Brunnenbräu Hausbrauerei – Das Original – seit 1997

Bierleben

 

 

Bierleben

 

Das Hobby „Bier“ – mehr als nur Bier brauen und Bier trinken. Wie ich schon auf der Startseite erwähnt habe, bietet das Hobby „Bier“ auch die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen – Menschen, mit denen ich dieses Hobby und meine Begeisterung dafür teilen kann. Bier-Erlebnisse, die ich nicht missen möchte.

 

Unter der Rubrik „Bier erleben“ (oder kurz: „Bierleben“) möchte ich dem werten Besucher in Text und Bild einige meiner Bier-Erlebnisse vorstellen. Bierreisen, Bierfeste, Brauertreffen – ein bunter Strauß interessanter Erlebnisse.

 

 

 

Navigator

 

Einzelveranstaltungen („Sonstiges Biererlebnisse“)

 

10 Jahre Kampagne für Gutes Bier Deutschland & „Bier aus dem Norden“ – 6. Tag der norddeutschen Braukultur – Juli 2013

4. Festival der Bierkulturen – Köln-Ehrenfeld – Mai 2013

Der Papst und das Känguruh – April 2013

Treffen des 1. Hannöverschen Hobbybrauerstammtischs – Februar 2013

20. Lahnsteiner Bierseminar – „Eine sensorische Achterbahnfahrt“ – Januar 2013

Premiere des Sahti-Biers „Koniec Świata“ der Brauerei Pinta – Dezember 2012

Lahnsteiner Bierseminar – „Spezialitäten rund ums Bier“ – November 2012

17. Lahnsteiner Bierseminar – „Gruitbier, Bock und Schokolade“ – September 2012

Hachenburger Hopfenpflücker-Fest – September 2012

16. Lahnsteiner Bierseminar – „Die Welt der amerikanischen Kleinbrauereien“ – August 2012

Brautag bei „Meiers Lebenslust“ in Hannover – Juli 2012

Brautag in der Stettiner Gasthausbrauerei „Stara Komenda“ – Juli 2012

1. Hausbrauertreffen in Berlin-Schmöckwitz – Juni 2012

Hausbrauertreffen zu Ehren des Stettiner Grand Champion 2012 – Juni 2012

Auf den Spuren des Grätzer Biers – April 2012

Pivaria – 12 Międzynarodowa Giełda Birofilów Szczecin – März 2012

Internationale Grüne Woche Berlin 2012 – Januar 2012

Brau Beviale, Café Abseits und Weyermann Bavarian Party – Nürnberg und Bamberg – November 2011

III Gorzowski Festiwal Piwny – September 2011

I. Richterkurs der Polnischen Hausbrauervereinigung – April 2010

Helsinki Beerfestival 2011 – April 2011

Pivaria – 11 Międzynarodowa Giełda Birofilów Szczecin – März 2011

Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo – Dezember 2010

Bokbierproeverij der Slijterij de Kruik in Brunssum – November 2010

Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo – November 2010

Besuch im Bayerischen Brauereimuseum Kulmbach – Oktober 2010

14. Internationales Bierfestival – Berlin – August 2010

Das Festival der Bierkulturen – Köln-Ehrenfeld – Mai 2010

„Bier aus dem Norden“ – Tag der norddeutschen Braukultur – Kiekeberg – April 2010

Tweede Brunssumse Bierproeverij in der „Slijterij de Kruik“ – Brunssum – März 2010

Zythos Bierfestival 2010 – Sint-Niklaas – März 2010

3de Brugs Bierfestival – Brügge – November 2009

Bierbraukurs an der Volkshochschule Limburg – Oktober 2009

Arch'en Bières – Festival des Bières de Dégustation – August 2009

Zoigl-Ausschank der Ersten Amönauer Hausbrauerei auf dem Furrersch-Hof – Juli 2009

Die Hausbrauer Nassauer Land zu Gast im Kommunbrauhaus Junkersdorf – August 2008

Die Bavarian Party der Mälzerei Weyermann – Bamberg – November 2007

Belgian Beer Weekend Brüssel – September 2006

Die Bavarian Party der Mälzerei Weyermann – Bamberg – November 2004

 

 

 

10 Jahre Kampagne für Gutes Bier Deutschland

„Bier aus dem Norden“ – 6. Tag der norddeutschen Braukultur

 

10 Jahre Kampagne für Gutes Bier – das bedeutet gleichzeitig 10 Jahre Einsatz für mehr Biervielfalt in Deutschland. Noch immer ist Deutschland dominiert von der immer gleichen Einfalt in der Vielfalt der sich untereinander zum Verwechseln ähnelnden Fernsehbiere, aber gleichzeitig ist in den letzten Jahren eine Gegenbewegung entstanden. Zunehmend mehr Kleinbrauereien, Gasthausbrauereien und Biermanufakturen brechen die Einheit auf und bereichern den deutschen Biermarkt mit originellen, traditionellen, schmackhaften, historischen oder völlig neuen Bierkreationen; Bierkreationen, die nicht jedem gleichermaßen munden, die aber den Biermarkt farbiger gestalten, dem Konsumenten mehr Auswahl bieten und zum Teil vielleicht auch eine neue Nische im Markt zu erschließen helfen. Die Kampagne für Gutes Bier Deutschland begleitet und unterstützt diese Entwicklung mit Schwerpunkt im norddeutschen Raum nun schon seit zehn Jahren.

 

Am 6. Juli 2013 fand die Mitgliederversammlung zu diesem zehnten Jahrestag statt, und der Vorsitzende der Kampagne, Lars Seyfrid, konnte fünfzehn stimmberechtigte Mitglieder und ein halbes Dutzend interessierter Gäste begrüßen. Nach einem kurzen, zwanglosen Treffen im Verkostungsraum der Ratsherrn-Brauerei, bei dem die Biere des Gastgebers bereits nach Herzenslust verkostet werden durften, schloss sich eine interessante Brauerei-Führung mit anschließender, lebhafter und sehr konstruktiver Diskussion über den deutschen Craftbeer-Markt an.

 

Nach insgesamt drei Stunden war es dann aber an der Zeit, mit der offiziellen Mitgliederversammlung zu beginnen – das Braugasthaus „Altes Mädchen“ hatte extra dafür einen Tisch für die KGBier reserviert. Neben den geforderten Formalien wie dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstands sowie dessen Wiederwahl (einstimmig bestätigt wurden in ihren Ämtern der 1. Vorsitzende [Lars Seyfrid], der 2. Vorsitzende [Söhnke Dunkelmann], die Schriftführerin [Nina Zimmermann] und der Kassenwart [Peter Andersen]) blieb reichlich Raum für eine sehr zielgerichtete und engagierte Diskussion über die Fokussierung der Vereinsarbeit. Besonders die Obfrau des Schwestervereins Kampagne für Gutes Bier Österreich, Britta Dolenc, die extra für diese Veranstaltung mit ihrem Partner aus Wien angereist war, konnte hier einige sehr wertvolle Impulse geben.

 

Und so konnten die Mitglieder am Ende der Veranstaltung zufrieden feststellen: Mit der Kampagne für Gutes Bier geht es aufwärts. Der Einsatz für die Vielfalt des Bieres bietet noch viel Raum für Aktivitäten, und insbesondere der am folgenden Tag bereits zum sechsten Mal stattfindende Tag der norddeutschen Braukultur „Bier aus dem Norden“ des Freilichtmuseums Kiekeberg ist sichtbares Zeichen für Engagement und Erfolg der Kampagne für Gutes Bier.

 

Der 7. Juli 2013 – der Tag der norddeutschen Braukultur. Knapp zwanzig Klein- und Gasthausbrauereien aus dem norddeutschen Raum hatten sich im Freilichtmuseum Kiekeberg eingefunden und boten ein tolles Angebot an teilweise sehr experimentellen Bieren. Viele Brauer aus eher konservativen Kleinbrauereien beginnen zu experimentieren, und wenn auch mit Eichenholzchips verfeinerte, hopfengestopfte Eisböcke, wie vom Brauhaus Joh. Albrecht Hamburg präsentiert, sicherlich nicht zum Standardsortiment im Ausschank werden können, zeigen solche Biere doch die Möglichkeiten innovativer Geschmacksrichtungen auf und beweisen des Brauers Lust am Experiment.

 

Die Hochschule Hamburg-Harburg war mit ihrer Campusperle und einem halben Dutzend Studenten vertreten – die vier angebotenen Biere (IPA Mandarina, IPA Hulk, 4Korn und Stout) gehörten zum Besten, was das Bierfest angeboten hat. Aber auch das Beata-Bräu vom Schulzentrum Rübekamp in Bremen, hergestellt von Brauerlehrlingen an ihrer Berufsschule, war ausgezeichnet. Die Ricklinger Brauerei zeigte sich nach dem Generationswechsel und der Übergabe des Maischepaddels von Vater auf Sohn ebenfalls sehr experimentierfreudig: Fast zehn verschiedene, sehr ausdrucksstarke Biere waren im Angebot. Und schließlich noch erwähnenswert: Das Team von der Kehrwieder-Brauerei. Die Brauanlage ist schon gekauft, das Team steht, allein, es fehlt die Immobilie, um das Ganze aufzubauen. Und so braut man zunächst als Gastbrauer in Dänemark und präsentiert sich mit dem Prototyp sowie mit zwei hopfengestopften Single Hops IPAs.

 

Insgesamt eine sehr schöne Veranstaltung, die bei bestem Wetter unter Beweis stellte, dass sich in Deutschlands Norden in der Szene sehr viel bewegt!

 

Mitgliederversammlung der Kampagne für Gutes Bier

 

„Bier aus dem Norden“ – 6. Tag der norddeutschen Braukultur

 

10 years Campaign for Good Beer (Kampagne für Gutes Bier) – that also means 10 years engagement for more beer variety in Germany. Germany is still dominated by the same old simplicity in diversity of equal to each other television beers – pale, clean, and tasteless lagers. However, in the recent years a backlash emerged: More and more small breweries, brewpubs, and beer manufacturers break through the unity and enrich the German beer market with original, traditional, tasty, historical, or entirely new beer creations. Beer creations that do not attract every consumer alike, but make the beer market colourful, offer more choice for the consumer, and might to a certain extent help to open up a new market niche. The Campaign for Good Beer accompanies and supports this development for ten years already, with a certain focus on Northern Germany.

 

On 6th July 2013, the tenth anniversary was kind of celebrated by the General Assembly, and the Campaign’s chairman, Lars Seyfrid, welcomed fifteen members and about half a dozen interested guests. After a brief, informal meeting in the Ratsherrn Brewery’s tasting room, where the host’s beers could be tasted ad libitum, an interesting stroll through the brewery and its premises followed, and finally, an even more interesting, lively and engaged discussion about the German craft beer market followed.

 

After a total of about three hours, it was high time to start the official programme of the General Assembly at the brewpub “Altes Mädchen”, which had reserved a table for the Campaign. Here, in addition to the required formalities such as the treasurer’s report, the formal approval of the board’s work, and the board’s re-election (unanimously confirmed in their positions First Chairman [Lars Seyfrid], Deputy Chairman [Söhnke Dunkelmann], Secretary [Nina Zimmermann], and Treasurer [Peter Andersen]), there was ample room for the highly targeted and engaged discussion of the Campaign’s programme of work. In particular, the chairwoman of the sister organization Campaign for Good Beer Austria, Britta Dolenc, who had flown in with her partner from Vienna just to take part, was able to provide some very valuable input.

 

At the end of the event, the members could state: The Campaign for Good Beer is on the right track. The engagement for beer variety still provides plenty of room for further activities, and in particular, the 6th Day of the North German Brewing Culture “Beer from the North” in the outdoor museum Kiekeberg is a visible sign of the Campaign’s commitment and success.

 

7th July 2013 – The Day of the North German Brewing Culture. About twenty regional breweries and brewpubs from Northern Germany had gathered in the outdoor museum Kiekeberg and offered an impressive choice of partly very experimental brews. Many brewers working in rather conservative brewpubs start to experiment; and even if an oak chipped and dry hopped ice bock, as presented by Joh. Albrecht Hamburg, is not that kind of beer that could make its way to the standard offer in a pub, it shows the possibilities of innovative aromas and taste sensations and is proof of the brewer’s urge to experiment.

 

The Hamburg-Harburg University was present: Half a dozen students offered their Campusperle – all four beers (IPA Mandarina, IPA Hulk, 4Grain and Stout) for sure belong to the best examples of today’s beer festival. Beata-Bräu from the Rübekamp School in Bremen was excellent, as well – young students have brewed it during their education to become professional brewers. In the small Ricklinger Brauerei, responsibility has been passed from father to son recently, and the young brewer is open to new ideas. About ten different, very tasty beers have been on offer. And finally, worth mentioning it: The team of the Kehrwieder-Brauerei. They have already purchased the equipment, the team is ready to go, but they have not yet found the right premises to finalize their brewery. So, for the moment, they act as Gipsy Brewers, producing their Prototyp and two dry hopped Single Hops IPAs in a small brewery in Denmark.

 

Perfect weather and all in all a very interesting event, giving proof that something changes in the North German brewery scene!

 

General Assembly of the Campaign for Good Beer

 

“Beer from the North” – 6th Day of the North German Brewing Culture

 

10 lat Kampania na Rzecz Dobrego Piwa (Kampagne für Gutes Bier) – to oznacza również 10 lat zaangażowania się dla większej różnorodności piwa w Niemczech. Niemcy są wciąż zdominowane przez samą starą prostotą w różnorodności bliskich do siebie piw telewizyjnych – bladych, czystych i wolnych od smaku piw. Jednakże, w ostatnich latach pojawiły się zmiany: Coraz więcej małych browarów, browarów restauracyjnych oraz browarów rzemieślniczych powstało, wzbogacając niemiecki rynek piwny z oryginalnymi, tradycyjnymi, smacznymi, historycznymi lub nowoczesnymi kreacjimi piwnymi, które nie każdego konsumenta przyciągają podobno, ale sprawiają, że rynek piwny staje się coraz bardziej kolorowy i oferuje większy wybór dla konsumenta. Być może, że w pewnym stopniu piwa te przyczyniają się do otwarcia nowej niszy rynkowej. Kampania na Rzecz Dobrego Piwa towarzyszy i wspiera ten rozwój już od dziesięciu lat, z pewnym naciskiem na północy Niemiec.

 

6 lipca 2013 r., dziesiąta rocznica kampanii została obchodzona przez Walne Zebranie, i prezes Kampanii, Lars Seyfrid, powitał piętnastu członków i około pół tuzina zainteresowanych gości. Po krótkim, nieformalnym spotkaniu w sali degustacyjnym browaru Ratsherrn, gdzie gospodarz oferował nam degustację wszystkich warzonych na miejscu piw ad libitum, odbyły się ciekawy spacer po browarze oraz bardzo ciekawa, żywa i zajmująca dyskusja na temat niemieckiego rynka piw rzemieślniczych.

 

Po około trzech godzin był najwyższy czas, aby rozpocząć oficjalny program Walnego Zebrania w barze piwnym „Altes Mädchen”, który zarezerwował stolik dla Kampanii. Tutaj, oprócz wymaganych formalności, takich jak relacja skarbnika, formalnego odciążenia zarządu oraz jego re-elekcji (jednogłośnie potwierdzieni zostali w swoich pozycjach Prezes [Lars Seyfrid], Wiceprezes [Söhnke Dunkelmann], Sekretarz [Nina Zimmermann] i Skarbnik [Peter Andersen]), było dużo czasu dla ukierunkowanej i zaangażowanej dyskusji o fokusie pracy Kampanii. W szczególności, Prezes organizacji Kampania na Rzecz Dobrego Piwa Austrii, Britta Dolenc, która przyleciała ze swoim partnerem z Wiednia, była w stanie wprowadzić bardzo cenny wkład do naszej dyskusji.

 

Na koniec imprezy, członkowie mogli stwierdzić: Kampania na Rzecz Dobrego Piwa jest na dobrej drodze. Zaangażowanie dla różnorodności piwa nadal zapewnia dużo miejsca do dalszych działań, w szczególności takich, jak 6. Dzień Północno-Niemieckiej Kultury Piwowarskiej „Piwo z Północy” w skansen Kiekeberg. Ten dzień jest widocznym dowodem skutecznego zaangażowania i sukcesów Kampanii na Rzecz Dobrego Piwa.

 

7 lipca 2013 r. – Dzień Północno-Niemieckiej Kultury Piwowarskiej. Około dwudziestu regionalnych browarów rzemieślniczych i restauracyjnych z północnych Niemiec zebrało się w skansen Kiekeberg i oferowało imponujący wybór ciekawych i częściowo bardzo eksperymentalnych piw. Wielu piwowarów pracujących w raczej konserwatywnych browarach restauracyjnych zaczyna się z eksperymentami. Dobrym przykładem był chmielony na zimno i aromatyzowany chipsami dębowymi eisbock, którego na pewno nie można sprzedawać zwykłym klientom w większych ilościach w browarze restauracyjnym Joh. Albrecht w Hamburgu. Ale pokazuje on możliwości stworzenia piwa z innowacyjnymi aromatami i smakami.

 

Uniwersytet Hamburg-Harburg był obecny z grupą kilku studentów, która zaoferowała swojego Campusperle – cztery rodzaje piwa, jedno lepsze od drugiego: IPA Mandarina, Hulk IPA, 4zboże i Stout. Również bardzo dobrym przkłądem sztuki warzenia był Beata Bräu grupy uczniów ze szkoły zawodowej Rübekamp z Bremen. Warzyli piwo to w ciągu ich kształcenia do piwowara zawodowego. W małym Ricklinger Brauerei odbywała się niedawno zmiana w odpowiedzialności z ojca na syna; a młody piwowar jeszcze bardziej od ojca jest otwarty na nowe pomysły. Około dziesięciu różnych, bardzo smacznych piw było w ofercie. I na koniec, warto wspomnieć, to zespół piwowarów z Kehrwieder-Brauerei. Oni już zgromadzili sprzęt, zespół jest gotowy do pracy, a brakuje im jeszcze miejsca w formie hali lub innego budynku do sfinalizowania ich browaru. Tak więc, na razie działają jako gypsy brewers, produkując ich Prototyp oraz dwa chmielone na zimno Single Hops IPA w małym browarze w Danii.

 

Doskonała pogoda i w sumie bardzo ciekawa impreza, która była dowodem, że coś się zmienia na scenie Północno-Niemieckiego piwowarstwa!

 

Walne Zebranie Kampanii na Rzecz Dobrego Piwa

 

„Piwo z Północy” – 6. Dzień Północno-Niemieckiej Kultury Piwowarskiej

 

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4. Festival der Bierkulturen – Bürgerzentrum Köln-Ehrenfeld

 

Zum mittlerweile vierten Mal hat am 25. und 26. Mai 2013 im Bürgerzentrum in Köln-Ehrenfeld und in Kölns kleinster Brauerei, der Braustelle, das Festival der Bierkulturen stattgefunden. Unter dem Motto „klein, aber fein“ hat es sich stetig weiterentwickelt und ist mittlerweile zu einer Institution der Bierszene in Deutschland geworden. Keine großen Festzelte stehen hier, es gibt auch keine Livemusik, und man wirbt auch nicht mit ‘zig Brauereien, die aus dem Fernsehen bekannt sind und hier ihre Produkte anbieten.

 

Stattdessen vielleicht zwei Dutzend kleinere Stände, teilweise im Saal des Bürgerzentrums, teilweise in einem kleinen Zelt im Hof, an denen kleine und kleinste Brauereien echte Raritäten anbieten, an denen Hobbybrauer, die nur wenig mehr als für den Eigenbedarf brauen, stolz ihr „Selbstgebrautes“ ausschenken oder Spezialitätenhändler Bierflaschen verkaufen, die man sonst in Deutschland nicht bekommt.

 

Und es sind die Brauer oder die Eigentümer selbst, die hinter den Tresen der kleinen Stände stehen – keine Aushilfskräfte, die nur für das Festival engagiert wurden, sondern Menschen, die hinter ihrem Produkt stehen, mit denen man fachkundig über das Bier diskutieren kann, und die auch gerne Rede und Antwort stehen, wenn man fragt, nach welchem „geheimen“ Rezept denn dieses herrliche Bier gebraut worden sei. Fachsimpelei, die den Bier-Aficionado begeistert.

 

Eine regelrecht familiäre Atmosphäre entwickelt sich dadurch – eine Atmosphäre, in der man nicht nur unter den Besuchern des Festivals immer wieder gute Bekannte trifft, sondern eine Atmosphäre, in der man sich auch mit den Brauern und Organisatoren mal einen Moment zusammensetzt, das Bier gemeinsam verkostet, eine Bratwurst isst und einen Klönschnack hält.

 

Ein Festival, von dem man nach dem zweiten Tag mit einem gut gefüllten Rucksack leckerer Bierspezialitäten und einer langen Liste neuer Telefonnummern und eMail-Adressen wieder heimkehrt. Und natürlich mit einer ebenso langen Liste von Brauereien, deren Biere man verkostet hat:

 

FritzAle Craftbeer made in Germany, Gasthaus und Gosebrauerei Bayerischer Bahnhof, McMüller’s Irish-American Pub und Privatbrauerei, Brouwerij de Molen, Freigeist Bierkultur, ‘t Hofbrouwerijke, Siegburger Brauhaus zum Roten Löwen, London Fields Brewery, meinsudhaus.de, Alzeyer Volker-Bräu, Sünner Brauerei, Lahnsteiner Brauerei, Black Isle Brewery, Oud Beersel, Brasserie Trois Dames und natürlich die Braustelle.

 

Impressionen vom 4. Festival der Bierkulturen

 

For the fourth time already, the Festival of Beer Cultures took place on 25th and 26th May 2013 in the Community Centre in the Cologne district Ehrenfeld and in Cologne’s smallest brewery, Braustelle. Under the motto “small is beautiful”, it has been evolving and since become an institution of the ever evolving beer scene in Germany. No huge tents, no live music, no advertising by dozens of breweries known from television and offering bland mass products.

 

Instead, maybe two dozen smaller booths and stands, partly in the hall of the Community Centre, partly in a small tent in the backyard, where small breweries and micro brewers offer real rarities, where hobby brewers, brewing slightly more than just for personal consumption, happily share their home made products, or specialty dealers sell bottles of beer you cannot get elsewhere in Germany.

 

And it’s the brewers or the owners themselves who are behind the counters of the small stands – no temporary workers hired just for the festival, but people who know the product, who stand behind it, with which you can knowledgeably discuss about their beers, and who also like to answer the typical questions raised, e.g. according to which “secret recipe” a given magnificent beer has been brewed. Shop talk that excites the beer aficionado.

 

An informal, familiar atmosphere thus develops – an atmosphere in which you can always make good friends not only among the visitors of the festival, an atmosphere in which you can enjoy moments of intense exchange of thoughts with the brewers and organizers, having a beer and a sausage together and holding a friendly chat.

 

A festival, where you return home after the second day with a backpack well-filled with lots of delicious beers and with a long list of new phone numbers and eMail contacts. And of course, with an equally long list of breweries whose beers you have tasted:

 

FritzAle Craftbeer made in Germany, Gasthaus und Gosebrauerei Bayerischer Bahnhof, McMüller’s Irish-American Pub und Privatbrauerei, Brouwerij de Molen, Freigeist Bierkultur, ‘t Hofbrouwerijke, Siegburger Brauhaus zum Roten Löwen, London Fields Brewery, meinsudhaus.de, Alzeyer Volker-Bräu, Sünner Brauerei, Lahnsteiner Brauerei, Black Isle Brewery, Oud Beersel, Brasserie Trois Dames, and of course Braustelle.

 

Impressions from the fourth Festival of Beer Cultures

 

Już po raz czwarty, od 25 do 26 Maja 2013 odbył się Festiwal Kultur Piwnych w Domu Kultury w Kolońskiej dzielnicy Ehrenfeld oraz w najmnieszym browarze w Kolonii, w „Braustelle”. Pod hasłem „małe, ale ładne”, festiwal rozwijał się w ciągu ostatnich trzech lat i stał się instytucją sceny piwnej w Niemczech. Tutaj nie ma wielkich namiotów, nie ma muzyki na żywo, a również nie reklamuję się z kilkudziecięcoma browarami znanymi z telewizji, oferującymi swoje produkty masowe.

 

Zamiast tego, znajduje się tutaj dwa tuziny mniejszych stoisk, częściowo w hali Domu Kultury, częściowo w małym namiocie na podwórku, gdzie małe i malutkie browary oferują prawdziwe rarytasy, gdzie piwowarzy domowi dumnie wyszynkują swoje domowe trunki, a gdzie specjalizowani handlarzy sprzedają piwa, których na pewno nie można kupić gdzieś indziej w Niemczech.

 

I stoją tu osobiście za barze piwowarzy lub właścicieli browarów – a nie tylko pracownicy pomagający, którzy zostali zatrudnieni tylko na festiwal. Więc można spotkać ludzi, którzy stoją za ich produkcie, z którymi można wiele dyskutować nad temat piwa, a którzy również mogą odpowiadać na wszelkie pytania, nawet na pytanie o tajemnicę w recepturze wspaniałego piwa, które dany piwoznawca własnie degustuje.

 

W ten sposób rozwija się bardzo rodzinna atmosfera na festiwalu – atmosfera, w której wszędzie spotyka się dobrych przyjaciół, atmosfera, w której moża siedzieć razem z organizatorem festiwalu, z piwowarami, z właścicielami browarów, degustować piwo razem z nimi, jeść kiełbasę i porozmawiać trochę z nimi.

 

Jest to festiwal, z którego wrócisz do domu z plecakiem dobrze zaopatrzonym pysznymi piwami, z długą listą nowych numerów telefonów i adresów eMail, oraz – oczywiście – z jeszcze dłuższą listą browarów, których piwa degustowałesz:

 

FritzAle Craftbeer made in Germany, Gasthaus und Gosebrauerei Bayerischer Bahnhof, McMüller’s Irish-American Pub und Privatbrauerei, Brouwerij de Molen, Freigeist Bierkultur, ‘t Hofbrouwerijke, Siegburger Brauhaus zum Roten Löwen, London Fields Brewery, meinsudhaus.de, Alzeyer Volker-Bräu, Sünner Brauerei, Lahnsteiner Brauerei, Black Isle Brewery, Oud Beersel, Brasserie Trois Dames a oczywiście Braustelle.

 

Wrażenia z IV Festiwalu Kultur Piwnych

 

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Der Papst und das Känguruh

 

Was hat der Papst mit Känguruhs zu tun? War der Heilige Vater etwa in Australien? Nein, die Antwort ist wesentlich profaner: Anlässlich eines beruflichen Aufenthaltes in Wien nutzte ich die Gelegenheit, mich mit Bierpapst Conrad Seidl in einer der besten, wenn nicht sogar DER besten Bierbar in Wien zu treffen, im „Känguruh“.

 

Seit 1986 befindet sich in einer kleinen, grauen Seitenstraße unweit des Wiener Westbahnhofs unter der Adresse Bürgerspitalgasse 20 das „Känguruh“ – ein Mekka für Freunde ausgefallener belgischer Biere und sonstiger, handwerklicher Bierspezialitäten. Man behauptet über den Wirt Fredi Greiner (er selber wäre viel zu bescheiden, so über sich zu sprechen), dass man ein handwerklich gebrautes Bier, eine Bierspezialität, die man im „Känguruh“ nicht bekäme, dann auch nicht irgendwo sonst in Wien oder im Wiener Umland zu suchen brauche – dann gäbe es sie ganz einfach nicht!

 

Klein, voll, kuschelig warm und urgemütlich dunkel empfängt mich das „Känguruh“ am frühen Abend des 10. April 2013, und Ihre Heiligkeit, Bierpapst Conrad Seidl wartet schon an der Bar auf mich, ein leckeres Petrus der Brauerei Bavik vor sich auf dem Tresen. Morgen soll Conrads neuer Bierguide 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt werden; ich kann meinen Wien-Aufenthalt leider nicht verlängern, um an der Premiere teilnehmen zu können, aber für ein wenig Fachsimpelei über das Buch und eine leckere Bierverkostung sollte es heute doch reichen.

 

Fröhlich grinsend zieht Conrad ein kleines Päckchen aus einer Einkaufstüte – „Da ist es mir doch tatsächlich gelungen, für Dich ein Vorab-Exemplar des neuen Bierguides zu ergattern!“, sprach’s, und drückte mir einen handsignierten Bierguide 2013 frisch aus der Druckerpresse in die Hand. „Und darauf trinken wir jetzt ein besonderes Bier!“ Und so begann ein wunderbarer Verkostungsabend mit Conrad Seidl und später auch dessen lieber Ehefrau Viktoria, der uns durch die Bierwelt und den Spezialitätenkeller des Känguruhs führte:

 

Erst unlängst ist die Brauerei des Stifts Engelszell zur mittlerweile achten Trappistenbrauerei ernannt worden und darf neben Orval, Westmalle, Westvleteren, Achel, Chimay, La Trappe und Rochefort nun ebenfalls stolz das Logo „Authentic Trappist Product“ führen Das aus Engelszell stammende, kräftige, ein wenig an eine leichte Version eines „Orval“ erinnernde „Benno“ machte mit 6,9% vol. den Auftakt unserer Verkostung – ein leichtes, ledriges Aroma lässt an Brettanomyces denken, die kräftigen Hopfennoten sind intensiv, aber harmonisch. Ein Jahr alt ist die Flasche, das Bier ist wunderbar gereift. Ein einmaliger Genuss – handelt es sich doch um eine der allerletzten Flaschen des ersten Suds, wie Conrad zu erzählen weiß, und man habe in Engelszell danach das Rezept ein wenig angepasst.

 

Als nächstes das „Gregorius“ aus derselben Brauerei: Mit 9.7% vol. deutlich kräftiger, mit Honig verfeinert und kantiger, spitzer, ein wenig unausgewogen im direkten Vergleich zum „Benno“, aber dennoch ein eindrucksvolles Bier, insbesondere, nachdem es einen Moment Zeit hatte, im Glas zu atmen und sich ein wenig zu erwärmen.

 

Auf meine Frage nach einer Spezialität, die man sonst nicht bekommt, empfiehlt mit die junge und hübsche Bedienung nach kurzem Nachdenken das „Troubadour Magma“ der Brouwerij „The Musketeers“ im belgischen Ursel. Ein kräftig hopfengestopftes Bier; eine volle, intensive Hopfennase und ein süßlich-malziger Körper, dazu eine feine alkoholische Wärme, die von den 9,0% vol. herrühren – ein weiteres hervorragendes Bier.

 

Viktoria Seidl probiert derweil das „Gulden Draak 9000 quadrupel“ der Brouwerij „Van Steenberge“ in Ertvelde, ein bernsteinfarbenes, sehr kräftiges (10,5% vol.) und in der Flasche nachvergorenes Bier. Mit leichten Noten von Bittermandel, und wie die anderen Biere heute mit deutlich spürbarem Hopfenaroma – man merkt, dass Belgien spät zwar, nun aber mit Schwung dem Trend zu hopfenaromatischen Bieren folgt, Hopfenherbe und Hopfennase mit klassischer, fruchtiger Aromafülle der belgischen Hefestämme kombiniert und so zu einer eigenen Interpretation der Pale Ales und India Pale Ales findet.

 

Conrad Seidl rundet unsere spontane Verkostung noch mit einer letzten belgischen Spezialität ab und bestellt uns eine Geuze Marriage Parfait von Frank Boon aus dem Jahr 2008. Etwas pfeffrige und ganz leicht schweflige Aromen paaren sich mit einer milden Säure und einem kaum zu spürenden Alkoholgehalt von 8,0% vol. zu einem komplexen, spannenden, und doch ausgewogenen, harmonischen Geschmackserlebnis.

 

Die letzte U-Bahn geht in wenigen Minuten, und so beschließt dieses Bier den wunderbaren Verkostungsabend. Ein letzter, prüfender Blick in die mittlerweile über 200 Positionen umfassende Bierkarte. So viele Sorten, so wenig Zeit!

 

Fredi Greiners „Känguruh“ ist montags bis sonnabends von 18:00 bis 02:00 geöffnet. Die über 200 Biersorten haben einen klaren Schwerpunkt auf Belgien, aber auch zahlreiche andere Spezialitäten sind dort zu finden. Und das Beste ist: Die Preise sind fair! Während andernorts seltene Biere völlig überteuert angeboten werden, ist dem Känguruh diese Attitüde fremd. Hier stehen der Geschmack und das Fachsimpeln über das Bier im Vordergrund, und nicht die Gewinnmaximierung. Und so ist es selbstverständlich, dass bei meinem nächsten Wien-Besuch das Känguruh erneut auf der To-Do-Liste stehen wird. Definitiv!

 

Impressionen aus dem Känguruh

 

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Treffen des 1. Hannöverschen Hobbybrauerstammtischs im Brauhaus Ernst August – Februar 2013

 

Zwölf Teilnehmer waren angemeldet, für achtzehn war reserviert worden, und gekommen sind schließlich über 25… Das Februartreffen des 1. Hannöverschen Hobbybrauerstammtischs im Brauhaus Ernst August am 10. Februar 2013 war ein voller Erfolg.

 

Zur Frühschoppenzeit um elf Uhr fanden sich die Hausbrauer bei herrlichem Sonnenschein ein und verbrachten ein paar kurzweilige Stunden mit Verkostung von selbstgebrautem Bier, leckerem Brauhausessen, viel Fachsimpelei und einer kleinen Besichtigung der Brauerei, in der Lars Jüttner, der Brauer des Brauhauses Ernst August, üblicherweise arbeitet.

 

Das Brauhaus erwies sich als eine durchaus geeignete Lokation, wenn auch die Eindrücke ein wenig zwiespältig waren. Zum einen zeugt es natürlich von einer gewissen Souveränität, eine Gruppe Hausbrauer einzuladen und dieser zu erlauben, ihr eigenes Bier mitzubringen und zu verkosten. Das sorgt schließlich nicht gerade für erhöhten Umsatz. Zum anderen zeigte man sich aber sehr kleinkariert, als sich herausstellte, dass der reservierte Platz zu klein war, Die großen und freien Bierbänke direkt nebenan, auf die man hätte ausweichen können, standen in einem Bereich, der geschlossen war. Basta, keine weitere Begründung. Und so quetschten wir uns in die winzige Ecke, die uns zugewiesen war. Schade. Das machte viel vom Eindruck des Gastgebers kaputt.

 

Die Stimmung der Hausbrauer wurde davon nicht getrübt, und so kann dieser Stammtisch definitiv zu den gelungenen gezählt werden!

 

Und hier der Bericht von Michael Merten, den dieser auf Facebook veröffentlicht hat:

 

 

Bericht zum Februartreffen der Hannöverschen Hobbybrauer

 

Nachdem sich bis Sonntag ca.15 Personen angemeldet hatten und ich beim Braumeister Lars Jüttner dementsprechend reservierte, ahnte ich noch nicht was dieses mal passieren sollte. Lars hatte für uns ein lauschiges Plätzchen vorbereitet, und obwohl er selbst, Frank Wulke, Ralf Münch und Carsten Scholz kurzfristig absagten erschienen sage und schreibe 26 mehr oder minder verrückte Brauer und Hobbybrauer. Mit Jörg Wölk, Jens Barnekow, Eckart Peters und Torsten Schnell konnten wir unsere Teilnehmer auf mittlerweile 57 ausbauen.

 

Dass die Quantität nicht zu Lasten der Qualität geht, begeisterte unsere Gründungsmitglieder Robert und Jens, die von den Fähigkeiten unserer Neumitglieder begeistert waren.

 

Bei Sven Harder bedanken wir uns für die tolle Führung und die gute Betreuung.

 

Auch die Vielfalt der mitgebrachten Proben begeisterte viele: Hans brachte uns ein Weizen mit einer selbst gestrippten Hefe mit. Markus Bruhn mit dem letzten Pils Sud des Jahres 2012. Jens und Robert begeisterten mit einem Roggen, einem Black Porter und einem Brandstifter. Volker mit einem sehr feinem Nelson Sauvin. Albert mit seinem Kupfertrunk nach fränkischer Brauweise. Thorsten machte aus seinem Weihnachts- ein Winterweizen und Christian begeisterte alle, die ihn letztes Mal noch nicht kennenlernten, mit seinem Wiener Teufel, den er mit 3 Hopfensorten und Eichenchips verfeinerte. Jetzt freuen wir uns alle auf sein Dattelbier!!!

 

Am Pfingstsonntag findet das Hoffest bei Denner Bräu in Hasperde statt. Unser nächster Stammtisch wäre am 14.04.

 

Bis dahin verbleibe ich

Untergärigst

Micha

 

Treffen des 1. Hannöverschen Hobbybrauerstammtischs

 

Twelve homebrewers had voiced their presence in advance, a reservation had been made for eighteen, and more than 25 finally showed up – the 1. Hanover Home Brewers’ Stammtisch on 10th February 2013 in the Brauhaus Ernst August proved to be a really successful one!

 

At eleven o’clock, right for the morning pint, and accompanied by wonderful sunshine, the home brewers met and spent some great hours, tasting home brewed beers, enjoying the brew house food, exchanging experiences and exploring the shiny brewing installations of Brauhaus brewer Lars Jüttner.

 

Brauhaus Ernst August proved to be a suitable location for this meeting; there were however, some plusses and minuses… On the one hand, hosting a home brewers’ meeting and allowing them to bring their own beer shows quite a good and open mind-set, since as host you cannot expect to sell too much of your own brew to this kind of guys… On the other hand, the staff was not allowed to show too much flexibility. Space was scarce for us, but we were not allowed to move over to the long benches right adjacent – this area is closed today, we were told, with no further explanations. So we had to squeeze together in a tiny corner of the large brew house hall. That shed some dark shadows on the otherwise quite positive impressions we have gotten.

 

Anyway, home brewers are patient people, so this could not affect our good mood, and finally we can assess this home brewers’ stammtisch as a very good one!

 

Regular Meeting of the 1. Hanover Home Brewers’ Stammtisch

 

Dwunastu piwowarów domowych głosiło udziału z góry, rezerwacja była dla osiemnastu, a dwudziestupięciu piwowarów domowych na końcu przyszło – spotkanie 1go Hanoverskiego Stammtisch Piwowarów Domowych na 10 Lutego 2013 roku było udane!

 

Słońce świeciło, a już o 11:00, piwowarzy domowi spotkali się na przedpołudniowe piwo w Brauhaus Ernst August w Hanoverze. Przez kilka godzin, oni degustowali piwa domowe, delektowali się dobrym jedzeniem, wymienili doświadczenia i zwiedzali browar piwowara Larsa Jüttnera.

 

Browar Ernst August był dobrą lokacją na spotkanie piwowarów domowych – nie było żadnego problemu dla browaru, że piwowarzy domowi degustowali swoje piwa domowe na miejscu. Dużym mankamentem zaledwie był fakt, że zarezerwoany kącik był zbyt ciasny, a nie pozwolono piwowarom domowym siedzieć na wolnych ławkach w dużej Sali. Areał tam jest zamknięty, kelnerka po prostu twierdziła. Szkoda, bo w ten sposób można łatwo uszkodzić dobre wrażenia browaru.

 

Mimo wszystko nastrój wśród piwowarów domowych był wspaniały, a dzisiajszy stammtisch można spokojnie liczyć do bardzo udanych!

 

Spotkanie 1go Hanoverskiego Stammtisch Piwowarów Domowych

 

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20. Lahnsteiner Bierseminar – „Eine sensorische Achterbahnfahrt“

 

Kein engumrissenes Leitthema, sondern ein ungeheurer Abwechslungsreichtum erwartete die Teilnehmer des 20. Lahnsteiner Bierseminars am 17. Januar 2013 im Schalander der Lahnsteiner Brauerei. Dr. Markus Fohr hatte sich für dieses Mal entschlossen, seinen Schrank mit den Bierspezialitäten zu öffnen, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten bei ihm angesammelt hatten, und diese einfach mal querbeet zu verkosten.

 

Die Eröffnung machte das brauereieigene Altbier, das die Seminarteilnehmer erstmals als Version in der Flasche verkosten durften – hopfig-aromatisch und kräftig bitter, ein würdiger Vertreter seines Stils. Schon als zweite Position kam eine Aromabombe – vier kleine Fläschchen eines Eisbock-Experiments der Lahnsteiner Brauerei. Aus einem 50 Liter Fass Schneebock waren durch wiederholtes Ausfrieren gerade mal zehn Liter Eisbock geworden. Sämig, fast schon ölig; rund und kräftig – ein intensives Geruchs- und Geschmackserlebnis.

 

Das Landbier Dunkel des Willinger Brauhauses, das wir anschließend aus einem etwas schwierig anzuzapfenden Partyfass verkosteten, erwies sich demgegenüber leider ein wenig wässrig und dünn. Obwohl ohne Geschmacksfehler, fiel es doch nach dem kräftigen Eisbock im direkten Vergleich deutlich ab.

 

Intensiver, kräftiger wurde es wieder mit dem „Clan“ der Marke BraufaktuM, einem schottischen Ale mit ausgeprägten Aromanoten. Wie immer bei den BraufaktuM-Produkten stach die Flasche durch ein wertiges, edles Design hervor.

 

Nun aber rauschte die sensorische Achterbahn in ein etwas längeres, tiefes Tal. Leider wiesen die folgenden fünf Biere von drei Brauereien alle eine leichte, untypische Säure auf – vielleicht zu lange zu warm gelagert, vielleicht auf dem Transport arg belastet, vielleicht mit zu wenig Sorgfalt abgefüllt? Wer weiß. Wir verkosteten sie trotzdem, merkten aber, dass hier doch das Geschmackserlebnis etwas zu wünschen übrig ließ.

 

Einen steilen Anstieg gab es aber dann zum Ende des Seminars, als ein Höhenflug auf die Seminarteilnehmer wartete, der rein rechnerisch neue Rekorde erzielen sollte: Zwei kleine Fläschchen Brewmeister Armageddon warteten mit einem angeblichen Alkoholgehalt von 65% auf. Vorsichtig wurden winzige Schnapsgläschen mit diesem starken Stoff gefüllt. Überraschend mild, mit einer kräftigen Hopfenherbe und einem runden, malzigen Körper – wir vermissten die alkoholische Schärfe, die wir bei 65% erwartet hätten, und sofort kamen erste Zweifel an diesem angeblichen Rekord auf.

 

Sei’s drum – insgesamt zehn spannende Biere, die wir verkostet haben, und dieses Mal in einem geruchlichen und geschmacklichen Auf und Ab, so dass es uns wirklich an eine Achterbahnfahrt erinnerte.

 

20. Lahnsteiner Bierseminar – „Eine sensorische Achterbahnfahrt“

 

Not a clearly defined leitmotif though, but rather a tremendous variety of aromas and tastes awaited the participants of the 20th Lahnstein Beer Seminar on 17th January 2013 in the brewery’s schalander. This time, Dr. Markus Fohr had decided to open his box with beer specialties accumulated over the recent weeks and months, and to taste these crisscrossing around styles and the aroma spectrum.

 

The brewery’s own Düsseldorf style Altbier opened the session, for the first time in a bottled version. Lots of hop aroma and strong bitterness – a good representative for its style. On the second position already a flavour bomb: four tiny bottles provided the results of an icebock experiment. A 50 l keg with Schneebock had been frozen several times, resulting in about ten litres of icebock. Creamy, almost oily, round and strong – a very intense smell and taste experience.

 

The dark Landbier from Willinger Brauhaus, which came next, provided some difficulties in opening the party keg, and disappointed a bit in direct comparison to its predecessor. Without any faults, it seemed to be a bit watery and thin – which it probably was not, but our taste buds have still been under the impression from the strong icebock.

 

“Clan” from the BraufaktuM label provided some strong and intense sensations again. A classy Scottish Ale with a distinct flavour profile. As always, the BraufaktuM bottle stood out by a high-value, elegant design.

 

Now, our sensory roller coaster rushed down into a longer and deeper valley. Unfortunately, the next five beers from three different breweries hadn’t survived long transport, long storage, or have just been bottled under non-perfect conditions. They all had a slight acidic and atypical taste. We drank them anyway; however, we had the clear impression that they should have tasted completely different.

 

A steep rise for our roller coaster at the end of our seminar: A top experience, as far as the alcohol content was concerned, waited for us. Two tiny bottles Brewmeister Armageddon with supposed alcohol content of about 65% were poured into tiny shot glasses. Carefully, we tasted this strong material. Surprisingly mild, with strong hop bitterness and full bodied maltiness – but it lacked the expected sharpness from 65% alcohol. Immediately, the seminar participants expressed first doubts about this alleged record.

 

Anyway, all in all it have been ten exciting beers, with lots of ups and downs in flavour and taste – and finally, we really have felt like having a ride in a sensory roller coaster.

 

20th Lahnstein Beer Seminar – “The Sensory Roller Coaster”

 

Tym razem, 20go Lahnsteiner Seminarium Piwne nie miało jasno zdefiniowanego motywu przewodniego.Zamiast tego, 17go stycznia 2013 r. czekała na nas ogromna różnorodność aromatów i smaków. Dr Markus Fohr zdecydował się do otwierania szafy z specjalnościami piwnymi nagromadzonymi w ciągu ostatnich tygodni i miesięcy, a degustowaliśmy je wzdłuż i wszerz widma smaków i aromatów.

 

Düsseldorfski Altbier z browaru Lahnsteiner otworzył sesję, po raz pierwszy w wersji butelkowej. Dużo aromatu chmielu oraz mocna goryczka – piwo było godnym przedstawicielem swojego stylu. Na drugiej pozycji już bomba smaku: cztere małe butelki z wynikiem eksperymentu Eisbock. Beczka z 50 litrami Schneebock została zamrożona kilka razy, a w wyniku powstało 10 litrów Eisbock: Kremowe, prawie oleiste, złożone i mocne piwo z bardzo intensywnym zapachem i mocnym smakiem.

 

Ciemny Landbier z Willinger Brauhaus, który był następnym piwem, pokazał się trochę wodnisty i chudy. Oczywiście, warunki dla niego były kiepskie – w bezpośrednim porównywaniem, zwykły Schwarzbier nie może konkurować z Eisbockiem; nasze kubki smakowe były wciąż pod wrażeniem silnego smaku Eisbocka.

 

„Clan” od firmy BraufaktuM był następnym piwem, a miał silniejsze, bardziej intensywne smaki. Klasyczny Szkocki Ale o wyrażnyum profile smakowym. Jak zawsze z produktami BraufaktuM, butelka była wartościowa i elegancka.

 

Następnie, nasza smakowa kolejka górska niestety ruszyła do dłuższej i głębszej doliny. Okazało się, że następnych, kolejnych pięciu piw z trzech browarów było zepsute. Z powodu warunków transportu bądź leżakowania bądź nawet butelkowania – nie wiemy, ale wsystkie piwa miały lekko kwaśny i nietypowy posmak. I tak je piliśmy, chociaż mieliśmy poczucie, że powinne one smakowały zupełnie inaczej...

 

Na koniec naszego seminarium jednak czekał na nas gwałtowny polot, a mianowicie co do poziomu alkoholu! Czekały na nas dwie małe butelki Brewmeister Armageddon o rzekomej zawartości alkoholu około 65%! Wyszynkowano piwo to do maleńkich kieliszków, a ostrożnie degustowaliśmy silny materiał. Zaskakujaco łagodny w smaku, z wysoką goryczką chmielową a pełną słodowością – a całkowicie brakowało piwu ostrości od 65% alkoholu. Natychmiast, uczestnicy seminarium wyrazili wątpliwości co do tego rzekomego rekordu.

 

W każdym bądź razie, w sumie dzisiaj degustowaliśmy dziesięć ciekawych piw z dużą iloscią wzlotów i upadków w aromat i smak. Na końcu seminarium, naprawdę czuliśmy tak, jakby przejechaliśmy w sensorycznej kolejce górskiej.

 

20go Lahnsteiner Seminarium Piwne – „Sensoryczna Kolejka Górska”

 

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Premiere des Sahti-Biers „Koniec Świata“ der Brauerei Pinta

 

Die polnische Bierszene durchläuft im Moment eine ungemein dynamische Phase. Überall im Land entstehen Bierbars, die teilweise mehr als zwei Dutzend Biere vom Fass anbieten, und allenthalben entstehen neue Kleinbrauereien, die mit einem interessanten und vielfältigen Produktportfolio aufwarten. Einer der treibenden Faktoren in dieser Entwicklung ist Pinta.

 

Pinta ist mehr als eine Brauerei – es ist ein Bierprojekt, zu dem sich drei in der Bierszene bekannte und aktive junge Männer zusammengeschlossen haben: Ziemowit Fałat, Grzegorz Zwierzyna und Marek Semla. Ohne eine eigene Braustätte zu besitzen, kreieren sie doch seit Anfang 2011 eindrucksvolle und wohlschmeckende Biere, die sie in einer regionalen Brauerei brauen, in die sie sich einfach einmieten. Jedes Pinta-Bier ist ein ausdrucksvoller, akzentuierter Vertreter seines jeweiligen Bierstils, und auf der Suche nach neuen Kreationen haben sich die drei Pinta-Brauer als ausgesprochen findig erwiesen.

 

Der jüngste Coup ist das Bier „Koniec Świata“ – ein Sahti im finnischen Stil. Extrem stark eingebraut, über Wacholderzweige abgeläutert und mit einfacher Bäckerhefe vergoren, nur um dann nahezu kohlensäurefrei aus offenen Behältern ausgeschenkt zu werden. Eine intensive Sinneserfahrung, und Geschmackseindrücke, die dem zuwider laufen, was wir Mitteleuropäer sonst unter Bier verstehen. Der Name „Koniec Świata”, das „Ende der Welt“ spielt natürlich auf den Maja-Kalender an, der für den Dezember 2012 angeblich das Ende der Welt vorhersagt. Jede Erwähnung dieses Ereignisses in den polnischen Medien ist damit gleichzeitig auch eine Werbung für das Sahti-Bier von Pinta.

 

Zu seiner Premiere am 1. Dezember 2012 wurde das Bier unter anderem in der Breslauer Bierbar „Zakład Usług Piwnych” (etwa: „Betrieb für Bier-Dienstleistungen“) vorgestellt. Und tatsächlich: Um dem finnischen Original möglichst nahe zu kommen, wurde das Bier wirklich aus (natürlich sauberen und hygienischen) Zinkeimern offen ausgeschenkt, was die Begeisterung der zahlreichen, geduldig anstehenden Bierfreunde natürlich nur steigerte.

 

Premiere des Sahti-Biers „Koniec Świata“

 

The Polish Beer Scene currently develops in an extremely dynamic way. Throughout the country one can find new beer bars, sometimes offering even two dozens of different draught beers and lots of bottled beers. And everywhere you can see new microbreweries offering an interesting and diverse product portfolio. One of the driving factors behind this movement is Pinta.

 

Pinta is more than just a brewery – it is a beer project created by three young men well known in the Polish beer scene: Ziemowit Fałat, Grzegorz Zwierzyna and Marek Semla. Without having an own brewery, since early 2011 they create impressive and tasty beers which they brew in a regional brewery, in which they simply rent space and installations. Each Pinta beer is an expressive, accentuating its characteristics representative of a given beer style; and in looking for new creations, the three Pinta brewers proved to be extremely successful.

 

The latest coup is the beer “Koniec Świata” – a Finnish-style Sahti. Extremely strong, lautered through juniper twigs, and fermented with simple bakers’ yeast, only to be served nearly uncarbonated from open containers. An intense sensory experience with taste sensations that run contrary to everything, what we Central-Europeans usually call “beer”. The name “Koniec Świata”, i.e. “End of the World” plays words with reference to the Maya calendar, which predicts the end of the world for December 2012. Any mentioning of this event in the Polish media is immediately a perfect advertisement for Pinta’s sahti beer.

 

At the beer’s premiere on 1st December 2012, the Wrocław beer bar “Zakład Usług Piwnych” (roughly translated “Company for Beer Services”) presented the beer close to the original Finnish customs: Surprisingly, it was served in open zinc buckets (of course clean and hygienic), what obviously further increased the enthusiasm of the Wrocławian beer freaks.

 

Premiere of the Sahti-Beer ”Koniec Świata”

 

Polska scena piwna obecnie rowija się w bardzo dynamiczny sposób. W całym kraju powstają nowe, często oferujące nawet kilkanaście róznych piw z beczki bary piwne. A wszędzie w Polsce można zobaczyć nowe mikrobrowary, produkujące ciekawą i zróżnicowaną ofertę produktów. Jednym z kluczowych czynników napędowych tego ruchu piwnego jest Pinta.

 

Pinta, to więcej niż tylko browar – to projekt piwny stworzony przez trech młodych chłopaków: Ziemowit Fałat, Grzegorz Zwierzyna i Marek Semla. Nie posiadając własnego browaru, oni tworzą od początku 2011-go roku imponujące i smaczne piwa. Warzą je w rejonalnym browarze, w którym po prostu wynajmują instalacje i przestrzeń. Każde piwo Pinty jest wyrazistym, podkreślającym właściwe cechy przedstawicielem danego stylu; a w poszukiwaniu nowych kreacji, piwowarzy Pinty okazali się niezwykle skuteczni.

 

Ostatni sukces, to piwo „Koniec Świata” w fińskim stylu Sahti. Niezwykle silne, filtrowane przez gałęzi jałowca i sfermentowane zwykłymi drożdżami piekarskimi piwo serwuje się prawie nieszpuntowane z otwartych pojemników. Wynikiem tego jest intensywne doświadczenie sensoryczne z wrażeniami smakowymi, które sięgają dalej niż wsystko, co skojarzymy się z „normalnym” piwem. Nazwa „Koniec Świata” rozumie się z odniesieniem do kalendarza Majów, który przepowiada koniec świata w grudniu 2012-go roku. Każde wspomnienie tego wydarzenia w Polskich mediach natychmiast jest dobrą reklamą piwa Sahti Pinty.

 

Premiera „Końca Świata” odbywała się między innymy w Wrocławskim pubie „Zakład Usług Piwnych”, gdzie serwowano to piwo w sposób klasyczny, czyli z otwartego pojemnika: z zwykłego wiadra cynkowego (oczywiście czystego i higienicznego). Jasna sprawa, że to dalej powiększało entuzjazm wrocławskich piwoszy!

 

Premiera Piwa Sahti „Koniec Świata“

 

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Lahnsteiner Bierseminar – „Spezialitäten rund ums Bier“

 

Zunehmend mehr Bierliebhaber in Deutschland orientieren sich geschmacklich jenseits der einfallslosen, austauschbaren, aromaarmen, dafür aber umso reicher beworbenen Fernsehbiere. Sie suchen den ursprünglichen, den intensiven, den originellen Biergeschmack. Die meisten Vertreter dieser neuen Generation der Bierfreunde sind Genussmenschen und auch jenseits ihres Lieblingsgetränks neuen Geschmacks- und Geruchserlebnissen gegenüber aufgeschlossen. Im Umfeld kleiner Brauereien entsteht somit konsequenterweise eine Kultur der Spezialitäten rund ums Bier.

 

Genau um diese ging es im Lahnsteiner Bierseminar am 22. November 2012. Dreizehn Genussmenschen hatten sich eingefunden, um in einer anderthalbstündigen Veranstaltung nicht nur die Biere der Lahnsteiner Brauerei kennenzulernen, sondern auch Produkte wie Biersenf, Bierwurst, Bierkäse und Biernudeln. Brauereichef Markus Fohr stellte die von ihm entwickelten und vertriebenen Produkte, die samt und sonders in der Region hergestellt werden, in der ihm eigenen Art vor und ließ die Seminarteilnehmer diese Spezialitäten auch verkosten. Ob Knabbermalz mit einer Prise Salz, ob Bierlikör in unterschiedlichen Ausführungen, gerne auch warm und mit einem Tupfer Schlagsahne, ob Bierbrand, Bierpralinen oder gar eine Bierseife (wobei letztere nicht für den unmittelbaren Gebrauch während des Seminars vorgesehen war...) – eine ganze Produktpalette „rund ums Bier“ ist in der Lahnsteiner Brauerei in den letzten Jahren entstanden und wird erfolgreich vermarktet.

 

Lahnsteiner Bierseminar – „Spezialitäten rund ums Bier“

 

More and more beer lovers in Germany draw their focus beyond the unimaginative, interchangeable, poor in flavour, but rich in advertising so called television beers. Instead, they are looking for the natural, the intense, the original taste of beer. Most members of this new generation of beer geeks are hedonists and, beyond their favourite beverage, open to new taste and aroma experiences. As a consequence, more and more small breweries start to create a culture of beer related specialities.

 

It was precisely this development, what the Lahnstein Beer Seminar on 22nd November 2012 was all about. Thirteen gourmets had gathered together to learn to know and to enjoy not only the beers of the Lahnsteiner Brewery, but products such as beer mustard, beer sausages, beer cheese and beer noodles as well. Brewery owner Markus Fohr presented a whole range of regionally produced food, developed and marketed by his brewery; and the seminar participants enjoyed the opportunity to taste them. Be it slightly salted malt for nibbling, beer liqueur in different versions, even hot and capped with a dash of whipped cream, be it beer spirits, beer chocolate or even a beer soap (well, the latter not foreseen for immediate consumption during the seminar...) – in the recent years, a whole product range related to beer was created in the Lahnsteiner Brewery and is sold successfully.

 

Lahnstein Beer Seminar – “Beer Related Specialties”

 

Coraz więcej niemieckich miłośników piwa odwraca głowę od nieoryginalnych, wymiennych, słabych w smaku ale bogatych w reklamie piw telewizyjnych. Zamiast tego, oni szukają naturalnego, bogatego i oryginalnego smaków i aromatów w piwie. Członkowie nowego pokolenia piwoszy są hedonistami, a poza ich ulubionego napoju są otwarci na nowe doświadczenia smaku i aromatu. Skutkiem tego, coraz więcej małych browarów zaczyna stworzyć kulturę produktów piwnych i specjalności do piwa.

 

Właśnie o ten rowzój chodziło w Lahnsteiner Seminarium Piwnym 22-go listopada 2012-go roku. Trzynaście smakoszy zebrało się celem wspólnej degustacji nie tylko całej gamy piw z Browaru Lahnsteiner, lecz również produktów takich jak piwny musztard, kiełbasa piwna, ser piwny oraz makarony piwne. Właściciel browaru, Markus Fohr, zaprezentował cały wachlarz produkowanych w rejonie żywności, opracowanych i sprzedawanych przez jego browar. Bądź to lekko solony słod jako zakąska, bądź likiery piwne w różnych wersjach, pite nawet gorąco z trochę bitej śmietany; bądz to wódka z piwa, czekolada piwna oraz nawet mydło piwne (choć, ono nie było przewidywane do bezpośredniego spożycia w trakcie seminarium...) – w ciągu ostatnich lat, Browar Lahnsteiner z powodzeniem rozwinął cały asortyment produktów związanych z piwem.

 

Lahnstein Seminarium Piwne – „Specjalności z Piwa i do Piwa”

 

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17. Lahnsteiner Bierseminar – „Gruitbier, Bock und Schokolade“

 

Weit zurück ins Mittelalter reichte das Thema des 17. Lahnsteiner Bierseminars, zurück in eine Zeit, als der Hopfen als Biergewürz im Rheinland noch unbekannt war und die örtlichen Biersieder auf diejenigen Kräuter zurückgreifen mussten, die in der Region wuchsen. „Gruit“ wurde diese Kräutermischung genannt, mit der seinerzeit das Bier geschmacklich verbessert und stabilisiert wurde. Zwei Experimentalbiere eines solchen Gruitbieres stellte Seminarleiter und Brauereieigner Dr. Markus Fohr am 27. September 2012 vor – eine eher milde und eine eher würzige Version, beide versetzt mit Kräutern und Gewürzen der Koblenzer Firma „Pfeffersack & Soehne“. Ein spannender Auftakt für Nase, Zunge und Gaumen.

 

Nach diesem fulminanten Beginn wandten sich die Seminarteilnehmer den vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten von Schokolade und Bier zu. Fünf verschiedene Schokoladensorten, von süßer, weißer Schokolade über Vollmilch bis hin zu Bitterschokoladen mit 50, 70 oder gar 86% Kakao-Anteil wurden drei verschiedenen Bieren (Schwarzbier, dunkler Bock und heller Bock) gegenübergestellt – fünfzehn verschiedene Kombinationen. Während der dunkle, herbe Bock tendenziell die Bitterkeit der Schokoladen unterstrich und akzentuierte und der helle Bock mit seinem malzigen Körper weich die Süße der Schokolade hervorhob, bot das Schwarzbier die größte geschmackliche Herausforderung: Während es mit weißer Schokolade spannend kontrastierte, harmonisch und leicht metallisch wirkte, entwickelte es mit der Vollmilchschokolade eine säuerliche Note, um schließlich mit den schwarzen Schokoladen in einen Wettstreit um die Bitterstoffdominanz einzutreten, in dem es sich schließlich geschlagen geben musste. Die Kakaonoten der 86% Schokolade dominierten, profitierten sogar von der Bittere des Bieres und ließen dieses als leicht wässrig in den Hintergrund treten.

 

Ein Barrel Aged Imperial Stout der Firestone-Walker Brauerei aus Kalifornien schloss das heutige Seminar ab. Tiefschwarz, ölig-viskos, mit 13% hochalkoholisch, geruchlich und geschmacklich hochkomplex rundete das „Parabola“ die Verkostung ab und forderte noch einmal alle Sinne der Seminarteilnehmer. Ein wuchtiges Bier, um in winzigen Mengen konzentriert genossen zu werden; ein Bier, das beweist, wie viele unterschiedliche und doch harmonische Aroma- und Geschmackskomponenten in einem einzigen, entsprechend sorgfältig hergestellten Bier auftreten können.

 

17. Lahnsteiner Bierseminar – „Gruitbier, Bock und Schokolade“

 

The 17th Lahnsteiner Beer Seminar’s topic reaches back into the medieval ages, back into a time, when hops as a beer spice was not yet known in the Rhineland. At that time, local beer brewers had to rely on herbs and spices that grew in the region. “Gruit” was the local name of the herbal blend which was used to improve the beer’s flavour and stabilize its quality. The experimental versions of such a Gruit Beer were presented by seminar leader and brewery owner Dr. Markus Fohr on 27th September 2012 – one was rather mild, the other one rather spicy. Both have been produced using a special herbs and spices mix produced by the herbs trading company “Pfeffersack & Soehne” in Koblenz. An exciting start for nose, tongue and palate.

 

After this impressive start, the seminar participants turned to the combination of beer and chocolate and its many combinations. Five different types of chocolate, from sweet white over brown milk chocolate to dark chocolates with 50, 70 or even 86% cocoa content were combined with three different beers (Schwarzbier, Dark Bock and Light Bock) – fifteen different combinations and taste sensations. Whilst the dark and bitter Bock underlined the bitterness of the chocolate, and the light bock with its malty body highlighted the sweetness of the white chocolate, the Schwarzbier offered the greatest challenge: It contrasted excitingly with the white chocolate, developed even an interesting metallic taste; with the brown milk chocolate it developed a sour note; and in the contest with the bitterness of the dark chocolate it provided a brave fight, but finally had to surrender. The 86% cocoa chocolate clearly dominated, even benefited from the beer bitterness; and in this combination, the Schwarzbier could only perform as a slightly watery background sensation to this chocolate.

 

A Barrel Aged Imperial Stout from the Firestone Walker Brewery in California concluded today’s seminar. Jet black, oily-viscous, highly alcoholic with about 13%, with highly complex aroma and taste sensations, the “Parabola” challenged once again all minds of the seminar participants. A mighty beer; a great beer, to be enjoyed only in tiny amounts, focused on the degustation; a beer that gives proof on how many distinct, yet harmonic aroma and flavour components can occur in a single, accordingly carefully crafted beer.

 

17. Lahnstein Beer Seminar – “Gruitbeer, Bock and Chocolade”

 

Temat 17-go seminarium piwnego w Lahnstein sięga aż do średniowieczu, do okresu, w którym chmielu w Nadrenii jeszcze nieznano. Piwowarzy lokalni używali zioł, które znaleźli w rejonie. Ziołowa mieszańka nazywała się „Gruit” i służyła do poprawienia oraz stabilizowania piwa. Wykładowca seminarium i właściciel browaru Lahnsteiner, Dr. Markus Fohr, w 27-go września 2012-go roku przedstawiał dwie wersje eksperymentalne takiego piwa ziołowego „Gruitbier” – jedna była raczej łagodna, a druga intensywnie poprawiona. Obie były produkowane na bazie mieszanki ziół i przypraw przygotowanej przez firmy „Pfeffersack und Soehne” z Koblencji. Było to ekscytującym początkiem dla nosa, języka i podniebienia.

 

Po tym imponującym początkiem, uczestnicy seminarium wrócili uwagę do wielu możliwych kombinacji czekolad i piw. Pięć różnych rodzajów czekolady (od słodkiej biały poprzez mlecznej do ciemnej z 50, 70 i nawet 86% kakao) skombinowano z trzema rodzajami piw (Schwarzbier, Ciemny Koźlak, Jasny Koźlak) – piętnaście rożnych wrażeń smakowych. Ciemny Koźlak, raczej gorzki, podkreślił i uakcentował gorycz czekolady; a Jasny Koźlak swoim słodowym ciałem podkreślił czekoladowy słodycz. Schwarzbier jednak był w tym kontekście wyzwaniem smaku: Z białą czekoladą skontrastował ekscytująco, choć miał lekką nutę metalyczną. Z czekoladą mleczną rozwijał on nuty kwaśne, a wreszcie z czarnymi czekoladami zaczął się walczyć o dominacji w goryczce – a w tym wyścigu musiał się przyznać do porażki. Nuty kakao 86%-ej czekolady dominowały, nawet korzystywały z goryczy piwa, a Schwarzbier pozostał lekko wodnisty w tle.

 

Barrel Aged Imperial Stout z browaru Firestone-Walker w Kalifornii skończył dzisiejsze seminarium. Czarne jak smoła, lepkie i z 13% wysoko alkoholowe piwo „Parabola” było kompleksowe w aromatach jak i w smaku i wezwało wszystkie zmysły uczestników seminarium. Było to potężne piwo, nadające się do skoncentrowanej degustacji w małych ilościach – piwo, które pokazuje, ile różnych składników smakowych i aromatycznych możę występować w jednym, odpowiednio precyzyjnie warzonym piwie.

 

17. Lahnsteiner Seminarium Piwne – „Gruitbier, Koźlak i Czekolada“

 

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Hachenburger Hopfenpflücker-Fest 2012

 

Seit dem Jahr 2011 baut die Hachenburger Brauerei an der Einfahrt zu ihrem Brauereigelände in einem eigens dafür angelegten Hopfengarten speziellen Aromahopfen der Sorte „Hallertauer Tradition“ an, mit dem sie ihre exklusiven Biere der Reihe „Selection“ herstellt. Nachdem der Westerwald eigentlich keine typische Hopfenregion ist, wird die Ernte dieses Hopfens als besonderes Ereignis zelebriert und mit einem schönen Brauereifest verbunden.

 

Am 23. September 2012 war es wieder soweit: Ab elf Uhr vormittags trafen begeisterte Helfer auf dem Brauereigelände ein und halfen mit, den hervorragend duftenden Hopfen zu ernten. Für jeden Korb voller Dolden (fachmännisch „Hopfen-Metze“ genannt) gab es ein Freibier, und so mangelte es nicht an helfenden Händen. Aber auch für die Nicht-Pflücker war gesorgt. Frisch gezapftes Hachenburger Bier, Souvenir-Verkauf, Livemusik, deftige Küche, eine Hüpfburg für die Jüngsten und Brauereiführungen für die wahren Fanatiker – während dieses Brauereifestes musste sich niemand langweilen.

 

Der frisch eingebrachte Hopfen wird unmittelbar nach der Ernte getrocknet und dann für die nächste Ausgabe des „Selection“-Bieres verwendet. Nach der „Selection 01“, einem India Pale Ale (das während des Hopfenpflücker-Festes auch noch gekauft werden konnte), und der „Selection 02“, einem Porter (leider schon ausverkauft), ist die Neugierde groß, welche Biersorte der Hachenburger Braumeister Heinz Boßlet in Kürze unter der Bezeichnung „Selection 03“ präsentieren wird.

 

Impressionen: Hachenburger Hopfenpflücker-Fest 2012

 

Since 2011, the Hachenburger Brewery grows its own hop in a small hop yard at the entrance to the brewery site. It is a special kind of aroma hops, “Hallertauer Tradition”, which is exclusively used for brewing the special beer series “Selection”. Since the Westerwald region is usually not known for hop farming, the yearly hop harvest is celebrated as a special occasion to organize a beer festival.

 

On 23rd September 2012, the second Hop Pickers Festival took place in Hachenburg. From at 11 o’clock in the morning, the enthusiastic helpers arrived at the brewery and started to harvest the wonderfully smelling hop cones. For each basket full of hop cones (called “Hopfen Metze”), the hop picker got a beer for free – and as a consequence, there was no lack of helping hands. But also the non-pickers did not have to worry for lack of entertainment: Freshly tapped Hachenburger beer, souvenirs, live music, hearty cuisine, a carousel and a bouncy castle for the little ones, and guided brewery tours for the real beer fanatics provided enough entertainment, so that nobody had to worry of being bored.

 

The fresh hops are dried immediately after harvesting and will be used for the next edition of the “Selection” beer only. After “Selection 01” (an India Pale Ale, which could still be bought during this year’s festival) and “Selection 02” (a Porter, which was sold out already), everybody is curiously looking forward to getting the news, what kind of beer brew master Heinz Boßlet will introduce under the name “Selection 03”.

 

Impressions: Hachenburger Hopfenpflücker-Fest 2012

 

Od roku 2011-go, browar Hachenburger ma przy wejściu do browaru swój chmielni sad, gdzie choduje się szlachetny odmiar chmielu „Hallertauer Tradition”. Chmielu tego używa się w browarze tylko i wyłącznie to produkcji eksluzywnych piw pod nazwą „Selection”. A z powodu tego, że Westerwald nie jest rejonem znanym za uprawianie chmielu, roczny zbiór jest dobrą okazją do organizacji festywalu piwnego.

 

23-go września 2012-go roku, koło g. 11-ej, entusjastyczni pomocnicy spotykali się przed browarem i pomagali zebrać fantastycznie pachnący chmiel. Dla każdego koszyka pełnego szyszek chmielu (tak zwany „Hopfen Metze”) wydano piwo za darmo, więc nie brakowało pomagających rąk. A dla nie zbierających, też była rozrywka: świeże piwo Hachenburger z kija, sprzedaż pamiątek, muzyka na żywo, obfita kuchnia, nadmuchiwany zamek dla najmłodszych oraz wycieczki przez browar dla prawdziwych fanatików – nikt nie musiał się nudzić.

 

Świeżo zbierany chmiel natychmiast po zbiorze będzie suszony a następnie wykorzystany do kolejnej edycji piwa „Selection”. Po „Selection 01” (India Pale Ale, które można jeszcze kupić podczas festywalu) i „Selection 02” (Porter, niestety już wysprzedany), ciekawość teraz jest wielka, jaki rodzaj piwa Heinz Boßlet, główny piwowar browaru Hachenburger, będzie warzył pod nazwą „Selection 03”.

 

Wrażenia: Hachenburger Hopfenpflücker-Fest 2012

 

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16. Lahnsteiner Bierseminar – „Die Welt der amerikanischen Kleinbrauereien“

 

Bereits zum 16. Mal fand im Schalander der Lahnsteiner Brauerei das Lahnsteiner Bierseminar statt – und zum ersten Mal hatte ich die Möglichkeit, daran teilzunehmen. Jedes dieser Seminare steht unter einem eigenen Motto, und eben dieses wird – gewissermaßen als Einstiegsüberraschung – erst unmittelbar zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.

 

„Die Welt der amerikanischen Kleinbrauereien“ – das war am 23. August 2012 das Leitthema, und Brauereieigner und Seminarleiter Dr. Markus Fohr hatte zu diesem Thema den Bierbotschafter der Industrie- und Handelskammer und Bierblogger Andreas Fitza aus Mainz eingeladen. Gemeinsam mit seiner Freundin hatte dieser eine Reihe interessanter amerikanischer Biere in zwei großen Kühlboxen mitgebracht und entführte die Seminarteilnehmer in seinem launigen, freien Vortrag auf eine Reise durch die spannende Bierkultur jenseits des Atlantiks – in jeder Etappe begleitet von einem passenden Bier.

 

Noch nicht amerikanisch, aber gleichwohl schmackhaft war der Aperitif, der gereicht wurde, um die Wartezeit bis zum Eintreffen aller Seminarteilnehmer zu überbrücken: Distelhäuser Kellerbier, mild gehopft, naturtrüb und ungefiltert – ein leckeres Sommerbier und ein Durstlöscher als Start in das Seminar.

 

Andreas Fitza begann mit der Darstellung des Quasi-Monopols der geschmacksarmen und billig zu produzierenden Massenbiere, die den amerikanischen Biermarkt bis vor wenigen Jahren dominierten, und präsentierte uns Coors Light – erfrischend, leicht zu trinken, aber auch charakterlos und nahezu völlig geschmacksfrei. Einzige Besonderheit dieses Bieres: Das Etikett der Flasche. Mit einer thermosensitiven Farbe bedruckt zeigt es die schneebedeckten Berge auf dem Etikett blau, wenn das Bier eisgekühlt ist.

 

Dann wurde es aber geschmacklich und biergeschichtlich interessanter: Die Pioniere des amerikanischen Craft Brewing, Sierra Nevada und Samuel Adams wurden mit ihren hopfenaromatischen und geschmacksstarken Bieren vorgestellt: Sierra Nevada Pale Ale und Samuel Adams Boston Lager. Revolutionär im Vergleich zu den wässrigen Produkten des Massenmarkts. Ermutigt von den Erfolgen dieser Biere entwickelte sich der amerikanische Markt weiter, und die Geschmacksvielfalt und ‑intensität wurde vorsichtig ausgelotet. Sei es durch Zugabe von Gewürzen und Früchten (Blue Moon Brewing Company – Wheat Beer mit Koriander und Orangenschalen) oder durch exzessive Hopfung (Sierra Nevada Torpedo Extra IPA).

 

Nach diesem eher zurückhaltenden Heranführen der doch eher konservativ geprägten Seminarteilnehmer an die Intensität möglicher Geschmackeindrücke holte Andreas Fitza dann zum ultimativen Angriff aus und servierte gegen Ende des Seminars zwei Biere der Kategorie der „Jungen Wilden“ – je ein Stout und ein Porter der Flying Dog Brewery, die für ihre Extrembiere bekannt ist. Das Flying Dog Kujo Imperial Coffee Stout mit 8,9% Alkohol, dickflüssig-sämig und mit einem intensiven Kaffeearoma, und das Flying Dog Gonzo Imperial Porter mit 9,2% Alkohol und einer röstigen Malzigkeit, die ihresgleichen sucht, bildeten den geschmacklichen Höhepunkt des heutigen Bierseminars. Zwei Biere, die sicherlich nicht geeignet sind, in der Sommerhitze den Durst zu löschen, sondern, in kleinen Schlucken, eher kontrapunktisch zu einem süßen Dessert, vielleicht einem Vanilleeis genossen werden können.

 

Die für das Seminar eingeplanten anderthalb Stunden waren schon lange vorbei, als die Seminarteilnehmer immer noch heftig mit Andreas Fitza und Markus Fohr diskutierten und ihre Geschmacksempfindungen reflektierten – die geschmackliche Provokation war offensichtlich also gelungen!

 

16. Lahnsteiner Bierseminar – „Die Welt der amerikanischen Kleinbrauereien“

 

For the 16th time already, the Lahnsteiner Brewery hosted the beer seminar in its schalander room; and for me, it was the first time that I had the opportunity to take part. Each of these seminars has its own main topic which is unveiled not before the very beginning of the seminar itself – as a lead-in surprise, so to say.

 

“The World of American Craft Beer” – that was the main topic on 23rd August 2012; and brewery owner and seminar leader Dr. Markus Fohr had invited the beer ambassador of the Commerce and Industry Chamber and beer blogger Andreas Fitza from Mainz. Together with his girl friend, Andreas Fitza has brought two huge coolers with an interesting choice of typical American beers, and he took the seminar participants with his free and humorous presentation onto a journey through the interesting beer culture on the other side of the Atlantic – and at each stage he presented the appropriate beer to his stories.

 

Not yet American, but nonetheless very tasty was the appetizer – which turned out to be a Distelhäuser Kellerbier, mildly hopped, naturally cloudy, and unfiltered; a delicious summer beer and thirst quencher to bridge the time until the arrival of all seminar participants as well as a perfect seminar starter.

 

Andreas Fitza began his presentation with a short reflection about the monopoly of low-flavour and cheaply produced mass lagers that dominated the American beer market a few years ago; and as a typical example he presented some bottles of Coors Light – refreshing, easy to drink, but lacking in character and almost completely tasteless. The only peculiarity of this beer is its label – printed with a thermosensitive colour, it shows the snow covered mountains on the label in bright blue when the beer is ice cold.

 

But now, the presentation became more interesting in both ways, as far as the taste and as far as the beer related history was concerned. The Pioneers of American Craft Brewing, Sierra Nevada and Samuel Adams, were presented with their hop-aromatic and highly flavoured beers: Sierra Nevada Pale Ale and Samuel Adams Boston Lager. These are revolutionary products in comparison to the watery mass market products. Encouraged by the success of these craft beers, the American market continued to develop, and the variety and intensity of flavours was carefully explored; be it by adding spices and fruit (Blue Moon Brewing Company – Wheat Beer, with coriander and orange peel) or by excessive hopping (Sierra Nevada Torpedo Extra IPA).

 

After these rather careful steps to guide the conservative majority of the seminar participants into a world of possible taste impressions, Andreas Fitza pulled out the ultimate attack, and at the end of the seminar he served two beers of the “Young and Wild” category – a Stout and a Porter, each from the Flying Dog Brewery, which is known for its extreme beers. The Flying Dog Kujo Imperial Coffee Stout with 8.9% alcohol, thick, creamy, and with an intense coffee flavour, and the Flying Dog Gonzo Imperial Porter with 9.2% alcohol and a roasty maltiness that is unparalleled, were the highlights of today’s seminar. Two beers that for sure are not dedicated to quench a summer’s thirst, but to be drunk in small sips, contrapuntally to a sweet dessert, for example, or with a bowl of vanilla ice.

 

One and a half hour have been foreseen for the seminar, and the time was long over, as the seminar participants still vigorously discussed their experiences with Andreas Fitza and Markus Fohr – indeed, the provocation of the conservative taste buds obviously was successful!

 

16. Lahnsteiner Beer Seminar – “The World of American Craft Beer”

 

Już 16. raz w szalandrze Browaru Lahnsteiner odbywało się Lahnsteiner Seminarium Piwne – i po raz pierwszy miałem okazję uczestniczyć w nim. Każde z tych seminariów ma swój indywidualny temat, a jako niespodzianka wyjściowa, temat ten jest ogłaszany dopiero na samym początku seminarium.

 

„Świat Amerykańskich Mikrobrowarów” – tak brzmiał temat na 23-ego sierpnia 2012-ego roku; a właściciel browaru i kierownik seminarium, Dr Markus Fohr, na ten dzień zaprosił Ambasadora Piwa Izby Handlu i Przemysłu i Bloggera Piwnego Andreasa Fitzy z Moguncji na wykład. Wraz ze swoją dziewczyną, Andreas Fitza przyniósł dwie olbrzyme chłodziarki pełne całego szeregu ciekawych Amerykańskich piw; a w ciągu ciekawego i humoryssycznego wykładu, razem robiliśmy podróż przez kulturę piwną na drugiej stronie Atlantyku. Każdy etap podróży towarzyszyło odpowiedne piwo.

 

Jeszcze nie Amerykańska, choć smaczna była przystawka, która była serwowana na samym początku podczas czekania na przybycie wszystkich uczestników seminarium: Distelhäuser Kellerbier, lekko chmielone, naturalnie mętne i niefiltrowane piwo – pyszne piwo letnie, które wspaniale gasi pragnienie na gorącym dniu.

 

Andreas Fitza rozpoczął swój wykład z prezentacją monopolu piw masowej produkcji, które zdominowały Amerykański rynek jeszcze kilkanaście lat temu: piwa bez smaku i tanie w produkcji. Przedstawił nam Coors Light – odświeżające, łatwe do picia piwo, ale także bez charakteru i niemal zupełnie bez smaku. Jedyną szczególnością tego piwa jest jego etykieta. Wydrukowana z termoczułym kolorem, pokazuje ona pokryte śniegiem góry w niebiskim kolorze, jeżeli butelka jest dobrze chłodzona, inaczej pokazuje białe góry.

 

Następny etap wirtualnej podróży był ciekawszy: Andreas przedstawił nam pionierów Amerykańskiego piwowarstwa rzemieśłniczego, Sierra Nevada i Samuel Adams, z ich aromatycznymi chmielem i mocnymi w smaku piwami. Rewolucyjne piwa w porównaniu do wodnistych produktów masowego rynku. Zachęcony sukcesem tych piw, amerykański rynek nadal się rozwinął, a różnorodność i intensywność smaków zostały starannie rozwinięte. Bądź w formie piw z dodatkiem przypraw i owoców (Blue Moon Brewing Company – Piwo Pszeniczne z kolendrą i skórką pomarańczową), bądź w formie nadmiernie chmielonych piw (Sierra Nevada – Torpedo Extra IPA).

 

Po tym dość ostrożnym kierowaniu raczej konserwatywnych uczestników seminarium do intensywności możliwych wrażeń smakowych, Andreas Fitza przekonał ostateczny atak na brodawki smaku: Pod koniec seminarium prezentował dwa piwa z kategorii „Młodych i Dzikich”, a mianowicie stout i porter browaru Flying Dog, który jest znany ze swoich ekstremalnych piw. Piwa Flying Dog Kujo Imperial Coffee Stout z 8,9% alkoholu, gęste, kremowe, z intensywnym smakiem kawy oraz Flying Dog Gonzo Imperial Porter z 9,2% alkoholu i ekstremalną paloną słodowością były smakowo kulminacyjnym punktem dzisiejszego seminarium. Dwa piwa, które na pewno nie nadają się do szybkiego gaszenia pragnienia w upalnych, letnich dniach, lecz nadają się do degustacji w małych łykach, kontrapunktowo do słodkiego deseru, jak na przykład do pucharu lodów waniliowych.

 

Przewidywane na seminarium półtora godziny już dawno mineły, a uczestnicy seminarium jeszcze siedzieli, diskutowali z Andreasem Fitzą i Markusem Fohrem, odzwierciedlając ich organoleptyczne wrażenia – Andreasowi Fitzy chyba się udała prowokacja smakowa w dzisiejszym seminarium.

 

16. Lahnsteiner Seminarium Piwne – „Świat Amerykańskich Mikrobrowarów”

 

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Brautag bei „Meiers Lebenslust“ in Hannover – Juli 2012

 

Die Gasthausbrauerei „Meiers Lebenslust“ firmiert unter diesem originellen Namen seit Juni 2012. Die Eigentümer Christine Nardien und Ralph Klemke wollen zeitgemäße deutsche Küche mit regionalen und saisonalen Schwerpunkten und das Brauen von eigenem Bier kombinieren und in der Region rund um den Hannoveraner Aegidientorplatz eine zentrale Anlaufstelle für gutes Essen und gutes Bier werden.

 

Um kräftig die Werbetrommel zu rühren, wurde mit Unterstützung des Braumeisters Ralf Münch am 22. Juli 2012 ein Schaubrauen veranstaltet, zu dem die beste polnische Hausbrauerin eingeladen worden war – Dorota Chrapek, die im Jahr 2010 den Grand Champion der Hausbrauer in Polen gewonnen hatte. Nach ihrem Siegerrezept sollte an diesem Tage ein Belgian Pale Ale gebraut werden, und „Meiers Lebenslust“ hatte dafür nicht nur einen großen Brunch vorbereitet, sondern auch Livemusik von der „Swing Company Hannover“ organisiert und zu einem großen Hausbrauertreffen eingeladen.

 

Das Konzept ging auf. Viele neugierige Gäste fanden sich ein und verbrachten einen außerordentlich interessanten Tag, genossen hervorragendes Essen und leckeres Bier bei mitreißender Musik.

 

Die Fotoberichterstattung spricht in diesem Fall für sich selber – es war ein rundum gelungener Brautag, an dem Dorota ihre Fähigkeiten demonstrierte und alle Gäste auf ihre Kosten gekommen sind:

 

Brautag bei „Meiers Lebenslust“ in Hannover

 

The brewpub “Meiers Lebenslust” (Meier’s Lust for Life) operates under this original name since June 2012. The owners, Christine Nardien and Ralph Klemke, want to combine contemporary German cuisine with seasonal and regional specialties, and to brew own beer in order to become a centre for good food and good beer in the area around the Hanoverian Aegidientorplatz.

 

In order to vigorously spread this news, and supported by brew master Ralf Münch, on 22nd July 2012 a show brewing was organized to which the best Polish home Brewster, Dorota Chrapek, was invited. Dorota, who had won the Grand Champion in 2010, should brew her winning recipe, a Belgian Pale Ale, on 22nd July on the brewing plant at Meiers Lebenslust, and the restaurant owners had not only prepared a great brunch, but also organized live music by the “Swing Company Hannover” and invited to a homebrewers’ meeting.

 

The plan worked. Many curious guests gathered in and spent a very interesting day, enjoyed great food and tasty beer with lively music all over.

 

In this case, the pictorial report speaks for itself – all in all it was a successful brew day, during which Dorota demonstrated her brewing skills and all the guests got their money’s worth:

 

Brew Day at „Meiers Lebenslust“ (Meier’s Lust for Live) in Hannover

 

Browar restauracyjny „Meiers Lebenslust” działa pod tą oryginalną nazwą od czerwca 2012go roku. Właściciele, Christine Nardien i Ralph Klemke, chcą połączyć współczesne dania kuchni niemieckiej z sezonowymi i regionalnymi specjalnościami oraz oferować własne piwo. W ten sposób chcą zostać centrum dla miłośników dobrego jedzenia i dobrego piwa w rejonie dookół hanowerskiego Aegidientorplatz.

 

Celem reklamy, z poparciem przez mistrza piwowara Ralfa Müncha, w dniu 22go lipca 2012go roku zorganizowano warzenie pokazowe z udziałem najlepszej piwowarki domowej w Polsce, Doroty Chrapek. Dorota, która wygrała Grand Champion 2010, miała warzyć piwo według jej receptury zwycieśkiej, a mianowicie Belgijskie Pale Ale. „Meiers Lebenslust” z tej okazji nie tylko zorganizował wspaniały brunch, lecz również muzykę na żywo przez „Swing Company Hannover” i zaprosił na spotkanie piwowarów domowych.

 

Impreza udana. Wielu ciekawych gości się zebrało i spędziło wspaniały dzień, cieszyło się dobrego jedzenia, smacznego piwa oraz muzyki na żywo.

 

Fotorelacja w tym przypadku mówi sam za siebie – pokaz warzenia, podczas którego Dorota wykazała jej umiejetności, był dużym sukcesem, a wszystcy gości byli zadowoleni:

 

Pokaz Warzenia w „Meiers Lebenslust“ w Hannoverze

 

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Brautag in der Stettiner Gasthausbrauerei „Stara Komenda“ – Juli 2012

 

Seit dem 20. September 2011 gibt es mit der „Stara Komenda“ in Stettin – endlich! – eine Gasthausbrauerei, und der Status „Letzte polnische Großstadt ohne Gasthausbrauerei“ hat endlich ein Ende gefunden. Drei Biere werden seitdem hier angeboten, und zwar ein Weizen, ein Helles und ein Bernstein; und gelegentlich gibt es auch ein Sonderbier: Rauchbier, Schwarzbier oder Böhmisches Dunkles standen schon auf der Bierkarte und erfreuten sich großer Beliebtheit bei den Gästen.

 

Am 8. Juli 2012 wagte der junge Eigentümer und Brauer der „Stara Komenda“, Damian Kunach, das Experiment und lud mich ein, ein Ale, also ein obergäriges Bier, auf seiner Anlage zu brauen, um es anschließend als Sonderbier anbieten zu können. Nach langen Diskussionen und vorsichtigem Abwägen entschieden wir uns für ein American Pale Ale – kräftig, aber nicht übermäßig gehopft, hell und spritzig-aromatisch. Auf Basis von Pilsener Malz, mit einer kräftigen Portion „Hallertauer Tradition“ aus Spalter Anbaugebiet als Grundhopfung, und mit viel amerikanischem „Willamette“ als Aromahopfen für eine erdig-grasige und gleichermaßen fruchtige Note. Zur Vergärung kam die Fermentis Trockenhefe US-05 zum Einsatz.

 

Der Sonntag begann schon früh – um acht Uhr standen wir bereits an der Malzmühle und schroteten das Malz, dann wurde die Kaspar-Schulz-Anlage auf mein Maischeprogramm umprogrammiert und eingemaischt. Während dieses Programm automatisch ablief, war Zeit, den Gärtank zu reinigen und zu desinfizieren und in einem Aufwasch auch die Schankanlage zu reinigen – schließlich wurden gegen Mittag ja schon die ersten Gäste erwartet. Als wir die Maische in den Läuterbottich umpumpten, erwachte das Gasthaus langsam zum Leben. Die Putzfrauen kamen, wenig später der Koch und schließlich auch das Thekenpersonal, und während des Läutervorgangs und des zweimaligen Schwänzens füllte sich der Schankraum mit Gästen. Normaler Braueralltag, halt.

 

Überrascht stellten wir fest, dass die Ausbeute deutlich höher lag, als erwartet, und die Bierwürze fast 14% Stammwürze aufwies. Um nicht aus der vorgesehenen Steuerklasse hinaus zu rutschen, musste Damian den zweiten Sud für den Folgetag ein wenig dünner ansetzen – im Gärtank kommen immer zwei Sude für ein Bier zusammen.

 

Nun noch Austrebern und den Läuterbottich reinigen. Nach einer kleinen Mittagspause und einem deftigen Imbiss war es dann Zeit für das Hopfenkochen, und während die Brüden sachte durchs Brauhaus zogen, war Gelegenheit für ein erstes Resümee. Brauen auf einer professionellen Anlage macht signifikant weniger Arbeit als daheim im Einkochtopf – aber eigentlich genauso viel Spaß. Zwar ist vieles automatisiert, dafür sind aber wesentlich mehr Parameter zu kontrollieren und viele andere Dinge zu beachten, die daheim keine Rolle spielen.

 

Zu guter Letzt wurde die Würze durch den Plattenkühler in den Gärtank gepumpt und der große Klotz Trockenhefe geöffnet und über die kalte Würze gestreut. Noch einmal die Anlage gründlich durchspülen, und für heute war die Arbeit getan. Für mich als reiner Hobbybrauer eine schöne Erfahrung, und nun bleibt lediglich zu hoffen, dass der Sud geschmacklich das halten wird, was wir uns davon versprochen haben.

 

Brautag in der Stettiner Gasthausbrauerei „Stara Komenda“

 

On 20th September 2011, when the “Stara Komenda” brewpub opened its doors, Szczecin finally lost its status as “Last major Polish city without a brewpub”. Since then, three beers are regularly on offer in the Komenda’s bar: a wheat, a light beer and an amber; and sometimes the visitor can find a seasonal or special beer, for example a smoked beer (“Rauchbier”), a black beer (“Schwarzbier”) or a Bohemian style dark beer. All of these enjoy great popularity among the guests.

 

On 8th July 2012, the young owner and head brewer of the “Stara Komenda”, Damian Kunach, dared to take an experiment and invited me to brew an ale, a top-fermented beer, on his brewing plant; he planned to offer this as one of the specials. After lengthy discussions and careful weighing, we decided on an American Pale Ale – strongly, but not overly hopped, light, tangy and aromatic. Based on Pilsener malt, with a hefty dose of “Hallertauer Tradition” from the Spalt provenience as the base hops, and with a lot of American “Willamette” as flavouring hops for an earthy, grassy and equally fruity note. Dry yeast for fermentation should be the Fermentis US-05.

 

Sunday started early – already at eight o’clock we stood at the malt mill and ground the malt, then we reprogrammed the Kaspar Schulz plant according to my mash scheme, and then we started the mashing process. As this programme ran automatically, we used the time to clean and disinfect the fermentation vessels and cleaned in one go the dispensing systems – after all, the first regular guests are expected to drop in around noon. When we pumped the mash from the mashing vessel to the lauter tun, the restaurant awoke slowly to life. The cleaning ladies dropped in, a moment later the cook showed up, and finally the barmaid, and whilst the lauter process was still ongoing, the tap room filled with the first guests – just a normal everyday’s experience in the brewpub.

 

When we checked the gravity for the first time, we were surprised that the yield was higher than expected – the wort showed about 14% of original gravity. In order not to cross the tax class limit, Damian has to brew the second batch tomorrow a little thinner – both batches will be mixed in the fermentation vessel.

 

Next step was to clean the lauter tun from the spent grains, and then it was time for a break and a hearty lunch. Whilst the wort was boiling and the vapours draught gently through the brewery, there was time for a first résumé: Brewing on a professional plant is significantly less work than at home with the electric cooker – but it is just as much of fun. Although much is completely automated, there are much more parameters to control, and many things to observe that do not play a role at home.

 

Finally, we pumped the wort through the plate cooler into the fermentation vessel and opened the large brick of dry yeast. Carefully, I spread it over the cold wort. A last time, we cleaned the Kaspar Schulz plant and flushed every single pipe thoroughly. For today, the work was done. For me as a pure amateur brewer, it was a nice experience, and now, we just have to wait, whether the beer in fact will taste the way it ought to.

 

Brewday in the Szczecin Brewpub “Stara Komenda”

 

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1. Hausbrauertreffen in Berlin-Schmöckwitz – Juni 2012

 

Am Ufer der Dahme, direkt am Wasser, fand am 30. Juni 2012 in Berlin-Schmöckwitz das 1. Berliner Hausbrauertreffen statt. Bereits seit einigen Monaten war es in Planung gewesen; Hagen als Initiator hatte sich bereitwillig erklärt, sein riesiges Grundstück direkt am Dahmeufer zur Verfügung zu stellen.

 

Beginnend ab etwa 15:00 Uhr trudelten die Berliner Hausbrauer ein – wobei der Großraum Berlin wirklich weit gefasst war, schloss er doch den Bereich bis zum Südharz / Sangerhausen und bis zum pommerschen Stettin mit ein. Während sich größere Mengen an Kühlboxen im Schatten stapelten, zeigte Hagen zunächst stolz sein bereits seit 18 Stunden sachte vor sich hin schmorendes „Pulled Pork“ auf dem Grill vor, bevor sich die Hausbrauer dann bei angesichts der schwülen Hitze zunächst noch alkoholfreien Getränken vorsichtig beschnupperten.

 

Die wenigsten der etwa 15 Teilnehmer hatten sich vorher bereits kennengelernt, und so war die Neugier auf die auszutauschenden Erfahrungen, auf die mitgebrachten Biere und auf die zahlreichen Brauer-Anekdoten natürlich groß. Dementsprechend dauerte es auch nicht lang, bis die lang ersehnte Bierprobe begann.

 

Bei leckerem Essen (nicht nur das „Pulled Pork“, sondern auch die „Bacon Bomb“ und das auf offenem Lagerfeuer im Kessel gekochte Chilli waren hervorragend) und exzellenter Laune wurden fast dreißig verschiedene Biere verkostet:

 

1. Pinta – A la Grodziskie

2. Flying – Holunder

3. Pinta – Odsiecz Wiedeńska

4. Eschenbräu – Berliner Alt

5. Pinta – Ognie szczęścia

6. Wippraer – Schwarzbier

7. Pinta – Imperial Wit

8. Berliner – Blondes Flandern

9. Pinta – Dobry Wieczór

10. Gambas – Bullwasher IPA

11. BraumeisterAndy – Chocolate Stout

12. Pinta – Dymy Marcowe

13. Flying – Falconer's Flight IPA

14. Worrich's Brauhaus – Forster Zwickel

15. Bergbiere – Kriekerischer Saches Lambik

16. BraumeisterAndy – Weizendoppelbock mit Nelson Sauvin

17. Gambas – IPA

18. Berliner – Golding Pils

19. BasherMcGee – Lager

20. Berliner – Wiener Garde

21. BasherMcGee – Weizen

22. Gambas – 1. Advent Maibock

23. Berliner – Böhmerwald

24. Südstern – EM-Pils

25. Berliner – Citra Festival

26. Berliner – Rauschgold

27. Andrzej – Rauchbock (polnischer Champion 2012)

 

Eine hervorragende Auswahl, und besonders überraschend war, dass die Masse der hausgebrauten Biere mit den kommerziellen Beispielen qualitativ locker mithalten, ja, sie sogar häufig geschmacklich übertreffen konnte.

 

Während die Mehrzahl der Hausbrauer gegen zwei Uhr morgens die Waffen streckte, schaffte es ein harter Kern in der Tat, bis viertel nach sieben in der Frühe durchzuhalten, bevor es dann doch genug war.

 

Insgesamt ein lustiges und fröhliches Treffen, das dank der Gastfreundschaft von Hagen und Andrea in idealer Atmosphäre stattfand und mit perfekter Verpflegung glänzte. Schnell war am nächsten Morgen klar, dass es nächstes Jahr unbedingt zu einer Wiederholung kommen sollte!

 

1. Hausbrauertreffen in Berlin-Schmöckwitz

 

On the banks of the Dahme River, directly at the water in Schmöckwitz, the 1st Berlin home brewers’ meeting took place on 30th June 2012. For several months, it had been planned, and initiator Hagen agreed to organize it on his premises at the Dahme shore.

 

Starting at about 15:00 h, the Berlin home brewers arrived – and in this context the wider Berlin area has to be understood as including the Southern Harz region with Sangerhausen as well as Szczecin in Pomerania. Whilst larger amounts of coolers have been stored somewhere in the shadow, Hagen showed proudly his “pulled pork”, a huge portion of pork prepared in his large grill for about 18 hours; and then the home brewers started to quench their thirst with non-alcoholic drinks.

 

Very few of the approximately 15 participants had met before, and the curiosity concerning exchanging experiences, tasting homebrew, and hearing numerous anecdotes was big, of course. Consequently, it did not take long until the beer degustation started.

 

Accompanied by good food (not only the “pulled pork”, but the “bacon bomb” and the chilli boiled in a kettle on the open fire have been outstanding) and in an excellent mood, about thirty different beers were evaluated and tasted:

 

1. Pinta – A la Grodziskie

2. Flying – Elderflower

3. Pinta – Odsiecz Wiedeńska

4. Eschenbräu – Berliner Alt

5. Pinta – Ognie szczęścia

6. Wippraer – Schwarzbier

7. Pinta – Imperial Wit

8. Berliner – Blondes Flandern

9. Pinta – Dobry Wieczór

10. Gambas – Bullwasher IPA

11. BraumeisterAndy – Chocolate Stout

12. Pinta – Dymy Marcowe

13. Flying – Falconer's Flight IPA

14. Worrich's Brauhaus – Forster Zwickel

15. Bergbiere – Kriekerischer Saches Lambik

16. BraumeisterAndy – Weizendoppelbock mit Nelson Sauvin

17. Gambas – IPA

18. Berliner – Golding Pils

19. BasherMcGee – Lager

20. Berliner – Wiener Garde

21. BasherMcGee – Wheatbeer

22. Gambas – 1. Advent Maibock

23. Berliner – Böhmerwald

24. Südstern – EM-Pils

25. Berliner – Citra Festival

26. Berliner – Rauschgold

27. Andrzej – Rauchbock (Polish Champion 2012)

 

An excellent choice, and it was particularly surprising that the majority of the home-brewed beers could easily compete with the commercially brewed examples; indeed, they could sometimes even beat them.

 

While the majority of the home brewers stretched their arms against two o’clock in the morning and went to bed, a small group of hard core party animals made it until a quarter past seven in the morning…

 

Overall, it was a great meeting with a lot of fun which – thanks to the hospitality of Hagen and Andrea – took place in an ideal atmosphere and could surprise with perfect meals and beers. The next morning, it quickly became clear that in 2013 there should be a repetition of this great meeting!

 

1. Home Brewers‘ Meeting in Berlin-Schmöckwitz

 

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Hausbrauertreffen zu Ehren des Stettiner Grand Champion 2012

 

Am 16. Juni 2012 hatte der junge Stettiner Polizist Andrzej Miler beim größten polnischen Hausbrau-Wettbewerb mit seinem Rauchbock den Gesamtsieg errungen und war unter begeistertem Beifall vieler hundert polnischer Hausbrauer und Bierliebhaber zum Grand Champion 2012 gekürt worden. Als Belohnung darf er nun im September 2012 in der Brackie Schlossbrauerei in Cieszyn sein Bier in kommerziellem Maßstab (750 Hektoliter) brauen, und ab 6. Dezember 2012 wird dieses Bier in ganz Polen mit Unterstützung der Großbrauerei Żywiec vermarktet werden.

 

Grund genug für die Stettiner Hausbrauerszene, Andrzej mit einem extra anberaumten Hausbrauertreffen im Pub „Pivaria“ zu ehren und ihn gebührend zu feiern. Wie immer waren zahlreiche Brauer und Bierliebhaber erschienen, und der Pub-Inhaber Krzysztof Żurawski hatte es sich nicht nehmen lassen, seinen Pub entsprechend zu dekorieren und vorzubereiten.

 

Die Fotostrecke vom Hausbrauertreffen spricht sicherlich für sich und bedarf keiner weiteren Kommentierung, und so sei der weitere Text der Berichterstattung nun auf das Rezept des Siegerbieres beschränkt:

 

Andrzej Milers Rauchbock – Grand Champion 2012

 

Schüttung: 1,7 kg Steinbach Rauchmalz, 2,2 kg Weyermann Münchner Malz, 2,2 kg Weyermann Pilsener Malz, 0,2 kg Weyermann Caramunich III, 0,2 kg Weyermann Cararoma, 0,3 kg Weyermann Melanoidinmalz 80 EBC, 0,4 kg Biscuit Malz 50 EBC.

 

Maischen: 10' bei 52°, ein Grad pro Minute aufheizen, 10' bei 67°, 50' bei 71°.

 

Kochen 60': zu Beginn 25 g Mittelfrüh 5,2 % alpha und 40 g Lubelski 3 % alpha, 5' vor Kochende 10 g Saazer 4% alpha, (alles Pellets).

 

Ergebnis: 25 l mit 16,5 bis 17° P

 

Vergärung: Wyeast #2308 (Münchner Lager)

 

Soweit also Andrzejs Siegerrezept. Und hier die Foto-Berichterstattung:

 

Hausbrauertreffen Grand Champion 2012

 

On 16th June 2012, the young Szczecin police officer Andrzej Miler has won Poland’s largest homebrew competition with his smoked strong lager (Rauchbock), and under enthusiastic applause by hundreds of Polish home brewers and beer aficionados was awarded the Grand Champion 2012. As a reward, he now may brew his Rauchbock on commercial scale (750 hectolitres) in the Brackie Castle Brewery in Cieszyn, and from 6th December 2012 on, this beer will be promoted all over Poland, with support of the large brewery Żywiec.

 

This is reason enough to honour Andrzej with an extraordinarily scheduled home brewers’ meeting in Szczecin’s fine Pub “Pivaria”. As always, a lot of home brewers and beer lovers had shown up, and the pub owner Krzysztof Żurawski had decorated his pub accordingly.

 

The photo gallery of this home brewers’ meeting speaks for itself and needs no further comment; thus, this text shall be limited now to the prescription of the award winning beer:

 

Andrzej Miler’s Rauchbock – Grand Champion 2012

 

Malts: 1,7 kg Steinbach smoked malt, 2,2 kg Weyermann Munich malt, 2,2 kg Weyermann Pilsener malt, 0,2 kg Weyermann Caramunich III, 0,2 kg Weyermann Cararoma, 0,3 kg Weyermann Melanoidin malt 80 EBC, 0,4 kg Biscuit malt 50 EBC.

 

Mashing: 10' at 52°, heating up one degree per minute, 10' at 67°, 50' at 71°.

 

Boiling 60': at the very beginning 25 g Mittelfrüh 5,2 % alpha and 40 g Lubelski 3 % alpha, 5' before end of boil 10 g Saazer 4% alpha, (all Pellets).

 

Result: 25 l with about 16,5 bis 17° P

 

Fermentation: Wyeast #2308 (Munich Lager)

 

So much for Andrzej’s winning recipe. And here is the photo gallery:

 

Home Brewers‘ Meeting Grand Champion 2012

 

16go czerwca 2012go roku, młody policjant Andrzej Miler ze Szczecina wygrał największy w Polsce konkurs piw domowych swoim wędzonym koźlakiem (Rauchbock), a pod entuyjastycznym aplauzem setek piwowarów domowych i miłośników piwa został nagrodzony tytułem Grand Champion 2012. We wrześniu 2012, Andrzej może warzyć swój Rauchbock według swojej receptury na skali przemysłowej (750 hektolitrów) w Brackim Browarze Zamkowym w Cieszynie, a przy wsparciu dużego browaru Żywiec, piwo to będzie się znajdowało od 6go grudnia 2012go roku w sklepach piwnzch w całej Polski.

 

To było powód wystarczający, aby uczcić Andzreja szczególnym spotkaniem Szczecińskich piwowarów domowych i świętować go w pubie „Pivaria”. Jak zawsze, wielu piwowarów domowych i piwoszy pojawiło się, a właściciel pubu Krzysztof Żurawski dekorował i przygotował swój pub odpowiednio.

 

Galeria zdjęć spotkania piwowarów domowych mówi sama dla siebie i nie wymaga dalszego komentarza, więc dalsza treść raportu ograniczy sie do receptury zwycięskiego piwa:

 

Andrzej Miler’s Rauchbock – Grand Champion 2012

 

Zasyp:

1,7kg – słód wędzony Steinbach

2,2kg – słód monachijski weyermann

2,2kg – słód pilzneński weyermann

0,2kg – słód caramunich typ III weyermann

0,2kg – słód cararoma weyermann

0,3kg – słód melanoidowy 80 EBC weyermann

0,4kg – słód Biscuit 50 EBC

 

Zacieranie:

10 minut – 52 stopnie

podgrzewanie ok 1 stopień na min.

10 minut – 67 stopni

50 minut 71 – 72 stopnie

 

Gotowanie: 60 minut

60 minut – 25g 5,2% AK Mittelfruch

60 minut – 40g 3% AK Lubelski

5 minut – 10g 4% AK Sazz

 

Wybicie:

25litrów po chmieleniu i wystudzeniu ; 16,5 – 17 BLG.

 

Drożdże:

Wyeast 2308 Munich Lager)

 

Tyle o wygranej recepturze Andrzeja. A oto foto-galeria:

 

Spotkanie Piwowarów Domowych Grand Champion 2012

 

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Auf den Spuren des Grätzer Biers

Die Kommission zur Wiederbelebung des Grätzer Biers auf Erkundung in Grodzisk Wielkopolski

 

Das Piwo Grodziskie (Grätzer Bier), einst ein in ganz Mitteleuropa bekannter Bierstil, ist Ende der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts ausgestorben. Die Brauerei in Grodzisk Wielkopolski (Grätz) wurde geschlossen, und das Grätzer Bier geriet langsam in Vergessenheit. Nur einige polnische Hausbrauer haben gelegentlich versucht, diesen Bierstil nachzubrauen: Ein leichtes, schwach rauchiges und erfrischendes, hoch gespundetes Weizenbier. Um diese Bemühungen zu unterstützen und zu koordinieren, hat die Polnische Hausbrauervereinigung (Polskie Stowarzyszenie Piwowarów Domowych – PSPD) am 13. Dezember 2011 die Kommission zur Wiederbelebung des Grätzer Biers ins Leben gerufen: Andrzej Sadownik, Andrzej Smyk, Jan Szała und Volker R. Quante.

 

Die Geschichte des Brauwesens in Grodzisk Wielkopolski (Grätz) reicht mehr oder weniger gut dokumentiert etwa 700 Jahre in die Vergangenheit. Zunächst im eher häuslich-handwerklichen Maßstab, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts auch vorindustriell wurde – wie auch im Rest Europas populär – ein helles, erfrischendes Weizenbier gebraut. Bedingt durch die damalige Verfahrensweise beim Mälzen hatte das Bier stets einen leichten Rauchgeschmack, der vom Darren in der Mälzerei auf offenem Feuer herrührte.

 

Trotz des Siegeszuges der hellen Lagerbiere des Pilsener Typs im 19. Jahrhundert blieben die Grodzisker Brauereien ihrem Stil treu und hielten am hellen Weizenbier fest. Zwar kristallisierte sich das leichte Weizen mit einer – zumeist – zu 100 % aus Weizenmalz bestehenden Schüttung und einer Stammwürze von gerade mal 7,7 % als wichtigster und klassischer Bierstil heraus, daneben wurden aber auch stärkere Versionen mit 12 % beziehungsweise 14 % Stammwürze gebraut, und sogar ein dunkles, „Bernardyńskie“ genanntes Bier mit 14 % Stammwürze fand sich im Produktportfolio.

 

Das berühmteste und beachtenswerteste Bier aus Grätz war und blieb jedoch das leichte Weizen. Mit seinem niedrigen Alkoholgehalt von gerade einmal 3,1 Vol. % wurde es seinerzeit als „nahezu alkoholfrei“ beworben. Erfrischend und prickelnd und mit einer ganz schwachen Rauchnote galt es als ideales Erfrischungsgetränk im Sommer. Eingeschenkt in einen typischen Pokal, einem auf der Spitze stehenden, sich weit öffnenden Kegel, bildete es eine feine Schaumkrone und perlte aufgrund seiner hohen Spundung mehr als eine Viertelstunde lang fein vor sich hin.

 

Nach der politischen Wende Anfang der neunziger Jahre gelang es der letzten verbliebenen Brauerei in Grodzisk trotz Kapitals der Lech-Brauerei aus Posen nicht, am Markt zu überleben. Nicht nur die eigene Mälzerei, die bis fast zum Schluss das leicht rauchige Weizenmalz herstellte, sondern auch die Brauerei und die Abfüllerei wurden Ende der neunziger Jahre geschlossen, und der Bierstil verschwand vom Markt. Moderne Premium-Biere, leichte und geschmacksarme Lagerbiere traten im polnischen Biermarkt an seine Stelle.

 

In der Gemeinde Grätz bemühte man sich, einerseits einen Investor für die langsam vor sich hin rottenden Brauereigebäude zu finden, und andererseits das Bier nicht völlig in Vergessenheit geraten zu lassen. Für die Hausbrauer in Polen wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, der seit Mitte des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts jährlich stattfindet, und bei dem es darum geht, das Original Grätzer Bier so exakt wie möglich nachzubrauen. In der Jury sitzen ehemalige Mitarbeiter der Brauerei, die das Original nicht nur selber hergestellt, sondern auch täglich getrunken haben, und deren Erinnerung der einzige Maßstab geblieben ist, anhand dessen die modernen Sude auf Ähnlichkeit zum Original überprüft und bewertet werden können.

 

Seit etwa 2010 beginnt sich das Interesse am Grätzer Bier zu intensivieren. Nicht mehr nur Hausbrauer versuchen, Grätzer Bier zu brauen. So hat eine Gasthausbrauerei in Lublin einmal ein Bier im Grätzer Stil hergestellt und durchaus erfolgreich verkauft, und insbesondere in den Vereinigten Staaten gab es erste Versuche, ein Piwo Grodziskie oder „Gratzer“, wie es dort genannt wird, herzustellen. Pionier dabei war Fritz Briem von der Münchner Doemens Akademie und dem Sibel Institute of Technology in Chicago. Er hat im Herbst 2011 zusammen mit der Schloss-Brauerei Au / Hallertau ein „Grätzer Ale“ gebraut und in den Vereinigten Staaten erfolgreich vermarktet.

 

Die nächste Initiative auf dem US-amerikanischen Markt kam von der Krebs Brewing Company, besser bekannt unter dem Markennamen ihres Choc Beers, aus Oklahoma. Shawn Scott, ein deutsch sprechender Hausbrauer mit einem Faible für Polen, hat viel in Archiven gestöbert und Informationen über das Grätzer Bier zusammengetragen. Seine Freundschaft mit dem Choc-Braumeister Michael Lalli brachte die Brauerei auf die Idee, ein Grätzer Bier zu kreieren, und Anfang 2012 wurden drei Probesude mit leicht unterschiedlichen Rezepturen eingebraut.

 

Dies war der Moment, in dem die Kommission zur Wiederbelebung des Grätzer Biers ins Spiel kommt. Schon vor Gründung der Kommission am 13. Dezember 2011 waren Kontakte zu Shawn Scott hergestellt worden, und während der Brau Beviale in Nürnberg im November 2011 traf man sich persönlich in Bamberg. Informationen, Archivdokumente und Rezepturen wurden ausgetauscht, und während die Kommission in Polen begann, vorhandenes Material zu sichten, zu analysieren und mögliche Rezepturen auszuarbeiten und im häuslichen Maßstab auszuprobieren, machte sich Shawn Scott mit der Choc-Brewery direkt ans Brauen der drei Probesude. Von jedem der Sude wurden ein paar Flaschen sorgfältig verpackt auf die große Reise geschickt – sie trafen unversehrt Anfang April in Polen ein, und so beschloss die Kommission, für den 28. April 2012 in Grodzisk eine Verkostung dieser ersten kommerziellen Choc-Proben anzusetzen.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Ältestenrats der Stadt und des Bierliebhabers Marian Bochyński wurde ein Raum im Kulturzentrum „Rondo“ reserviert und fünf ehemalige Mitarbeiter der Grätzer Brauerei zur Verkostung gebeten. Zweieinhalb Stunden lang wurden die drei Bierproben aus den Vereinigten Staaten analysiert, aber auch Andrzej Smyk, Jan und Wojciech Szała und Andrzej Sadownik hatten Proben ihrer selbstgebrauten Biere im Grätzer Stil dabei, die ebenfalls verkostet wurden. Die detaillierten Diskussionen, aber auch die Anekdoten aus der Zeit, als Brauerei und Mälzerei noch in Betrieb waren, lieferten eine unglaubliche Menge an Informationen und Details über das Bier, und es wurde deutlich, dass manche der amerikanischen und polnischen Bierproben tatsächlich schon sehr nahe am Originalgeschmack lagen. Besonders schön war, dass zwei Originalgläser zur Verfügung standen, so dass die Biere nicht nur nach Geruch und Geschmack bewertet werden konnten, sondern auch danach, ob sie im Glas das typische Schaumverhalten zeigten und so wie das Original eine Viertelstunde lang vor sich hin perlen konnten.

 

An die ausgiebige und detaillierte Verkostung schloss sich ein Besuch im Stadtmuseum an. Obwohl sonnabends dort Ruhetag ist, war extra für die Kommission geöffnet worden, und neben den allgemeingeschichtlich interessanten Exponaten interessierte man sich natürlich insbesondere für die Sammlung alter Flaschen, Gläser und Dokumente der Grätzer Brauereien. Etiketten, Untersetzer und Werbematerialien, zum Teil sogar noch aus der Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts, konnten hier bestaunt werden.

 

Fehlte also nur noch das Original, also die Brauerei selbst. Und auch hier hatte die Kommission die Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern. Zwar steht die alte Ruine noch unweit des Stadtzentrums in der Posener Straße (ulica Poznańska), aber seit Schließung der Brauerei vor über fünfzehn Jahren ist alles geplündert worden, was noch irgendeinen Wert darstellte und irgendwie abtransportiert werden konnte. Die Mitglieder der Kommission kletterten im alten Sudhaus herum und versuchten, sich vorzustellen, wie die Produktionsabläufe im Einzelnen ausgesehen haben mögen. Auf der Tenne der ehemaligen Mälzerei fanden sich noch einige alte Dokumente – Einkaufslisten, Rechnungen und Lieferverträge. Alles nichts Brauchbares, um das Bier wieder neu zu erschaffen, aber dennoch mit der Freude verbunden, einmal ein Originaldokument von damals in der Hand zu halten.

 

Zum Abschluss des ersten Ortstermins der Kommission übergab Jan Szała den anderen Kommissionsmitgliedern noch je eine Phiole mit Hefeproben – ein Hefestamm, den er in den vergangenen Monaten aufwendig isoliert hat und der in seinen Gäreigenschaften dem Orginal Grätzer Hefestamm sehr nahe kommen soll. Eine hervorragende Hilfestellung, um daheim das Piwo Grodziskie selber nachbrauen zu können.

 

Die Vertreter der Stadt hatten während des Treffens mehrfach deutlich gemacht, dass sie sich vorstellen könnten, dass ein Investor das alte Brauereigelände samt der Gebäude übernähme und die Tradition des Grätzer Bieres wiederbelebe. Mittlerweile seien genug Informationen vorhanden, um ein Bier ähnlich dem Original brauen zu können – aber der Zustand der Gebäude erfordere doch einiges an Kapital. Die Kommission ist sicherlich bereit, hier mit Informationen und eigenen Erfahrungen zu unterstützen – aber es bleibt abzuwarten. Nicht nur, ob sich ein Investor findet, sondern auch, ob dieser dann bereit ist, das Bier tatsächlich im damaligen Stil zu brauen – oder ob es ihm nur darum geht, die Rechte an der Marke „Grätzer Bier“ / „Piwo Grodziskie“ zu bekommen und unter diesem Namen dann alles Mögliche zu vermarkten.

 

Auf den Spuren des Grätzer Biers

 

Nicht nur die regionale Presse berichtete über die Veranstaltung:

 

Zeitungsartikel 1

 

Zeitungsartikel 2

 

Zeitungsartikel 3

 

sondern auch auf der Internet-Seite des Sejm-Abgeordneten des Landkreises Grodzisk, Killion Munyama, erschien eine kurze Notiz:

 

Kurzbericht Killion Munyama

 

Tracking the Traces of the Grätzer Beer – The Commission for the Revival of the Grätzer Beer.

 

The Piwo Grodziskie (Grätzer Beer), once a beer style known throughout Central Europe, got extinct at the end of the nineties of the twentieth century. The brewery in Grodzisk Wielkopolski (Grätz) was closed, and people started to forget about the Grätzer Beer. Only some Polish home brewers tried once in a while to recreate this famous beer style: A light, subtly smoked and refreshing, highly carbonated wheat beer. In order to support these attempts, the Polish Homebrewers Association (Polskie Stowarzyszenie Piwowarów Domowych – PSPD) founded the Commission for the Revival of the Grätzer Beer: Andrzej Sadownik, Andrzej Smyk, Jan Szała and Volker R. Quante.

 

The more or less well documented history of brewing in Grodzisk Wielkoposlki (Grätz) reaches back around 700 years. At the beginning in rather home sized scale, but from the middle of the sixteenth century also in pre-industrial way, craftsmen and small breweries produced what once was European standard: a light, refreshing wheat beer. Due to the old fashioned malting techniques, where the kilned malt was dried on open fires, the beer always had a subtle smoked taste.

 

Despite the huge success gained by the light, pilsner style lager beers in the second half of the nineteenth century, the breweries in Grodzisk stuck to their old fashioned beer style and continued to brew light wheat. Alongside the standard and most important Grodzisk Wheat Beer made from 100 % wheat malt with an original gravity of about 7,7° P, the Grodzisk breweries produced also stronger versions with 12° or 14° P and developed also a so called “Bernardyńskie”, a dark beer with 14° P.

 

However, the most famous and best known Grätzer Beer was and had always been the light wheat. With its low alcohol content of about 3,1% vol., the breweries advertized it as a “nearly alcohol free” beer. Refreshing and tingly, with a very subtle smoked aroma, it was considered as a perfect thirst quencher for the summer. Poured into a typical glass, an open cone, standing on its tip, it developed a fine and stable head and due to its high carbonation, it could sparkle for more than a quarter of an hour.

 

After the political changes at the beginning of the nineties, and despite some stocks and investments made by the Lech Brewing Company from Poznań, the last remaining brewery in Grodzisk was not able to survive. Not only the own malting plant, but also the filling plant and the brewery itself were closed end of the nineties, and the Grätzer Beer vanished from the shelves and bars. Modern premium lager beers, light and poor in taste, replaced it at the top ranking positions in the Polish beer market.

 

On one hand, the City of Grodzisk tries to find an investor for the slowly degrading building of the brewery, and on the other hand to fight against forgetting the Grodzisk beer style. Since about 2005, the city organizes a yearly home brewers’ contest. The aim is to re-create the original Grätzer Beer as exact as possible. Former employees of the Grodzisk Brewery are in the jury – they have not only brewed and bottled this beer, but drunken in regularly, too. Their memory serves as a benchmark for the modern brews, supporting their decision, which of the beers comes closest to the original.

 

Starting in 2010, the interest in Grätzer Beer grew. Not only home brewers try to produce Grätzer Beer. Once, a brewpub in Lublin produced a beer in the Grätzer style and sold it quite successfully. And we also find first attempts in the United States to brew Grodzisk Beer, or “Gratzer”, as they call it over there. One of the pioneers in brewing “Gratzer” was Fritz Briem from the Doemens Academy in Munich and the Sibel Institute of Technology in Chicago. Together with the Schloss Brewery in Au / Hallertau, he produced a “Grätzer Ale” and sold it successfully on the US market.

 

The next US American initiative came from the Krebs Brewing Company, Oklahoma, better known for its beer brand “Choc Beer”. German speaking home brewer Shawn Scott loves Poland and its beers, and browsing old archives, he collected a lot of information about the Grätzer Beer. His friendship to Choc brewmaster Michael Lalli paved the way for creating a Grätzer Beer, and beginning in 2012, the brewery produced three test batches with slightly different recipes.

 

That is the moment, in which the Commission comes into the game. Already before having implemented the Commission on 13th December 2011, contact to Shawn Scott was established, and during the Brau Beviale trade fair in Nürnberg in November 2011 he met members of the future Commission. Information, documents and recipes have been exchanged, and while the Commission started to browse the materiel, analyzed the content and developed possible recipes, testing them on home brewers’ scale, Shawn Scott and the Choc Brewery started immediately with the three test batches. Some bottles from each test batch have been wrapped carefully and sent for the long trip to Poland – after having arrived in April, the Commission decided to organize an official degustation for these commercial test brews on 28th April 2012 in Grodzisk.

 

With friendly support from the city’s Council of Elders and beer afficionado Marian Bochyński, a room in the cultural centre “Rondo” was prepared, and five former employees from the Grodzisk Brewery were invited for the degustation. Two and a half hour long, each of the brews from the United States was analyzed, and so were as well the self made brews from Andrzej Smyk, Jan and Wojciech Szała and Andrzej Sadownik. Detailed discussions as well as anecdotes from the period when brewery and malting plant have still been up and running provided a huge amount of interesting information and details about the beer. Soon it became clear that some of the American and Polish brews are quite close to the original. It was very much appreciated that the Commission had provided two original Grodzisk beer glasses, so that the beers could not only be evaluated by aroma and taste, but also by the fact whether they developed the typical foam head and could sparkle as long as the original.

 

Following the thorough and detailed degustation, a visit in the city’s museum took place. It is usually closed on Saturdays; however, had been opened especially for the Commission. Besides overall historic documents and exhibits, our attention was drawn to the nice collection of old bottles, glasses and documents, including some labels, coasters and advertisements that were even hundred years old.

 

Only a visit in the original brewery was lacking at that moment. But the Commission should get the opportunity to broaden its horizon concerning the brewery, too. The old ruins not too far from Poznan-Street are still standing; however, since the closure of the brewery, everything had been looted, and whatever could be transported, had been stolen. The members of the Commission walked around in the old brew house and tried to imagine, how it could have looked like in the past. On the malting floor, the Commission has been able to find some left over documents from the past – shopping lists, invoices and contracts. Nothing usable to support the re-creation of the Grätzer Beer, but at least providing some pleasure to have an old original document from former times in the hands.

 

At the end of this first on-site inspection, Jan Szała provided the Commission with some vials containing yeast cells – a yeast strain he had isolated during the recent months, which should come close to the original Grätzer yeast strain: An excellent support for being able to re-create the Grodziskie Beer at home.

 

Representatives from the City of Grodzisk clearly pointed out during the meeting that they could imagine a way ahead, in which a potential investor takes over the old premises and revives the tradition of the Grätzer Beer. Meanwhile, there is enough information available to brew a beer similar to the original, given that the investor is able to provide sufficient funds to renovate the devastated site. The Commission is willing to support by providing information and experiences; however, we should wait. Wait not only for the answer to the question, whether there will be a well-funded investor, but also to the issue, whether this investor is really willing to produce a beer close to the original – or whether he will only try to get the rights at the trademark “Grätzer Bier” / “Piwo Grodziskie” and will want to merchandise all sorts of things under this famous trademark.

 

Tracking the Traces of the Grätzer Bier

 

Not only regional newspapers reported about the Commission’s meeting:

 

Article 1

 

Article 2

 

Article 3

 

but also the county’s member of the Polish Parliament, Killion Munyama, published a short note:

 

Report Killion Munyama

 

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Pivaria

12. Międzynarodowa Giełda Birofilów Szczecin

 

Da parallel zur 12. Internationalen Tauschbörse für Bierwerbemittelsammler in Stettin am 17. März 2012 erstmals ein Hausbrauwettbewerb stattfand, findet sich der gemeinsame Bericht in einer anderen Kategorie, und zwar hier:

 

I Szczeciński Konkurs Piw Domowych

 

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Internationale Grüne Woche – Berlin 2012

 

Die Internationale Grüne Woche – die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Eine Veranstaltung, die unter der Überschrift „Bier erleben“ überrascht? Nein, nicht wirklich! Schließlich ist Bier doch allgemein als Grundnahrungsmittel bekannt – schon seit dem Mittelalter ist es als gesundes und nahrhaftes, wohlschmeckendes und kräftigendes Getränk bekannt, und so spielt es auf der Internationalen Grünen Woche eine der Hauptrollen.

 

Zum 77. Mal fand vom 20. bis zum 29. Januar 2012 in Berlin die Internationale Grüne Woche statt – auf einer Ausstellungsfläche von fast 60.000 m² erwartete man fast eine halbe Million Besucher, die die über 1600 Aussteller aus 57 Ländern besuchten – darunter eine erkleckliche Anzahl deutscher und internationaler Brauereien. Und wenn eine Region, ein Land schon nicht mit eigener Brauerei vertreten war, so wurde doch wenigstens ein Bier aus der Heimat ausgeschenkt, um dem Besucher einen Eindruck der heimischen Braukunst zu vermitteln.

 

Zentraler Anlaufpunkt für die Bierliebhaber war für mich am 21. Januar 2012 zunächst die Halle 12 mit der Sonderschau „Bier aus dem In- und Ausland“ des Deutschen Brauer Bundes unter der Überschrift proBier-Markt, aber wer jenseits des Angebotes, das auch in guten Getränkemärkten problemlos zu finden ist, nach eher ungewöhnlichen Bieren suchte, kam eher auf seine Kosten, wenn er durch die Ausstellungshallen der Länder und Regionen streifte und zwischen Känguru-Wurst aus Australien und Kaviar aus Aserbeidschan die kleinen, interessanten Bierstände erkundete. Hier verbargen sich kleine Gasthausbrauereien mit innovativen Bieren wie zum Beispiel das Gommeraner Burgbräu mit seinem pechschwarzen Roggenbier „Schwarzer Roggen“, kleine Regionalbrauereien mit edlen Kreationen, wie die Schlossbrauerei Herrngiersdorf mit ihrem „Hallertauer Hopfen-Cuvée“, oder internationale Bierspezialitäten mit geheimnisvoll kyrillisch beschrifteten Zapfhähnen und Bechern („Оболон“ aus der Ukraine) oder traditionellen Brauverfahren (beim litauischen „Grigonio Šinkorių Alus“ wird die Würze nicht mit Hopfen gekocht, sondern eine Art Hopfentee in die heiße Vorderwürze gegeben).

 

Alles in allem eine Vielfalt, die mühelos mit dem Angebot auf den zahlreichen Bierbörsen, die sommers allerorten in Deutschland veranstaltet werden, mithalten kann. Und eine Vielfalt, die komplettiert wird durch die wunderschönen Trachten des Ausschankpersonals und die kulinarische Vielfalt, die dazu parallel angeboten wird und schier unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten für das mittlerweile so beliebte „Beer & Food Paring“ bietet, also das bewusste Abstimmen eines Gerichtes mit einem dazu passenden Bier.

 

Impressionen: Internationale Grüne Woche – Berlin 2012

 

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Brau Beviale, Café Abseits und Weyermann Bavarian Party 2011

 

Zum 50. Mal fand vom 9. bis 11. November 2011 in Nürnberg im Messegelände die weltgrößte Brau- und Getränkemesse statt – die Brau Beviale. Weit über 1000 Aussteller und mehrere zehntausend Besucher füllten die Messehallen und boten die ideale Gelegenheit, Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und zu pflegen und bekannte Gesichter aus der Welt des Bieres zu treffen.

 

Noch nicht ganz so lange, aber ebenfalls schon aus Tradition, fand am Sonnabend nach Ende der Messe in der Mälzerei Weyermann für Kunden und Partner der Firma und ihre Freunde die legendäre Bavarian Party statt. Hier finden sich stets die Koryphäen des Brauwesens ein, und abseits vom Nürnberger Messestand und gleichzeitig bestens verwöhnt von den großzügigen Gastgebern, bietet sich ihnen die Gelegenheit für vertiefende Gespräche, für neue Freundschaften, für den intensiven Erfahrungsaustausch oder einfach nur für eine ausgelassene und fröhliche Feier. Großzügige Büffets, ein Ochse am Spieß, Livemusik und künstlerische Unterhaltung, urige Stimmung und natürlich zahlreiche leckere Biere aus der Versuchsbrauerei der Mälzerei Weyermann – die Firma lässt sich nicht lumpen, wenn es darum geht, ihre guten Geschäftspartnern zu bewirten.

 

Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang das Café Abseits in Bamberg. Inoffizieller Treffpunkt aller Brau Beviale Besucher, die ihr Hotel in Bamberg und nicht in Nürnberg gebucht haben und nach dem Messebesuch noch einen gemütlichen Absacker trinken wollen. Was bietet sich da besser an als eine urgemütliche Studentenkneipe mit Bombenstimmung und hervorragenden, exotischen und weniger exotischen Bieren. Wie es uns gelungen ist, uns mit einer Gruppe von zwölf Personen noch in das rappelvolle Café hinein zu quetschen, weiß ich nicht, aber muss wohl irgendwie gegangen sein! Und dann ging es lang – um halb zwei in der Früh wurde der letzte Eisbock geöffnet, bevor es dann doch endlich ins Bett ging. Vielen herzlichen Dank an Gerhard Schoolmann für eine hervorragende Bewirtung, fachkundige Diskussionen und einen ganz einfach nur herrlichen Abend in Deinem Café (siehe auch Gerhards Kurzbericht hier).

 

Aus den vielen interessanten Begegnungen und Gesprächen, die ich in diesem Jahr hatte, seien nur zwei besonders erwähnt:

 

Shawn Scott, ein Bierliebhaber aus Oklahoma, Hausbrauer seit 24 Jahren und aktives Mitglied der Fellowship of Oklahoma Ale Makers FOAM. Shawn hat sich auf die Fahne geschrieben, das Rezept und die Zutaten des berühmten polnischen Grätzer Bieres (Piwo Grodziskie) so originalgetreu wie möglich zu rekonstruieren und diesen Bierstil daheim wieder zu erschaffen. Dabei ist ihm kein Aufwand zu hoch – er bereiste in den vergangenen Wochen mehrmals Europa und forschte in unterschiedlichen Archiven nach Originalbeschreibungen und –rezepten dieses Bieres. Es handelt sich dabei um ein leichtes Rauchweizen mit etwa 8 bis 9 Prozent Stammwürze, recht hoher Spundung und deutlichem Raucharoma. Spritzig, hell, niedrig im Alkohol (unter 3 Prozent) und doch würzig scheint es eine ideale Erfrischung für den Sommer zu sein, und während in Polen zahlreiche Hausbrauer damit beschäftigt sind, dieses Bier nach bestem Wissen nach zu brauen, scheint nun ein erster Schritt zur Kommerzialisierung dieses Bieres ausgerechnet in Oklahoma stattzufinden. Good Luck, Shawn! Und hoffen wir, dass wir dieses Bier auch einmal „made in Oklahoma“ verkosten können.

 

Andrzej Urbanek, seit 30 Jahren in Nürnberg lebend, aber seiner Heimat Polen noch stets treu verbunden. Aktiver Hausbrauer, aber mehr als das: Ein Forscher in Sachen Geschichte alter Brauereien, wie es nur wenige gibt. Zahlreiche wertvolle Beiträge in Diskussionsforen, Artikel und Bücher, kurze Abhandlungen und dergleichen Dinge mehr. Und auch in unserer kurzen Diskussion am späten Abend erfrischend und unterhaltend. Auch Dir, Andrzej, wszystkiego dobrego – viel Erfolg bei Deinen fleißigen Studien, uns noch viel fachlich fundierte Information von Dir, und auf ein baldiges Wiedersehen!

 

Daneben gab es zahlreiche kurze Gespräche und Begegnungen mit Brauern und Bierliebhabern aus der ganzen Welt – zu viele, um sie hier alle aufzuführen. Stellvertretend hier nur ein kurzer Gruß an den Bierpapst Conrad Seidl (wir haben leider keine Gelegenheit gefunden, uns länger als nur im flüchtigen Vorübergehen zu unterhalten – das holen wir nächstes Jahr im Juni in Żywiec nach) und an den Bierzauberer Günther Thömmes (ich habe Dich trotz Deiner Größe nicht gefunden, weiß aber, dass Du da warst – so bleibt mein Bierkrimi bis auf weiteres unsigniert).

 

Und hier einige Impressionen rund um Brau Beviale, Café Abseits und Weyermann Bavarian Party in Nürnberg und Bamberg:

 

Impressionen: Brau Beviale, Café Abseits und Weyermann Bavarian Party 2011

 

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III Gorzowski Festiwal Piwny

 

Zum vierten Mal fanden vom 2. bis zum 4. September 2011 in Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe), unweit der deutschen Grenze, die Lubuskie Kulinaria Regionalne statt – eine kleine, aber feine regionale Lebuser Spezialitätenmesse, und zum dritten Mal wurde diese Spezialitätenmesse durch das Landberger Bierfestival ergänzt. Bei herrlichstem Spätsommerwetter mit Temperaturen bis 27° besuchten viele hundert Feinschmecker und Bierfreunde die Messehalle und das Außengelände nur wenige Schritte von der Altstadt und dem Warthe-Ufer entfernt.

 

Neben zahlreichen regionalen Spezialitäten wie handgemachtem Käse, Honig oder Wurst, Leckereien und Spezereien, handgepresstem Öl, Kuchen, Pieroggen und dergleichen Dingen mehr dominierte zunächst die regionale Brauerei Witnica sowohl die Messehalle als auch das Außengelände. Die Brauerei Witnica, die nach der wirtschaftlichen und politischen Wende 1991 ihre Unabhängigkeit zurückbekommen hatte, stand 2007 noch unter dem alten Namen BOSS Browar aufgrund eines unglücklich zusammengestellten Produktportfolios vor der Pleite, hat sich aber – auch mithilfe eines externen Investors – neu ausgerichtet und ist seit 2009 regional und überregional sehr erfolgreich. Neben ein paar Standardbieren liegt der Schwerpunkt vor allem auf aromatisierten Früchtebieren, die dem alten polnischen Brauch, das Bier als „Piwo z Soczkiem“ (also als „Bier mit Fruchtsaft“) zu trinken, entgegenkommen.

 

Mit großem Werbeaufwand hatte man im Vorfeld die Neugier geweckt, welche neue Biersorte aus Witnica während des III. Landsberger Bierfestivals Premiere feiern würde. Es war schließlich – wenig überraschend – ein weiteres Früchtebier, diesmal mit Himbeergeschmack. Den Festivalgästen gefiel es, und die Schlange vor dem Ausschank war während des Nachmittags die längste auf dem Festivalgelände.

 

Aber neben der Brauerei Witnica gab es eine ganze Reihe weiterer Bierspezialitäten zu verkosten. Krzysztof Żurawski hatte seinen bei Bierkennern bekannten und beliebten Pub „Pivaria“ kurzerhand von Stettin auf das Festivalgelände verlegt und verwöhnte die Besucher zusammen mit seiner Frau Halina mit zahlreichen verschiedenen tschechischen Bieren aus Fass und Flasche. Und auch Wojciech Grzybowski und Tomasz Kieliba, Eigner des ebenfalls in Stettin beheimateten, außerordentlich gut sortierten Bierfachgeschäfts „Elysium“ waren angereist und betrieben einen Ausschank mit kleinem Biergarten, in dem die Gäste mit allen Produkten der Brauerei Kormoran aus Olsztyn verwöhnt wurden.

 

Wie eigentlich auf allen Bierfesten und Jahrmärkten überall in Polen waren natürlich Edward Wilks Brauerei Edi aus Wschowa und Marek Kaczorowskis Brauerei Koreb aus Łask vertreten. Zwischen einigen Bierliebhabern führte dies zu heftigen Diskussionen, denn obwohl beide Brauereien auch gute Biere anbieten, sind die ausgeschenkten Biere gelegentlich schon mal von zweifelhafter Qualität.

 

Einige weitere auf Bier spezialisierte Händler boten eine große Auswahl an Flaschenbieren, so „O.P. Import“ aus Posen, „Świat Piwa Bronek“ aus Gorzów, „Wyspa Piwa“, ebenfalls aus Gorzów, und schießlich der Pub „U Augusta“ aus Breslau. Und als gute Ergänzung dazu bot das Warschauer Geschäft „codopiwa.pl“ leckere Kleinigkeiten zum Knabbern jenseits von Chips und Erdnüssen an. Getrockneter Fisch, leckeres Gebäck, getrocknetes Rauchfleisch oder Krabben und Tintenfisch – kleine Tütchen mit Leckerbissen zum Bier.

 

Wer sich darüber hinaus nicht nur auf den Konsum des Bieres konzentrieren wollte, der konnte sich mit der Geschichte des Brauereiwesens und dem Sammeln von Bierwerbemitteln und Kronkorken beschäftigen: Robert, Wojtek und Maciek Szyndel aus Witnica präsentierten eine eindrucksvolle Themensammlung von Kronkorken mit Tiermotiven. Wunderschön aufbereitet und professionell gemacht!

 

Gute Livemusik auf der kleinen Bühne den ganzen Tag über und ein großes Rockkonzert auf der großen Bühne am Samstagabend rundeten das Bierfestival ab und sorgten für eine fröhliche, aber trotzdem friedliche und entspannte Stimmung.

 

III Gorzowski Festiwal Piwny

 

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I. Richterkurs der Polnischen Hausbrauervereinigung

 

Am 27. und 28. April 2011 fand an der Landwirtschaftsakademie in Warschau der erste Kurs für angehende Jurymitglieder bei Hausbrauwettbewerben der Polnischen Hausbrauervereinigung statt. Bericht und Bilder finden sich in der Rubrik „Die polnische Hausbrauerszene“.

 

I. Richterkurs der Polnischen Hausbrauervereinigung

 

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Helsinki Beerfestival 2011

 

Die alte Nokia-Kabelfabrik, ein riesiger Bau aus hellen Backsteinen, der zu seiner Bauzeit (1939 – 1954, also eigentlich noch gar nicht sooo alt) das größte Fabrikgebäude Finnlands war, wurde bereits in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts saniert und in eine Art Kulturzentrum umgewidmet. Museen, Ateliers, Hotels, Restaurants und eine große Veranstaltungshalle haben hier nun ihren Platz gefunden. Und damit auch das Helsinki Beer Festival.

 

Warum allerdings sollte man ausgerechnet nach Finnland auf ein Bierfestival fahren? In ein Land, das bekannt ist für seine exorbitant hohen Alkoholpreise, ein Land, in dessen Supermärkten endlose Reihen von Flaschen und Dosen hellen, geschmacksarmen Biers mit niedrigem Alkoholgehalt aber dafür umso höheren Preisen stehen?

 

Ganz einfach: Weil die Finnen verdammt gutes Bier brauen. Wenn sie denn wollen und dürfen.

 

Wollen tun dies vor allem die kleinen Gasthaus- und Mikrobrauereien, und dürfen tun es alle, wenn sie bereit sind, auf Straßenverkauf zu verzichten und ihr Bier nur innerhalb lizensierter Areale anzubieten, also innerhalb ihres Gasthauses und Biergartens und in den staatlich lizensierten Alko-Läden.

 

Einmal im Jahr wird die alte Kabelfabrik zu solch einem lizensierten Areal, und wir nutzten die Gelegenheit und tauchten ein in eine Welt herrlichster Köstlichkeiten. Wo haben wir in Deutschland schon einmal eine Mikrobrauerei gesehen, die eine ganze Serie von Single Hop Ales produziert: Sechsmal die gleiche Grundrezeptur, nur mit unterschiedlichen Hopfensorten: Cascade, Citra, Centennial, Simcoe, Amarillo und Mount Hood. Jedes Bier für sich geschmacklich der Hammer, und jedes für sich individuell. Ein großes Lob an die Panimo „Beer Hunter’s“ aus Pori an der Westküste des Landes.

 

Oder an die Malmgårdin Panimo aus Malmgård, die sage und schreibe vierzehn verschiedene Biere anbot...

 

Die Keuda Keravan Panimo, die ihre Picobrauanlage der Firma Salm samt Lager- und Ausschanktanks hier aufgebaut hatte und mit vier herrlich ausdruckstarken Bieren zu überzeugen wusste…

 

Die Vakka Suomen Panimo, die gleich vier Preise für ihre Biere abräumte und ebenfalls fast ein Dutzend Sorten ihrer Marke Prykmestar im Ausschank hatte…

 

Die Nokian Panimo, die – obwohl aufgrund ihrer Größe schon keine Mikrobrauerei mehr – mit ihrem dunklen Weizen trotzdem ein Bier extra für das Helsinki Beer Festival eingebraut hatte…

 

Und schließlich die kleinen Produzenten „vom Lande“ (als ob hier nicht fast alle Brauereien „vom Lande“ kämen…) mit ihrem Sahti, einem Bier, bereitet mit Bäckerhefe, aromatisiert durch Kochen und Läutern mit Wacholderzweigen und offen vergoren. Zähflüssig und ohne Kohlensäure rinnt es stark und süßlich die Kehle hinunter und vernebelt dem Genießer erst aufgrund des kräftigen und herben Wacholdergeschmacks die Sinne, und danach aufgrund des hohen Alkoholgehalts von bis zu neun Prozent.

 

Aber auch die eher klassischen Biertrinker kamen auf ihre Kosten: Ein großer Stand hatte sich auf Weiß-, Weizen- und Witbiere aller Art aus ganz Europa spezialisiert, ein anderer auf belgische Spezialitäten und ein dritter hatte ein gutes Dutzend englischer Real Ales im Angebot.

 

Gab es denn nichts zu meckern? Oh doch, leider eine ganze Menge. Die Eintrittspreise waren exorbitant hoch. 12 Euro nur für das Recht, die Halle betreten zu dürfen. Sonst war nichts im Preis inbegriffen. Die Garderobenpreise waren mit 2,50 Euro pro Jacke ebenfalls hoch. Die Bierpreise waren noch höher – zwischen drei und viereinhalb Euro für ein Probierglas mit 0,2 Litern. Und damit hatte die Abzocke noch kein Ende: Für die Gläser zahlte man vier Euro Pfand, bekam aber nach Rückgabe nur drei Euro zurück – Benutzungsgebühr…

 

Wenn angesichts dieser Preise wenigstens die Organisation perfekt gewesen wäre… Die Gläser mussten wir selber spülen, die Halle war zum Teil so schlecht beleuchtet, dass man ein Stout nicht von einem Pils unterscheiden konnte, die Liste der angebotenen Biere war in schlechter Kopierqualität und in zu geringer Auflage, so dass wir fast die letzten waren, die noch eine Liste bekommen hatten, und zu allem Überfluss war die Lifemusik sowohl spielerisch als auch von der Soundtechnik so grottenschlecht, dass uns das Bier fast im Glase sauer wurde…

 

Fazit: Wenn man zum gegebenen Termin sowieso in Helsinki ist, dann ist das Bierfestival ein Muss. Wenn nicht, dann lohnt sich eine Anreise nur für den Hardcore-Bierfan, der hier Biersorten findet, die er sonst unendlich lange suchen muss, wenn es sie denn überhaupt findet. Aber eine Anreise nur für ein bisschen Festival-Erlebnis? Dazu sind – obwohl die Stimmung insgesamt prima war – die Preise zu hoch, die Organisation zu durchschnittlich und die Musik zu schlecht.

 

Helsinki Beerfestival 2011

 

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Pivaria

11 Międzynarodowa Giełda Birofilów Szczecin

 

Am 19. März 2011 fand die von Krzysztof Żurawski organisierte und von der lokalen Brauerei Bosman unterstützte 11. internationale Börse für Bier-Werbemittelsammler, die Międzynarodowa Giełda Birofilów, in Szczecin statt. Bereits im Morgengrauen versammelten sich die ersten Fanatiker vor dem Dom Kultury „Słowianin“, dem 1969 gegründeten Kulturzentrum, gerade oberhalb des Stettiner Hauptbahnhofs.

 

Zum offiziellen Beginn der Tauschbörse um 07:00 Uhr war der große Saal im ersten Stockwerk des Kulturzentrums bereits gut voll, und wie jedes Jahr kamen die Sammler der unterschiedlichsten Dinge voll auf ihre Kosten. Ob es eine wahllos auf den Angebotstisch hingegossene Menge von Kronkorken oder Flaschenöffnern war, aus der sich der Interessierte wie auf einem Grabbeltisch bei Woolworth sein Schnäppchen raussuchen konnte, oder ob es eine im Detail liebevoll präsentierte und sorgfältig sortierte Sammlung von Keramikverschlüssen oder alter Geschäftsberichte historischer Brauereien war – die Auswahl war riesig.

 

Mich als erstmaligem Besucher dieser Sammelbörse faszinierte die Sonderrolle, die die schon lange nicht mehr existierende Grätzer Brauerei, später Browar Grodziski, spielte. Von historischen Postkarten, den schon genannten Geschäftsberichten und deutschsprachigen Werbeplakaten beginnend ging die Auswahl bei dieser Brauerei über Etiketten, Bierdeckel und Prospekte bis hin zu fremdsprachigen (französischen!) Beschreibungen des Grätzer / Grodzisker Bieres und zeigte die große Bedeutung, die diese Brauerei in der Wahrnehmung der polnischen Sammler und Bierfreunde immer noch hat. Nun, der in dieser Brauerei seinerzeit hergestellte Trunk, ein naturtrübes Weizenbier mit nur wenig Alkohol und einer deutlich rauchigen Note, da unter Verwendung von Rauchweizenmalz hergestellt, ist bis heute einzigartig und dient nach wie vor als Quelle der Inspiration für Hausbrauer und Kleinbrauereien, die bei Hausbrauwettbewerben oder im Rahmen von Sondersuden versuchen, dem damaligen Geschmack so nahe wie möglich zu kommen. Auch wenn die Erinnerung manches verklären mag, und auch wenn vielleicht niemand mehr so richtig weiß, wie das Grätzer Bier damals geschmeckt hat, so handelt es sich doch um einen einzigartigen Bierstil, der auch mich bei zahlreichen Verkostungen auf Hausbrauwettwerben, bei denen dieser Stil ausgeschrieben war, fasziniert hat und noch immer fasziniert.

 

Natürlich waren die Dokumente und Gegenstände der Grätzer Brauerei nicht die einzigen wertvollen Angebote – manch andere Marke, die schon lange nicht mehr existiert, tauchte hier auf Flaschen, Bierdeckeln oder Etiketten noch einmal auf, und auch die kleinen und großen nationalen und internationalen Brauereien von heute waren zahlreich vertreten. Originell kostümierte Verkäufer und Kunden taten das Ihrige dazu bei, der Veranstaltung ein besonders Flair zu verleihen, und so konnte Krzysztof Żurawski schon lange vor dem offiziellen Ende der Börse, das auf 13:00 Uhr angesetzt war, zufrieden feststellen: Der Aufwand hat sich gelohnt.

 

Pivaria – 11 Międzynarodowa Giełda Birofilów Szczecin

 

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Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo

Hausbrauvorführung im Pub Pivaria in Stettin

 

Der 18. Dezember 2010 sah uns erneut im Pub Pivaria in Stettin zu einer Hausbrauvorführung, und zwar unter dem Motto „Wir brauen Kölsch!“.

 

Geplant war, einerseits meinen Brautopf „Braumeister“ vorzustellen, von dem viele der polnischen Hausbrauer zwar schon gehört hatten, den aber die wenigsten schon einmal gesehen hatten. Und zum anderen sollte ein Hausbräu nach Kölscher Brauart damit hergestellt werden. Um dies noch abzurunden, hatte ich im Vorfeld 50 Flaschen Kölsch besorgt – jeweils zehn von Gaffel, Sester, Küppers, Früh und Reissdorf. Stilecht in kleinen Kölsch-Stangen wurden sie ausgeschenkt, während parallel der Sud begann.

 

Die Technik des „Braumeisters“ stieß auf großes Interesse, und jeder wollte mal mit Hand anlegen und unterstützen. Mit zahlreichen Gesprächen und Fachdiskussionen verging der Abend wie im Flug, und auch die parallel stattfindende Degustation von verschiedenen Hausbräus trug erneut dazu bei, dass dieses Hausbrauertreffen ein Erfolg war.

 

Der einzige Wermutstropfen war die Tatsache, dass ich im Vorfeld Probleme mit dem Hefestarter hatte und nun statt einer Kölsch-Hefe eine Weißbier-Hefe verwenden musste. Flugs wurde die Rezeptur ein wenig angepasst, und es entstand statt eines Hausbräus nach Kölscher Brauart ein Bier unter der Überschrift „Kölsch meets Hefeweizen“.

 

Dem Spaß am Brauen hat dies jedoch keinen Abbruch getan, und das Ergebnis kann man im weitesten Sinne immer noch als Produkt im Sinne der Kölner Brautradition ansehen: Brunnenbräu’s Kölner Wiess.

 

Zobacz na Żywo ja Warzymy Piwo – Dezember 2010

 

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Bokbierproeverij der Slijterij de Kruik in Brunssum

 

Zum dritten Mal hatte der kleine Getränkemarkt „Slijterij de Kruik“ in Brunssum am 20. November 2010 zu einer Bierproeverij geladen. Math und Vera Wijnen-Tucker hatten diesmal den Saal im oberen Stockwerk des Gemeenschapshuis Concordia angemietet und die Verkostung unter das Thema Bockbier gestellt. Über dreißig verschiedene Sorten Bockbier aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Polen und den Vereinigten Staaten gab es zu verkosten – eine beeindruckende Auswahl, und eine Vielfalt, die auch den erfahrenen Bierkenner zumindest ein wenig zweifeln ließ, ob auch wirklich alle der angebotenen Biere stilistisch tatsächlich noch Bockbiere waren, oder ob nicht bei dem einen oder anderen Bier der Wunsch des Brauers, Bockbier auf das Etikett zu schreiben, die Charakteristik des tatsächlich abgefüllten Bierstils ein wenig übersteuerte.

 

Aber egal – was zählte war, dass wir hier einmal mehr die Gelegenheit hatten, auch seltene und ungewöhnliche Biere im Kreise netter Besucher zu verkosten, fachsimpeln konnten und uns mit anderen Interessierten austauschen konnten.

 

Bereits am Mittag gegen 14:30 Uhr hatten wir die mehreren hundert Bierflaschen ausgeladen, sorgfältig sortiert und genau nach Schema im Kühlschrank kalt gestellt. Dann blieb noch ein wenig Zeit, durch den Ort zu bummeln, eine Kleinigkeit zu essen, und um kurz vor neunzehn Uhr standen wir wieder im Saal des Gemeenschapshuis und warteten auf die ersten Besucher.

 

Lange brauchten wir nicht zu warten: Mit dem Glockenschlag der nahen Kirchturmuhr betraten die ersten Gäste den Saal. Im Nu entsponnen sich die ersten interessanten Gespräche, und die gemütliche Einrichtung des Saals mit Stehtischen, aber auch zahlreichen Sitzgelegenheiten sorgte rasch für eine anheimelnde Atmosphäre.

 

Bis kurz vor Mitternacht saßen Gäste jeden Alters aus den Niederlanden, Belgien, den Vereinigten Staaten und Deutschland beisammen, nippten hier, tranken dort, rochen, schmeckten und diskutierten. Helle und herbe Bockbiere, wie der Helle Bock aus Einbeck, dunkle und malzige, wie der Andechser Doppelbock, Weizenbockbiere, Eisbock, Fünfkorn-Bockbier – es war eine schier unendliche Vielfalt zu verkosten, und es war eine Wohltat, zu sehen, wie vielfältig auch ein einzelner Bierstil geschmacklich sein kann.

 

Wenn es auch sicherlich noch ein weiter Weg ist bis zu einem bedeutenden, überregional bekannten Bierfestival, so hatte die kleine, feine Veranstaltung doch großen Erlebniswert. Und vielleicht war es auch gerade die überschaubare Zahl von Gästen und die resultierende Intimität im Gedankenaustausch, die dieser Bierproeverij ihren ganz spezifischen Charakter verliehen hat.

 

Brunssumse Bokbierproeverij

 

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Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo

Hausbrauvorführung im Pub Pivaria in Stettin

 

Am 13. November 2010 fand zum ersten Mal nach der Sommerpause wieder eine Hausbrauvorführung im Pub Pivaria (www.pivaria.pl) in Stettin statt. Eine kleine Gruppe von Stettiner Hausbrauern rund um Wojciech Bublej baute pünktlich um 17:00 Uhr die Brauutensilien auf: Von der Schrotmühle über den Gasbrenner, diverse große Emaillekochtöpfe und Plastikeimer bis zum Läuterbottich, einem Refraktometer und natürlich einer großen Anzahl verschiedener hausgebrauter Biere war im Nu alles zusammengestellt. Ein belgisches Ale sollte es heute werden, und dementsprechend waren die Zutaten vorbereitet. Die kräftige Schüttung umfasste neben einfachem Pilsener Malz auch verschiedene Sorten Caramelmalz, und als Besonderheit kamen auch Rosinen und Kandiszucker zum Einsatz. Ein Hefestarter stand pechschwarz und sachte vor sich hin gärend bereit und zeugte davon, dass der letzte Sud, aus dem die dafür verwendete Würze stammte, wohl ein Stout gewesen sein muss.

 

Zunächst war der Pub noch relativ leer, und wir Hausbrauer waren im Wesentlichen unter uns, aber schon nach kurzer Zeit füllte sich die Bude, und mehr und mehr interessierte Gäste umlagerten die Braukessel und –töpfe. Rasch zog der intensive Maische- und Hopfenduft durch die Räume und verdrängte zeitweise sogar den Zigarettenqualm.

 

Zahlreiche Fachdiskussionen und Biergespräche ließen den Abend wie im Fluge vergehen – die hervorragende Auswahl an interessanten tschechischen Bieren und exotischen Bierspezialitäten, die der Wirt Krzysztof Żurawski bereithielt, tat ihr Übriges dazu.

 

Als die Würze endlich zum Abkühlen in die Küche des Pubs gebracht worden war, begann eine breit angelegte Degustation. Nahezu alle anwesenden Hausbrauer hatten Proben ihres häusliches Könnens mitgebracht, und innerhalb kurzer Zeit wurden weit über zwanzig verschiedene Hausbräus verkostet, begutachtet und diskutiert. Die Spanne reichte vom einfachen Hellen über belgische und britische Ales, IPA’s, Klosterbiere und Kölsch bis zu pechschwarzen Stouts und kräftigen Tripels. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

 

Und wie selbstverständlich lautete der Abschiedsgruß weit nach Mitternacht: „Bis nächsten Monat also!“, und unterstrich somit den Anspruch, über die Winterzeit diese Vorführungen wieder regelmäßig stattfinden zu lassen.

 

Zobacz na Żywo jak Warzymy Piwo – November 2010

 

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Das Bayerische Brauereimuseum Kulmbach

 

Auch heute noch, im Jahre 2010, bezeichnet sich Kulmbach als die heimliche Hauptstadt des Bieres – ein Anspruch, der vielleicht aufgrund des Bierausstoßes und der kulturgeschichtlichen Bedeutung des Kulmbacher Bieres noch begründet sein mag, der aber keinesfalls mehr gestützt wird durch eine wie auch immer geartete Brauereivielfalt im Ort. Und so stimmt es den Besucher denn auch ein wenig verdrießlich, wenn er vor der Kulmbacher Brauerei AG die Flaggen der hier produzierten Biermarken Kulmbacher, Mönchshof, Kapuziner und EKU sieht und daran denkt, dass dies wohl alles mal eigenständige Brauereien waren, und nicht nur Marken, die alle aus derselben Bierfabrik stammen. Und, wo ist das Sandlerbräu geblieben, und wo das Reichelbräu?

 

Andererseits hat aber genau diese Konzentration des Brauwesens in Kulmbach wenigstens einen angenehmen Nebeneffekt gehabt: Das ehemalige Brauhaus der Mönchshofbrauerei bot von einem Tag auf den anderen mehrere tausend Quadratmeter Gebäudefläche, in denen – einer glücklichen Entscheidung zufolge – das Bayerische Brauereimuseum Kulmbach errichtet wurde

 

Am 16. Oktober 2010 bot sich mir die Möglichkeit, das Museum zu besuchen, und ich genoss es, am frühen Nachmittag ohne Zeitdruck durch die 3000 m² zu laufen.

 

Gleich mehrere unterschiedliche Sudhäuser werden präsentiert – am größten sicherlich das ehemalige Sudhaus der Mönchshof-Brauerei, am eindrucksvollsten das gläserne, ultramoderne Klein-Sudhaus der Museumsbrauerei, aber nicht minder interessant auch die verschiedenen kleinen, kupfernen Sudanlagen aus unterschiedlichen Epochen.

 

Trinkgefäße, Fässer in unterschiedlichen Größen, deren Pflege und Füllung, Flaschen, Dosen, Bierreklame im Wandel der Zeit sowie anschauliche Informationstafeln, die das Kulturgut Bier und seine Verbreitung in der Welt gestern und heute beschreiben, verschaffen dem Besucher einen tiefen Einblick in das, was Bier für Kulmbach, Bayern, Deutschland und die Welt bedeutet.

 

Die Größe der Gebäude bietet dem Museum die wohl einzigartige Möglichkeit, die Exponate großzügig darzustellen, ohne dass man zwischen, unter und über den Ausstellungsstücken herum klettern muss, um Details zu sehen. Selbst der Maschinenpark und das Kraftwerk sind mehr oder weniger original belassen und beeindrucken durch ihre schiere Größe.

 

Einzig die gläserne Museumsbrauerei wirkt nicht historisch, aber das soll sie auch nicht. Aus hitzebeständigem Glas bestehende Sud- und Maischepfannen und Läuterbottiche zeigen den Prozess der Bierbereitung an den Brautagen im Detail, und der Laie kann sich ein Bild davon machen, was im Inneren eines Sudhauses tatsächlich vor sich geht. Das hier produzierte Museumsbier kann von den Besuchern auch verkostet werden und stellt somit einen schönen Abschluss des Museumsbesuchs dar.

 

Und wer von diesem Probierglas erst so richtig auf den Geschmack gekommen ist, der kann im Mönchshof-Bräuhaus oder – bei gutem Wetter – im Biergarten weitere Produkte der Kulmbacher Brauerei verkosten und dazu deftig speisen.

 

Bayerisches Brauereimuseum Kulmbach

 

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14. Internationales Bierfestival Berlin

Die Berliner Biermeile 2010 von A bis Z

 

Allee – Die Karl Marx Allee war vom 6. bis 8. August 2010 zum wiederholten Male Schauplatz der Berliner Biermeile. Zwischen dem Strausberger Platz und dem Frankfurter Tor standen die Bierbuden, ‑stände und ‑festzelte dicht an dicht aufgereiht. Konnte man am späten Vormittag und frühen Nachmittag noch innerhalb von einer bis anderthalb Stunden die Meile entlang bummeln, war das am Abend nicht mehr möglich: Mehr als ein paar hundert Meter waren dann selbst in mehreren Stunden nicht mehr zu schaffen – zu viele Bierfans und –liebhaber drängten sich zwischen den Ständen. Schwerpunktsetzung war nun gefragt, und es empfahl sich, eine der 21. Regionen, in die die Biermeile aufgeteilt war, genauer zu erkunden, anstatt ziellos durch die Allee gespült zu werden und am Ende nichts wirklich gesehen zu haben.

 

BrewDog – Die Brauerei BrewDog aus Schottland hatte sich in den vergangenen Monaten einen medienwirksamen Wettbewerb mit der Brauerei Schorsch Bräu aus Gunzenhausen (siehe unten) um das stärkste Bier der Welt geliefert. Durch Einfach-, Zweifach-, Dreifach- und Vierfach-Vergärung, durch Ausfrieren, Spezialverfahren und sonstige Tricks wurde der Alkoholgehalt wechselseitig bis in Sphären getrieben, die sonst stärksten Destillaten vorbehalten sind. Ob man das Ergebnis auf beiden Seiten noch als echtes Bier bezeichnen kann, oder ob es eher eine Art Hopfenschnaps geworden ist, sei dahin gestellt, aber zumindest gab es die beiden berühmten Sorten „Tactical Nuclear Penguin“ mit 32% und „Sink The Bismarck!“ mit 41% zu verkosten. In winzigen Schnapsgläsern und zu Preisen, die dem Bierliebhaber die Tränen in die Augen trieben…

 

Chaos – blieb eigentlich aus. Selbst im dichtesten Gedränge ging es gesittet zu. Fröhliche Zecher gab es reichlich, Aggressivität und Gewalt gar nicht. Lob an die Organisatoren!

 

Dauerregen – gab es zum Glück nicht, sondern nur immer mal wieder mehr oder weniger heftige Regenschauer, die das Glück der Bierliebhaber nicht zu trüben vermochten und nach Angaben der Veranstalter trotzdem rund 800.000 Besucher ermöglichten.

 

Eindrücke – Die Zahl der Eindrücke ging in die Tausende. Der Versuch, alle Bierstände einzeln zu fotografieren, hätte vermutlich auch die größten Speicherkarten der Digitalkameras gesprengt. Auch mit der Erfahrung vieler anderer Bierfestivals im Hinterkopf war das, was hier geboten wurde, mehr als beeindruckend. Sei es das Bierzelt, in dem morgens um zehn Uhr schon lautstark zu Dicke-Backen-Musik gesungen wurde, seien es die ungezählten originellen Kostüme, die vorwiegend zu später Stunde gesichtet wurden, oder die feuchtfröhlichen Runden, die Junggesellen- und Junggesellinnen-Abschied feierten. Auch ohne ein einziges Bier zu trinken, hätte man hier einen oder mehrere tolle Tage verbringen können.

 

Feinschmecker – Bierfeinschmecker kamen an diesem Wochenende definitiv auf ihre Kosten. Bei 2000 verschiedenen Sorten war für jeden etwas dabei. Alle Farben, Aromen, Alkoholgehalte, Bierstile und Sorten waren vertreten. Wer hier nichts gefunden hat, war wohl überzeugter Weintrinker und bewusst auf Selbstkasteiung aus…

 

Gedränge – Durch Baumaßnahmen auf der Karl Marx Allee war die Nutzung des überbreiten Bürgersteigs nebst angrenzender Wiese ein wenig eingeschränkt, was zu übermäßigem Gedränge auf der Meile führte. Die Bierfans ertrugen es geduldig und definierten das „Gedränge“ flugs zu „Atmosphäre“ um.

 

Harms – Markus und Gerlinde Harms saßen mit ihrem kleinen Stand geduldig drei Tage lang gegenüber der Festival-Organisation und machten Werbung für die Zeitschrift „Bier und Brauhaus“. Hoffentlich erfolgreich.

 

International – war dieses Bierfestival sicherlich. Nicht nur die Herkunft der Biere deckte mindestens die Hälfte des Erdkreises, wenn nicht mehr, ab, sondern auch die Herkunft der Besucher. Wer aufmerksam hinhörte, konnte Mono- und Dialoge in den exotischsten Sprachen vernehmen. Eine bunte und interessante Welt. Wunderbar!

 

Jung und Alt – Jung litt unter der gesetzlichen Beschränkung, Bier erst ab einem Alter von 16 Jahren verkonsumieren zu dürfen. Aber es gab genug kindgerechte Alternativen. Alt hingegen litt unter dem Gedränge nach Einbruch der Dunkelheit. Spazierstöcke, Krücken oder gar Rollatoren erwiesen sich als extrem hinderlich. Gleichwohl kämpften sich zahlreiche Veteranen tapfer durch das – eigentlich doch gar nicht vorhandene (siehe oben) – Chaos.

 

Kräuterbier – Mein tiefster Eindruck war das Kräuterbier aus dem Brauereigasthof Zwönitz. Eine ellenlange Zutatenliste mag vielleicht zunächst abschreckend wirken, wurden doch neben Gerstenmalz, Hefe und Hopfen so exotische Dinge wie Honig, Rosmarin, Salbei, Erdbeerblätter, Hirschzungenkraut, Stiefmütterchen, Sauerampfer, Nelke und Thymian verbraut. Das Ergebnis jedoch überzeugte in jeder Hinsicht. Mein persönliches Highlight!

 

Länge – Das Festival nennt sich auch Biermeile. Eine Meile misst gemeinhin etwa 1,6 (angloamerikanische Meile) oder 1,8 Kilometer (Seemeile). Nach eigenen Angaben misst das Bierfestival aber 2,2 Kilometer. Am nächsten kommt dieser Länge demnach die antike Gallische Meile oder Leuca mit 2,22 Kilometern – aber ob das die Veranstalter wissen?

 

Menschenmassen – nach Angaben der Veranstalter haben sich fast 800.000 Besucher an den drei Festivaltagen auf der Biermeile verlustiert. Ich habe versucht, nachzuzählen, musste aber bei dreihundertvierzehn aufgeben, weil das Bier dann doch interessanter war.

 

Notdienst – Der Thüringer Biernotdienst machte nicht nur durch eine große Auswahl von guten Thüringer Bieren an mehreren Ständen auf sich aufmerksam, sondern vor allem mit kurzberockten und –behosten Bierhostessen. Der Abfüllungsgrad der vorwiegend männlichen, stieläugigen Festivalbesucher, die sich in großen Trauben an diesen Ständen versammelten, und ihre Chancen, bei den Bierhostessen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, standen in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zueinander – was allerdings von den wenigsten Anwesenden eingesehen wurde.

 

Obst – An einen Obststand konnte man sich am Eingang zu Orankes Biergarten versetzt fühlen. Nicht nur liegen Oranke und Orange lautlich dicht nebeneinander, sondern es gab hier auch noch Mango-, Bananen- und Passionsfruchtbier zu verkosten. Und an anderen Ständen Kirsch-, Erdbeer-, Holunder-, Grapefruit-, Kokosnuss-, Apfel-, Zitronen-, Heidelbeer-, Himbeer-, Blaubeer-, Affenbrotbaumfrucht-, Pfirsich-, Aprikosen- und Maracuja-Biere. Klingt vitaminreich und gesund.

 

Promille-Polizei – Junge Damen in Phantasieuniformen patrouillierten als Promille-Polizei. Wer wollte, konnte gegen einen entsprechenden Obolus blasen und seinen Atemalkoholgehalt testen lassen. Gerüchte behaupten, die Rekordjagd endete knapp oberhalb von zweieinhalb Promille, weil die darüber hinaus abgefüllten Strategen nicht mehr bröckchenfrei pusten konnten.

 

Quante – Der CBO vom Brunnenbräu®, Volker R. Quante, war auch da. Sonst wäre dieser Bericht nicht geschrieben worden.

 

Rotes Kreuz – Feuerwehr, Rettungswagen und Polizei standen überall einsatzbereit herum. So wie es für mich aussah, hatten sie mit Ausnahme der Promille-Polizei (siehe oben) nicht allzu viel zu tun. Ein Glück!

 

Schorsch – Den Schorsch Bräu aus Gunzenhausen habe ich auf der Meile nicht gesehen. Als Verlierer des Wettstreits mit BrewDog (siehe oben) hat er sich vielleicht nicht her getraut? Anwesend war aber der Lechner Schorsch, nach eigenen Angaben schönster Braumeister Nordrhein-Westfalens, der im Schweiße seines Angesichts mit einem handbetriebenen Uralt-Flaschenfüller Kitzmann-Bier auf Bügelflaschen füllte.

 

Terminschwierigkeiten – haben dazu geführt, dass es tatsächlich bis zur 14. Ausgabe des Internationalen Bierfestivals in Berlin gedauert hat, bis ich endlich einmal vor Ort war!

 

Umwerfend – war die Wirkung zu vieler verschiedener Biere in zu kurzer Zeit für den einen oder anderen Besucher. Es ging aber im Allgemeinen ohne Blessuren und ohne Randale ab. Noch einmal Lob an die Organisatoren.

 

Vietnam – war 2010 das Partnerland der Biermeile. Neben vietnamesischem Bier gab es auch vietnamesische Speisen, vietnamesische Handarbeiten und vietnamesische Souvenirs zu erwerben. Insbesondere die typischen vietnamesischen Strohhüte erfreuten sich großer Beliebtheit, schützten sie doch sowohl vor der August-Sonne, als auch – zeitlich begrenzt – vor den Regenschauern. Was die hübschen Vietnamesinnen kleidet, stand aber manchem Bierdimpfl nicht wirklich zu Gesicht.

 

Winkel, Frank und Kliemt, Matthias – die beiden vom bierclub.de saßen geduldig am Sonnabend im Alpirsbacher Biergarten und versorgten die Clubmitglieder mit Freibier. Einerseits schön, denn gratis trinken kostet nix. Andererseits aber auch einschränkend, denn es blieben neben dem hellen und dunklen Alpirsbacher noch 1998 weitere Biere zu verkosten…

 

X-beliebig – „X-beliebig – Hauptsache Bier!“ schien das Motto für den einen oder anderen Berliner zu sein. Anstatt die exotische Auswahl an Bieren zu schätzen und zu verkosten, tranken zahlreiche Einheimische Berliner Bierhelden tapfer ihr Berliner Kindl Bier, das meines Wissens auch außerhalb der Biermeilenzeit in Berlin problemlos käuflich zu erwerben ist. Warum sind die Helden dann heute hier?

 

Yggdrasil – Die Weltesche Yggdrasil aus der nordischen Mythologie birgt in ihrem obersten Stockwerk das Götterreich Walhall, in dem die Asen sich bei Bier (!) und Met, das ihnen die Walküren reichen, vergnügen. Ein schwacher Bierbezug, aber immerhin ausreichend, den Buchstaben Y abzudecken.

 

Zahlen – 0 (Euro kostete der Eintritt), 0,2 (Liter fasste der offizielle Probierkrug der Meile), 1,5 (Euro kostete die Füllung des Kruges), 3 (Tage dauerte das Bierfestival), 14 (Mal hat das Berliner Bierfestival nun stattgefunden), 16 (Seiten umfasste der Bierkompass, der half, alle Biere auf der Meile zu lokalisieren), 18 (Bühnen waren aufgebaut und boten Unterhaltung), 19 (neue Biersorten habe ich verkostet), 35 (Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam wurden gefeiert), 50 (Cent kostete der genannte Bierkompass), 72 (Lenze zählt der Darsteller des Bierkönigs Gambrinus, Eberhard Schollmeier), 86 (Länder waren vertreten), 155 (Kilometer maß meine Anreise), 300 (Brauereien waren anwesend), 362 (Tage dauert es bis zum nächsten Berliner Bierfestival), 2000 (Bierspezialitäten wurden angeboten), 2200 (Meter maß die Biermeile), 800000 (Besucher wurden gezählt).

 

14. Internationales Bierfestival Berlin

 

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Das Festival der Bierkulturen

Biere auch jenseits von Reinheitsgebot und Kölsch-Konvention

 

Köln ist berühmt für sein Kölsch. Und sonst höchstens noch für seinen Dom. Das ist keine große Weisheit, sondern auch außerhalb der Kreise von Bierliebhabern bekannt. Eine Kölsch-Konvention, die 1986 von den Brauereien in Köln und im Kölner Umland unterzeichnet wurde, regelt verbindlich, welches Bier sich Kölsch nennen darf, und sichert den Kölsch-Brauereien eine Art Monopol am Rhein. Ganz Köln ist damit in der Hand der Kölsch-Brauer, und die Bierlandschaft in der Domstadt damit zwar nicht langweilig, aber doch ein wenig einseitig geprägt.

 

Ganz Köln?

 

Nein, denn im Stadtteil Ehrenfeld gibt es eine kleine, aber feine Brauerei, die Helios-Braustelle, in der Peter Esser die Kölsch-Konvention beiseiteschiebt, ja sogar das „ehrenwerte“ Deutsche Reinheitsgebot von 1516 ignoriert und mit bemerkenswertem Idealismus und Experimentierfreude die Bierliebhaber mit immer neuen exotischen Bierkreationen erfreut.

 

Hier ist auch seine Idee entstanden, in Zusammenarbeit mit Lars Seyfrid von der „Kampagne für Gutes Bier e.V.“ und Markus Harms vom Magazin „Bier und Brauhaus“ ein Bierfestival auf die Beine zu stellen, wie es in dieser Form in der Region und vielleicht sogar in ganz Deutschland noch einzigartig ist, das „Festival der Bierkulturen“ mit klassischen und innovativen Bierspezialitäten „auch jenseits von Reinheitsgebot und Kölsch-Konvention“.

 

Andreas Schwickert, Dirk Wagner und ich von den Hausbrauern Nassauer Land gönnten uns am 15. Mai 2010 einen Ausflug mit dem ICE nach Köln, um dieses erste Festival der Bierkulturen zu besuchen.

 

Ein wenig zu früh erreichten wir den Hauptbahnhof, und so entschlossen wir uns, zunächst in der erst vor wenigen Monaten unter neuer Leitung wieder eröffneten Hausbrauerei am Barbarossaplatz, im „Freischem’s“, einzukehren und mit einem deftigen Mittagessen eine gute Grundlage für das Bierfestival zu legen. Trotz herrlichem Sonnenschein und draußen aufgestellten Tischen und Bänken waren wir zunächst die einzigen Gäste und kamen so in den Genuss eines besonders aufmerksamen Services durch die nette Kellnerin und den motivierten Koch. Dazu gab es ein Glas des hier gebrauten, sehr ordentlichen Stouts, und derart gestärkt konnten wir nun die letzte Straßenbahn-Etappe hinaus nach Ehrenfeld in Angriff nehmen.

 

Bei herrlichem Sonnenschein liefen wir von der Haltestelle zum Bürgerzentrum Ehrenfeld, erhielten gegen eine bescheidene Eintrittsgebühr unsere Probiergläser und statteten uns reichlich mit Bierbons für die Verkostung aus. Unmittelbar hinter dem Eingang standen Markus und Gerlinde Harms von „braupaul.de“ mit einem großen Informationsstand ihres Magazins „Bier und Brauhaus“, und daneben Lars Seyfrid, der Vorsitzende der „Kampagne für Gutes Bier e.V.“ – gleich eine hervorragende Gelegenheit für interessante Gespräche, Fachsimpeleien und die ersten Tipps, was auf dem Bierfestival definitiv nicht verpasst werden sollte.

 

Die Masse der Aussteller verteilte sich in den Innenräumen des Bürgerzentrums, aber auch auf der Terrasse davor und in einem Festzelt im Innenhof gab es für den Bierenthusiasten genügend zu erkunden. Wir begannen im Festzelt und verkosteten zunächst das Alzeyer Volkerbräu von Dieter Birk – einmal als süßlich-fruchtiges Haferbier, dessen Nase fast schon ein wenig an ein fruchtiges Kölsch erinnerte, und einmal als aromatisch-würziges, zwar auch fruchtiges, aber runderes Roggenbier.

 

Am Stand nebenan, bei der Siegburger Abteibrauerei, gab es unter der Bezeichnung Monolith einen aromatischen Gerstenwein – 8,9% Alkohol, extrem stark gehopft, extrem lange in Holzfässern gelagert, mit Hopfenstopfen, also „das volle Programm“, wie mir versichert wurde. Mir hat es hervorragend geschmeckt.

 

Aber es kam noch besser, noch exotischer. Zwei Stände weiter standen die Jungs von Mikkeller aus Dänemark, die sich selber als „Gipsy Brewers“ bezeichnen, das heißt, als herumreisende Brauer, die ihre Biere mal hier und mal dort produzieren. Und was für Biere! Zum Einstieg gab es den „Drink in the Sun“, ein leichtes Weizenbier mit nur 2,9% Alkohol, aber mit einer ungeheuren Menge an feinstem Aromahopfen. Ein außerordentlicher Kontrast, die Frische eines leichten Weizens, gepaart mit dieser Bitterstoffmenge – mit Sicherheit ein Bier für heiße Sommertage, dann aber mit einem nachhaltigen Geschmackserlebnis. Wir blieben hier stehen und begannen mit Tore Gynther und Tobias Emil Jensen zu fachsimpeln, aber die weiteren Biere vom Mikkeller, mit über 10% Alkohol beziehungsweise als Höhepunkt mit 17,5% Alkohol, hoben wir uns für später auf – jetzt, zu Beginn des Festivals, hätten diese edlen Tropfen wohl zu vorzeitigem Abbruch unseres Besuches geführt…

 

Wir wanderten nun zunächst auf die Terrasse beim Eingangsbereich und trafen hier die „Hobbybrauer Nordrhein“: Pascal, Ronny und Marcus machten hier mit einem Edelstahlkessel und einem Gasbrenner eine Hausbrauvorführung. Ehrensache, dass wir sofort mitmischten und auch mal rühren durften. Wie bei vielen anderen Gelegenheiten zeigte sich auch hier, dass viele Gäste nicht nur am Bierverkosten interessiert waren, sondern viel über die Herstellung wissen wollten. Endlose Gespräche, Diskussionen und Erklärungen prägten die Atmosphäre hier am Stand der Hausbrauer, und wir hatten zum wiederholten Male das Gefühl, den einen oder anderen für unser Hobby gewonnen zu haben. Und auch der Kölner Stadtanzeiger zeigte sich wissbegierig: Bis ins letzte Detail fragte uns Reporter Heribert über unser Hobby Hausbrauen aus.

 

Nach all diesen Diskussionen und Gesprächen widmeten wir uns nun aber wieder den exotischen Bierkreationen. Waren die Biere des „Vereinshauses Unterbach“ bei Düsseldorf und die der „BierVision Monstein“ aus der Nähe von Davos in der Schweiz (übrigens angeblich die höchstgelegene Brauerei Europas) noch eher konservativ (allerdings trotzdem sehr lecker), so war das „Piratengold“ von „Freischem’s“ als Schwarzbier mit Lakritze schon etwas exotischer, und auch das „Raspberry Porter“ der Brauerei der Mälzerei Weyermann aus Bamberg sehr ungewöhnlich. Eine ausgefallene Art des Gaumenkitzels.

 

Und so kamen wir denn langsam auf den Geschmack.

 

Wir spazierten die wenigen hundert Meter vom Bürgerzentrum zur Helios Braustelle, wo Peter Esser heute in seinem Schankraum neben seinen üblichen Kreationen direkt ab Theke auch mehrere Stände von anderen Brauern und Bierhändlern untergebracht hatte. Eine wahre Freude war’s, denn gab es wirklich viel zu entdecken. Der Internet-Händler „bierkompass.de“ bot neben vielen anderen Seltenheiten auch Goedecke’s Ritterguts Gose vom Fass an, und wem dies noch nicht säuerlich genug war, der konnte nur zwei Schritte weiter echte belgische Lambik-Biere verkosten.

 

Noch eine Steigerung gefällig?

 

Bitte, jederzeit: Natürlich kann man die edelsauren belgischen Lambik-Biere auch einmal – nicht ganz stilecht, aber dafür umso experimentierfreudiger – mit einer ordentlichen Portion Hopfen einbrauen und Säure und Bitterkeit in einen interessanten Kontrast setzen. Nichts anderes hatte Revelation Cat, ein Brauer aus Rom gemacht. Ja, richtig, aus Rom, der Hauptstadt Italiens, und meines Wissens nicht für belgische Bierspezialitäten mit Spontangärung bekannt. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen: Wie wäre es denn, das gleiche Rezept viermal zu brauen, nur unterschieden durch die Sorte des verwendeten Hopfens.

 

Gesagt, getan, und wir konnten parallel verkosten: Saazer, Aurora, Amarillo und Simcoe Hopfen auf einer sauren Lambik-Basis. Die Sinne vernebelnd, und weit weg von allem, was Köln bisher so als Bier gekannt hat.

 

Geht’s noch doller?

 

Natürlich! Revelation Cat bot nämlich auch noch einen Barley Wine namens „Cat in the Barrel“ an, wie der Name schon sagt, direkt aus dem Fass. Ein öliger, kremiger, viskoser Tropfen ungeheuren Aromas und ungeheurer Kraft. Weich und mild, aber bärenstark floss er die Kehle hinab, und mit seinen sage und schreibe 18% Alkohol erinnerte dieser Barley Wine schon eher an einen Bierlikör denn an ein reguläres Bier. Ein herrliches Geschmackserlebnis.

 

Bei der Stärke konnte und wollte Peter Esser nicht mithalten, aber bei der Exotik schon: Wir testeten seinen Pink Panther, ein Helles mit Hibiskus, und gleich danach das Rosemary. Nomen est omen – ein Helles mit intensivem Rosmarin-Aroma, jedoch ohne jede Schärfe und Bitterkeit. Peter verriet uns das Geheimnis: Erst nach dem Kochen darf der frische Rosmarin hinzugegeben werden, dann verleiht er dem Bier Geschmack und Aroma ohne zu scharf zu werden.

 

Nach all diesen grenzwertigen Geschmackserlebnissen brauchten wir ein wenig frische Luft, verabschiedeten uns von den beiden liebenswerten Mädels hinter der Theke und wanderten zurück ins Bürgerzentrum.

 

Eine leckere Bratwurst frisch vom Holzkohlegrill gab uns wieder Kraft, und wir setzten unsere Reise durch die Bierexotik fort. Sachte begannen wir mit einem Pale Ale der spanischen Brauerei „Almogàver Cerveses“ – aromatisch, herb, aber nicht gleich schon wieder alle Sinne betäubend. Direkt daneben lachten uns die Brauer der Brauerei „Alvinne“ aus Belgien an und köderten uns mit einer Hopfen-Trilogy. Erneut konnten wir mehrere Sorten Hopfen auf dem gleichen Basisrezept parallel verkosten – Columbus, Simcoe und Centennial hießen die Sorten, jeweils als 7,1-prozentiges, starkes und helles, belgisches Ale mit mehr als 100 IBU Bittereinheiten.

 

Derart weichgeklopft waren unsere Geschmacksnerven nun bereit, erneut zur Brauerei Mikkeller zurückzukehren und die sämigen, viskosen und tiefschwarzen Spezialitäten hier zu probieren. Kann man tiefschwarz noch steigern? Wie zähflüssiger Asphalt rannen das „Beer Geek Breakfast“, der „Beer Geek Brunch“ und als Krönung das einfach nur „Black“ genannte Bier in unsere Gläser. Konnten wir die beiden „Beer Geeks“ mit ihren intensiven Kaffeenoten noch als Aperitif oder Digestif akzeptieren, versagte beim „Black“ jede Vorstellungskraft. 17,5 % Alkohol, gepaart mit einer Hopfenmenge, die allein schon gereicht hätte, das Gebräu zähflüssig zu machen, und das Ganze dann unter Verwendung von Röstmalz in einer Menge, dass selbst ein Laserstrahl diese Schwärze nicht mehr durchdrungen hätte. Eine Explosion auf der Zunge, und der Gedanke: Ein frisches, kremiges Vanilleeis mit Bourbon-Vanille, dazu handgeschlagene, frische Sahne und obendrauf als Kontrast ein Gläschen dieses Bieres – hmm! Das war es für heute, das war der geschmackliche Höhepunkt. Noch intensiver wäre es nicht mehr gegangen – wir streckten die Waffen und rüsteten uns zur Heimreise.

 

In wenigen Stunden haben wir eine Geschmacksvielfalt kennengelernt, die wir so in Deutschland auf einem Bierfestival noch nicht erlebt haben. Schiere Explosionen der Geschmacksknospen und Erlebnisse weit jenseits dessen, was wir sonst konservativ als Bier bezeichnen – ein wahres Fest für die Sinne!

 

Wie schade, dass wir nur Bruchteile des Angebotes überhaupt haben wahrnehmen können, aber gleichzeitig die Gewissheit: Sollte ein solches Festival der Bierkulturen erneut stattfinden – wir nehmen jede Anreise auf uns, um dies noch einmal erleben zu können.

 

Festival der Bierkulturen 2010

 

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„Bier aus dem Norden“

Tag der norddeutschen Braukultur im Freilichtmuseum Kiekeberg

 

Zum dritten Mal fand am 25. April 2010 die Veranstaltung „Bier aus dem Norden“ als Präsentation der norddeutschen Klein- und Gasthausbrauereien im Freilichtmuseum Kiekeberg südlich von Hamburg statt. Ursprünglich als in den Genussmarkt am Kiekeberg integrierte Veranstaltung war diese Präsentation 2008 erstmalig eigenständig durchgeführt worden.

 

Petrus hatte 2010 ein großes Herz und verwöhnte die Besucher des Freilichtmuseums mit einem strahlend blauen, wolkenlosen Himmel, aber nicht zu hohen Temperaturen – ein Biergartenwetter, wie es besser nicht sein konnte. Und so waren denn auch an allen Bierständen große Menschentrauben zu sehen, die für wenig Geld die unterschiedlichsten Spezialitäten verkosten konnten.

 

Lediglich fünfzig Cent verlangten die Kleinbrauer für ein Verkostungsglas, und so bot sich die Gelegenheit, eine ungeheure Anzahl von verschiedenen Bieren zu verkosten – für deutsche Verhältnisse immer noch eine Sensation. Vom hellen und glanzfeinen Pils über die verschiedensten Trübungsgrade und Farbabstufungen bis zum tiefdunklen, ja fast schwarzen Stout waren alle Schattierungen vertreten. Zum Teil von professionellen Kleinbrauern, zum Teil aber auch von Haus- und Hobbybrauern, wie zum Beispiel der Harburger Campusperle – einer studentischen Versuchsbrauerei an der Technischen Universität, die mit Pils und Weizen glänzte. Oder die Nordhorner Vereinsbrauerei, die, ebenfalls im Übergang zwischen Hobby und Kommerz angesiedelt, ihren Nordhorner Fuchs, ein hervorragendes, rötliches, rundes und malziges Bier, anbot.

 

Daneben gab es auch wieder eine Vorführung historischen Brauens und eine Demonstration von Hans Rolf Linke und Rolf Beberniß der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer Deutschlands, die zeigten, wie mit einfachen Mitteln im eigenen Haushalt hervorragendes Bier gebraut werden kann.

 

Natürlich fehlten auch Informationsstände nicht, an denen man Bierzeitschriften erwerben konnte, und ein Exot unter den Anbietern bot exklusive und wirklich schwer zu bekommende internationale Bierraritäten an – beispielsweise drei verschiedene Jahrgänge des weltberühmten Thomas Hardy Ales.

 

Alles in allem eine wunderbare Veranstaltung bei bestem Wetter und in repräsentativem Rahmen. Es sei der Kampagne für Gutes Bier Deutschland zu wünschen, dass sie auch in Zukunft die norddeutschen Klein- und Gasthausbrauereien bei der Stange halten kann, um sich in der küstennahen Bier-Wüstenei erfolgreich zu präsentieren. Letzteres ist dringend nötig, fällt der deutsche Norden zwar nicht bei der Bierqualität, aber doch bei der Auswahl an Brauereien und der Biervielfalt noch gewaltig hinter dem Süden zurück.

 

Weiter so auf diesem Wege, und hoffentlich auf ein Neues im Jahr 2011.

 

„Bier aus dem Norden“ – Kiekeberg 2010

 

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Tweede Brunssumse Bierproeverij in der „Slijterij de Kruik“

 

Der kleine, aber feine Getränkemarkt „Slijterij de Kruik“ in Brunssum veranstaltete am 28. März 2010 die „Tweede Brunssumse Bierproeverij“. Math und Vera Wijnen-Tucker, die Eigentümer der Slijterij, hatten in den vergangenen Wochen gezielt Bierspezialitäten eingekauft, in den örtlichen Anzeigeblättern und Internet-Seiten inseriert und im Hotel „Kerkeveld“ einen Saal reserviert.

 

Am Mittag des 28. März trafen wir uns im Getränkemarkt und begannen mit den Vorbereitungen. Fässer, Zapfanlagen und unendlich viele Bierkisten mussten bereitgestellt werden. Weit über 90 verschiedene Biermarken galt es, durchnummeriert aufzubauen, aber auch sortiert im Kühlschrank bereit zu halten, die Tombola musste organisiert und vorbereitet werden und der Saal als „Verkostungsarena“ hergerichtet werden. Nicht zuletzt galt es noch, eine ordentliche Ausschilderung in der Stadt sicherzustellen, und es war mit dem Glockenschlag 14:00 Uhr, als zwei Dinge gleichzeitig passierten: Wir schauten uns an und stellten fest „Uff! Fertig!“, und im selben Augenblick kamen bereits die ersten Besucher zur Tür herein.

 

Im Nu füllte sich der Saal mit Besuchern. Die große Auswahl von niederländischen, belgischen und internationalen Bieren beeindruckte sofort. Vom fruchtig-süßen belgischen Früchtebier über säuerliche Gueuze, süßes Faro, malziges Bockbier, herbes Pilsener, exotisches Kräuterbier, starkes Abteibier und bitteres India Pale Ale – für jeden Geschmack waren ein paar Sorten dabei.

 

Den Vogel schlossen sicherlich die beiden angebotenen edlen Fassbiere ab: Das Grimbergen Cuvée und das Val-Dieu Grand Cru. Zwei Spitzenprodukte belgischer Braukunst mit einer schier unglaublich komplexen Aroma- und Geschmacksfülle.

 

An allen drei Theken, an denen die Biere angeboten wurden, entsponnen sich interessante Gespräche, über Bier, Brauereien und die Welt, und so war es kaum überraschend, dass die Zeit wie im Fluge verging und die geplanten vier Verkostungsstunden vorüber waren.

 

Schweren Herzens verließen die letzten Gäste den Saal, trauerten den „verpassten Gelegenheiten“ nach, denn alle mehr als neunzig Biere hatte wohl niemand verkosten können, und versprachen, zur nächsten Brunssumse Bierproeverij ganz gewiss wieder zu kommen.

 

Uns blieb, das „Schlachtfeld“ zu räumen, schweren Herzens einige angefangene Bierflaschen in den Ausguss zu gießen und die Restbestände zu sichten und zu sortieren.

 

Fazit: Eine gut besuchte Veranstaltung in einem kleinen Ort, in dem Bierfeste und Bierverkostungen noch keine Tradition haben. Viele gute Gespräche, nette Kontakte und ein wunderschöner Sonntagnachmittag.

 

Tweede Brunssumse Bierproeverij

 

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Zythos Bierfestival 2010 in Sint-Niklaas

 

Eines der größten Bierfestivals in Belgien ist das von der belgischen Bierliebhabervereinigung „Zythos“ organisierte „Zythos Bierfestival“ in Sint-Niklaas. Seit einigen Jahren schon findet es immer am ersten Wochenende im März in der Stadthalle („Stadsfestzaal“) in Sint-Niklaas statt. Die Halle ist hässlich, aber was hat das schon für eine Bedeutung… Sie ist zweckmäßig, und darauf kommt es an.

 

In der Mitte der Halle stehen in zwei großen Blöcken die Stände von ungefähr fünfzig oder sechzig belgischen Brauern, und rundherum tummelt sich das Volk. In Nebengelassen gibt es Käse, Fritten oder andere Stärkungen zu kaufen, und auch die Jungs vom Hausbrauversand „Brouwland“ haben hier einen Stand, an dem sie ihre Produkte feilbieten.

 

Für drei Euro erwirbt man ein Probierglas mit dem Wappen der Veranstaltung und einem Fassungsvermögen von 0,15 Liter, und für 1,20 Euro gibt es Jetons, von denen jeder zur Verkostung eines Bieres berechtigt. Jetzt schnell noch einen gedruckten Festivalführer für 0,50 Euro gekauft, in dem die Brauereien, ihre Biere und die Standnummern verzeichnet sind, und schon kann man sich ins Getümmel stürzen.

 

Ein kurzer Rundgang zur Orientierung und um sich einen ersten Überblick zu verschaffen erweist sich als völlig kontraproduktiv – zu groß ist die Vielzahl an Brauereien und Bieren, zu wuselig das Treiben der Bierfans, von denen nicht wenige sich lustig und farbenfroh kostümiert haben, zu vielfältig das Angebot. Im Nu schwirrt dem Besucher der Kopf, und nun heißt es, sich erst einmal ein ruhiges Plätzchen zu suchen, den Festivalführer aufzuschlagen und nachzudenken, was man den eigentlich alles verkosten möchte. Sollen es Früchtebiere sein? Abteibiere? Helle, dunkle, rote, schwarze Biere? Hopfige, malzige, süßliche, säuerliche? Ober- oder untergärige? Oder mit Spontangärung? Eher leichte, oder doch schwer alkoholische? Schlanke, vollmundige, oder gar Experimentalbiere mit Kräutern? Wer hier nicht weiß, was er will, endet damit, dass er von allem etwas trinkt, und von Bier zu Bier weniger weiß, wie er dieses ungeheuren Angebotes Herr werden soll. Rasch beginnt es im Kopf zu sausen und zu brausen, die Augen leuchten, die Zunge verlangt nach mehr, nach noch interessanteren, nach noch exotischeren Eindrücken, bis irgendwann der Körper sagt, es geht nicht mehr, jetzt ist Schluss.

 

Am nächsten Morgen stellt man fest, dass es in der Summe gar nicht so viel Bier gewesen ist. Acht oder zehn Proben vielleicht, also insgesamt gerade mal anderthalb Liter? Vielleicht auch zwölf oder vierzehn? Jedenfalls weit entfernt von den titanischen Mengen, die auf einem deutschen Oktoberfest konsumiert werden. Die Vielfalt der Eindrücke und Geschmackserlebnisse ist es, die den Rausch der Sinne verstärkt, der Verstand weiß nicht, wie er all diese verarbeiten soll, und so findet die Verkostung ein vorzeitiges, natürliches Ende.

 

Am Schluss lässt sich eine gewisse Frustration nicht verleugnen: Wie soll man denn all diese verschiedenen Biere jemals verkosten, jemals auch nur annähernd an ein Ende kommen, bei dem man sagt, ja, ich habe einen umfassenden Überblick gewonnen?

 

Es ist unmöglich.

 

Und ähnlich wie die anderen großen belgischen Bierfestivals in Brügge oder Brüssel macht somit auch das Zythos-Bierfestival in Sint-Niklaas Lust auf mehr, Lust auf das nächste Festival, Lust auf die nächste Gelegenheit, ins Bierparadies abzutauchen. Und, ja, auch Lust, beim nächsten Sud als Hausbrauer einmal etwas völlig Neues auszuprobieren, zu experimentieren und ein ganz anderes Bier zu produzieren.

 

Und so soll es doch auch sein!

 

Zythos Bierfestival 2010

 

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3de Brugs Bierfestival – Brügge

 

67 Brauereien, 278 Biere, mehrere tausend Besucher, und das Ganze in den herrlichen, historischen Tuchhallen am Marktplatz der wunderschönen Stadt Brügge – das dritte Brugs Bierfestival am 14. und 15. November 2009 hat uns fasziniert!

 

Bereits von weitem sahen wir die lange Schlange an der Kasse, und als wir sie geduldig hinter uns gebracht hatten, kauften wir uns ein Probierglas mit Aufdruck der Veranstalter (der BAB, der Brugse Autonome Bierproevers vzw) für drei Euro und eine Handvoll Jetons für je 1,25 Euro. Derart ausgestattet konnten wir uns nun ins Getümmel wagen und für den Preis eines Jetons jeweils 0,15 l aller hier angebotenen Biere verkosten.

 

Schon zu früher Stunde war das Obergeschoss, in dem die Brauereien ihre Stände aufgebaut hatten, rappelvoll und die Luft zum Schneiden dick. Die Stimmung war aber prächtig. Nach einem kurzen Rundgang, um erst einmal einen Überblick über das Angebot zu bekommen, gönnten wir uns die ersten Kostproben und setzten uns an einen der zahlreichen Verkostungstische.

 

Die BAB haben dieses Fest perfekt vorbereitet. Mit dem Probierglas bekamen wir auch ein Heftchen, in dem alle Bierstände aufgelistet waren, dazu die jeweils angebotenen Biere, und zu jedem Bier eine Kurzbeschreibung über Brauart, Farbe, Stil, Geschmackscharakteristika und Alkoholgehalt. Ein Bierführer vom Feinsten.

 

So saßen wir denn inmitten von hunderten anderer Bierliebhaber, kritzelten unsere Geschmacksnotizen in das Heftchen und grübelten, was wir denn als nächstes verkosten wollten. Zuviel Auswahl macht die Entscheidung schwer… Von der mittelständischen, handwerklichen Brauerei über nicht selbst brauende Lambic-Blender bis hin zu winzigen mehr Hobby- als Kommerz-Brauereien war das Angebot unendlich vielfältig. Vom Leichtbier bis zum Starkbier mit zweistelligem Alkoholgehalt, von hellgelb bis tiefschwarz, von zuckersüß bis knackig bitter war alles geboten, was des Biergenießers Herz lachen lässt.

 

Neben dem reinen Bierangebot gab es Bier- und Brauereibücher zu kaufen, und an einem dieser Stände stand Tim Webb, der Autor des „Great Beer Guide Belgium“, bei dem ich mir mein Exemplar des Buches signieren lassen konnte.

 

Auch für eine kräftige Grundlage vor dem Verkosten war gesorgt – für wenige Jetons konnte man sich verschiedene kräftige und leckere Gerichte kaufen, oder aber auch mit einer Handvoll Käsewürfel den Hunger zwischendurch stillen.

 

Zusätzlich traten in einem der Säle in den Tuchhallen regional bekannte Köche auf und zeigten, wie mit wenig Aufwand, aber viel Geschick hervorragende lokale Spezialitäten gekocht werden können. Die Vorführungen wurden über Video auch in die anderen Räume übertragen, so dass auch die, die keinen Platz in der Versuchsküche gefunden hatten, daran teilhaben konnten.

 

Trotz des miserablen Wetters eine herrliche Veranstaltung, hervorragend organisiert, mit einem riesigen Spektrum an angebotenen Bieren, auch vielen Raritäten, und einer friedlichen, fröhlichen, zum Teil übermütigen, aber nie aggressiven Stimmung. Das Ganze im stilvollen Rahmen der Tuchhallen inmitten der malerischen Altstadt von Brügge – definitiv eine Reise wert!

 

3de Brugs Bierfestival

 

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Bierbraukurs an der Volkshochschule Limburg

 

Schon seit langem hatten Dirk Wagner, Andreas Schwickert und ich von den Hausbrauern Nassauer Land uns mit dem Gedanken getragen, einmal einen Bierbraukurs an der Volkshochschule anzubieten, um die Menschen in der Region für unser Hobby zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass man mit verhältnismäßig wenig Aufwand und unter Nutzung von normalen Küchenutensilien daheim Bier brauen kann.

 

Nach buchstäblicher jahrelanger Reifung dieser Idee hatten wir im Wintersemester 2009 der Volkshochschule Limburg endlich einen Termin angeboten. Die letzten Tage und Wochen vor diesem Termin waren dann noch einmal vollgepackt mit detaillierten Vorbereitungen, Einkauf aller notwendigen Utensilien und Verbrauchsmaterialien und der Koordination des theoretischen und des praktischen Anteils dieses VHS-Kurses.

 

Am 30. Oktober 2009, Freitagabend, war es dann endlich soweit. In der Schulküche der Lindenschule im Limburger Ortsteil Lindenholzhausen bauten wir unsere Braukessel, das heißt, die Einkochtöpfe, auf, und in einem Klassenzimmer direkt nebenan bereiteten wir den theoretischen Anteil vor.

 

Gegen neunzehn Uhr trudelten dann insgesamt dreizehn Teilnehmer jeden Alters ein – alle männlichen Geschlechts. So hat offensichtlich seit dem Mittelalter, als das Brauen noch Frauensache, also Aufgabe der Hausfrau war, ein erheblicher Wertewandel stattgefunden…

 

Nach einem ersten Beschnuppern und einer kurzen Vorstellungsrunde begann Andreas mit seinem PowerPoint unterstützten Vortrag und brachte den Kursteilnehmern zunächst einmal die Grundkenntnisse über die Rohstoffe und die Abläufe in einer Brauerei nahe. Damit dies nicht zu trocken ablief, ergänzten Dirk und Volker diesen Vortrag mit mehreren Dreiecksverkostungen. Bei diesen Verkostungen sollten zunächst zwei kommerzielle Pilsener verglichen werden, später wurde dann eines dieser Pilsener geschmacksneutral mit Farbmalz eingefärbt und der psychologische Effekt dieser volleren Farbe entdeckt und diskutiert. Auch ein hausgebrautes Pilsener fand schließlich den Weg auf das Verkostungstablett und stach deutlich durch seine ungewohnten Aromen und seine Geschmacksintensität aus dem Panel heraus.

 

Bierprobe und die ungewohnte Theorie sorgten für rote Wangen bei den Kursteilnehmern, und als nach mehr als zwei Stunden das Informationsbedürfnis zunächst einmal gestillt schien, rundeten wir den Abend noch mit einer entspannten Diskussion in Kleingruppen ab, bevor wir uns für den nächsten Morgen verabredeten.

 

Am Sonnabend früh, schon um neun Uhr, waren alle pünktlich wieder anwesend, und nun ging es an die Praxis. An zwei einfachen Einkochtöpfen und an einem semiprofessionellen Brautopf namens „Braumeister“ der Firma Speidel begannen wir mit dem Einmaischen. Schnell hatten sich Gruppen von eher technisch interessierten Teilnehmern einerseits und von Anhängern der Philosophie „back to the basics“ andererseits voneinander geschieden, und während die einen an der Steuerung des Braumeisters herum programmierten, rührten die anderen mit Holzlöffeln in der Maische.

 

In lockerer und trotzdem interessierter Atmosphäre wandten die Kursteilnehmer das gestern noch staubtrocken wirkende theoretische Wissen in der Praxis an, und so manches Aha-Erlebnis sorgte für Begeisterung. Was gestern noch nicht nachvollziehbar und völlig unverständlich schien, fügte sich heute nahtlos in einen logischen Ablauf ein.

 

Fragen konnten direkt beantwortet werden, Prozeduren mit den anderen Gruppen verglichen werden, und auch wenn das eine oder andere Mal ein kleines Malheur passierte und sich Würze, Treber oder beides auf dem Fußboden wiederfanden, war es doch ein fröhliches Treiben.

 

Am Ende eines langen Tages standen drei große Kunststofffässer mit gekühlter Würze vor den Teilnehmern, die Hefe wurde hinzugegeben, und nun hieß es abwarten.

 

In drei Wochen soll nun jeder Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich drei Liter von seinem Sud auf Flaschen gefüllt abzuholen, um dann nach weiteren drei Wochen Flaschengärung sein eigenes Bier verkosten zu können.

 

Uns drei Dozenten hat dieser Braukurs viel Spaß gemacht, wenn wir auch am Ende des zweiten Tages ganz schön erschöpft waren. Und geht es nach der guten Stimmung, die den ganzen Tag über herrschte, waren wohl auch die Kursteilnehmer nicht völlig unzufrieden.

 

Bleibt die Hoffnung, dass alle drei Sude gelingen und der Gärprozess sauber abläuft. Wir werden sehen!

 

Dank auf alle Fälle an dieser Stelle an die Volkshochschule Limburg für die organisatorische Unterstützung in Planung und Vorbereitung des Kurses und an die Lindenschule in Lindenholzhausen für das Zur-Verfügung-Stellen der Schulküche und des Klassenzimmers.

 

Braukurs an der VHS Limburg – 30. / 31. Oktober 2009

 

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Arch'en Bières – Festival des Bières de Dégustation

 

Am 30. August 2009 besuchten wir das Festival des Bières de Dégustation in Grez-Doiceau / Archennes in Belgien, das unter dem Namen Arch’en Bières eine gewisse regionale Berühmtheit erlangt hat.

 

Seit 2005 wird jeweils am letzten Wochenende im August dieses Bierfestival veranstaltet, und auch wenn es noch klein und überschaubar ist und zuweilen etwas amateurhaft wirkt, so bietet es doch in dieser etwas abgelegenen Gegend die Möglichkeit, viele interessante Biere von zumeist kleinen und unbekannten Brauereien zu verkosten.

 

Die riesige Wiese des Maison de Coullement dient den Kindern zum Spielen und Umhertollen, zum Ponyreiten und zum Kutsche Fahren, und die Bierstände und Verkaufsstände mit regionalen Wurst- und Käsespezialitäten drängen sich dicht an dicht direkt an das Gebäude. Dazwischen ein paar Dutzend Bierbänke, und im Innern des Gebäudes noch ein paar einfach zusammengezimmerte Stände zum Ausschank der Biere –das war es auch schon.

 

Für fünf Euro Eintritt bekamen wir ein Probierglas und einen Kronenkorken, der als Währung für jeweils ein Bier diente – jeder weitere Kronkorken kostete 1,20 Euro. Bewaffnet mit diesem Probierglas von etwa 0,15 l Inhalt konnten wir uns nun von Stand zu Stand durcharbeiten. Egal, wo wir probierten, wurde unser Glas randvoll geschenkt, lieber etwas zu viel als zu wenig, und mit viel Liebe und Geduld wurden uns die Besonderheiten des jeweiligen Bieres erklärt. Zwar ausschließlich auf Französisch, aber wir kämpften uns tapfer durch alle Sprachschwierigkeiten – schließlich wünschten wir uns auf einen deutschen Bierfest doch einmal einen Schankkellner, der so geduldig und vor allem fachkundig die speziellen Geschmacksnoten des jeweiligen Bieres erläutern könnte und wollte. Außer bei der Präsentation der norddeutschen Klein- und Gasthausbrauereien im Freilichtmuseum Kiekeberg (siehe in der Rubrik „Schaubrauen“) haben wir das in Deutschland so leider noch nicht erlebt.

 

Unter dem Gesichtspunkt „Präsentation seltener Biere“ war der Besuch dieses kleinen Bierfests ein voller Erfolg, wenn auch die Erwartungshaltung zunächst eine andere war und im ersten Moment ob der über 140 km weiten Anreise eine gewisse Enttäuschung vorherrschte. Aber alle Brauereien und Bierhändler präsentierten ihre Produkte mit viel Liebe und Enthusiasmus, und auch die angebotenen Käse- und Wurstspezialitäten waren phantastisch.

 

Dass die Organisation noch ein wenig zu wünschen übrig ließ und es uns bestimmt zwanzig Minuten kostete, irgendwo einen Kaffee aufzutreiben, um für die Rückfahrt gewappnet zu sein, erwähnen wir jetzt mal, wollen es aber nicht überbewerten.

 

Insgesamt ein nettes Festival, von dem Tim Webb im „Good Belgian Beer Guide“ der britischen „Campaign for Real Ale“ in der Ausgabe 2009 nicht zu Unrecht schreibt: „Not in a settled date and venue yet, but anything that brings beer to this deathly province deserves our support“.

 

Arch’en Bières – Festival des Bières de Dégustation

 

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Zoigl-Ausschank der Ersten Amönauer Hausbrauerei auf dem Furrersch-Hof

 

Am 11. und 12. Juli 2009 fand in Amönau ein bedeutendes Ereignis statt, nämlich der erste Amönauer Zoigl-Ausschank. Geduldig erklärte Armin Latzko von der Ersten Amönauer Hausbrauerei (Latzko Bier) bereits in der Einladung, um was es sich bei einem Zoigl-Ausschank handelt – immerhin ist dieser Brauch in Deutschland nahezu ausgestorben und findet sich nur noch in wenigen Bereichen Frankens, der Oberpfalz und Thüringens. In Hessen jedenfalls ist er völlig unbekannt. Und so lautete es in der eMail, mit der Armin informierte, wie folgt:

 

„Liebe Bierfreunde,

 

am 11.07.2009 ab 15.00 Uhr und am 12.07.2009 ab 11.00 Uhr beehrt sich die Hausbrauerei Latzko einen Zoigl-Ausschank auf Furrersch-Hof (Amönau, Fugergasse 2) bei Benedikt und Tina Terrahe durchzuführen.

 

Geboten werden an diesen beiden Tagen verschiedene Biere der Hausbrauerei Latzko zu den von anderen Veranstaltungen bekannten Bierpreisen. Neben dem flüssigen Brot wird auch feste Nahrung vom Grill durch den Geflügelzuchtverein Wetter in Zusammenarbeit mit der Metzgerei Junk aus Wetter angeboten.

 

Für alle, die sich unter dem Begriff Zoigl-Ausschank nichts vorstellen können, sei angemerkt, dass es sich beim Zoigl um eine Darreichung der im eigenen Betrieb erzeugten Produkte in einer zeitlich begrenzten Schankstätte handelt. In alten Zeiten wurde der sogenannte Zoigl (Brauerstern oder Bierzeiger), wie er nebenan zu sehen ist, als Zeichen eines momentan stattfindenden Ausschankes ausgehängt.

 

Freundlicherweise haben Benedikt und Tina Terrahe ihren Hof als Örtlichkeit für den Zoigl zur Verfügung gestellt. In Anlehnung an die in fränkischen Wirtshäusern übliche Gepflogenheit, dass das Mitbringen von kleinen kalten Speisen durch die Gäste durchaus nicht verboten ist, haben auch wir nichts dagegen einzuwenden.

 

Wir hoffen, Euch an den oben genannten Tagen in großer Anzahl begrüßen zu dürfen.

Eure Hausbrauerei Latzko, der Geflügelzuchtverein Wetter und Benedikt und Tina Terrahe

 

P.S.: An beiden Tagen wird auf jeden Fall keine elektrisch verstärkte Musik dargeboten, so daß verbale Kommunikation – im Gegensatz zu üblichen Festveranstaltungen – möglich sein wird.

 

Als Biere werden vermutlich Pils, Lager und auf jeden Fall Weizenbier zum Ausschank kommen. Für Leute, die kein Bier mögen, wird es auch alkoholfreie Getränke geben. Wein wird es nicht geben, da es sich bei der Veranstaltung um einen Zoigl und nicht um einen Heurigen handelt.“

 

Wir ließen uns die Gelegenheit nicht entgehen und besuchten den Zoigl-Ausschank am 11. Juli 2009. Leider war Petrus der Veranstaltung nicht wohlgesonnen – es regnete in Strömen, und nur ab und zu lockerten die Wolken auf, und die Sonne ließ sich für wenige Augenblicke sehen.

 

Die ob des schlechten Wetters und der frühen Nachmittagsstunde noch wenigen Gäste verloren sich im wunderschönen Innenhof des herrlich renovierten Furrersch-Hofes. Armin, wie immer die Ruhe selbst, strahlte gleichwohl Zuversicht und gute Laune aus und bot Pils, Lager, Dunkles und Weizen aus eigener Produktion an. Die Biere waren aromatisch und voller Kraft, und die angebotenen Bratwürstchen passten hervorragend dazu.

 

Unter den Zeltdächern konnten wir uns vor den Regenschauern schützen und genossen das idyllische Ambiente. Urgemütlich wurde es, als auf Akkordeon und Geige Volkslieder intoniert wurden und im Nu alle Anwesenden mit fröhlichem Gesang einfielen.

 

Leider konnten wir nicht allzu lange bleiben, aber wie mir später zugetragen wurde, kamen später noch reichlich wasserfeste Gäste, denen der Regen nichts anzuhaben vermochte, so dass der erste Amönauer Zoigl-Ausschank der Ersten Amönauer Hausbrauerei doch noch zu einem richtigen Erfolg wurde.

 

Wünschen wir Armin, dass bei einer eventuellen Wiederholung die Sonne kräftig scheinen möge und der Zoigl-Ausschank vielleicht sogar zu einer festen Institution in Amönau wird!

 

Latzko’s Zoigl-Ausschank auf dem Furrersch-Hof in Amönau

 

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Die Hausbrauer Nassauer Land zu Gast im Kommunbrauhaus Junkersdorf

 

Seit Monaten lief die Planung schon, immer wieder musste der Termin umgeworfen und neu angesetzt werden, aber am 30. August 2008 war es dann endlich so weit – die Hausbrauer Nassauer Land als regionale Braugruppe der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer Deutschland e.V. (VHD) waren zu Gast im Kommunbrauhaus Junkersdorf und konnten beim eigens angesetzten „VHD-Sud“ mit anfassen, mit diskutieren, mit essen und – natürlich – mit trinken.

 

Acht Hausbrauer aus dem Raum Limburg, Lahn, Taunus und Westerwald (Euckerbräu, Mühlenbräu, Brunnenbräu®, Paul Jakob Bräu und Froschbräu) waren wir und trafen uns am frühen Morgen des 30. August 2008 in freudiger Erwartung eines interessanten Tages vor dem Kommunbrauhaus in Junkersdorf. Teilweise waren wir schon am Abend vorher angereist, hatten in der Nähe übernachtet und schon das eine oder andere lokale Bier verkostet.

 

Vor circa 200 Jahren war das Kommunbrauhaus Junkersdorf erbaut worden und diente bis 1988 seinem ursprünglichen Zweck, bis der Braubetrieb leider zum Erliegen kam. Zwar wurde das Gebäude schon 1992 unter Denkmalschutz gestellt, aber es verfiel zusehends weiter, bis sich Kurt Maria Adler, Ludwig Müller und Axel Fella 1995 zusammen taten, das Gebäude kauften und mit viel finanziellem und noch mehr handwerklichem Aufwand das Brauhaus wieder belebten. Ende 1998 war es dann soweit und der erste Sud im frisch renovierten Kommunbrauhaus wurde angesetzt. Schnell wurde das Brauhaus Junkersdorf zur örtlich, bald regional und schließlich auch bundesweit bekannten Institution, und die offizielle Einweihung als Kommunbrauhaus erfolgte im Juli 2001. Bis heute wurden fast 50 Sude angesetzt – unser „VHD-Sud“ trägt die Nummer XXXXVIII.

 

Neugierig strolchten wir erst einmal durch das alte Gemäuer, bestaunten das Sammelsurium von Gerätschaften, Bierkrügen und sonstigen interessanten Dingen und machten uns mit der antiquierten Technik vertraut. Kurt hatte am Vorabend schon einige Hektoliter Wasser vorgeheizt, und so konnten wir dann ohne Verzug beginnen. Einmaischen, rühren, heizen, fachsimpeln, wieder rühren. Dann wurde eine Dickmaische gezogen, mit der uralten Pumpe in den Sudkessel gepumpt und nach kurzer Wartezeit und erfolgreicher Jodprobe gekocht.

 

Zurück fließen lassen in den Maischebottich, und im Nu füllte sich das ganze Brauhaus mit dichtem Dampf. Und wieder rühren, rühren, rühren.

 

Nun aber erstmal die erste Pause und leckere Brotzeit – irgendjemand hatte einige Laibe frisches Brot und ein paar Kilogramm Käse geholt, und wir genossen in der strahlenden Sonne die Stärkung.

 

Einige von uns nutzten diese kleine Pause, um sich zu weiteren Erkundungen „davonzustehlen“ – Walter Simon, der in verschiedenen Kommunalbrauhäusern der Region Braukurse anbietet und sich daher hier auskennt, wie in seiner Westentasche, führte die Gruppe an. Erste Station war das Brauhaus Ueschersdorf in der Nachbargemeinde. Ähnlich wie in Junkersdorf wurde im Jahre 2003 auch hier auf Initiative eines Bürgers das alte Brauhaus wieder auf Vordermann gebracht und nun von einer Braugruppe mit fünf aktiven Mitgliedern betrieben.

 

Weiter ging es nach Thüringen zum Brauhaus in Schweickershausen. Nach kurzen einführenden Worten von Walter schloss uns der Bürgermeister persönlich das Brauhaus auf. Interessant zu sehen, dass trotz der fast fünf Jahrzehnte dauernden Abschottung zwischen Franken und Thüringen durch den „Eisernen Vorhang“ die Braukultur in ähnlicher Weise fortgeführt wurde und auch hier ein Kommunbrauhaus erhalten geblieben ist. Eine schöne Besonderheit am Rande: Die zwei hoch oben an der Wand befestigten, selbstgebauten und isolierten Tanks für das Anschwänzwasser.

 

Die Zeit begann, uns zwischen den Fingern zu zerrinnen – schließlich wollten wir ja zurück zu unserem „VHD-Sud“. Schnell weiter also zu unserer dritten und letzten Station in Lindenau. Hier empfing uns ein außen schon liebevoll renoviertes Brauhaus, welches mit seinen vier Gärkammern und einer Ausschlagwürzemenge von sage und schreibe 34 hl auch das größte kommunale Brauhaus unserer Tour sein sollte. Egon Meister, der mit Leib und Seele die traditionelle Braukunst weiterführt, begrüßte uns und zeigte uns enthusiastisch all die Besonderheiten dieses Brauhauses, insbesondere, dass hier die Biere in gepichten Fässer offen im Sandsteinkeller gelagert und ungespundet verkostet werden. Ein Bier, das es in dieser Form wohl nur einmal in der Region gibt, und das unsere Vorstellung, wie ein Bier zu sein hat, fast sprengt. Aber lecker!

 

Um nicht völlig die Zeit zu vergessen und den Junkersdorfer Sud zu verpassen, verabredeten wir uns mit Egon für abends in Junkersdorf, um dort die Fachsimpelei beim Feierabendbier fortzusetzen – ein Angebot, das er gerne annahm und anhand mitgebrachter Fotoalben auch gleichermaßen geduldig wie begeistert in die Tat umsetzte.

 

In Junkersdorf war es mittlerweile schon fleißig weitergegangen – während die Reisevögel unterwegs waren, begann hier das Abläutern (was ja fast von selbst geht) und das Schwänzen – letzteres war harte Arbeit. Fast 700 Liter heißes Wasser hatten wir in großen Tonnen vorbereitet, und mit großen Kellen musste es nun auf den Treber geschöpft werden. Eine schweißtreibende Arbeit. Aber erfolgreich, denn nachdem wir die Würze wieder in den Sudkessel hoch gepumpt hatten, freuten wir uns über den Ertrag: 12° Stammwürze – die Mühe hatte sich gelohnt.

 

Zwischendurch schauten immer mal wieder Besucher aus dem Dorf herein, tranken ein Bier, plauderten, und auch andere VHD-Mitglieder ließen sich blicken – Walter Simon, der schon den Mittagsausflug angeführt hatte, Michael Mihm, Hans Rolf Linke, Andi Sperr und Petra Paulsen waren – zum Teil auch zig Kilometer weit – angereist, um mit dabei sein zu können.

 

Jetzt wurde aber der Kessel wieder angeschürt, neues Holz musste gehackt werden, und die Würze kochte fleißig vor sich hin. Erst als nach dem Hopfenkochen sich die heiße Würze in das Kühlschiff ergoss und das ganze Brauhaus erneut in dichten Nebelschwaden versank, wussten wir, dass für heute die meiste Arbeit erledigt war.

 

Der Sudkessel wurde noch gereinigt, der Treber bleibt bis zum nächsten Tag stehen, bis die Bauern der Region sich ihn abholen, aber eines war noch vorzubereiten: Die Gärbottiche mussten mit heißem Wasser geweicht werden, damit das Holz quoll und die Bottiche dicht wurden. Also erneut schüren, Wasser kochen und pumpen.

 

Und eins kam noch hinzu: Dieser VHD-Sud sollte für die Haus- und Hobbybrauertage im Oktober auch auf extra für diesen Anlass bedruckte Flaschen gezogen werden – wir mussten also noch über 300 Flaschen mit Keramikverschlüssen versehen und im Gärkeller verstauen.

 

Und so dauerte es doch tatsächlich bis zum Einbruch der Dunkelheit, bis alle für heute anstehenden Arbeiten getan waren und wir uns nun unter klarem Sternenhimmel an einem wunderschönen Sommerabend vor’s Brauhaus setzen konnten. Bei deftigem Gulasch und Nudeln, mit leckerem Junkersdorfer und Nassauer Bier. Müde, aber zufrieden und erfüllt mit schönen Eindrücken ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

 

Ein tolles Erlebnis – besonders für uns Hausbrauer aus dem Nassauer Land, einer Region, in der wir eine solche Tradition der Kommunbrauhäuser nicht kennen. Herzlichen Dank also an Kurt Maria Adler und seine Freunde, dass sie uns so offen aufgenommen und integriert haben, dass wir so lecker verköstigt wurden und jede auch noch so dumme Frage geduldig beantwortet wurde – und hoffen wir, dass das Bier genauso gut schmecken möge, wie der vorherige Sud, an dem wir uns heute den ganzen Tag gelabt haben!

 

Die Hausbrauer Nassauer Land zu Gast im Kommunbrauhaus Junkersdorf

 

Obiger Bericht erschien einige Wochen später auch im Vereinsblättchen der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland e.V. (VHD), dem Schalander:

 

Bericht im Schalander

 

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Die Bavarian Party der Mälzerei Weyermann

 

Weyermann Malz – ein Name, der in der Welt der professionellen Brauer, aber auch unter uns Hobbybrauern, einen guten Klang hat. Eine Mälzerei, die für ihre Spezialmalze bekannt ist.

 

Die Firma Weyermann veranstaltet alljährlich am Sonnabend nach der Messe „Brau Beviale“ in Nürnberg eine „Bavarian Party“, eine Art Tag der offenen Tür für die Geschäftspartner der Firma. Alle Türen der Mälzerei stehen den Besuchern offen, es gibt ein großes Unterhaltungsprogramm mit Künstlern unterschiedlicher Art, Kaffee und Kuchen, Musik und abends ein großes und hervorragendes Buffet. Die Vertriebspartner von Weyermann in Polen, nämlich das junge Team des Hausbrauversandes Browamator um Ziemowit Fałat, waren auch eingeladen, und so hatte ich als deren Freund (und gerne gesehener Hobby-Dolmetscher) in ihrem Gefolge schon zweimal, am 13. November 2004 und am 17. November 2007, die schöne Gelegenheit, bei der Bavarian Party dabei sein zu dürfen.

 

Beide Male ein rundum schönes Erlebnis.

 

Seit 2003 hat die Mälzerei Weyermann auch eine eigene kleine Versuchsbrauerei mit zweieinhalb Hektolitern Ausschlagmenge, gebaut von der Firma Kaspar Schulz. Sie dient – wie ihr Name schon sagt – dazu, die Eignung der hier in Bamberg produzierten Malzsorten für bestimmte Bierstile zu testen, neue Bierrezepte zu kreieren, aber auch nicht zuletzt dazu, für Gäste der Weyermann Mälzerei ein eigenes, vor Ort gebrautes Bier anbieten zu können. Und die Bavarian Party gab mir somit schon zweimal die Möglichkeit, diese Biere zu verkosten – wunderbar.

 

Ein wenig über den Tellerrand hinaus blickt die Firma Weyermann mit ihrer kleinen Schnapsbrennerei, die sie sich mittlerweile eingerichtet hat. Selbstverständlich stand auch diese Destille 2007 zur Besichtigung offen, und ich konnte mich davon überzeugen, dass die hier gebrannten Obstschnäpse ausgezeichnet schmecken.

 

Mit Worten ist die Bavarian Party nur schwer zu beschreiben – aber ich denke, die Fotoalben geben die Stimmung und die Vielfalt gut wieder:

 

Bavarian Party 2004

 

Bavarian Party 2007

 

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Belgian Beer Weekend Brüssel

 

Jedes Jahr am ersten Wochenende in September findet in Brüssel auf dem Grand Place inmitten der Stadt das Belgian Beer Weekend statt. Fast alle belgischen Brauereien sind hier mit einem Stand vertreten und bieten ihre Produkte in passendem Ambiente an. Am 2. September 2006 hatte ich erstmalig die Gelegenheit, dieses herrliche Fest zu besuchen.

 

Bereits am Vormittag fuhren am Rande der Altstadt am Fischmarkt die zahlreichen Kutschen und historischen Bier-Lastwagen der Brauereien auf. Die Brauer, ihr Personal und ihre Freunde und Gäste zeigten sich stolz in festlicher und oftmals auch historischer Kleidung, die wunderbar herausgeputzten Karossen und Fahrzeuge waren von interessierten Menschen umlagert, und auch das eine oder andere Bier wurde zu dieser frühen Stunde schon getrunken.

 

Langsam formierte sich nun der Umzug der Brauer und Brauereien, und die schon ungeduldig mit den Hufen schlagenden Pferde konnten sich endlich in Bewegung setzen. Quer durch die Gassen der Stadt zogen die Fahrzeuge, und unterwegs standen die Menschen, schauten, staunten und freuten sich über die teilweise großzügig ausgeschenkten Freibiere.

 

Auf dem großen Markt, dem Grand Place, angekommen, sahen wir die Bierstände: Eng aneinander gedrängt, von einem Zaun umgeben, waren wohl 40 Brauereien vertreten. An mehreren zentralen Verkaufsstellen am Rande des Marktes konnten die Bierliebhaber spezielle Kronkorken kaufen, die an den Bierbuden als Währung dienten. Schnell füllten wir uns die Taschen, und dann ging es los.

 

An jedem Stand wurden die meisten Produkte der jeweiligen Brauerei vom Fass angeboten, immer aus dem passenden Glas mit dem passenden Logo, perfekt gezapft und bei Bedarf auch mit geduldigen Erläuterungen, um was für ein Bier es sich handele, welche Besonderheiten es aufwiese und wie man es am besten genießen solle.

 

Diese Vielfalt der Gläser war es auch, die den Zaun und die Ausgangskontrolle rund um den Zentralbereich nötig machte – zu groß ist die Gefahr, dass Souvenirjäger hier überreichlich Beute machen…

 

Überall herrschte eine ausgelassene, fröhliche und bis zuletzt auch friedliche Stimmung. Wir probierten buchstäblich dutzende Spezialitäten und bekamen einen schönen Eindruck der schier unendlichen Vielfalt des belgischen Bieres. Vom einfachen spritzigen Pils über fruchtige, schwere, dunkle, helle, bunte, süße, herbe, saure, würzige, malzige und vollmundige Spezialitäten bis hin zum Westvleteren Trappistenbier, das üblicherweise ausschließlich an der Klosterpforte selbst erworben werden kann und nur ausnahmsweise auf diesem Fest ausgeschenkt wurde, war alles vertreten, was die Szene aufbieten konnte.

 

Nach Einbruch der Dunkelheit füllte sich das Areal noch weiter – so dies überhaupt noch möglich zu sein schien… Trotz dichtem Gedränge, schwitzender, fröhlicher Menschenmassen und schneidend dicker Luft (unter freiem Himmel!) schafften es kleine Musikergruppen trotzdem noch, sich durch kleinste Lücken zu schieben, aufzuspielen und die Stimmung noch weiter anzuheizen. Einfach nur bombig!