Brunnenbräu® Hausbrauerei – Das
Original – seit 1997
Schaubrauen

Schaubrauen
Bierbrauen ist ein Hobby, das
seltsamerweise von einer geheimnisvollen Aura umweht zu sein scheint. Während
noch vor wenigen Jahrzehnten das Brauen im heimischen Haushalt gang und gäbe war, ist das Wissen um die häusliche
Bierbereitung mittlerweile fast völlig verloren gegangen. Den kommerziellen
Brauereien ist dies vielleicht gar nicht so unrecht, denn wenn – wie früher –
die Hausfrau den eigenen Bierbedarf in Keller und Küche selber decken würde,
hätte dies nicht unerhebliche Konsequenzen für den Umsatz insbesondere der
großen Bierfabriken wie „Kromsteiner“, „Warbacher“, „Biver“ und „Jetburger“.
Dabei ist das Brauen – wie ich an
anderer Stelle (erreichbar unter der Schaltfläche „Das Hausbrauen“) ausführlich
zeige – gar nicht so schwierig. Was liegt also näher, als im Rahmen von
Volksfesten, Märkten oder ähnlichen Ereignissen die Brauanlage mal aufzubauen
und vor Ort vorzuführen, wie Bier auch mit einfachen Mitteln hergestellt werden
kann. Rasch bildet sich bei solchen Anlässen eine mehr oder weniger große
Gruppe Interessierter, die staunend feststellt, dass „das ja gar nicht so
kompliziert ist“ und „bestimmt ein tolles Hobby“ ist. „Das möchte ich auch
gerne mal ausprobieren!“ ist dann häufig das Fazit des Besuchers.
Wenn auch oftmals die nur kurz
aufflammende Begeisterung rasch wieder erlischt, sind doch immer wieder
Menschen dabei, die auf diesem Wege zu einem neuen, faszinierenden Hobby finden
und die wachsende Gemeinde der Haus- und Hobbybrauer bereichern.
Die interessanten Gespräche,
Fragen und Kontakte sind es auch, die mich beim Schaubrauen immer wieder aufs
Neue faszinieren, und so baue ich auch bei schlechtem Wetter gelegentlich meine
gesamte Brauausrüstung auf und führe über einige Stunden einen kompletten Sud
vom Schroten bis zum Hopfenkochen vor. Außer einer kurzen Anmeldung beim
zuständigen Hauptzollamt (siehe unter der Schaltfläche „Bier und Zoll“) und den
Absprachen mit den Veranstaltern der Volksfeste vor Ort ist nur wenig
vorzubereiten, und umso schöner sind die Erinnerungen an diese Schaubrautage.
Im Folgenden finden Sie Texte und
Bilder zu Schaubrau-Veranstaltungen, die ich durchgeführt oder an denen ich
teilgenommen habe.
5. November 2006 – Freilichtmuseum Kiekeberg in
Ehestorf-Rosengarten
28. Mai 2007 – Römische Aumühle in Hadamar-Oberzeuzheim
27. April 2008 – Freilichtmuseum Kiekeberg in Ehestorf-Rosengarten
6. September 2008 – Mittelalterlicher Markt im Kloster Arnstein
19. Oktober 2008 – Kornmarkt in Limburg
31. Mai 2009 – Historischer Markt „750 Jahre Nordhofen“
4. Oktober 2009 – „Dickerischer Maat“ in Dietkirchen
18. Dezember 2010 – Pub „Pivaria“ in Szczecin / Polen
22. Juni 2011 – I. Szczecińskie
Warsztaty Piwowarskie
15. Oktober 2011 – II. Szczecińskie
Warsztaty Piwowarskie
26. November 2011 – III.
Szczecińskie Warsztaty Piwowarskie
14. Januar 2012 - IV. Szczecińskie
Warsztaty Piwowarskie
Schaubrauen am 5. November 2006 im Freilichtmuseum Kiekeberg in Rosengarten bei Hamburg
„Der Norden tischt auf“, so
lautete das Motto einer Veranstaltung am 5. November 2006 im Freilichtmuseum Kiekeberg, bei der ich zum ersten Mal ein Schaubrauen
veranstaltet habe und anschließend den folgenden Bericht im Rundschreiben der
Kampagne für Gutes Bier veröffentlicht habe:
Am 5. November 2006 fand im
Freilichtmuseum Kiekeberg am Südrand der Hansestadt
Hamburg ein Genussmarkt unter dem Motto „Der Norden tischt auf“ statt.
Organisiert wurde dieser Genussmarkt von der Bewegung „Slowfood“,
deren Ziel das konzentrierte Genießen von Essen und Trinken ist, und die sich
als bewussten Gegensatz zu dem ständig wachsenden „Fastfood“-Anteil in unserer
täglichen Ernährung versteht. Handwerklich produzierte Spezialitäten,
ursprüngliche Rezepte, längst vergessene oder verdrängte Rohstoffe standen im
Mittelpunkt dieses Marktes und ließen den Genießer das tägliche
Pizza-Döner-Hamburger-Einerlei vergessen. Was lag da näher, als das
Brauhandwerk ebenfalls mit zu präsentieren!
Zusammen mit der in Hamburg
ansässigen Vereinigung „Kampagne für gutes Bier Deutschland“ sowie unseren
Vereinsmitgliedern Hans Rolf Linke und Volker R. Quante präsentierten sich
nicht nur elf norddeutsche Gasthausbrauereien mit ihren Spezialitäten, sondern
Hans Rolf und Volker führten mit ihren Brauanlagen auch die Herstellung eines
kompletten Suds von 20 Litern vor. Von zehn bis achtzehn Uhr stellten sie sich
geduldig den Fragen eines interessierten Publikums und brachten diesem unser
faszinierendes Hobby nahe. Begleitet wurde das Schaubrauen durch eine
Endlos-Präsentation, die einen kompletten Sud in allen Phasen detailliert und
fotografisch dokumentiert vorführte, so dass auch diejenigen, die nur einen
kurzen Ausschnitt des Brauprozesses live miterleben konnten, einen Eindruck
bekamen, wie der Weg von Hopfen und Malz bis zum fertigen Hausbräu aussieht.
Großen Anklang fand auch Volkers
Vortrag, den er im Caféhaus des Freilichtmuseums hielt – etwa 25 interessierte
Schon- und Noch-Nicht-Hobbybrauer fanden sich nach kurzer Einleitung in einer
spannenden Diskussion wieder. „Wie kommt man zum Hausbrauen?“, „Welches Zubehör
und welche Rohstoffe brauche ich und wo bekomme ich sie?“, „Was bedeutet das
Reinheitsgebot für Hausbrauer?“, „Was muss ich rechtlich beachten?“ waren nur
einige Fragen, die lebhaft diskutiert wurden.
Die Veranstalter, in persona Olaf Ehrigsen von Slowfood und Lars Seyfrid von der KGBier, waren sich einig,
dass ein Schaubrauen und ein Vortrag über die häusliche Bierbereitung in
Verbindung mit einer Präsentation kleiner Gasthausbrauereien ein guter Weg ist,
den bewussten Genuss handwerklich gebrauten Bieres zu einem echten Erlebnis zu
machen, und man war sich rasch einig: Beim nächsten Genussmarkt am 2. September
2007, ebenfalls wieder am Kiekeberg, sollte der VHD
auf alle Fälle wieder vertreten sein.
Fotos: Schaubrauen am 5. November 2006 im Freilichtmuseum Kiekeberg in Rosengarten bei Hamburg
Artikel im VHD-Mitteilungsblatt Schalander
Schaubrauen am 28. Mai 2007 an
der Römischen Aumühle
in Hadamar-Oberzeuzheim
Am Pfingstmontag 2007 fand der
„Deutsche Mühlentag“ statt – von der Wasser- bis zur Windmühle veranstalteten
hunderte von Mühlen in ganz Deutschland Tage der offenen Tür und Volksfeste.
Die Römische Aumühle in Hadamar-Oberzeuzheim
lud ein zum historischen Handwerkermarkt, und bei dieser Gelegenheit
entschlossen sich die Hausbrauer Dirk Wagner (Mühlenbräu Eschhofen),
Andreas Schwickert (Brunnen Bräu Dietkirchen)
und ich (Brunnenbräu® Hilgert), ihre Brauanlagen dort
aufzubauen.
Althergebrachtes Brauen mit einem
einfachen Einkochtopf und vielen Hausgerätschaften einerseits und etwas
moderneres Brauen mit einer kleinen Komplettanlage andererseits wurden
nebeneinander gezeigt, und so konnte jeder Besucher sich ein Bild machen, wie
rasch man in dieses Hobby einsteigen kann und wie man es bei entsprechend
großer Begeisterung ausbauen kann.
Trotz wahrhaftig saumäßigen
Wetters freuten wir uns über großes Interesse und zahlreiche, spannende
Gespräche.
Fotos: Schaubrauen am 28. Mai 2007 an der Römischen Aumühle
in Hadamar-Oberzeuzheim
Schaubrauen am 27.
April 2008 im Freilichtmuseum Kiekeberg
in Rosengarten bei Hamburg
Zum mittlerweile vierten Mal hat
die Kampagne für Gutes Bier Deutschland am 27. April 2008 eine Präsentation der
norddeutschen Klein- und Gasthausbrauereien durchgeführt. Während dies in den
vergangenen Jahren angelehnt an den Käse- und Genussmarkt der Vereinigung Slow
Food im Freilichtmuseum Kiekeberg im Süden von
Hamburg stattgefunden hatte, haben sich Museumsleitung und KGBier in diesem
Jahr erstmalig dazu entschlossen, daraus eine eigenständige, auf das Bier und
die norddeutschen Brauereien konzentrierte Veranstaltung zu machen.
Fünfzehn Gasthausbrauereien waren
der Einladung gefolgt und präsentierten ihre jeweiligen Spezialitäten unter dem
Motto „Bier aus dem Norden“ – ein bunter Reigen der unterschiedlichsten Biere.
Zur Abrundung wurde diese
Präsentation ergänzt durch eine Hausbrauvorführung. Zusammen mit Hans Rolf
Linke und Heiner Beberniß zeigten wir einen
kompletten Zwanzig-Liter-Sud und stellten parallel
dazu über eine elektronische Endlospräsentation den Brauvorgang noch einmal
zusammengefasst dar. Auch Informationen über die Vereinigung der Haus- und
Hobbybrauer Deutschlands und die regionale Braugruppe Hausbrauer Nassauer Land
fehlten nicht.
Das Interesse war groß – ständig
scharten sich die Interessierten um unseren Informationsstand und löcherten uns
geradezu mit ihren Fragen. Nie so viel, dass man kein Gespräch hätte führen
können, und nie so wenig, dass uns langweilig geworden wäre.
In der Summe eine gelungene
Veranstaltung – professionell und unaufgeregt organisiert, in wunderschöner
Umgebung und glücklicherweise auch bei allerschönstem Frühlingswetter.
Sicherlich jederzeit wieder wert, besucht, aber auch wieder durch ein
Schaubrauen unterstützt zu werden.
Fotos: Schaubrauen am 27. April 2008 im Freilichtmuseum Kiekeberg in Rosengarten bei Hamburg
Schaubrauen am 6. September 2008
auf dem mittelalterlichen Markt im Kloster Arnstein
Das Kloster Arnstein
bei Obernhof an der Lahn veranstaltete unter Leitung
von Harald Förster, Pater Franz Kroll und Gaby Fischer am 6. und 7. September
2008 einen mittelalterlichen Kloster- und Pilgermarkt – und gemeinsam mit der
Bierbrüderschaft Duzenowe aus Dausenau
an der Lahn hatte ich die Gelegenheit, mit klassischen Brauutensilien und
stilechter Holzfeuerung ein Schaubrauen zu veranstalten.
Die Bierbrüder aus Dausenau, Hans-Peter Hütter, Jürgen Nickel und Michael
Braun, hatten an den Vortagen bereits ihre Braukessel und sonstigen
Gerätschaften im Innenhof des Klosters aufgebaut, Andreas Schwickert vom
Brunnen Bräu Dietkirchen
und meine Wenigkeit stießen am Sonnabend am frühen Morgen hinzu. Sofern nicht
vorhanden, stattete uns das Kloster mit zeitgemäß mittelalterlicher Kleidung
aus, ein paar Kleinigkeiten waren noch vorzubereiten, und dann ging es los.
Trotz wirklich enttäuschend
schlechten Wetters fanden sich viele interessierte Gäste an unserem Stand ein,
und es verging keine Minute, in der wir nicht einem Bombardement aus Fragen
ausgesetzt waren. Auch viele kostümierte „Kollegen“, das heißt, andere
Schausteller und Anbieter des Klostermarktes, besuchten uns und ließen sich im
Detail den Brauvorgang erklären.
Parallel zu unseren
schweißtreibenden Aktivitäten schenkten die Ehefrauen und Kinder der Dausenauer Bierbrüder Selbstgebrautes vom letzten Sud und
ein paar Fässer Märzen vom Schaufertshof, einer
winzigen, ländlichen Gasthausbrauerei aus der Region, aus, so dass auch auf die
häufigste Frage „Und wie schmeckt das dann hinterher?“ adäquat geantwortet
werden konnte.
Hätte Pater Franz nicht direkt
neben unserer Brauerei einen Würstchenstand betrieben, und hätte er nicht alle
paar Minuten fürsorglich nachgefragt, ob wir denn nicht Hunger hätten, ich
glaube, wir wären am Ende des Tages kraftlos zusammengesackt, hätten wir doch
vor lauter Arbeit und Interesse an unserer Arbeit das Essen fast vergessen. So
aber waren wir bestens versorgt und konnten den Tag mit dem Fazit abschließen:
150 Liter Bier mit ca. 12° Stammwürze gebraut, jede Menge Leute „zugetextet“
und somit viel für unser Hobby getan. Prima!
(Und wie mir die Dausenauer Bierbrüder später kundtaten: Am zweiten
Markttag, dem Sonntag, an dem ich leider nicht mehr teilnehmen konnte, war der
Andrang – logisch, bei besserem Wetter! – noch viel stärker, das Interesse noch
größer, und die von uns vorbereiteten Informationsmaterialien, „Flyer“ und
Visitenkarten waren im Nu vergriffen!)
Fotos: Schaubrauen am 6. September 2008 auf dem mittelalterlichen Markt
im Kloster Arnstein
Nachtrag und Ergänzung: Am 21
November 2008 fand im Refektorium des Klosters Arnstein
eine Verkostung dieses Bieres statt. Das Kloster hatte stolz eigene Etiketten
für die Bierflaschen gedruckt und eine Veranstaltung organisiert, die einen
würdigen Rahmen für die Verkostung bot.
Nach einer kurzen Begrüßung der
fast 100 Gäste durch Pater Franz ließen wir uns zunächst leckere Brote und
Brötchen schmecken, die mit Biertreber gebacken worden waren. Anschließend
führte uns Jürgen Nickel von der Duzenower
Bierbrüderschaft in die Geschmackswelt des Bieres ein, und wir ließen die
Korken knallen. Eine süß-saure Biersuppe stimmte uns auf den Hauptgang ein, und
während die Elzer Stubenmusik uns mit heiteren und
besinnlichen Klängen unterhielt und der Verein Peregrini
Geschichten und Anekdoten aus der schon viele tausend Jahre währenden Historie
des Brauens und des Bieres vorlas, sprachen wir dem exzellent gelungenen
Klosterbier aus Arnstein kräftig zu.
Ein Schweinsbraten in Biersoße mit Rotkohl und Knödeln und ein
Vanille-Mandel-Dessert mit Malzbier rundeten das viergängige Menü ab, jeder
einzelne Gang hatte Bezug zum Bier gehabt, und selbstverständlich floss auch in
dieser Phase das Bier der Duzenower Bierbrüderschaft
in Strömen.
Kugelrund voll gefuttert und mit
roten Wangen vom leckeren Bier traten die Gäste erst spät am Abend den Heimweg
an. Und alle waren sich einig: Bier, Essen, Musik, Lesung, Gastfreundschaft –
es war ein rundum gelungener, ein wunderschöner Abend!
Fotos: Verkostung im Refektorium
Schaubrauen auf dem Kornmarkt in
Limburg am 19. Oktober 2008
Bereits 1766 gab es in Limburg
sage und schreibe 39 Wein- und Gastwirtschaften, darunter auch einige
Hausbrauereien, die ihr verkauftes Bier selber herstellten. War dies damals der
Notwendigkeit geschuldet, den Reisenden zwischen Frankfurt und Köln Kost und
Logis sowie Erholung von den Strapazen einer Reise bieten zu können, so hat
sich bis heute natürlich an der wirtschaftlichen Struktur der Stadt vieles
geändert.
Zahlreiche Wirtshäuser und
Weinstuben gibt es allerdings auch heute noch – nur, wo sind die Hausbrauereien
geblieben? Sie sind verschwunden, und so lag es nur nahe, dass wir Hausbrauer
Nassauer Land am 19. Oktober 2008 die Gelegenheit des Limburger Oktoberfestes
(mit verkaufsoffenem Sonntag) nutzten, ein Schaubrauen zu veranstalten und
unser Hobby, beziehungsweise dieses uralte Handwerk der interessierten
Bevölkerung wieder neu zu präsentieren.
Zwar gab es zunächst ein paar
kleinere Anlaufschwierigkeiten, da der Kornmarkt, auf dem wir unseren Stand
aufbauen sollten, restlos zugeparkt war, aber mit ein wenig Geschick fanden wir
doch noch eine Lücke für unseren Braukessel und unser Zelt. Und auch der
Apfelkelterer und der Blumenhändler kamen irgendwie noch unter.
Der Morgennebel, der uns an
diesem kühlen Oktobermorgen empfangen hatte, lichtete sich rasch, und genauso
rasch hatten wir unseren Stand aufgebaut und den Braukessel angefeuert. Und mit
zunehmendem Sonnenschein kamen auch zunehmend mehr interessierte Besucher. Bis
Mittag hatte sich eine dicke Traube an Gästen um unseren Stand gebildet, und bis
zum frühen Abend sollte sich daran nichts mehr ändern.
Thomas Wüst, Thomas Möhlhenrich
und Andreas Schwickert kümmerten sich fleißig um den Sud, Dirk Wagner
organisierte umtriebig alles, was nebenbei zu erledigen war und versorgte uns
mit einem steten Strom selbstgebrauten Bieres, das wir aus zoll- und
steuerrechtlichen Gründen leider nicht verkaufen durften. Und ich selber
stellte mich den ununterbrochen auf mich hereinprasselnden
Fragen der Besucher.
Bereits am frühen Nachmittag
hatten wir unser vorbereitetes Informationsmaterial verteilt, hatten gefühlte
tausend Fragen beantwortet und spürten erste Erschöpfungssymptome. Erheblichen
Auftrieb gab uns aber der feierliche Moment der Hopfengabe – durchgeführt von
einer spontan gekürten, aparten Limburger Hopfenkönigin.
Dergestalt zum Weitermachen
motiviert, hielten wir bis zum frühen Abend tapfer durch, und es war ein
perfektes Timing, als zeitgleich mit dem Sonnenuntergang und dem Ende des
verkaufsoffenen Sonntags der Besucherstrom abschwoll und der Sud heruntergekühlt war.
Ein kurzes und schnelles Fazit,
bevor wir uns wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreuten: Eine hervorragende
Veranstaltung mit dem – für mich persönlich – bisher größten Besucherinteresse.
Trotz leichter organisatorischer Schwierigkeiten und recht zaghafter
Unterstützung durch die Stadt Limburg.
Fotos: Schaubrauen auf dem Kornmarkt in Limburg am 19. Oktober 2008
Historischer Markt „750 Jahre Nordhofen“ – Pfingstsonntag,
31. Mai 2009
Die kleine Gemeinde Nordhofen im Westerwald blickt 2009 stolz auf ihr
750jähriges Bestehen zurück – Grund genug, ein rauschendes Fest zu
veranstalten.
Während der 29. Mai neuzeitlich-modern
mit einem Rockkonzert die Besuchermassen anzog, stand der 31. Mai, der
Pfingstsonntag, eher im Zeichen der Historie. Seit fast zwei Jahren hatten die
Einwohner geplant, vorbereitet und organisiert, das Wetter spielte auch mit,
und so präsentierte sich die kleine Gemeinde im allerbesten Licht. In allen
Straßen und Höfen konnten die Besucher eine Zeitreise antreten – vom
mittelalterlichen Handwerk bis zu neuzeitlicher Technik war alles vertreten.
Landmaschinen und Traktoren, Kostüme und Uniformen, Tänze, Tand und Techniken –
für jeden war etwas geboten.
Die Hausbrauer Nassauer Land
waren ebenfalls mit einem Stand vertreten und präsentierten die Braukunst an
zwei offenen, mit Holz befeuerten Kesseln. Andreas Schwickert und Volker R.
Quante brauten einen 50-Liter-Sud „Noorder Rauch“,
ein Rauchbier mit historischen Wurzeln, wie es heute noch im Bamberger Raum
hergestellt wird. Das Malz wird über offenem Feuer gedarrt und nimmt das Aroma
des würzigen Rauches an – und genau dieser Geschmack findet sich hinterher auch
im Bier wieder.
Durch die günstige Lage unseres
Standes direkt neben einer historischen Scheunenwirtschaft hatten wir den
ganzen Tag lang viele interessierte Gäste, denen wir geduldig unser Hobby
erklärten und die wir auch von unseren Produkten kosten ließen.
Ein Höhepunkt für die Besucher
wie auch für uns war der große Festumzug, der direkt an unseren Braukesseln
vorbeiführte. Vom Ochsenkarren und der handbetriebenen Feuerwehrpumpe bis zum
Lanz-Traktor und einer Brauereikutsche war alles dabei, und für einen Moment
fühlten wir uns alle um viele Jahre zurück in die Vergangenheit versetzt.
Impressionen: Historischer Markt „750 Jahre Nordhofen“
– Pfingstsonntag, 31. Mai 2009
„Dickerischer Maat“
Mittelalterlicher
Markt in Dietkirchen bei Limburg
4.
Oktober 2009
Alle drei Jahre steht das kleine
Dörfchen Dietkirchen, oder „Dickerisch“,
wie es die Einheimischen nennen, Kopf: Dann findet in den Gassen und Sträßchen
des Dorfes der mittelalterliche „Dickerische Maat“ statt. Althergebrachtes Handwerk, leckere
Spezialitäten und allerlei Unterhaltung werden organisiert, die Musik spielt
allerorten, leckere Düfte ziehen durch die Gassen, und eine schier
unüberschaubare Menschenmenge schiebt sich durch das Dorf.
So geschehen am 4. Oktober 2009 –
und zwar trotz schlechten Wetters! Gar nicht auszudenken, was für ein Gedränge
geherrscht hätte, hätte Petrus uns nur frühherbstlichen Sonnenschein beschert…
Eine Handvoll Brauer aus dem
Nassauer Land scharte sich heuer rund um Schorsch Muth, auf dessen Grundstück
im Dorfzentrum die wertvolle Kunst des Bierbrauens vorgeführt werden sollte.
Neben Schorsch und meiner Wenigkeit hatten sich noch Andreas Schwickert, Dirk
Wagner und Thomas Möhlhenrich eingefunden, um trotz wolkenverhangenen Himmels
das Feuer unter dem kupfernen Sudkessel zu schüren. Alfred Wirth und ein paar
weitere Freunde standen wenige Meter weiter und kredenzten den Interessierten
Kostproben des köstlichen Gebräus, wie es vor wenigen Wochen entstanden war.
Unmittelbar nach Markteröffnung
standen die Menschen bereits in dichten Trauben um Braukessel und Schanktheke,
um sich zunächst in die Geheimnisse des Brauhandwerks einweisen zu lassen und
dann das edle Produkt auch zu verkosten.
Angesichts der stolzen Anzahl von
fünf Hobbybrauern verteilte sich die Arbeit auf mehrere Schultern, und so blieb
für jeden von uns genügend Zeit, nicht nur im Bottich zu rühren, sondern auch
geduldig das Hausbrauen im Kupferkessel auf offenem Feuer zu erklären, und auch
für eine kurze Vesper blieb Muße – immerhin lockte nur wenig weiter der
knusprig gebratene Ochse am Spieß.
Schade nur, dass die tief
hängenden Wolken am frühen Nachmittag ihre schwere Last abwarfen und uns mit
einem kräftigen Regenschauer eindeckten – triefnass standen wir nun am
Braukessel, und selbst der begeisterte Einsatz einer spontan ernannten
Hopfenprinzessin bei der feierlichen Hopfengabe vermochte nun nicht mehr viele
Schaulustige zu motivieren.
Trotzdem – das Fazit ist ein
positives, waren zu diesem Zeitpunkt doch schon alle Vorräte an Selbstgebrautem
in den Kehlen der durstigen Marktbesucher verschwunden, und geisterten
gleichzeitig auch Gerüchte durch die Menge, dass selbst vom riesigen Ochsen nur
mehr ein bleiches Gerippe geblieben sei…
Neben nassen Kleidern und
kräftigem Rauchgeruch in den Haaren bleibt uns Hausbrauern die Erinnerung an
einen schönen Tag, an interessante Gespräche, leckere Spezialitäten und – nicht
zuletzt natürlich – auch ein Bottich lebhaft vergärender Bierwürze.
Und die Freude auf das Jahr 2012,
in dem – der Tradition entsprechend – der nächste „Dickerische
Maat“ stattfinden wird.
Fotos: „Dickerischer Maat“
Mittelalterlicher Markt in Dietkirchen bei Limburg 4.
Oktober 2009
Zobacz na Żywo
jak Warzymy Piwo
Hausbrauvorführung im Pub Pivaria in Stettin
Der 18. Dezember 2010 sah mich im
Pub Pivaria in Stettin zu einer Hausbrauvorführung, und zwar unter dem Motto
„Wir brauen Kölsch!“.
Geplant war, einerseits meinen
Brautopf „Braumeister“ vorzustellen, von dem viele meiner polnischen Hausbrauerkollegen
zwar schon gehört hatten, den aber die wenigsten schon einmal gesehen hatten.
Und zum anderen sollte ein Hausbräu nach Kölscher Brauart damit hergestellt
werden. Um dies noch abzurunden, hatte ich im Vorfeld 50 Flaschen Kölsch
besorgt – jeweils zehn von Gaffel, Sester, Küppers, Früh und Reissdorf. Stilecht in kleinen Kölsch-Stangen wurden sie
ausgeschenkt, während parallel der Sud begann.
Die Technik des „Braumeisters“
stieß auf großes Interesse, und jeder wollte mal mit Hand anlegen und
unterstützen. Mit zahlreichen Gesprächen und Fachdiskussionen verging der Abend
wie im Flug, und auch die parallel stattfindende Degustation von verschiedenen
Hausbräus trug erneut dazu bei, dass dieses Hausbrauertreffen ein Erfolg war.
Der einzige Wermutstropfen war
die Tatsache, dass ich im Vorfeld Probleme mit dem Hefestarter hatte und nun
statt einer Kölsch-Hefe eine Weißbier-Hefe verwenden musste. Flugs wurde die
Rezeptur ein wenig angepasst, und es entstand statt eines Hausbräus nach
Kölscher Brauart ein Bier unter der Überschrift „Kölsch meets
Hefeweizen“.
Dem Spaß am Brauen hat dies
jedoch keinen Abbruch getan, und das Ergebnis kann man im weitesten Sinne immer
noch als Produkt im Sinne der Kölner Brautradition ansehen: Brunnenbräu’s
Kölner Wiess.
Fotos: Zobacz na Żywo
jak Warzymy Piwo – Hausbrauvorführung im Pub Pivaria in Stettin
I.
Szczecińskie Warsztaty Piwowarskie
Am
22. Juni 2011 führten Marcin Stefaniak (Bimbelt) und Grzegorz Chabros (Indy) im
Stettiner Pub Pivaria den ersten Stettiner Brau-Workshop (I. Szczecińskie
Warsztaty Piwowarskie) durch und brauten ein Hefeweizen.
Dank fleißiger Werbung auf der
Pivaria-Homepage, im örtlichen elektronischen Anzeigeblättchen und auf Facebook war eine ganz ordentliche Anzahl von Interessenten
im Pub aufgekreuzt, und selbst das Stettiner Stadtradio hatte eine junge
Reporterin entsandt.
Der Banner der erst im letzten
Jahr gegründeten Vereinigung der polnischen Hausbrauer begrüßte die Gäste, und
bei hervorragendem tschechischen Bier aus den Zapfhähnen und Kühlschränken des
Pivaria-Pubs nebst einer Kostprobe von einem vergangenen Sud verging der Abend
mit interessanten Gesprächen, Diskussionen, Scherzen und nicht zuletzt dem
Austausch von Erfahrungen und Braurezepten wie im Flug.
Etwa 20 Liter Würze stehen als
Ausbeute des Abends nun im Hinterzimmer des Pubs und gären fleißig vor sich
hin. Und auch die Ausbeute an fröhlichen Bildern ist nicht minder ergiebig, wie
die Fotostrecke zeigt:
Fotos: I. Szczecińskie Warsztaty Piwowarskie
Nur wenige Tage später erschien
in der Vereinszeitung der Polskie Stowarzyszenie
Piwowarów Domowych ein
Artikel über diese Veranstaltung:
II.
Szczecińskie Warsztaty Piwowarskie
Die Hausbrauer Nassauer Land
waren im Stettiner Pub „Pivaria“ zu Gast beim zweiten Stettiner Brau-Workshop
(II. Szczecińskie Warsztaty
Piwowarskie) am 15. Oktober 2011. Andreas Schwickert
war extra zu dieser Gelegenheit elf Stunden per Bahn aus dem fernen Westen
angereist, um gegen 21:30 Uhr gemeinsam mit dem Chronisten feierlich die
Hopfengabe zu vollziehen.
Auch dieser Brau-Workshop war
wieder ein großer Erfolg. Etwa 20 Hausbrauer und Interessierte hatten sich
zusammengefunden, um zusammen mit Marcin Stefaniak (Bimbelt) und Grzegorz Chabros
(Indy) ein American Imperial Pale Ale zu brauen. Ziel war es, mit insgesamt
fünf Hopfengaben ein Bier mit sage und schreibe 60 Bittereinheiten zu brauen.
Columbus, Willamette und Cascade
waren die Hopfensorten, die dazu verwendet wurden, und gemäß eines
präzisen Zeitplans wurden die einzelnen Gaben der wallenden Bierwürze
hinzugefügt. Intensives Hopfenaroma zog durch den ganzen Pub und bezog so auch
die Gäste mit ein, die nicht extra wegen des Workshops gekommen waren.
Andreas zeigte sich zufrieden:
„In Polen wird Bier auch nicht anders gebraut als bei uns!“, scherzte er. „Aber
es war schön, mitzuerleben, mit welcher Begeisterung hier hervorragende Biere
gebraut werden, und wie schön es ist, wenn ein Pub-Betreiber seinen Pub für
eine solche Vorführung zur Verfügung stellt!“ lobte er Krzysztof Żurawski.
Knapp 25 Liter Würze wurden heute
produziert, und mit einer Stammwürze von mehr als 15° Plato, geplanten 60
Bittereinheiten und einem beabsichtigten Alkoholgehalt von 6,5% Vol. soll
dieses American Imperial Pale Ale, oder kurz AIPA, das im Hinterzimmer vor sich
hin gärt, ein echt beeindruckendes Bier werden.
Fotos: II. Szczecińskie
Warsztaty Piwowarskie
III. Szczecińskie
Warsztaty Piwowarskie
Der Stettiner Brau-Workshop (Szczecińskie Warsztaty Piwowarskie) entwickelt sich mittlerweile zu einer festen
Institution – bereits zum dritten Mal in diesem Jahr fand am 26. November 2011
im Stettiner Pub „Pivaria“ ein Treffen der Hausbrauer der Region am offenen
Maischebottich statt. Neben dem kleinen „harten Kern“ der Workshop Brauer,
bestehend aus Marcin Stefaniak, Grzegorz Chabros, Andrzej Miler, Wojciech Bublej und meiner Wenigkeit, waren auch diesmal wieder eine
Reihe interessierter Schon-, Regelmäßig- und Noch-nicht-aber-bald-Hausbrauer
zusammengekommen, um sich an einem Rauchbier zu versuchen; und auch die
Eigentümer des Stettiner Bierspezialitätengeschäfts „Elysium“, Wojciech Grzybowski und Tomasz Kieliba,
ließen es sich nicht nehmen, einmal wieder die Nase in den Braukessel zu
stecken.
Lecker duftende Hopfendolden aus
eigenem Garten, aromatisches Rauchmalz und natürlich die dampfende Maische
füllten Krzysztof Żurawskis Pub mit herrlichem
Duft; dazu gab es ein Belgisches Dubbel zu verkosten,
das für über einem Jahr an eben diesem Ort entstanden war und nach gebührender
Reife eine wunderbare Geschmacksfülle entwickelt hatte.
Überflüssig, festzustellen, dass
es sich die Hausbrauer nach erfolgreichem Sud noch bequem machten und bis tief
in die Nacht bei leckeren tschechischen Bieren aus Krzysztofs Portfolio
fachsimpelten und Pläne für das nächste Mal schmiedeten.
Fotos: III. Szczecińskie
Warsztaty Piwowarskie
IV.
Szczecińskie Warsztaty Piwowarskie
Der
IV. Stettiner
Brau-Workshop (IV Szczecińskie Warsztaty Piwowarskie) stand ganz
im Zeichen des verlorenen Banners. Nachdem beim letzten Workshop der
PSPD-Banner nicht hing, rankten sich Gerüchte um das Fortbestehen des Workshops
unter der Ägide der Polnischen Hausbrauervereinigung (Polskie
Stowarzyszenie Piwowarów Domowych – PSPD). Aber wie so oft, entpuppte sich die
Diskussion als Sturm im Wasserglas. Der Banner war natürlich da – man hatte
beim letzten Mal schlicht und einfach vergessen, ihn aufzuhängen. Und am 14.
Januar 2012, Punkt 17:00 Uhr, hing er dort, wo er hängen sollte – über dem
Braukessel!
Neben der PSPD (www.pspd.org.pl) hatten die Stettiner
Hausbrauer diesmal auch das Centrum Piwowarstwa (www.centrumpiwowarstwa.pl) als
Sponsor gewinnen können, und natürlich fand der Workshop auch wieder an seinem
angestammten Heimatort, dem Pub Pivaria (www.pivaria.pl),
statt.
Insgesamt ungefähr 30 Hausbrauer
und Bierfreunde hatten sich eingefunden, um beim Brauen eines Oatmeal Stout zu helfen, zuzuschauen oder anzufassen, oder
ganz einfach mal, um Brauatmosphäre zu schnuppern. Marcin Stefaniak
(„bimbelt“) und Andrzej Miller („andy“),
die diesmal die Organisation und Durchführung übernommen hatten, hatten dementsprechend
alle Hände voll zu tun, zu zeigen, zu erklären und anzuleiten. Die vom Centrum Piwowarstwa neben einigen Rohstoffen zur Verfügung
gestellten Unterlagen halfen beim Erläutern und erleichterten die Arbeit.
Beim entspannenden Abschlussbier
gegen Mitternacht wurden angesichts eines wirklich erfolgreichen Workshops, der
auf überraschend großes Interesse gestoßen war, gleich Pläne geschmiedet, was
als Nächstes in Angriff genommen werden könnte – und rasch einigten sich die
Stettiner Hausbrauer auf die Durchführung eines eigenen Hausbrauwettbewerbs: Am
17. März 2012, während der 12 Międzynarodowa Giełda Birofilów, also der
12. Internationalen Tauschbörse für Bierliebhaber, in Stettin, soll zeitgleich
die offizielle Verkostung dieses Wettbewerbs stattfinden.
Der Startschuss für die
umfangreichen Vorbereitungen und Pläne wurde also gegeben – und mit Spannung
werden nun die ersten offiziellen Ankündigungen erwartet. Welche Bierstile
werden bewertet, wie werden die Teilnahmebedingungen aussehen, wer wird
verkosten, und vor allem: Welche Preise wird es zu gewinnen geben? Die nächsten
Tage und Wochen werden es zeigen!
Fotos: IV. Szczecińskie Warsztaty Piwowarskie