Brunnenbräu® Hausbrauerei – Das
Original – seit 1997
Hausbrauer Nassauer Land

Hausbrauer Nassauer Land
Seit einigen Jahren hat
sich – beginnend im Raum Limburg – eine regionale Gruppe von Hausbrauern
zusammengefunden, die einen regen Erfahrungsaustausch betreibt, zahlreiche
Veranstaltungen gemeinsam besucht, unterstützt oder gar organisiert, und die
mittlerweile auch eine Reihe von Freunden und Mitgliedern außerhalb des
unmittelbaren Limburger Bereiches hat: Die Hausbrauer Nassauer Land.
Neben gemeinsamem Brauen
bei allen sich bietenden Gelegenheiten, insbesondere auch
Schaubrauveranstaltungen, ist besonders das jährliche Treffen der Hausbrauer Nassauer Land immer ein besonderes
Ereignis
Natürlich haben die Hausbrauer Nassauer Land auch eine eigene
Netzrepräsentanz:
Gleichwohl erlaube ich
mir, einige unserer Erlebnisse zusätzlich auch hier zu dokumentieren.
Vollziehen Sie also mit mir im Folgenden unsere Treffen und unsere sonstigen
Aktivitäten nach!
Aktivitäten
der Hausbrauer Nassauer Land
Historischer Markt 2003 (Dietkirchen)
Hausbrauertreffen 2004 (Dietkirchen)
Hausbrauertreffen 2004 (Schönborn)
Hausbrauertreffen 2005 (Wolfenhausen)
Hausbrauertreffen 2006 (Idstein)
Hausbrauertreffen 2007 (Wetter-Amönau)
Hausbrauertreffen 2008 (Dausenau)
Hausbrauertreffen 2010 (Schönborn)
Hausbrauertreffen 2011 (Wartenberg Landenhausen)
Historischer
Markt 2003 in Dietkirchen
Alle drei Jahre findet in
Dietkirchen in der Nähe von Limburg
ein Historischer Markt statt. Altes, historisch überliefertes Handwerk, längst
vergessen geglaubte Künste und schmackhafte, traditionelle Rezepte ziehen jedes
Mal tausende Besucher in ihren Bann und haben den Markt in der Region zu einem
herausragenden Ereignis gemacht.
Im Oktober 2003
entschlossen sich Andreas Schwickert, Georg Muth und Alfred Wirth, in historischen
Kostümen und mit traditionellen Hilfsmitteln Bier zu brauen. Große Waschkessel
sollten als Sudpfanne und Maischebottich dienen, und da es sich anbot, das
Wasser aus dem direkt gegenüberliegenden, frisch erneuerten Brunnen für die
Kühlung der Würze zu nutzen, war auch der Name der neu gegründeten Brauerei
schnell gefunden: Brunnen Bräu Dietkirchen.
Das historische
Biersieden war ein voller Erfolg. Der Bürgermeister und zahlreiche weitere
Gäste konnten sich am Bier laben, das einige Wochen vorher bei einem Probesud
hergestellt worden war, und gleichzeitig das Entstehen des neuen Bieres
miterleben. Eine neue Attraktion des Historischen Marktes war geboren – und
schnell war man sich einig, dass diese Attraktion zu einer festen Einrichtung
des Marktes werden sollte.
Impressionen: Historischer Markt 2003 in Dietkirchen
Hausbrauertreffen
2004 in Dietkirchen
Nach einem ersten vorsichtigen
Kennenlernen einiger Hausbrauer aus dem Raum Limburg und Koblenz fand am 17.
Januar 2004 im Feuerwehrgerätehaus in Dietkirchen das erste „richtige“
Hausbrauertreffen der Hausbrauer Nassauer Land statt. Zwischen den
Feuerwehrautos bauten wir ein paar Bierbänke auf, packten unsere Picknickkoffer
mit rustikalen, meist hausgemachten Spezialitäten aus und holten unsere
Hausbiere aus dem Kofferraum.
Vorsichtig „beschnüffelte“ man
sich, aber schon nach kurzer Zeit war das Eis gebrochen. Aus Flaschen, Fässern
und KEGs wurden die verschiedenen Sorten Hausbräu gezapft, und im Nu wurde über
alle möglichen Aspekte des Brauens und des Biers gefachsimpelt. Bei netten
Gesprächen, Kartenstudium, wo denn wohl die besten / meisten / schönsten /
preiswertesten Brauereien in Deutschland zu finden seien, Diskussionen, wo man
die besten Zutaten zum Brauen bekommen kann und bei vielen anderen Themen
verging die Zeit wie im Fluge – und wir waren uns sicher, dass dies das erste
Treffen von hoffentlich noch vielen sein möge!
Impressionen: Hausbrauertreffen 2004 in Dietkirchen
Hausbrauertreffen
2004 in Schönborn
Am 20. November 2004 trafen wir
uns in der – zwar kommerziellen, aber den Hausbrauern liebevoll zugewandten –
Gasthausbrauerei Hof Schauferts in Schönborn. Heidi und Oliver
Luzius und Uli Scheib, die die Gasthausbrauerei und den Biolandhof betreiben,
hatten sich bereit erklärt, uns das Nebenzimmer für unser Treffen zur Verfügung
zu stellen. In geselliger und – damals noch üblich und legal – verrauchter
Atmosphäre verkosteten wir unsere Biere und lernten uns – da es sich ja noch um
eines der ersten Treffen handelte – gegenseitig näher kennen.
Uli und Oliver, zeitweise auch
von Heidi begleitet, nahmen sich viel Zeit, uns die noch recht improvisierte
Brauerei zu zeigen und in allen Details zu erklären. Insbesondere die offene
Gärung in großen Bottichen im Kühlraum faszinierte uns. Das so produzierte Bier
schmeckte uns nämlich hervorragend und warf sofort die Frage auf, wie wir diese
Brau- und Gärbedingungen wohl auch daheim nachvollziehen könnten…
[Ein kleiner Einschub wird nach
entsprechend verstrichener Zeit an dieser Stelle aber notwendig: Mittlerweile –
seit 2006 – ist die Sudanlage deutlich professioneller geworden. Die Brauanlage
der insolventen Brauerei Hof Aspich wurde erworben
und in den Schaufertshof integriert. Aus ist’s mit
der liebevollen Improvisation – aber die Qualität des Bieres hat zum Glück
nicht gelitten!]
Nach der ausführlichen
Brauereibesichtigung setzten wir uns wieder am langen Holztisch fest,
verkosteten die mitgebrachten Biere und fachsimpelten. Und spätestens mit
diesem Treffen hatten sich die Hausbrauer Nassauer Land als rege und agile regionale
Braugruppe etabliert. Und Oliver lässt sich seitdem als fester Adressat unseres
regelmäßigen eMail-Rundschreibens über die Aktivitäten der Hausbrauer Nassauer
Land auf dem Laufenden halten – ob Hausbrauer oder kleiner kommerzieller
Brauer, die Motivation zählt!
Impressionen: Hausbrauertreffen 2004 in Schönborn
Hausbrauertreffen
2005 in Wolfenhausen
In Wolfenhausen,
einem winzigen Dörfchen im Laubustal, trafen wir uns am 18. Juni 2005 –
Dietrich Raab, eines unserer Mitglieder, hatte auf das Gelände seines
Landhandels eingeladen. In und vor einer seiner Lagerhallen bauten wir unsere
Biergarnituren auf, die mitgebrachten Spezialitäten wurden auf einem dicken
Brett auf einem Gabelstapler appetitlich anrichtet, und so verbrachten wir
einen urgemütlichen Abend bei Fachsimpelei und fleißiger Verkostung des
Selbstgebrauten.
Terminlich waren wir leider vom
Pech verfolgt – es hatte ganz kurzfristig einige unvorhergesehene Absagen
gegeben, und so war es nur eine kleine, aber feine Untergruppe der Hausbrauer
Nassauer Land, die heute beieinander saß.
Eines aber steht bombenfest: An
Dietrichs Gastfreundschaft hat es mit Sicherheit nicht gelegen!
Impressionen: Hausbrauertreffen 2005 in Wolfenhausen
Leider war es mir im Jahr 2006
verwehrt, selber am Jahrestreffen der Hausbrauer
Nassauer Land im Idsteiner Brauhaus
„Alte Feuerwache“ teilzunehmen, insofern beschränke ich meine Berichterstattung auf
diesen Querverweis zur Internet-Präsenz der Hausbrauer Nassauer Land:
Hausbrauertreffen 2006 in Idstein
Jahrestreffen 2007 in Wetter-Amönau
Im Jahr 2007 trafen wir
uns Anfang Juni im Ortsteil Amönau der Gemeinde Wetter. Unser Mitglied Armin Latzko hatte den Gemeindesaal in Amönau für unseren Hausbrauerabend
reserviert – zuvor galt es aber, die Haus- und Gasthausbrauereien im
unmittelbaren Umkreis zu erkunden.
Erste Station war bei
Frank Eucker, der uns in seiner Garage mit leckerem
Selbstgebrauten und einer schmackhaften, rustikalen Brotzeit bewirtete und
nicht müde wurde, uns alle Details seiner liebevoll zusammen gebastelten
Minibrauerei zu zeigen und zu erklären. Dir Frank, und Deiner Frau, herzlichen
Dank, es war klasse!
Nachdem wir Franks
Bierfass leer getrunken hatten, ging es weiter zum Dorfbrauhaus Amönau, einer
Gasthausbrauerei, die erst vor wenigen Wochen eröffnet hatte und nun unter dem
schlimmsten Schicksal leiden musste, das einem als Brauer widerfahren kann: Die
Eröffnung kam so gut an, dass alle Fässer trocken getrunken worden waren und
nun für mehrere Wochen ein kommerzielles Bier ausgeschenkt werden muss, bis der
Nachschub in den Lagerfässern gereift ist…
Als drittes besichtigten
wir Armin Latzkos Hausbrauerei, angesiedelt irgendwo
in der Grauzone zwischen großem Hausbrauer und kleiner kommerzieller Brauerei –
professionell ausgestattet und wirklich sehenswert!
Nach diesen drei
Stationen hatten wir uns aber eine erneute Brotzeit verdient, und so verlegten
wir in den Gemeindesaal, feuerten mehrere Grills an und labten uns bis tief in die
Nacht an den mitgebrachten Spezialitäten. So manches Hausgebraute wurde
verkostet – vom Russian Imperial Stout über
verschiedene Sorten Weißbier, Kellerbier und Ale bis hin zu wunderlichen
Spezialitäten, wie beispielsweise einem schon recht eigenartigen Roggenbier.
Am nächsten Morgen, nach
einer viel zu kurzen Nacht mit Schlafsack und Luftmatratze waren sich alle
einig: Nächstes Jahr sind wir wieder dabei!
Die Bilder im Fotoalbum
sprechen für sich:
Impressionen: Jahrestreffen 2007 in Wetter-Amönau
In der Marburger Neuen Zeitung
erschien auch ein Artikel über unser Treffen, der hier erreichbar ist:
Zeitungsartikel Marburger Neue Zeitung
Und schließlich erschien auch in
der Vereinszeitung des VHD, dem Schalander, ein Artikel über unser Treffen:
Artikel im VHD-Mitteilungsblatt Schalander
2008: „Duzenowe!“ – „Moment mal… Duzenowe?!?“
„Duzenowe?
Was ist das denn?“ mag sich mancher gefragt haben, als sich die Planungen für
unser Jahrestreffen 2008 zu konkretisieren begannen.
Duzenowe, auch wenn es sich so anhört, ist
kein Dorf in Südpolen oder Osttschechien. Es liegt auch nicht kurz hinter
Wladiwostok. Duzenowe ist der dialektgeprägte,
historische Name der kleinen Gemeinde Dausenau an der Lahn, in dem die Bierbrüderschaft Duzenowe nun schon seit einigen Jahren
fleißig braut.
Jürgen Nickel, Hans-Peter Hütter
und Michael Braun von eben dieser Bierbrüderschaft hatten sich bereit erklärt,
im Jahr 2008 das Jahrestreffen der Hausbrauer
Nassauer Land zu organisieren. Ein schönes Programm wurde gestrickt und nette
Einladungen verschickt, und dann passierte zunächst … wenig! Die Reaktionen
blieben spärlich, und unser Attaché
machte sich schon
ernsthaft Sorgen, ob die Teilnehmerzahl denn wenigstens zweistellig werden
könnte.
Aber als es am 14. Juni 2008 dann
endlich soweit war, fanden sich doch immerhin 29 Hausbrauer in Dausenau ein und
signalisierten so, dass der Nassauer Hausbrauer als solches sich nicht in lange
Planungen verbindlich einspannen lässt, sondern eher kurzfristig, dann aber um
so lieber zum Jahrestreffen kommt.
Leckeres Treberbrot, Wurst,
Schmalz, Salate und je ein Fässchen Rauchbier von Armin Latzko
und Rotbier („Roter Nassauer“) von Dirk Wagner empfingen uns morgens um elf
Uhr, und schon nach kurzer Zeit waren wir in Fachgespräche, Diskussionen und
Erfahrungsberichte vertieft. Die neuen Teilnehmer wurden sofort in die Runde integriert
und bald schon gar nicht mehr als Neulinge erkannt. Im Garten, auf der Terrasse
und natürlich besonders im Braukeller bildeten sich Grüppchen, die verkosteten,
diskutierten und schwadronierten.
Fast fiel es schon schwer, alle
wieder dazu zu bewegen, sich gegen vierzehn Uhr zum Bahnhof zu begeben (zum
Glück waren es nur 80 m bis zum Bahnsteig) und mit einem winzigen, aber
komfortablen Schienenbus in Richtung Lahnstein zur Brauereibesichtigung zu
zuckeln. Am Lahnsteiner Bahnhof angekommen lag noch ein zwei Kilometer langer
Fußmarsch vor uns, bis wir endlich an der Lahnsteiner Brauerei angekommen
waren.
Die Lahnsteiner
Brauerei (früher als St. Martin Brauerei Lahnstein bekannt) ist eine kleine,
aber aktive Brauerei, die unter widrigen Bedingungen (recht unattraktive Lage,
altes, wenig einladendes und ziemlich verschachteltes Gemäuer und eine alte,
aber in Teilen mittlerweile renovierte Sudanlage) eine recht große Auswahl an
leckeren Bieren produziert und diese auch durch eine Reihe von bierbezogenen
Spezialitäten (Bierlikör, Bierbrand klar und dunkel, Biernudeln, Bierwürstchen,
Bierpralinen, Knabbermalz und Bierkäse) ergänzt.
Der Seniorchef persönlich, Herr
Dr. Rainer Fohr, empfing uns am Eingang der Brauerei
und stellte von Anfang an klar, dass es sich hier – unserem Wunsch entsprechend
– nicht um eine konventionelle Brauereibesichtigung handeln solle, immerhin
würden wir ja alle schon genügend Brauereien und Sudwerke gesehen haben und den
Brauvorgang als solches aus dem Effeff kennen, sondern dass er eher Geschichten
rund um die Brauerei zu erzählen beabsichtige, um uns so ein plastisches Bild
seiner kleinen Firma zu geben.
Gesagt, getan – statt des raschen
Marsches zum Sudwerk bummelten wir also durch die Räumlichkeiten der Brauerei,
lauschten Anekdoten aus der Geschichte und bekamen geschildert, „wie es früher
war“ – es war nicht alles besser, aber doch vieles anders. Natürlich verkosteten
wir auch das Bier und bekamen eine Kleinigkeit zu essen, und schließlich wandten
wir uns dem Pulverturm zu, einem der historischen Stadttürme Lahnsteins. Der
Pulverturm steht auf dem Brauereigelände und wurde in den letzten Jahren –
gewissermaßen als kostspieliges Hobby des Seniorchefs – renoviert und der
Öffentlichkeit wieder eingeschränkt zugänglich gemacht. Er bot uns nun den
Rahmen für eine leckere Verkostung der Bierbrände und –liköre
aus Lahnstein. Oben von den Turmzinnen genossen wir noch den herrlichen
Ausblick, bis uns ein kurzer, aber heftiger Hagelschauer wieder in das Innere
des Turms zurücktrieb.
Viel zu schnell verflog die Zeit,
es blieb nur noch ein kurzer Moment für einen Blick in das Sudhaus und zum Kauf
von Brauereiandenken, und schon ging es mit einem Sammeltaxi zurück zum Bahnhof
und wieder nach Dausenau.
Auch wenn der eine oder andere
Teilnehmer mit nervig hartnäckigen Fragen und überkritischen Kommentaren
geglänzt hatte, waren wir uns während der Rückfahrt durch das schöne Lahntal
doch mit Masse einig: Es war ein schönes und kurzweiliges, aber auch
informatives Erlebnis gewesen, das das Hausbrauertreffen sehr aufgelockert hat.
Eine mal etwas andere Form der Brauereibesichtigung.
Essen und Trinken macht offensichtlich
hungrig und durstig – anders kann man wohl nicht erklären, dass unmittelbar
nach unserer Ankunft in Dausenau der Grill und der Bierkühlschrank der
Bierbrüderschaft geradezu gestürmt wurden. Die Familien der Bierbrüderschaft
hatten zum Glück die Holzkohle schon kräftig geschürt und die gekühlten
Biervorräte aufgefüllt, und im Nu verteilten sich die Helden mit Tellern und
Gläsern auf der Terrasse und im Braukeller. Nahtlos wurden die Diskussionen und
Verkostungen vom Vormittag wieder aufgenommen, noch manches Fässchen und viele
Flaschen Selbstgebrautes wurden geleert, und auch wenn der eine oder andere
Hausbrauer zwischendurch mal mit einem Fläschchen Mineralwasser erwischt wurde
(gell, Armin?), konnte der harte Kern, der bis kurz vor Mitternacht
durchgehalten hatte, doch feststellen: Es war mal wieder ein tolles Treffen!
Vielen Dank an die Dausenauer Bierbrüder, und lasst uns gemeinsam hoffen, dass
wir auch nächstes Jahr wieder jemanden finden, der die Arbeit der Vorbereitung,
Organisation und Durchführung auf sich nimmt.
Impressionen: Jahrestreffen 2008 in Duzenowe
/ Dausenau
Hausbrauertreffen 2010 auf dem Schaufertshof in Schönborn
Nachdem trotz großer Anstrengungen
im Jahr 2009 leider kein Termin gefunden werden konnte, an dem wenigstens
einige der Hausbrauer Nassauer Land Zeit gehabt hätten und daher das
Jahrestreffen mit großem Bedauern abgesagt werden musste, trafen wir uns am 29.
Mai 2010 nach zweijähriger Abstinenz wieder. Zum zweiten Mal hatten wir uns den
Schaufertshof in Schönborn ausgesucht, und zum
zweiten Mal war es eine gute Wahl!
Ein Kern unternehmungslustiger
Brauer machte bereits ab dem frühen Nachmittag eine stramme Wanderung durch die
Hügel und Berge der Region und kam, verschwitzt und durstig, zeitgleich mit den
eher faulen Nicht-Wanderern gegen achtzehn Uhr am Schaufertshof
an. Am Tor grüßten schon die Fahnen der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer
und der Hausbrauer Nassauer Land, und drinnen war ein großer Tisch im hinteren
Raum für uns reserviert.
Doch zunächst nutzten wir die
Wärme des Nachmittags für ein erstes leckeres Schauferts-Bier
im Freien. Ob Helles, Märzen oder Dunkles – es mundete wunderbar und gab die
Kraft für den nun anstehenden Rundgang durch das Sudhaus.
Oliver Luzius
zeigte uns stolz seine Sudanlage, die er vor etwas mehr als drei Jahren hier
installiert hat. Vom Hof Aspich in Lahnstein hatte er
die 15-hl-Anlage übernommen und in der alten Scheune des Schaufertshof
aufgebaut. Die zum Teil mit Holz, zum Teil aber auch mit roten Ziegeln und
grünen Ofenkacheln verkleideten Kesseln machen sich hinter der Glasscheibe der
Scheune beeindruckend gut, und Oliver erzählte die eine oder andere kurzweilige
Anekdote aus dem Bau und Betrieb dieses neuen Sudhauses, zeigte uns alle
Einzelheiten bis hin zum Gärraum mit den offenen
Gärbottichen und erklärte jedes Detail der Technik.
Mit reinem Brunnenwasser wird
hier gebraut – weiches Wasser und Natur pur, bis hin zur biologischen Schilfteich-Kläranlage.
Dem Bier tut es definitiv gut – es ist würzig und schmackhaft, und obwohl wir
doch eigentlich unsere eigenen Hausbräus verkosten wollten, tranken wir
zunächst fleißig weiter das Schauferts-Bier…
Nach diesem Brauereirundgang
trieb uns der Hunger aber in den Schankraum. Am blankgescheuerten Holztisch
nahmen wir Platz und ließen uns die Schnitzel und Steaks schmecken. Dazu gab es
dann die ersten Hausbräus, und es entsponnen sich die üblichen Brauergespräche
über gelungene und misslungene Sude der letzten zwei Jahre, über Bierfestivals
und Brauertreffen, über Bierreisen, Bierverkostungen und Bierpräsentationen.
Und während Dirk Wagner stolz die
frisch gedruckten Aufkleber der „Hausbrauer Nassauer Land“ verteilte, wurde
Weißbier und Maibock von Armin Latzko verkostet,
Braunbier von Daniel Greher, Whiskybier von Andreas
Schwickert sowie helles und dunkles Weizen und Kellerbier von Dirk Wagner. Ein
interessanter Streifzug durch die Hausbraukunst der Region, der erst gegen
Mitternacht endete, als wir mittlerweile die letzten Gäste im Schaufertshof waren.
Auch wenn es im direkten
Vergleich zum letzten Treffen vor zwei Jahren ein etwas überschaubarerer
Teilnehmerkreis war, so war es doch wieder ein gelungenes Treffen – mit vielen
interessanten Gesprächen, leckeren Bieren und genug Gründen, sich wieder sicher
zu sein, dass es auch im kommenden Jahr ein Treffen der „Hausbrauer Nassauer
Land“ geben müsse!
(Und wenig später erreichte mich
noch ein kleines Post Scriptum über die Ereignisse,
die stattfanden, nachdem ich das Treffen leider bereits hatte verlassen müssen:
„Leider brach unser CBO gegen
Mitternacht auf und konnte das ‚Grande Finale‘ der Veranstaltung nicht
notieren, denn nun begann ein Streifzug durch die Hausmetzgerei. Der Chef des
Hauses verschwand zu später Stunde noch mehrmals in der Kühlkammer, um den
anwesenden neuen Hobbymetzgern diverse Ausbaustufen der uns wohl bekannten „ale rote Woscht“ zu präsentieren.
Nach erneuten Fachdiskussionen über ‚Würfe‘, ‚Ranzigkeit‘,
Parma und Co. waren wir uns schnell einig – eine Runde Märzen hierzu musste
her. Nachdem verschiedene Dinge des guten alten Metzgerhandwerks ausführlich
geklärt waren, beschlossen die zwei Limburger um 2:35 Uhr den Heimweg
anzutreten. Ob die verbleibenden fünf Männer die Nachtruhe in Olis Gemächern oder bei strömenden Regen im Zelt
beziehungsweise Auto aufgesucht haben, und ob Armin wirklich um 5:30 Uhr
aufstehen konnte, blieb dem Attaché jedoch verschlossen.
P.S. Sicherlich war dies nicht
nur für Lena-Fans“ (heute
hatte Lena Meyer-Landrut aus Hannover den Eurovision
Song Contest gewonnen)
„ein einprägsamer Abend!
P.P.S. Oli: Genial, vielen Dank
für die Super-Gastfreundschaft. Ich bin mir sicher, du wirst uns nit mehr los!“
Soweit der Nachtrag.)
Impressionen: Jahrestreffen 2010 – Schaufertshof
/ Schönborn
Hausbrauertreffen 2011 im DorfBräuHaus in Wartenberg Landenhausen
Als am 20. August 2011 im
unlängst erst eröffneten DorfBräuHaus in Wartenberg Landenhausen am Fuße des Vogelbergs das Hausbrauertreffen
2011 stattfand, hatte ich leider nicht die Möglichkeit, teilzunehmen. Schade,
denn obwohl die Teilnehmerzahl nicht allzu hoch war, war das Treffen als
solches doch wieder sehr unterhaltsam und lehrreich. Und so bleibt mir, wie
auch dem werten Leser dieses Textes, nur das sekundäre Erlebnis eines kurzen
Zeitungsberichts in der Zeitschrift „Bier & Brauhaus“:
Bericht: Jahrestreffen 2011 – DorfBräuHaus
Wartenberg Landenhausen