Brunnenbräu® Hausbrauerei – Das Original – seit 1997

Bier vor Ort

 

 

Bier vor Ort

 

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Browar Jabłonowo

Browar Jagiełło Sp.j.

Pivovarský Hostinec Richtár Jakub

Browar Janów Lubelski

Brauhaus Joh. Albrecht Bielefeld

Brauhaus Joh. Albrecht Regensburg

Brauhaus Joh. Albrecht Soltau

Brouwerij Jopenkerk BV

Stadtbräu Josef

Kommunbrauhaus Junkersdorf

 

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Browar Jabłonowo

 

Browar Jabłonowo

Aleja Krakowska 77

05-552 Wólka Kosowska

Polen

 

Die Brauerei in Jabłonowo wurde 1992 kurz nach der politischen und wirtschaftlichen Wende in Polen von Leon und Hubert Buksowicz sowie Włodzimierz Parol gegründet. Zunächst auf den regionalen Markt beschränkt, auf dem sie mit preiswerten Standardbieren sowie mit süßlichen Starkbieren mit bis zu 10% Alkohol um das Überleben kämpfte, hat die kleine Brauerei mittlerweile den gesamten Markt in Polen im Visier. Als eine der ersten kleineren Brauereien mit einer Dosenabfüllung errang die Brauerei Jabłonowo ein wirtschaftlich solides Fundament, indem sie für zahlreiche andere Regionalbrauereien die Dosenabfüllung im Auftrag übernahm.

 

Das jüngste Projekt der Brauerei, 2011 erst begonnen, ist die Manufaktura Piwna. Unter dieser Marke werden derzeit drei Spezialbiere hergestellt – ein Honigbier, ein Klosterbier nach Art der Trappistenbiere Belgiens und ein Mehrkornbier aus drei verschiedenen Getreidesorten und Wacholder. Die Etiketten sind ein wenig altmodisch-anheimelnd gestaltet, und die Biere unterscheiden sich signifikant vom bisherigen Produktportfolio.

 

Am 30. Januar 1999 hatte ich die Gelegenheit, die Brauerei Jabłonowo nicht nur zu besichtigen, sondern auch die einmalige Chance, mit einem Freund zusammen 35 Hektoliter Bier nach eigenem Rezept zu brauen.

 

Auf der Suche nach einem interessanten Rezept für ein kommerziell erfolgreiches Bier hatte der Juniorchef der Brauerei, Hubert Buksowicz, uns um Rat gebeten – und an dem Tag, an dem wir mit ihm eigentlich nur über das von uns vorgeschlagene Rezept für ein Oatmeal Stout sprechen wollten, stellte er uns seine Brauerei kurzerhand zur Verfügung: Wir sollten doch mal 35 hl nach unserem Rezept brauen, das Personal der Brauerei stünde zur Unterstützung bereit.

 

Gesagt, getan. Viel Spaß hat’s gemacht. Und auch wenn die Brauerei nicht die neueste und modernste war, so war es doch ein besonderes Erlebnis für uns Hausbrauer, mal in einem größeren Maßstab zu brauen.

 

Fünf Wochen später konnten wir das Bier erstmals probieren. Es war in Fässer abgefüllt worden und stand in einem Bierlokal, dem „Pod Baryłką“ in Warschau, zum Verkauf. Beworben wurde es als „Polnisches Guinness“, mit dem Schutz des Markennamens nahm es die Brauerei wohl nicht so genau.

 

Die Vorräte waren rasch verkauft, und dass das Oatmeal Stout nach unserem Rezept nicht weitergebraut wurde, lag einzig daran, dass die Zutaten und der Brauprozess für den kommerziellen Erfolg dieses Bieres ein wenig zu teuer und zu aufwändig waren. Stark vereinfacht (und natürlich verbilligt) kam nach einigen Monaten ein ähnliches, auf unserer Idee basierendes Bier, das „Belfast“, von der Brauerei Jabłonowo in größerem Maßstab auf den Markt.

 

Impressionen: Browar Jabłonowo

 

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Browar Jagiełło Sp.j.

 

Browar Jagiełło Sp.j.

ulica Gminna 57

22-100 Chełm / Pokrówka

Polen

 

Die Brauerei Jagiełło liegt am Südrand der Mittelstadt Chełm, relativ weit im Osten Polens. 1993 gegründet und eben nicht nach dem polnischen Adelsgeschlecht der Jagiełłonen benannt, sondern nach ihrem Besitzer, Lucjan Jagiełło, hat sie sich auf Nischenbiere spezialisiert, die sicherlich nicht jedermanns Geschmack sind, gleichwohl aber in ihrer Experimentierlust lobenswert.

 

Unter dem Produktnamen „Magnus“ gibt es ein etwas kräftigeres, sehr dunkles Bier, das man vielleicht im erweiterten Sinn als dunkles Bockbier bezeichnen könnte, und das nach seinem ersten Erscheinen auf dem polnischen Markt 2008 noch im gleichen Jahr eine ganze Reihe von Auszeichnungen erringen konnte, so unter anderem den ersten Platz im Verbraucherwettbewerb „Chmielaki Krasnostawskie“, den ersten Platz im offenen Wettbewerb des XVI. Herbsttreffens der Brauer („XVI Jesienne Spotkanie Browarników)“ in Krakau und den Titel „Bier des Jahres 2008“ der polnischen Bruderschaft des Bieres („Bractwo Piwne“), der nationalen Verbraucherorganisation, die auch in der „European Beer Consumers Union“ (EBCU) vertreten ist.

 

Neben der Magnus-Linie gibt es die Jagiełło-Linie der hellen Biere, die insbesondere unter dem Namen „Origo“ auch ein Ökobier umfasst.

 

Als wir am 25. April 2011 in Chełm weilten und die Gelegenheit nutzten, an der Brauerei vorbei zu fahren, machten wir uns angesichts der Tatsache, dass Ostermontag war und ganz Polen noch in der für das Land typischen Oster-Agonie lag, keine Hoffnung, mehr zu sehen, als lediglich die Einfahrt der Brauerei.

 

Und so war es auch.

 

Somit bleibt es bei ein paar „Zielfotos“ und der Feststellung: Wir waren da!

 

Impressionen: Browar Jagiełło Sp.j.

 

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Pivovarský Hostinec Richtár Jakub

 

Pivovarský Hostinec Richtár Jakub

Moskovská 16

811 02 Bratislava 1

Slowakei

 

In einer Nebenstraße der Hauptstadt der Slowakei Bratislava (oder deutsch Preßburg) fanden wir am 25. März 2011 im Rahmen der Städtetour de Bier die kleine Brauerei Richtár Jakub, benannt nach der Familie Jakub, die im späten 13. und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Bratislava den Bürgermeister („Richtár“) stellte.

 

Die Brauerei ist noch jung, gegründet am 1. Juni 2009, sie ist winzig, und selbst, wenn man davor steht, noch so unauffällig, dass man aufpassen muss, nicht am Eingang vorbei zu laufen. Ein paar Stufen ins Tiefgeschoss, und wir fanden uns in einem schlichten, einfach eingerichteten Schankraum wieder, in dem sofort die große Anzahl von Zapfhähnen in der Wand ins Auge stach. Zwölf verschiedene Biere scheint es hier zu geben – alle vom Fass! Wir machten große Augen.

 

Und in der Tat, es waren tatsächlich immerhin elf Stück, drei davon aus eigener Produktion, die anderen von befreundeten kleinen Brauereien im Land. Ein schöner Brauch, sich so gegenseitig mit leckeren Bieren zu unterstützen – wie schön wäre es, dies so auch einmal in Deutschland anzutreffen.

 

Nachdem wir uns fleißig durch alle elf Sorten verkostet hatten, bekamen wir noch eine Führung durch die Brauerei im Hinterhof. Keine herausgeputzte Anlage, die mehr der Schau als dem Brauen dient, weder auf Hochglanz poliertes Kupfer noch feuerfestes Glas, sondern einfache, zweckmäßige und in Teilen selbst konstruierte Technik. Obwohl nur ganz winzig, und obwohl ohne weitere Unterstützung betrieben, machen sich die netten Wirtsleute hier sehr viel Mühe mit ihren Bieren – wo sonst wird in so kleinem Maßstab noch aufwändig im Dekoktionsverfahren gebraut?

 

Und was am Ende zählt, ist der Geschmack des Bieres. Und der stimmt! Wie gerne hätten wir hier noch stundenlang gesessen…

 

Impressionen: Pivovarský Hostinec Richtár Jakub

 

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Browar Janów Lubelski

 

Browar Janów Lubelski

ulica Bialska 73

23-300 Janów Lubelski

Polen

 

Oh je, oh je, das war ja mal wieder ein Brauerei-„Besuch“... Entgeistert standen wir am 24. April 2011 vor dem alten, verbogenen und verrosteten Einfahrtstor zu dieser inzwischen stillgelegten Brauerei und starten auf das heruntergekommene Firmengelände.

 

Entstanden im Jahr 1907 als eine Bürgerbrauerei der Stadt Janów Lubelski, im Zweiten Weltkrieg vorübergehend (bis 1942) stillgelegt, danach als Regionalbetrieb weiterbetrieben, verstaatlicht, 1997 wieder reprivatisiert und dann angesichts der heruntergewirtschafteten Technik im ständigen Kampf um einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb. Noch im Jahr 2008 wurde eine gebrauchte Abfüllanlage installiert, dann aber im Jahr 2009 der Betrieb eingestellt.

 

Traurig steht der eiserne Schriftzug „Browar Janów Lubelski“ im Regen über dem Zufahrtstor, und eine langsam verbleichende Wandmalerei in Form eines Bierfasses sendet dem Bierreisenden einen letzten Gruß.

 

Impressionen: Browar Janów Lubelski

 

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Brauhaus Joh. Albrecht Bielefeld

 

Brauhaus Joh. Albrecht Bielefeld

Hagenbruchstraße 8

33602 Bielefeld

Deutschland

 

Als wir das Brauhaus Joh. Albrecht in Bielefeld am 2. August 2006 besuchten, hatten wir ein gewisses Déjà-vu Erlebnis: Die verschiedenen Brauhäuser dieser Kette ähneln sich von ihrem Konzept her doch sehr. Zwar sind die Biere durchweg recht lecker, aber immer dominiert von der klassischen Gasthausbrauerei-Auswahl „Hell“ oder „Dunkel“, bei Joh. Albrecht „Messing“ und „Kupfer“ genannt. Der Jahreszeit entsprechend gab es heute auch noch ein „Sommerbier“, leicht und erfrischend, aber stilistisch undefinierbar und ohne weitere Informationen in der Speisekarte, aber das war es dann leider auch schon.

 

Die Einrichtung hier in Bielefeld ist ansprechend und gemütlich, neben dem holzbestuhlten „normalen“ Schankraum gibt es auch noch einen Bereich, der mit schwarzem Ledersofa und Bücherregalen ein wenig englische Pubatmosphäre ausstrahlt und an einen Rauchersalon erinnert.

 

Insgesamt also gar nicht schlecht – definitiv eine gemütliche Wirtschaft, deren Brauereibereich lediglich ein wenig an eigenständiger Originalität vermissen lässt.

 

Impressionen: Brauhaus Joh. Albrecht Bielefeld

 

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Brauhaus Joh. Albrecht Regensburg

 

Brauhaus Joh. Albrecht

Schwarze Bären Straße 6

93 047 Regensburg

Bayern

Deutschland

 

Während eines Spaziergangs durch die Regensburger Innenstadt entdeckten wir am 20. August 2003 das Brauhaus Joh. Albrecht mehr oder weniger zufällig – eine der wenigen Gelegenheiten, wo ich nicht gezielt nach einer Brauerei gesucht habe.

 

Neben dem üblichen „Messing“ und „Kupfer“ gab es Weizen und Schwarzbier (das Schwarzbier tauchte auf dem Kassenzettel als Märzen auf, warum auch immer…). Alle vier Biere durchaus schmackhaft, auch wenn das Schwarzbier noch etwas dunkler und herber hätte sein können.

 

Wir nutzten das schöne Wetter und tranken die Biere draußen, an einem der drei oder vier Tischchen vor der Tür in der Fußgängerzone, und fühlten uns wohl. Ein schöner Biergarten wäre bestimmt besser und gemütlicher gewesen, aber wenigstens gab es – typisch für eine Fußgängerzone – genug zu schauen…

 

Ein kurzer Blick in das Innere des Brauhauses – hier hätte man auch gut sitzen können, wäre das Wetter schlechter gewesen.

 

Zum Essen können wir wenig sagen – außer einer Ofenkartoffel, die gut geschmeckt hat, haben wir nichts gegessen.

 

Mittlerweile (also 2007) scheint es das Brauhaus nicht mehr zu geben – jedenfalls findet sich auf der Netzrepräsentanz der Brauhäuser Joh. Albrecht kein Hinweis mehr auf Regensburg. Oder hat es nur einen neuen Inhaber? Oder einen neuen Namen? Wird es in anderer Regie weiter geführt? Mit neuen Bieren und neuen Rezepten?

 

Ich glaube, ich muss mal wieder nach Regensburg…

 

Impressionen: Brauhaus Joh. Albrecht Regensburg

 

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Brauhaus Joh. Albrecht Soltau

 

Brauhaus Joh. Albrecht Soltau

Winsener Strasse 34d

29 614 Soltau

Deutschland

 

Nach einem anstrengenden Tag im Heidepark Soltau kam das Brauhaus Joh. Albrecht am 26. August 2003 gerade recht für eine Stärkung vor dem Heimweg. Gelegen in einer Art Herrenhaus, zwar direkt an der Durchgangsstraße, aber mit der Terrasse nach hinten hinaus. Innen sind die Tische und Bänke schön rund um die Brauanlage gruppiert; ob der dunkelblaue Lederbezug der Bänke gefällt, muss jeder selbst entscheiden.

 

Die Biere sind ordentlich – Joh.-Albrecht-Standard halt. Wie immer das „Kupfer“ und das „Messing“. Vermutlich in jeder Joh.-Albrecht-Brauerei nach dem gleichen Rezept gebraut, aber durch unterschiedliches Wasser, leichte Abweichungen im Sudhaus und ähnliche Einflussgrößen doch immer wieder unterschiedlich. Dazu gibt es immer mal wechselnde Sorten – ein Sommerbock, ein Weizen, oder was auch immer.

 

Effizient arbeitende, freundliche Bedienungen – insgesamt ein grundsolider Brauhaus-Standard. Kann man immer mal wieder vorbei schauen.

 

Und bei gutem Wetter sitzt man auf der Terrasse im Biergarten sehr schön, mit Blick ins Grüne – und auf einen Parkplatz…

 

Impressionen: Brauhaus Joh. Albrecht Soltau

 

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Brouwerij Jopenkerk BV

 

Brouwerij Jopenkerk BV

Vestestraat 1

2011 VR Haarlem

Niederlande

 

Erst unlängst, am 9 Dezember 2010, hat die Brouwerij Jopenkerk in Haarlem mit einer großen Party eröffnet. Das Haarlemer Jopenbier war bereits im Jahr 1995 angesichts des 750jährigen Stadtjubiläums durch eine eigens gegründete Biergenootschap wiederbelebt worden und hat lokalen Ruhm erlangt, obwohl es in Belgien gebraut wurde. Angesichts dieses Erfolges war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Gasthausbrauerei in Haarlem gegründet werden sollte – und man fand im Jahr 2005 die alte Jopenkerk, eine säkularisierte Kirche im der Altstadt, die dem zukünftigen Zweck entsprechend renoviert wurde.

 

Als ich hier am 2. Mai 2011 einkehrte, war ich beeindruckt: In das alte Kirchenschiff ist die große Gasthausbrauerei geschmackvoll integriert worden, und die auf Hochglanz polierten Kupferkessel der Firma BrauKon sowie die eleganten und farbig beleuchteten Edelstahl-Lagertanks harmonieren überraschenderweise auf eigene Art mit den farbigen Kirchenfenstern und der modernen Innenarchitektur. Nicht wenig beeindruckt hat mich die schiere Anzahl der hier angebotenen Biere: neun verschiedene Sorten, davon eine aus einer befreundeten Gasthausbrauerei in Arnheim, konnte ich in kleinen Gläsern (0,15 l) verkosten. Dazu gab es eine Reihe von interessanten Gerichten, wenn auch zu recht hohen Preisen und in kleineren Portionen.

 

Alle neun Biere waren von begeisternd hoher Qualität, charaktervoll und sehr ausdrucksstark. Das Gerstebier obergärig, aber gleichwohl knackig gehopft, das Hoppenbier sehr hopfig und frisch, das Tripel schwer, fruchtig und komplex und von leuchtend orangener Farbe. Das Extra Stout tiefschwarz, röstig und knackig hopfig und bitter, dabei aber nicht sehr stark im Alkohol. Das Dubbel säuerlich erfrischend, das Koyt mit Kräutern anstelle von Hopfen gebraut, das Adriaan Wit als belgisches Witbier mit Koriander – erfrischend und fruchtig. Das Lentebier als kräftiger Bock, aber sehr hell und ebenfalls mit Koriander. Und schließlich das Ongelovige Thomas, ein schweres, dunkles, zehnprozentiges Bier, das von Geschmacksintensität und Fülle sicherlich mit dem einen oder anderen dunklen, belgischen Klosterbier im Stile eines Quadrupels mithalten kann.

 

Auch angesichts sehr netter und freundlicher, wenn auch nicht allzu schneller Bedienungen ein rundherum zufriedenstellender Brauereibesuch.

 

Impressionen: Brouwerij Jopenkerk

 

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Stadtbräu Josef

 

Stadtbräu Josef

Landstraße 49

4020 Linz

Österreich

 

Tja, dieser Brauerei-Besuch hat mich ein wenig enttäuscht. Obwohl – ich hätte ja gewarnt sein können. Wenn im Internet das Personal im Stadtbräu Josef ausführlich vorgestellt wird und als dessen Lieblingsgetränke „Chateau Margaux“, „Österreichische Weine“, „Frische Fruchtsäfte“, „Eistee“, „Buttermilch“, „Espresso“, „Wasser“, „Cola Bacardi“, „Kamillentee mit Honig“, „Vodka Bull“, „Kaffee“ und vieles mehr genannt werden, hm, wie soll denn dann das hier gebraute Bier wohl schmecken???

 

Aber der Reihe nach: Wir standen am 16. Oktober 2008 vor dem sehr hübschen, alten Gebäude in der Linzer Innenstadt, dessen schöne Fassade leider durch die quietschrote Neon-Reklame „Josef“ verhunzt wird. Natürlich gingen wir trotzdem hinein.

 

Wir durchquerten ein wenig ansprechendes Schicki-Micki-Areal mit Schnellimbiss-Atmosphäre, bogen dann rechts ab, dem kupfernen Blinken der Braukessel folgend. Ein Raucherareal. Tapfer durchschritten wir Gestank und Qualm – und siehe da, für die Nichtraucher folgte ein elegant wirkender, auf den ersten Blick urig eingerichteter Schankraum mit schönen Gewölben. Schade nur, dass große, flache Bildschirme an der Wand, auf denen irgendein genauso flacher Sportkanal flimmerte, den Eindruck völlig verhunzten. Niemand schaute hin, kein Mensch interessierte sich dafür, aber auf meine Frage, ob man den Müll nicht abschalten könne, kam – wie fast schon erwartet – ein „Nein, man könne nicht!“. Und auch nicht viel besser als die Flachbildschirme: Die hypermodernen LED-Strahler im Raum.

 

Seufzend mussten wir feststellen, dass alle interessanten Bierstile, die hier angeboten wurden, sich als Biere von Großbrauereien erwiesen, und lediglich das „Hell“ und „Dunkel“ von hier stammten. Leider erwiesen sich ausgerechnet diese beiden Biere als etwas charakterschwach – lustlos schwappten sie im Glas vor sich hin. Keine auffälligen Geschmacksfehler, nein, eigentlich sogar gar kein auffälliger Geschmack. Nicht mal ein unauffälliger! Ein hopfen- und malzarm wirkendes Gebräu, das wirkte, als habe man es noch mit einem guten Anteil stillen Mineralwassers verdünnt. Einfallslos und wässrig – schade!

 

Zu allem Überfluss platzierte sich der Chef der Brauerei am Nachbartisch und begann mit einer jungen Dame ein Bewerbungsgespräch. Schön laut und deutlich, dass die Gäste auch brav mithören können. Diskretion? Ein Fremdwort! Oh je, Mädel, hoffentlich hast Du Dir das mit Deiner Bewerbung gut überlegt – mich hätte ein solch stilloses Benehmen meines potentiellen zukünftigen Chefs jedenfalls abgeschreckt.

 

Nein, hier hielt es uns nicht länger. Wir nahmen uns den Spruch des Chefs, den er stolz auf seiner so genannten „Hompätsch“ präsentiert, zu Herzen: „Es gibt nur ein Gas – Vollgas!“

 

Stimmt! Vollgas, und nix wie weg!

 

Und am besten so schnell nicht wieder hin!

 

Und, ach ja, ein kleines post scriptum noch: Die „Hompätsch“ berichtet, dass noch nicht einmal das „Hell“ hier vor Ort gebraut wird, sondern von der Brau-Union bezogen wird… Kommentar überflüssig, oder?

 

Impressionen: Stadtbräu Josef

 

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Kommunbrauhaus Junkersdorf

 

Kommunbrauhaus Junkersdorf

Bahnhofstraße 2

96 176 Junkersdorf

Bayern

Deutschland

 

Unser Besuch beim Kommunbrauhaus Junkersdorf am 30. August 2008 gehört zu den besonderen, handelt es sich hierbei doch nicht um eine echte, kommerzielle Brauerei, sondern um ein Brauhaus, das als nicht mehr genutzte Kommunbrauerei Mitte der 90er Jahre beinahe dem Verfall preisgegeben worden wäre, hätten es nicht ein paar begeisterte Bierliebhaber übernommen, renoviert und zu neuem Leben erweckt.

 

Seit zehn Jahren wird hier nun wieder regelmäßig gebraut, nach alt hergebrachter Art und Weise, mit gezogener und gekochter Dickmaische im Dekoktionsverfahren. Das Endprodukt gibt den Traditionalisten recht: Ein herrlich süffiges, dunkles Fränkisches Landbier. Hmmmh, lecker!

 

Einen ganzen Tag verbrachten wir hier und fassten fleißig mit an – sei es beim Rühren der Maische, beim Schöpfen des heißen Wassers während des Schwänzens oder natürlich bei den weniger interessanten Tätigkeiten wie Schrubben und Aufräumen.

 

Fünf bis sechs Mal pro Jahr brauen Kurt Maria Adler und seine Freunde hier in Junkersdorf und Umgebung, und jedes Mal nimmt das Dorf Anteil – und sei es nur in der Form, dass die produzierte Würze oder das fertige Bier reißenden Absatz finden.

 

Seit 1998 ist das Kommunbrauhaus Junkersdorf wieder in Betrieb – hoffen wir, für möglichst lang!

 

Impressionen: Kommunbrauhaus Junkersdorf

 

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