißbier gönnen darf, dann ist die Überraschung groß: Es wartet kein modern gestylter oder gar anonym hergerichteter Saal auf die Besucher, sonder eine kleine, urgemütliche Kneipe, geschmückt mit allerlei Devotionalien aus der Brauereigeschichte – eine ideale Gelegenheit, bei einem Glas leckeren Weißbiers noch einmal die vielen Eindrücke des Rundgang vor dem geistigen Auge Revue passieren zu lassen.

 

Maisel’s Brauerei- und Büttnerei-Museum, Kulmbacher Straße 40, 95 445 Bayreuth.

 

Impressionen: Maisel’s Brauerei- und Büttnerei-Museum Bayreuth

 

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Internationale Grüne Woche – Berlin 2012

 

Die Internationale Grüne Woche – die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Eine Veranstaltung, die unter der Überschrift „Bier erleben“ überrascht? Nein, nicht wirklich! Schließlich ist Bier doch allgemein als Grundnahrungsmittel bekannt – schon seit dem Mittelalter ist es als gesundes und nahrhaftes, wohlschmeckendes und kräftigendes Getränk bekannt, und so spielt es auf der Internationalen Grünen Woche eine der Hauptrollen.

 

Zum 77. Mal fand vom 20. bis zum 29. Januar 2012 in Berlin die Internationale Grüne Woche statt – auf einer Ausstellungsfläche von fast 60.000 m² erwartete man fast eine halbe Million Besucher, die die über 1600 Aussteller aus 57 Ländern besuchten – darunter eine erkleckliche Anzahl deutscher und internationaler Brauereien. Und wenn eine Region, ein Land schon nicht mit eigener Brauerei vertreten war, so wurde doch wenigstens ein Bier aus der Heimat ausgeschenkt, um dem Besucher einen Eindruck der heimischen Braukunst zu vermitteln.

 

Zentraler Anlaufpunkt für die Bierliebhaber war für mich am 21. Januar 2012 zunächst die Halle 12 mit der Sonderschau „Bier aus dem In- und Ausland“ des Deutschen Brauer Bundes unter der Überschrift proBier-Markt, aber wer jenseits des Angebotes, das auch in guten Getränkemärkten problemlos zu finden ist, nach eher ungewöhnlichen Bieren suchte, kam eher auf seine Kosten, wenn er durch die Ausstellungshallen der Länder und Regionen streifte und zwischen Känguru-Wurst aus Australien und Kaviar aus Aserbeidschan die kleinen, interessanten Bierstände erkundete. Hier verbargen sich kleine Gasthausbrauereien mit innovativen Bieren wie zum Beispiel das Gommeraner Burgbräu mit seinem pechschwarzen Roggenbier „Schwarzer Roggen“, kleine Regionalbrauereien mit edlen Kreationen, wie die Schlossbrauerei Herrngiersdorf mit ihrem „Hallertauer Hopfen-Cuvée“, oder internationale Bierspezialitäten mit geheimnisvoll kyrillisch beschrifteten Zapfhähnen und Bechern („Оболон“ aus der Ukraine) oder traditionellen Brauverfahren (beim litauischen „Grigonio Šinkorių Alus“ wird die Würze nicht mit Hopfen gekocht, sondern eine Art Hopfentee in die heiße Vorderwürze gegeben).

 

Alles in allem eine Vielfalt, die mühelos mit dem Angebot auf den zahlreichen Bierbörsen, die sommers allerorten in Deutschland veranstaltet werden, mithalten kann. Und eine Vielfalt, die komplettiert wird durch die wunderschönen Trachten des Ausschankpersonals und die kulinarische Vielfalt, die dazu parallel angeboten wird und schier unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten für das mittlerweile so beliebte „Beer & Food Paring“ bietet, also das bewusste Abstimmen eines Gerichtes mit einem dazu passenden Bier.

 

Impressionen: Internationale Grüne Woche – Berlin 2012

 

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Beer Tasting Terms

 

Accessible

a beer that is easy to drink

 

Acetaldehyde

a green apple aroma or taste

a yeast (or bacteria) by-product

often a constituent of young beer

 

Acetic

Aroma or flavor similar to vinegar formed by aerobic bacteria producing acetic acid

 

Acidic

a beer with a noticeable sense of acidity

in beer where acid is appropriate the acid should not come from excessive aerobic fermentation (producing acetic acid)

 

Aftertaste

a term for the taste left on the palate after beer has been swallowed

“Finish” is a synonym

 

Aggressive

a beer with pronounced or over the top flavors

the opposite of a beer described as “smooth” or “soft”

 

Alcoholic

a beer that has a noticeable or an out of balanced presence of too much alcohol

often noted as hot or spicy

 

Almondy

aromas of almonds or marzipan

 

Astringent

an overly dry or astringent beer or a beer with harsh grainy flavor

often perceived in the aftertaste

 

Aroma

the smell of a beer

the term bouquet can also be used

 

Autolytic or Autolysed

aroma of “yeasty” or acacia-like floweriness commonly associated with beers that have been aged on yeast too long

it can also sometimes be described as meaty

 

Baked

a brewer with a high blood alcohol content that has remained so for too long

often the result of over-consuming their own products

 

Balanced

a beer that incorporates all its main components in a manner where no one single component stands out

usually this refers to a Hop vs. Malt balance

 

Banana

aromas like banana or notes of Bazooka Joe Bubble gum

from iso-amyl acetate – a fermentation by-product

 

Barnyard

used to describe the earthy and sometimes vegetal undertones, often with hints of sweat or urine mixed in

these aromas are most common in spontaneously fermented beers

at low levels some beer drinkers may find this appealing, for others it may offend

at higher levels most people find these notes unpleasing (see “Farm Yard”)

 

Big

a beer with intense flavor, or that is high in alcohol

 

Biscuity

a beer descriptor often associated with malt flavor

it is sense of yeasty or bread dough aroma and flavors

 

Bite